Amazon Fresh: DHL liefert keine Lebensmittel mehr aus

Deutsche Post DHL mag nicht mehr: Das Unternehmen hat bestätigt, dass man keine frischen Lebensmittel mehr für Amazon im Ramen der Initiative Amazon Fresh ausliefern werde. Die bisherige Zusammenarbeit werde beendet. Als Begründung nennt man klipp und klar, dass der Markt für die Lieferung frischer Lebensmittel in Deutschland bisher „weit hinter den Erwartungen“ zurückgeblieben sei.

Parallel sei die Auslieferung frischer Lebensmittel ein komplexer Prozess. Offenbar hat man das bei Deutsche Post DHL alles mal durchgerechnet und sieht da für sich aktuell einfach keinen sinnvollen Markt. Amazon selbst will dranbleiben und liefert die über Amazon Fresh vertriebenen Lebensmittel bereits über sein eigenes Logistiknetzwerk aus. Der Händler gibt deswegen an, dass sich für Kunden nichts ändern werde.

DHL Deutsche Post und Amazon hatten seit Anfang 2017 für Amazon Fresh gemeinsame Sache gemacht. Nun muss Amazon da ohne den ehemaligen Partner zu Potte kommen. Das Ende der Zusammenarbeit wolle man ansonsten nicht weiter im Detail kommentieren. Man werde Kunden weiterhin ein tolles Angebot und eine schnelle Lieferung bieten.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

Das könnte dir auch gefallen…

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

50 Kommentare

  1. Der Markt der Lebensmittellieferanten wird auch immer mehr zurück gehen. REWE stellt auch bereits in einigen Regionen das Ausliefern ein.

    Die Leute wollen halt doch lieber in den Markt gehen, ihren Salat anschauen und anfassen, ihr Steak selber aussuchen etc.

    • Es liegt weniger daran, dass die Leute so scharf darauf wären in den Supermarkt noch nach der Arbeit zu gehen und dort ewig herum zu laufen, und an der Kasse zu warten.

      Viel mehr liegt es daran, dass es keine bis sehr wenige (und dann nur begrenzt regionale) Angebote gibt. Amazon Fresh ist auch vollkommen witzlos. Ich muss erst einmal zwei (!) Abos abschließen für die ich jeweils bezahlen muss damit ich überhaupt bestellen darf, und dann noch zu teureren Preisen als im Supermarkt, und als Bonus noch plus Versandkosten wenn man nicht einen hohen MBW erreicht.

      Dass so ein schlechtes Angebot nicht in der Masse angenommen wird, sollte niemanden verwundern.

  2. Er liegt hinter den Erwartungen, weil nicht jeder beliefert wird/werden kann. Ich wünschte ich könnte mir das ständige Einkaufen(fahren) ersparen.

    (Rahmen)

  3. Hm, eigentlich ja gut wenn DHL nicht mehr den Sklaven von Amazon macht. Allerdings wird man trotzdem nicht merken, dass die Preise für den KLEINEN Privatkunden lange so bleiben oder gar zurückgeschraubt werden wenn man z.B. an Paketshops oder DHL Packstationen liefern lässt (Hermes machts – zumindest buchbar – vor, Ersparnis 60 Cent und quasi garanterte Zustellung).
    In keinen Großstädten oder Ballungszentren macht das vielleicht Sinn. Aber als „Städter“ kommt man, notfalls mit Umweg, immer an einem Lebensmittelgeschäft vorbei.

    • Gerade in der Stadt ist das politische Ziel möglichst wenig Autos zu haben und das kann man gut damit realisieren, indem Lebensmittel geliefert werden. Das ist alle Mal besser als wenn jeder einzelne mit seinem Auto zum Supermarkt fährt. Klar, Lastenräder sind auch keine schlechte Alternative aber in der U-Bahn kann man eben nur begrenzt Lebensmittel mitnehmen. Mal abgesehen von der Lebenszeit, die man damit verliert Produkte zu finden, statt sie einfach in ein Suchfeld einzutragen. DHL wird ja nicht kostenfrei für Amazon ausgeliefert haben, deshalb ist mir die ganze Pressemeldung unklar. Wahrscheinlich wollte man nicht explizit sagen, dass Amazon einfach zu wenig bezahlt, weil DHL auch vielfach deren Pakete ausliefert. Als Lieferant kann mir doch eigentlich völlig wurscht sein ob deren Geschäftsmodell funktioniert, solange sie meine Rechnung bezahlen.

