Amazon Alexa antwortet möglicherweise bald auf eure Fragen mit Werbung

Amazon Alexa erhält laut Amazon neue Funktionen, die Unternehmen und Marken in die Hände spielen, bei Kunden aber auf ein geteiltes Echo stoßen könnten. So will man Herstellern die Möglichkeit geben, direkt auf Fragen zu antworten, was Alexa dann eben 1:1 wiedergeben würde. „Customers Ask Alexa“ nennt sich die Funktion, für die Marken ihre eigenen Antworten einreichen dürfen.

Die Anbieter dürfen dann etwa Fragen wie „Wie entferne ich Haustierhaare am besten von einem Teppich?“ selbst beantworten. Bisher lieferte Amazon Alexa auf solche Fragen allgemeine Antworten aus dem Web. Amazon erlaubt es jedoch bald den Marken, die im Amazon Brand Registry registriert sind, eigene Antworten einzustellen. Für die Anbieter wird das im Backend der Seller Central in einem dedizierten Bereich möglich sein. Starten soll die Funktion für Kunden in der Amazon-Suchleiste Ende 2022 und ab Mitte 2023 dann auch direkt über die Echo-Smart-Speaker.

Amazon gibt an, dass man die Antworten der Unternehmen und Marken im Hinblick auf die Qualität und Nützlichkeit prüfen werde, bevor man sie freischalte. Zudem werde man im Oktober 2022 zunächst nur mit explizit eingeladenen Partnern durchstarten – erstmal in den USA. Dennoch besteht da wohl ein großes Risiko, dass die Marken versuchen möglichst viele direkte Produktempfehlungen unterzubringen und die Antworten alles andere als objektiv ausfallen.

Beispielsweise ist kaum anzunehmen, dass Marken wie eufy, Jimmy oder Tineco euch raten, euren Boden mit Hausmittelchen zu reinigen, sondern euch wohl eher direkt oder indirekt ihre smarten Produkte nahelegen. Zumal Amazon mit „Accelerate, Tailored Audiences“ den Marken die Möglichkeit geben will, Marketing-E-Mails direkt an Kunden zu senden. Da sollte man aber mal abwarten, ob und wie das in der EU überhaupt umgesetzt werden darf. Hier haben wir ja (noch) einen etwas strengeren Datenschutz als in den USA.

Letzten Endes versucht Amazon hier das bisher wohl wenig erfolgreiche Voice-Shopping anzukurbeln und seine Beziehungen zu Marken zu intensivieren. Aus Kundensicht kann man das eher skeptisch beobachten.

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34 Kommentare

  1. Kompetente Antworten von kompetenter Stelle. Artikel wird dann auch sofort geliefert.
    Motto: Gefragt-Bestellt.

  2. „auf ein geteiltes Echo stoßen“
    – Bin gespannt, wann die ersten Nutzer ihren Echo wegen aufdringlicher Werbung entzwei teilen 🙂

    • Ich hab dem schon vorgegriffen – unbewußt allerdings – und alle Echos bei uns deaktiviert und stillgesetzt. Für das bischen Mehrwert müssen die nicht unnötig den Stromverbrauch hochtreiben.

      Mal sehen ob ich da noch ein paar Euro auf ner Aktuionsplattform für bekomme, wobeio sich der Aufwand dafür kaum lohnt, die vorletzte Generation wird da schon „neu“ verramscht. Bleibt der Container mit E-Schrott auf dem Werkstoffhof.

      • > Für das bischen Mehrwert müssen die nicht unnötig den Stromverbrauch hochtreiben.

        Ein Echo Dot hat im Standby einen Verbrauch von 1,75 Watt. Wenn man mal 40 Cent pro kWh ansetzt sind das in etwa 6 Euro pro Jahr. Ob man das jetzt „hochtreiben“ nennen muss, lasse ich mal dahingestell.

        Aber wenn man das Gerät wirklich garnicht nutzt, würde ich es auch nicht laufen lassen.

