Amazon Flex: Auslieferungsprogramm wird in Deutschland eingestellt

Im Jahr 2015 hat Amazon sein erstes Verteilzentrum in Olching bei München eröffnet. In den Staaten begann man 2015 bereits damit, Selbstständige zur Auslieferung von Paketen anzuheuern. Die mussten über ein eigenes Fahrzeug verfügen und ein Gewerbe nachweisen. Die Initiative hört auf den Namen Amazon Flex und ist im Jahr 2017 auch in Deutschland gestartet. Schnell war die Sache dann auch umstritten, denn es gibt die „klassischen Logistik-Probleme“. Jetzt ist Sense.

So wurde Amazon unterstellt, mit Amazon Flex Scheinselbstständigkeit zu fördern und die Fahrer auszubeuten. Man versprach 25 Euro Stundenlohn – mit vielen Haken. Etwa wurden der Anfahrtsweg zum Logistikzentrum und die Rückfahrt nach der letzten Auslieferung nicht eingerechnet. Auch war es praktisch kaum möglich, die 25 Euro pro Stunde zu erreichen, da die Angabe auf Schätzungen basierte. Fahrer konnten sich für Gebiete zur Auslieferung anmelden und einsehen, wie viele Stunden dafür als Arbeitszeit veranschlagt worden sind. Realistisch war dies dann wohl selten bis nie.

Bei der Etablierung von Flex, streute Amazon seine Pakete damals verteilt über sämtliche Dienstleister hinweg. Inzwischen hat man den eigenen Lieferdienst Amazon Delivery vorangebracht. Mittlerweile stemmt man ein Netz von 60 deutschen Verteilzentren. Amazon Flex stellt man nun, wohl sehr zur Überraschung vieler Fahrer, kurzfristig ein.

Den Amazon-Flex-Zustellern möchte man unter die Arme greifen, andere Einkommensquellen zu erschließen. Hier habe man neben eigenen Stellen bei Amazon beispielsweise andere Lieferunternehmen im Blick. Zudem liefert man eine „freiwillige Unterstützungszahlung“ für Zusteller, die in den letzten vier Monaten für Amazon Flex Pakete ausgeliefert haben.

Für den Endverbraucher habe diese Entscheidung keine Auswirkungen und so will Amazon auch künftig seine Lieferversprechen einhalten. Die, so Amazon „kleine Anzahl von Lieferungen“, von Amazon Flex wird entsprechend von bestehenden Verteilzentren und Strukturen mit übernommen.

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Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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17 Kommentare

  1. Ich habe mich seinerzeit dermaßen über die Amazon Serien (z.B. Rad der Zeit) aufgeregt, dass ich Prime habe auslaufen lassen. Und siehe da … seitdem bestelle ich dort kaum noch …. geht. Wer hätte das gedacht?

    Zum Thema, die Flex-Nummer war ne ziemlich linke Angelegenheit. Genaugenommen können die Fahrer/Fahrerinnen froh sein, wenn das Ganze nun den Bach heruntergeht, zumindest wenn sie dadurch nen anderen Job bekommen. Sozialversicherungspflichtig.

    • Thomas S. says:

      Den anderen Job hätten sie sich auch vorher schon suchen können, wenn sie gewollt hätten. Das hat nichts mit Amazon zu tun.

  2. Cloudworks says:

    In letzter Zeit sehe ich mit Sorge, daß viele der von mir bestellten Artikel nicht in eine DHL-Packstation geliefert werden können. Warum auch immer. Hineinpassen würden die Pakete. Amazon Delivery bringt mir nichts. Ich will die Sachen an eine Pack- und Abholstation liefern lassen. Nur ist das bei seltsamerweise vielen Artikeln bzw. deren Anbietern nicht (mehr) möglich. Ich frage mich, wieso?

    • Amazon hat seine eigenen Packstationen – sog. „Locker“. Die kannst du ja mal ausprobieren. Funktionieren genauso und gibt es immer mehr.

      • magdieseSeite says:

        Immer mehr?

        Bei uns waren 3. Die haben sie allesamt abgebaut.

        • Hier sprießen sie aus dem Boden. Vor allem bei Shell-Tanken.
          Die im Karstadt ist tatsächlich weg – weil Karstadt geschlossen wurde.
          In den News finde ich auch nur Meldungen in Richtung Wachstum.
          Allerdings ist Amz hier auf Mietverträge mit Immobilieneigentümern angewiesen, die sich evtl. mehr davon erhofft haben?
          Man bekommt 100€+MwSt und muss davon den Strom bezahlen. Da liegt der Vorteil dann meist wohl eher im Kunden-Lockvorteil…

    • Hast das Problem hatte ich noch nie. Hast du die Packstation auch korrekt als „Lieferstation“ aus der Amazon Liste ausgewählt oder einfach wie eine normale Adresse angegeben?