      • nachdenklich says:

        Spannende Fragestellung: Was ist nachhaltiger ? Auslieferung nach Hause oder individueller Einkauf ?
        Diese Frage muss gestellt und auch unvoreingenommen durchgerechnet werden. Den Part „social skills“ (man trifft Leute beim Einkaufen und die Arbeitsbedingungen der Paketdienstler sind menschenunwürdig) lassen wir mal bewusst aussen vor, weil er wirtschaftlich nicht trivial messbar ist.

        Berechnen müssen wir mal die Ökobilanz der Verkehrsbewegungen – und da ist es definitiv nachhaltiger, Einkäufe in mehreren Geschäften und andere Erledigungen sinnvoll zu kombinieren, als sich alles schicken zu lassen. Verpackungsirrsinn und Lieferverkehr sind da nur zwei Komponenten, die berücksichtigt werden müssen. Zudem muss man nicht nur die Lieferung Logistiker – Endverbraucher sehen, sondern auch den Lieferverkehr Verkäufer – Logistiker. Das ist auch deutlich problematischer, als wenn der Supermarkt von EINEM Sattelschlepper angefahren wird.
        So – und bitte auch nicht vergessen, was vor Ort wegbricht, wenn immer mehr Geschäfte schliessen. Leerstände führen zu Zerstörung der Strukturen, daraus resultiert Landflucht, und die Städte werden der Zuzüge nicht mehr Herr.

        Ein riesiges Problem in der ganzen „Klimadiskussion“ zur Zeit ist, dass da überwiegend Leute mitmachen und mitdiskutieren, die aus Ballungsräumen kommen und vom Leben in der Fläche keine Ahnung haben.

        • „Definitiv nachhaltiger, Einkäufe in mehreren Geschäften und andere Erledigungen sinnvoll zu kombinieren.“ Das klingt dann doch eher nach deinem Bauchgefühl als nach einer objektiven Betrachtung und nach Studie. Die Supermärkte werden von einem LKW angefahren aber eben danach von vielen einzelnen PKWs, die die Produkte vom Supermarkt zu ihrer Wohnung fahren. Da ist es natürlich sinnvoller, wenn ein Transporter direkt mehrere Haushalte vom Supermarkt (oder dem Lieferzentrum) beliefert. Die Lieferzentren sind ja meist ähnlich weit entfernt wie der Supermarkt, anders lässt sich das mit Lebensmitteln überhaupt nicht bewerkstelligen. Auf dem Land gelten sicher noch mal andere Regeln, weil man um ein Auto oft nicht herumkommt und die Strecke mit dem Auto ohnehin am Supermarkt vorbei geht. In der Stadt sollte es aber möglichst einfach sein kein Auto haben zu müssen und Lieferungen sind da ein Puzzelteil.

          • nachdenklich says:

            „viele einzelne PKWs“ stimmt. Aber eben steuerbar sinnvoll, zB auf dem Weg von der Arbeit nach Hause oder auf dem Weg zum Verein oder whatever. Und die PKWs stehen auf dem Parkplatz des Supermarktes gut verräumt – während der Lieferverkehr zunehmend ein brutales Problem wird, weil die Sprinter etc. eben in zweiter Reihe, auf dem Gehsteig, dem Radweg,, der Busspur oder sonstwie im Weg stehen.
            Heisst: In der Stadt sind die Lieferautos IMMER ein Problem, und auf dem Land fahren die Leute sowieso immer an irgendwelchen Einkaufsmöglichkeiten vorbei.
            Wobei natürlich zu unterscheiden ist zwischen Dingen des täglichen Bedarfs und ausgefallenen Dingen, wo der Versand mittlerweile durchaus seine Daseinsberechtigung hat. Doch selbst da kann man durch click & collect die letzte Meile sinnvoll optimieren …

            Kurze Anmerkung noch zu „kein Auto haben müssen“: Klar kenne ich diesen Trend. Ich bezweifle, dass sich das auf Dauer nennenswert durchsetzen wird. Den Verzicht auf Mobilität muss man sich leisten können. Zeitlich und finanziell. Während meines Studiums bin ich mit ÖPNV zur Uni gefahren. Waren je nach Verbindung vier bis fünf Stunden täglich im Vergleich zum Auto eine Stunde. Auf Dauer schlichtweg keine Option.