        • Bei 8 Geräte ( 2 große Echos davon ) summiert sich das aber schnell auf 70 Euro ( meine Rechnung aufgrund von Messung der Stromaufnahmen )
          Dafür nutze ich die zuwenig – Licht ein/ausschalten kann ich auch am Wandtaster und für die Musikbeschallung waren die dann doch zu schlecht.

      • Was für Geräte und Generationen hast du denn? wenn der preis stimmt nehme ich die bevor sie im Müll landen.

  3. Nutze die Dinger eh nur um Licht zu schalten, einen Wecker zu stellen und Musik abzuspielen. Alles andere ist für mich nur Murks und bietet mir keinen Mehrwert. Ich wüsste nicht weshalb ich mich mit einer ZI (Zero-Intelligence) unterhalten sollte.

  4. Amazon handelt wie ein Drogenhändler, völlig konsequent:
    – Verkaufe den Kunden was zum Spielen (zu günstigen Anfix-Preisen)
    – Gib ihnen regelmäßig Stoff (Skills, bezahlt durch persönliche Daten)
    – Wenn alle davon abhängig sind, strecke das Zeug für mehr Profit (bau Werbung ein und kassiere zweiseitig)
    Gut, dass ich das noch nie gebraucht habe, ich hab’s lieber old-school mit Knöpfen, Tasten und Bedienung per Hand, seien es Lichtschalter, Thermostate oder Musik.

    • Was für ein wirrer Vergleich. Fast so schlimm wie die „wenn das ein Auto wäre“ Stories.

      • Wieso? Er hat doch Recht! Mit freevee zB bezahlt ich jetzt für Werbung, die ich mir vorher nicht ansehen musste.

      • Auch nicht weniger wirr, als die ewigen Versuche den unmöglichen Druck eines(!) Knopfes aus purer Bequemlichkeit mit unverhältnismässigen Datenzugeständnissen zu rechtfertigen.

        Ich meine persönlich z.B. auch Geld zu sparen indem ich Fenster bei laufender Heizung nicht einfach stumpf aufreisse, statt mir Schnickschnackthermostate zu kaufen.

        Aber vielleicht bin ich auch nur (noch) beneidenswert in der Lage selbst zu entscheiden, bis mir jemand final alles haarklein vorprogrammieren muss, falls ich irgendwann die einfachsten Dinge nicht mehr hinbekomme.

        Alternativ entscheidet jeder weiter selbst über sein Geld und die Hemmschwelle zum Glücklichsein …

        • Nun, das finde ich zu plakativ und einseitig dargestellt. Nicht jeder der sowas nutzt ist gleich ein seelenloser Zombie der nicht fähig ist, einfachste Dinge zu tun.

          In meinem Familienkreis wird z. B. ein Echo genutzt um bei jemandem mit körperlicher und Sehbehinderung die Musik und das Licht per Sprache zu steuern und Heizkörperthermostate nutzen wir da um diesen schwierigen Handgriff zu umgehen … Ist das auch doof und neandertalermäßig?

          • Nein, ist es natürlich nicht; das habe ich damit auch in keinster Weise ausgedrückt.
            Das zielt primär darauf pure Bequemlichkeit zu verleugnen und mit vermeintlichen Vorteilen zu maskieren.
            Ich wage mal zu behaupten, daß das auf den von Dir angesprochenen Personenkreis einfach nicht zutrifft.

  5. Nachdem bei mir schon die Show-Geräte wegen zu viel Werbung auf dem Schirm rausgeflogen sind, trifft es wohl als nächstes die normalen Speaker. Schade, als Badradio (Nasse Finger) eigentlich ziemlich praktisch.

    • Hast Du den Artikel überhaupt gelesen? Es geht darum dass die Unternehmen von Produkten die Möglichkeit bekommen Antworten auf Fragen zu hinterlegen um z.B. ihre Mittelchen zu preisen. Wenn Du also im Bad ne Alexa kleben hast und dieser sagst sie soll doch bitte WDR2 oder was auch immer abspielen wird sich überhaupt nichts ändern.
      Es wird wieder so getan als wäre jetzt das Ende der Welt eingeläutet. Wieviele Fragen stellt ihr denn im Alltag an das recht dümmliche KI-System das euch jetzt da möglicherweise mit Werbung penetriert. Ich wette 95% aller Aktionen mit Alexa sind Begriffe die Aktionen triggern.