  3. Mir hat einer vom Amazon Lieferdienst in München ein großes Paket geöffnet, den Inhalt geklaut, und dann ins Kellergeschoss runtergeschmissen. Aber vermerkt er hätte es „im Briefkasten“ zugestellt. Laut Nuki wurde auch nachweislich nicht geklingelt …

    Seit dem bestelle ich nur noch an die Packstation oder DHL-Finale, um bloß nichts mit den Amazon-Dienstleistern zutun zu haben.

  4. Ich war sehr gerne Flex Fahrer. Für einen netten Nebenverdienst mit dem Auto, das ich sowieso finanziere. Natürlich ist es kritisch, dass einige Fahrer es auch als Ersatz für den sozialversicherungspflichtigen Job sahen. Für mich sind die „tollen“ Angebote von Amazon jedenfalls nix. Mich zum Mindestlohn (oder darunter) prekär bei einem der Sub-Sub-Subs anstellen lassen? Nein danke.
    Und ja – es kam sehr überraschend. Leider gab es auch schon in den letzten Monaten wenig zu tun, weshalb die Unterstützungszahlung zwar nett gemeint ist, bei den meisten aber deutlich weniger ist als ein typischer Monat (so wie es eigentlich klingt – „Verdienst von 4 Wochen als Schnitt der letzten 4 Monate“.

  5. Selbst mit 25 Euro Stundenlohn landet man als Selbstständer effektiv unter dem Mindestlohn wenn man seine Kosten, Abgaben und Steuern auch nur halbwegs realistisch berücksichtigt.

    • MarkusBez says:

      Nicht unbedingt. Ich stimme dir zu, dass das meistens so war. Aber mit einem alten Auto wie ich, als Student war das doch eine nette Verdienstmöglichkeit.
      Ich bin am Ende (nach 0,30€/km) bei durchschnittlich so 18€/Stunde rausgekommen. Und die Zeit für An- und Abfahrt sind da bereits dabei.

    • Das stimmt so nicht.
      Vorrausgesetzt man verdient diese 25€ „Vollzeit“ (also ca. 170 Stunden/Monat) , reicht das als selbständiger Fahrer vollkommen aus. Wenn man seine eigenen Fahrzeugkosten, etc. mit ca. 1000€ pro Monat anrechnet, bleiben einem nach Abzug von Steuern, etc. immer noch über 2000 Netto

  6. Der Bericht ist sehr an den Haaren herbei gezogen. Ich war seit August 2021 Flex Fahrer und die Touren waren mehr als fair. 4 Stunden Touren waren oft in zwei bis drei Stunden erledigt und man wurde voll bezahlt. Ich fuhr insgesamt in 6 Stationen in meinem Bundesland und nirgends gab es Probleme. Alles lief Fair ab.

    Es war ein super flexibler Job mit guter und immer pünktlicher Bezahlung. Da ich auch schon bei der Post gearbeitet habe, würde ich Flex immer der Post vorziehen.

    • @ Andy: Ich war selbst Flex-Fahrer und kann Deine Meinung teilen. Allerdings wurde das Angebot im Südwesten seit einem halben Jahr immer dünner und der Algorhythmus von Amazon bot mir immer wieder Touren an, für die ich zwei Stunden Fahrt und 150km einfache Strecke zur Anfahrt gehabt hätte (Bodensee-Stuttgart…). Die Dispo war eher dämlich. Trotzdem hat mir das Flex-Programm als Corona-Geschädigtem Soloselbständigen eine ganze Weile den Allerwertesten gerettet.

    • Ich kann nur bestätigen. War super job, mit sogar mehr als 25 Euro/Stunde.

      • Ich war auch Flex Fahrer und kann auch nur bestätigen das die Bezahlung immer Faier angelaufen ist. Die meisten Touren bei uns waren mit 3 Stunden angesetzt. In 90% der Fälle war ich nach 1,5-2 Stunden wieder bei mir Zuhause und habe Trotzdem immer 3 Stunden bekommen. Ich finde es sehr geschade, das Programm eingestellt wird. Mir hat das ausliefern immer sehr viel Freude gemacht. Achso und die App geht immer noch bis zum 31.07.2022.

  7. War auch sehr zufrieden mit der Arbeit.

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