            • Das muss natürlich in einem politischen Gesamtkonzept aufgehen, in dem Autofahren möglichst teuer und unattraktiv gemacht wird. Im Einzelfall kann das natürlich schwierig sein, aber in der Masse werden die Leute nicht fünf Stunden mit den Öffis brauchen. Ich brauche eine halbe Stunde mit dem Auto und genau dieselbe Zeit mit der U-Bahn zur Arbeit.

              • nachdenklich says:

                @ Barney 15.10: „mit U-Bahn zur Arbeit“. Genau das ist das Problem: Die eingeschränkte Sicht der Städter !
                Ich bin in einer Stadt mit U-Bahn aufgewachsen. Am Stadtrand gewohnt – in der Innenstadt mit Auto, Öffi oder Fahrrad jeweils 30 Minuten. Alles problemlos.
                Studium in der Nachbarstadt (Metropolregion) – mit Öffentlichen wegen der Streckenführung und Anschlussversatz eben zwei, mitunter drei Stunden – während meiner Promotion dann mit Auto einmal am Ballungsraum vorbei über die Autobahn. 30 min hin, nachts zurück noch schneller 😉
                Dann bin ich aus beruflichen Gründen in den angrenzenden Landkreis umgesiedelt – 15000 Einwohner auf ein Zentrum zuzüglich etlicher Aussenorte verteilt. Da geht es ohne Auto nicht. In die Großstadt kann ich mit der S-Bahn fahren – aber meine Kunden aus den Aussenorten kommen mit dem Auto bzw., was wir nicht vorrätig haben, liefern wir tagaktuell aus. Mit optimierter Routenplanung, um die Strecken kurz zu halten. Im Idealfall nehmen wir noch die Waren vom Nachbargeschäft mit.
                Warum schreibe ich das ?
                Weil „Autofahren unattraktiv machen“ die Ideologie der Grünen ist, die rücksichtslos die Belange der Menschen wegbügeln.
                Von mir aus kann das Benzin für Privatfahrten drastisch verteuert werden.
                Aber jeder, der nicht mehr im Umkreis eines schlagkräftigen ÖPNV wohnt, ist durch das Auto-Bashing dramatisch benachteiligt, weil auch notwendige Fahrten betroffen sein werden.
                Und die breite Masse LEBT NUNMAL in der Fläche – nehmen wir nur mal weite Teile von Bayern bis rauf MeckPomm.
                Moloche wie Berlin, halb NRW, Frankfurt und München können nicht als Vorbilder genommen werden.
                Denn es ist ja auch nicht wirklich zielführend, wenn Menschen täglich 100 km einfach pendeln, weil ihnen das Wohnen am Arbeitsplatz zu teuer ist.

                • Von welchem Land redest du denn da? Die breite Masse lebt in Deutschland urban. 74 Prozent der Menschen in Deutschland leben in Städten. Aufgrund des Klimawandels ist es völlig alternativlos das Auto teurer zu machen. Das heißt ja nicht, dass man dabei keine Rücksicht auf die Landbevölkerung nehmen sollte. Die hat allerdings auch den Vorteil wesentlich billiger wohnen zu können, also müssen sie sich dann an höhere Kosten für ihre Mobilität gewöhnen.

                  • nachdenklich says:

                    @ barney 17.14: Quelle für „74 % in Städten“ ? Man muss doch in der Diskussion über „verkehrstechnische Infrastruktur“, „Geschäfte des täglichen Bedarfs“ und „Geschäfte für Investitionsgüter“ sehr genau definieren, was eine „Stadt“ ist.
                    Ich zitiere Mal aus der „Zeit“, weil Statista die Zahlen nicht frei verfügbar stellt:
                    15 % der Bevölkerung wohnen in Ansiedlungen kleiner 5000 Einwohner. 27 % leben in Ansiedlungen zwischen 5- und 20.000 Menschen, weitere 27 % fallen in die Gruppe 20- bis 100.000 und 31 % leben in Städten, die definitiv als Großstädte zu bezeichnen sind (ab 100.000).
                    Natürlich kann eine 12.000-Einwohner-Ansiedlung eine „Stadt“ sein, sogar ein Mittelzentrum. Da muss niemand verhungern 😉 Doch schon hier wird es ohne Auto gelegentlich eine Herausforderung, den Alltag zu meistern.