  6. Mir reicht schon wenn der HomePod sagt: „Diese Wettervorhersage wurde Ihnen präsentiert von AccuWeather“.

    • Im Netz findet sich nirgends ein Hinweis darauf, dass ein Homepod dies tatsächlich tut…

      • Tja, meiner tut das allerdings (wenn auch nicht immer). Dass sich dazu im Netz nichts findet, bedeutet ja nicht, dass dem nicht so ist. 😉

        • Weil es auch nicht AccuWeather sondern The Weather Channel ist. Zumindest hier. Was in dem Fall auch keine Werbung sondern eine Quellenangabe darstellt, ist auch in der App auf den Geräten so gekennzeichnet. Liegt vermutlich daran, das hier Varianzen auftreten können und es keine gesicherte Info darstellt. Anders zb, als wenn man nach nem Lied oder dem Sonnenuntergang fragt

    • Das kommt dann aber von der App AccuWeather..
      bei anderen Wetterapps passiert das nicht.

    • Ich hatte das so ähnlich zwar auch schon und wer kann schon sagen wie es immer und früher war, aber bei mir hat sie heute früh nach der Ansage „ich habe meine Daten von The Weather Channel“ gesagt und das war – meines Wissens – mit AccuWeather genauso (also nicht „präsentiert“). Das ist vermutlich auch keine Werbung sondern nur die Info wo die Daten her sind.

  7. Meiner ist auch längst stillgelegt. Genauso wie der HomePod Mini. Beide taugen maximal als Eieruhr – das geht aber auch günstiger und einfacher.

  8. Ich habe bereits den Stream Player deaktiviert weil immer Werbung kommt, als nächstes fliegen die Geräte raus die Werbung Spam. Ich lebe zu 100% werbefrei und dieses ist zu akzeptieren. Die spam/müllindustrie muss gestoppt werden. Als Alexa Ersatz habe ich jetzt für den Stream Player als Ersatz, einen DVB t2 Receiver , somit gucke ich wieder kostenlos und werbefrei meine Sendrr. ( Tagesschau24/phoenix)

    Selbst wenn man den Rechner habe ich acht adblocker, auch auf dem Smartphone bei mir kommt wirklich nichts mehr durch. Wenn Alexa jetzt damit anfängt, fliegt das Gerät raus. So wie wegen Werbung auch mein smart TV rausgeflogen ist.

    Bei uns ist werbespam freie Zone, das wird Konsequenz durchgesetzt.

    • Wirst du eigentlich von deinem Arbeitgeber bezahlt? Oder gibst du das Geld zurück? Deine erbrachte Leistung sollte ja dann auch auf freiwilliger Basis ohne Gegenleistung erfolgen, da du ja auch die Leistung anderer Menschen (hier zB: Anbieter von Inhalten auf Webseiten) als kostenloses gut und nicht Bezahlungswürdig einstufst. Dann steht dir im Gegenzug ja auch nichts zu.

      Nicht falsch verstehen, mich nervt Werbung auch. Aber man muss sich trotz allem bewusst machen, das die Leute, die Inhalte (wie Webseiten oder auch Podcasts (da stört es mich)) eben davon leben. Ohne Werbung (oder kostenpflichtiges Abbo) funktioniert das einfach nicht. Findet man es nicht gut, sollte man es nicht nutzen. Man steckt ja zB beim Bäcker auch nicht einfach ein paar Brötchen mehr mit ein oder geht ohne zu zahlen (ich zumindest nicht).

  9. Wenn Sie mit Werbung antwortet, dann schmeiße ich Sie in die Tonne..
    Genug mit der Werbung,überall

  10. Wird das dann auch auf z.B. Sonos-Lautsprechern kommen? Oder nur auf den Echos?

  11. https://github.com/MycroftAI/enclosure-picroft/

    Soll auch komplett Offline funktionieren können…

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