                    Übrigens … auf die Gefahr hin, komplett off topic zu laufen … „Klimawandel“ hat gute Chancen, zum Unwort des Jahres zu werden. Der vernünftige Umgang mit unseren begrenzten Ressourcen geht weit über den zur Zeit propagierten Fokus „Klima“ hinaus. Das bisschen CO2, das Autos ausstoßen, ist im Vergleich zu all den anderen Spuren, die wir durch unsere Lebensweise hinterlassen, fast vernachlässigbar bzw. leichter zu kompensieren als so manch andere Hinterlassenschaft. Dabei ist sowieso jeder von uns gefordert, jede Bewegung mit dem Auto auf die Notwendigkeit abzuklopfen, was sicher interindividuell verschieden ausfallen dürfte. Aber wenn wir schon beim CO2 bleiben: Wie viel Energie wird benötigt, um das Internet am Laufen zu halten ? Nicht alle Serverfarmen tanken Strom aus Wasserkraft … und dennoch wird jeder noch so triviale Mist heute als Erklärvideo verpackt und werden Serien gestreamt bis zum Abwinken …

                    • So langsam werden die Antworten etwas schmal Es gibt unterschiedliche Quellen aber alle liegen bei circa 75 Prozent. „77 Prozent der Menschen leben in Städten oder Ballungsgebieten und nur 15 Prozent in Dörfern mit weniger als 5.000 Einwohnern.“ https://www.deutschland.de/de/topic/leben/stadt-und-land-fakten-zu-urbanisierung-und-landflucht

                    • nachdenklich says:

                      @ barney 18.05: Was ist daran schmal ? Einfach mal meine Zeilen richtig lesen – was nützt es, wenn jemand in einer „Stadt“ lebt, nur weil jemand die Definition so legt … und dennoch gibt es keine U-Bahn ? Auch S-Bahn im 40-Minutentakt im Randgebiet des Ballungsraumes ersetzt für viele Menschen eben KEIN Auto. Sprich: Die Leute dort haben alternativlos (mindestens) ein Auto und kommen damit regelmässig an Lebensmittelgeschäften vorbei.

                    • Mit schmal meinte ich nur die Darstellungsform hier im Blog 😉 Rein optisch aufgrund der Verschachtelung.

                    • Ich bleibe aber dabei, dass das nicht alternativlos ist. Nicht wenn eine S-Bahn alle 40 Minuten dort fährt. Es ist weniger flexibel und bequem aber nicht alternativlos. Es gibt ja auch nicht weit angehängtere Gebiete, aber bei einer nahe gelegenen S-Bahn mit 40 Minuten Taktung sehe ich eigentlich schon recht gute Verhältnissse.

                    • nachdenklich says:

                      @ Barney 20.11: DANKE vielmals für die Anmerkung zu „schmal“. Hatte ich falsch aufgefasst … das Argument mit der grafischen Darstellung stimmt natürlich. Deshalb schreibe ich auch die Uhrzeit mit dazu, damit man zumindest den Bezug finden kann 😉
                      Also … zum 40-Minuten-Takt … es ist natürlich völlig richtig, dass der besser ist als gar nix. Weite Teile unseres Landes kennen S-Bahn nur vom Hörensagen. Zu bedenken gebe ich, dass ein zu harter Rückschritt bei der Mobilität (zB eben zu starke Verteuerung des Autos) mehr Nach- als Vorteile hat. Ich wünschte mir den mündigen Bürger, der ohne Verbot auf die Idee kommt, das Auto stehen zu lassen, wann immer es möglich ist. Aber ich kenne halt viele MitbürgerInnen, bei denen das Auto weitgehend alternativlos ist – und da meine ich gar nicht mal „Bequemlichkeit“, sondern blanke Notwendigkeit. Danke für die interessante und anregende Diskussion ! mfg

              • „Autofahren möglichst teuer und unattraktiv gemacht wird“

                Ja und dann zieht alles in die Städte, die eh schon kollabieren und in denen es immer weniger bezahlbaren Wohnraum gibt.

                Nicht Autofahren muss teurer werden sondern der ÖPNV nebst Alternativen muss ausgebaut und erschwinglich werden.

                • Das muss beides passieren. ÖPVN ist völlig erschwinglich. Allein für den Anschaffungspreis eines Autos kannst du 15 Jahre lang Tickets für den Gesamtraum kaufen. Dass Städter vielfach nicht U-Bahn fahren hat reine Bequemlichkeitsgründe und wird sich nur ändern, wenn Autofahren richtig weh tut. Der ÖPVN muss natürlich auch überall mehr ausgebaut werden und 24/7 verfügbar sein. Es muss aber beides passieren.

                  • GooglePayFan says:

                    „Allein für den Anschaffungspreis eines Autos kannst du 15 Jahre lang Tickets für den Gesamtraum kaufen.“
                    Was bitte???? Mein erstes Auto hat 1000€ gekostet. Davon kann ich mir maximal für 1 Jahr die Monatskarten kaufen….

                    Und die Politik muss erst einmal zeigen, dass sie den ÖPNV überhaupt besser machen kann, bevor angefangen wird die Bedingungen für Autofahrer zu verschlechtern. Denn bisher wird Bus und Zug fahren mit jedem Jahr schlechter und ich glaube nicht daran, dass sich an dieser Tendenz langfristig etwas ändern wird…

                    Also ja, @nachdenklich hat recht. Grüne Ideologie: etwas fordern was wenigen nützt und vielen schadet nur um die eigenen Fantasien zu befriedigen 😀

                • Eben. Ich würde ja auch mal öfter mit dem Zug in die Stadt fahren, wenn ich mal dahin fahre, aber bei den Preisen müsste ich ja vollkommen wahnsinnig sein die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Und das selbst ab 1 Person, sobald man mit mehreren Personen unterwegs ist wird es ja noch absurder.

        • Naja… wenn du Regionen lebst, wo eine Kommune inkl. aller Gemeinden auf vielleicht 25k Einwohner kommt, verteilt auf zwei Dutzend Orte, Dörfer, und echte Käffer, dann kannst du da nicht von Landflucht reden. Da muss man eh in die „Hauptstadt“ zum Einkaufen fahren. Dafür zieht keiner in die „Stadt“. In so Regionen fährst du eh wegen allem und jedem durch die Gegend. Da arbeiten doch auch nicht viele in dem 3,5k Seelenort, in dem sie leben, sondern Pendeln teils 50 km/Strecke zur Arbeit. Da wird man schon an irgend einem Supermarkt vorbei kommen, um 90% seiner Einkäufe erledigen zu können. Da überwiegt die Flexibilität gegenüber der Lieferung.

        • Wir MÜSSEN gar nichts!

      • „Gerade in der Stadt ist das politische Ziel möglichst wenig Autos zu haben und das kann man gut damit realisieren, indem Lebensmittel geliefert werden.“

        Das würde bedeuten, dass die Menschen, die sowieso mit dem Auto zur Arbeit fahren und auf dem Heimweg die Einkäufe erledigen, zukünftig ihren Arbeitsweg mit dem ÖPNV zurücklegen müssten, damit diese Rechnung aufginge und sich nur ansatzweise auf den Verkehr auswirken würde. Und dann hättest du ggf. mehr große Fahrzeuge auf den Straßen a la Eismann/Bofrost Liefer-Lkw.
        Meiner Ansicht nach ist das ein Angebot, was auf Grund des Prinzips eher an Menschen in Großstädten gerichtet ist, die sowieso kein Auto haben und deshalb auch größere Einkäufe leichter erledigen können. Was wiederum bedeutet, dass mehr statt weniger Fahrzeuge unterwegs wären.

        • Viele Menschen in Großstädten haben eben leider doch Autos. Da muss Autofahren unattraktiver werden durch hohe Parkgebühren etc. aber auch attraktive Alternativen geschaffen werden. Der Wocheneinkauf ist für viele Großstädter der Grund ein Auto zu haben oder dann eines zu leihen.

          • Ja eben. Sie haben Autos. Aus diversen Gründen. Der Einkauf wird nur einer von vielen sein. Und solange nicht für mindestens 50% der Gründe eine ähnlich flexible Alternative zur Verfügung steht, wird auch die Lieferung von Lebensmitteln nicht spürbar was am Verkehrsaufkommen ändern.

            PS: Ich komme aus einer Gegend, da gehörte es früher zum Service des kleinen Lebensmittelgeschäfts, dass man seine Einkäufe im Geschäft zusammentrug, bezahlte und später nach Hause geliefert bekam (Die Getränke wurden sogar tatsächlich bis vor vier, fünf Jahren immer noch ohne Aufpreis geliefert: Schwere Wasserkästen. Meist, aber nicht nur, an Senioren.). Auf dem Dorf. So neu ist das Konzept also nicht. Und jetzt fragen wir uns mal, warum das Konzept neu entdeckt worden sein will. Ach ja, auch der Bäcker liefert Samstags im Ort die Brötchen noch an die Haustür, wenn man den Tag vorher bestellt hat. Macht der Bäcker als letztes vor Feierabend.

          • Zuerst müssen mal echte Alternativen geschaffen werden, dann erübrigt sich das Auto Problem von ganz alleine.

            Die Leute legen sich ja kein Auto zu, und unterhalten es (was zusammengerechnet pro Monat ein teures Vergnügen ist) weil sie so gerne Geld verbrennen, sondern weil es für sie keine Alternative dazu gibt.

            • Viele machen es, weil es am bequemsten ist. In Deutschland sind wohl nur wenige Regionen völlig vom ÖPVN abgeschnitten, auch wenn es lange dauert und die Taktfrequenzen zu niedrig sind.

              • Du nennst doch gerade schon die Gründe weshalb (unter anderem) der ÖPVN eben keine Alternative darstellt und viele immer noch zwangsläufig auf ein Auto angewiesen sind, auch in Städten.

                • Naja, ich meinem Auto von irgendwelches Asis zusammengeschlagen zu werden ist wesentlich geringer als in der UBahn nachts zusammengewichst zu werden.
                  Auch vielleicht mal als Familienvater an die Zeitersparnis mit dem Auto denken (Stichwort: 40-Minuten-Taktung ÖPVN), jede Minuten mit den Kindern zählt da.
                  Es gibt viele gute Gründe nicht aufs Auto zu verzichten. Mal über den Tellerrand hinausblicken hilft da. Nicht alle haben die gleichen Lebensumstände wie der Barney. Übrigens: Wir haben 2 Autos weil es nicht anders geht.

  4. Das ist ja auch eher was für Leute, denen der Preis am Ende egal ist. Ich habe vor einigen Monaten versucht auf Online-Lieferung umzustellen, um mir den Wocheneinkauf am Samstag Vormittag sparen zu können. Alle hier in Hamburg verfügbaren Lieferdienste abgeklappert, kein einziger war in der Lage, mir mit einer Lieferung alles zu liefern, was ich haben wollte. Kein Einziger kam auch nur nahe an den Preis ran, den ich bei Selbsteinkauf an der Kasse zahle. Kein Einziger konnte mir eine Lieferung zu einem mir passenden Wunschtermin garantieren.
    Wobei eigentlich ja schon bei den Preisen alle raus waren… aber ich habe dennoch weiter geschaut, wäre ja bereit gewesen einen gewissen Betrag dafür auszugeben, mehr Freizeit zu bekommen, aber das ist schon unverschämt, was die aufrufen. Und dann noch Liefergebühren oben drauf, wenn man einen gewissen Wert nicht erreicht. Komplett irre, da ich hier mit 4-Köpfiger Familie Probleme hatte, den Mindestbestellwert zu erreichen, trotz der erhöhten Preise.
    Dass die Online-Shops der Anbieter allesamt irgendwo zwischen „Katastrophal“ und „Jämmerlich“ in ihrer Nutzbarkeit liegen, das gibt es als Sahnehäubchen obendrauf.
    Und wer dann noch immer nicht aufgegeben hat, dem wird sein Futter dann von einem Sklavenarbeiter gebracht, der davon träumt, eines Tages mal den Mindestlohn zu verdienen.
    Ja Geil, mehr davon!

  5. Ich schmeiss‘ mich gerade weg: Die Auslieferung frischer Lebensmittel ist ein komplexer Vorgang … soso …

    Auf der anderen Seite mischen grosse Logistiker (auch DHL sowie viele Politiker vor allem der SPD, der Grünen, der FDP) im Bereich „Arzneimittelversand“ mit, wo die Abläufe noch sehr viel komplexer sind.
    Insulin überlebt weder Temperaturen über 25 Grad noch unter 0 Grad. Und das haben wir in vielen Monaten des Jahres in den Lagerbereichen der Logistiker und in den Lieferautos.
    Die Lieferfahrzeuge der pharmazeutischen Grosshandlungen hingegen müssen ebenso klimatisiert sein wie die Warenlager von Apotheken, und die Pharmaindustrie beliefert Apotheken auch ganz bewusst mit einem speziellen Logistiker („ambient“).
    Nur die Versender (die ja überwiegend im Ausland angesiedelt sind) stellen sich dreist hin und blubbern, dass sie der Post alles in einwandfreiem Zustand übergeben.
    Dass die Zäpfchen im Sommer fröhlich im Päckchen vor sich hinschmelzen, bis sie beim Patienten sind … wenn juckt’s ???

    naja … vielleicht nimmt sich DHL ja auch mal den Arzneimittel-Versand vor und merkt, dass nicht alles so einfach ist, wie es auf den ersten Blick scheint …

    • Bei Docmorris wird auch mit Kühltransportern von trans-o-flex ausgeliefert.

      • @ chartmix 23.27: „auch trans-o-flex“. Klar wird damit geworben. Aber wie viele Sendungen werden wirklich über TOF abgewickelt ? TOF „kann“ B2C – ist aber nach wie vor Nische. Ich kenne stapelweise DocMorris-Päckchen, die im Juli im DHL-Wagen vor sich hinschmorten. Wie will denn auch ein Versender bei ein bisschen mehr als 6 Euro Ertrag an der Insulin-Packung ambient zahlen ???

    • DAS ist ja interessant mit dem Insulin. Bedeutet also, dass die normalen Menschen ohne Diabetis nur eine Körperkerntemperatur von 25 Grad Celsius haben, da ja sonst das Körper-eigene Insulin eh wirkungslos ist???

      Insulin sollte 40 Grad möglichst nicht übersteigen, da sich sonst die Aminosäuren zersetzen. …Deinem Körper würde es übrigens mit 40 Grad Körpertemperatur auch nicht sehr gut gehen.

      Die 25 Grad sind nur so von der Arzneimittelindustrie angegeben, damit Insulin auch über einen längeren Zeitraum von mehreren Monaten aufbewahrt und verwendet werden kann. Je höher die Lagertemperatur, desto kürzer die Verwendbarkeit.

      Dies nur kurz als Abriss zum eigentlichen Thema.

      • Sorry, da gehen jetzt einige Aspekte durcheinander.
        Das Insulin ist natürlich NICHT wirkungslos, wenn es in einen Körper gespritzt wird, der eine physiologische Temperatur hat. Die liegt übrigens mitnichten bei 25, sondern zwischen 36 und 37 Grad.
        Auch zersetzen sich nicht die Aminosäuren, sondern die 3D-Struktur des Insulin-Moleküls nimmt Schaden.
        Insulin verliert an Wirkung, je kälter (unter null) oder höher die Temperatur ist, der es über wenige Minuten hinaus ausgesetzt wird – und beim nicht geregelten Versand können das schon über mehrere Stunden Temperaturen weit über 40 Grad sein oder unter dem Gefrierpunkt.
        Und dann ist entweder das Insulin anders wirksam oder deutlich weniger lange haltbar. BEIDES kann für den gut eingestellten Diabetiker ein ernsthaftes gesundheitliches Problem werden. Da gibt es jahrelange Untersuchungen dazu.
        Ich erinnere mich noch an einen Fall, in dem ein Reimporteur von Arzneimitteln eine komplette Lieferung Insuline vernichten musste, weil während der Wartezeit an der Grenze aus Spanien raus die Kühlung des Transportes ausgefallen war. Thermolabilität von Arzneistoffen ist ein Thema, das bisher sträflich vernachlässigt wurde.

        Interessant – und so begann die Diskussion – ist, dass DHL bei Lebensmitteln von „Komplexizität“ spricht, Arzneimittel aber selber versendet.

  6. Was soll man denn der Umwelt zuliebe noch alles tun? Am besten in der eigenen Wohnung versauern und 24 Stunden am Tag auf irgendwelche Lieferdienste warten? Leute… es gibt auch noch ein Leben da draußen. Und zwar fernab von Bussen, Bahnen oder einem e-Scooter. Da kommt man nicht hin mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Und das ist gut so.

  7. Herr Hauser says:

    Hier denke ich mich wieder, so manche sollten doch auch das Internet verzichten oder so leben wie vor 200 Jahren.

    Kein Wunder das vieles in Deutschland nicht vorankommt bei den ewig-gestrigen und alles-verhinderer.

    • nachdenklich says:

      @ Herr Hauser: Was geht in jemandem vor, der aus den bisherigen Kommentaren so einen unsachlichen Schluss zieht ? Was ist daran „ewig-gestrig“ oder „alles-verhindernd“, wenn man sein Hirn einschaltet und hinterfragt, was heutzutage alles so gemacht wird ? Ist es ein „Vorankommen“, blindlings alles mitzumachen, was irgendwelche Geschäftemacher anbieten ?
      Ja, auch ich wundere mich manchmal, was alles ewig dauert, bis es in die Gänge kommt.
      Andererseits haben sich etliche „Schnellschüsse“ bereits als grausame Rohrkrepierer herausgestellt … das spricht dann doch dafür, gelegentlich mal zu reflektieren, ob alles „NEUE“ immer sinnvoll und zielführend ist.
      Um beim Versand zu bleiben: Zerstört sind bewährte Strukturen schnell. und wenn dann die Nachteile erkannt werden, ist das Gejammere groß.

  8. Ich brauche keine Lebensmittel-Lieferdienste. Meine Getränke kommen ohne Verpackung aus der Leitung und das bisschen Zeug, was ich daheim esse, kaufe ich auf dem Heimweg schnell ein.

    Ohnehin bin ich Lieferdienste leid. Irgendwo beim unbekannten Nachbarn zugestellt, nicht benachrichtigt, an der Haustür abgelegt oder auf irgendeinen Balkon geworfen – die finden ja offenbar nur noch Gehirnamputierte für diesen Job.

    Packstation ist auch nicht besser. Wenn voll, wird nicht die nächste genommen, sondern irgendeine auf dem Heimweg des Zustellers. 45 Minuten mit der Bahn entfernt. Hallo? Hole ich natürlich nicht ab. Neulich gab ein Zusteller bei mir auf der Post Pakete ab, deren Empfänger in einem ganz anderen Stadtbezirk wohnen. Auch sie mussten 40 Minuten pro Richtung durch Berlin mit der BVG fahren, um ihr schweres Paket zu holen. Der syrische Fahrer behauptete, das wurde ihm so vorgegeben, was die Postfrau klar verneinte. Er wollte sich einfach ne Fahrt ersparen, dieser Lump! Aber weil die Empfänger schon ne Benachrichtigungskarte mit dem entfernten Postamt im Briefkasten hatten, musste die Postfrau die Pakete annehmen und durfte sich dann von vielen Kunden die berechtigten Vorwürfe anhören.

    Ich lasse nur noch direkt an meine „Wunschfiliale“ liefern. Das erspart die Paketsucherei und lange Wege. Und Amazon kann nicht Hermes nehmen. DHL + Wunschfiliale ist inzwischen die letzte verbliebene zuverlässige Zustellvariante.

  9. Supermärkte gibt’s doch nun wirklich an (fast) jeder Ecke, die Ware anfassen/begutachten/auswählen oder sich inspirieren lassen ist gängige und versandkostenfreie Realität… wer will da auf einen Paketfahrer warten um Produkte mit unterbrochener Kühlkette oder ungewünschte Ersatz-Produkte zu erhalten.

    Für ältere Menschen oder Behinderte kann das trotzdem interessant sein, bei den Älteren könnte allerdings die Bestellung per Webshop eine nicht unbeträchtliche Hürde darstellen.

    Das nächste grosse Ding wird das, zumindest bei frischen Produkten, *imho* nie werden.

  10. Also ich weiß ja nicht – aber ich geh gerne einkaufen….
    Man entdeckt immer etwas neues, bekommt Anregungen für Gerichte etc.

    Scheinbar gehöre ich mit 30 schon zum alten Eisen

  11. Wer Lebensmittel über das Internet bestellt hat die Kontrolle über sein Leben komplett verloren. Ich will doch die Orangen, Bananen und Nackensteaks sehen bevor ich sie kaufe. Ich will doch keine verfettetes Steak haben und überlass das dem Praktikanten von REWE oder Amazon was ich esse. Werde nie verstehen wie Leuten Lebensmittel so unwichtig sein können.

    • GooglePayFan says:

      Es gibt Studien nachdem die bestellten Lebensmittel immerhin im Schnitt frischer ankommen, als das was man im Supermarkt zu kaufen bekommt…

  12. Verfettetes Knorpelfleisch und Druckstellen auf Äpfeln haben aber nicht unbedingt etwas mit Frische zu tun. Nee, lass mal, online bestellen gerne, aber niemals Lebensmittel.

  13. Ich mochte eine Bewertung bezuglich der Beschaftigung schreiben – Es gibt einen Arbeitsvertrag, punktliche monatliche Gehaltszahlung ohne Verzogerung, immer transparent. Bei „Airgate“ zu arbeiten, ist eine gro?artige Gelegenheit, von zu Hause aus zu arbeiten. Es gibt auch viele Kunden, die immer noch nicht mit „Airgate“ arbeiten, es gibt also immer Arbeit. Man kann sein Einkommen selbst beeinflussen.
    http://airgatecompany.net/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung. Mit dem Absenden willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.