Aldi Talk: Gericht untersagt irreführende Werbe-Aussage

Aldi Talk, bzw. der Betreiber der Marke, die Medion AG, wurde vor Gericht abgewatscht. Das Unternehmen darf für den Prepaid-Basistarif der Marke Aldi Talk nicht mehr damit werben, dass kein Mindestumsatz erforderlich sei. Das hat das Landgericht Essen in einem noch nicht rechtskräftigen Urteil entschieden. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hatte kritisiert, die Werbeaussage treffe nicht zu und sei daher irreführend.

So werbe man für den „Basis-Prepaid-Tarif“von Aldi Talk mit der Behauptung „Kein Mindestumsatz“. Dieser Tarif ist dadurch gekennzeichnet, dass nach Aktivierung der SIM-Karte das Startguthaben zunächst innerhalb eines Aktivitätszeitfensters von zwölf Monaten genutzt werden kann. Nach Ablauf sind Kunden noch zwei Monate auf dem Handy erreichbar. Danach wird ihre SIM-Karte deaktiviert. Um weiter telefonieren zu können und erreichbar zu bleiben, müssen sie ihr Aktivitätszeitfenster verlängern, indem sie immer wieder neues Guthaben aufladen. Zahlen sie zum Beispiel den Mindestaufladebetrag von fünf Euro, verlängert sich das Zeitfenster um vier Monate. Danach ist eine erneute Aufladung nötig.

Das Landgericht Essen schloss sich der Auffassung des vzbv an, dass die Behauptung „Kein Mindestumsatz“ für Verbraucher irreführend ist.

In diesem Artikel sind Partner-Links enthalten, wir kennzeichnen ihn daher als Werbung. Durch einen Klick darauf ge­lan­gt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir ei­ne kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Neueste Beiträge

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

39 Kommentare

  1. Gute Sache! Wir haben so einen Prepaid-Vertrag für das Kindernotfalltelefon. Es ist echt ärgerlich, alle 4 Monate aufladen zu müssen. Ich gestehe, ich habe das schlampig recherchiert und nur oberflächlich gelesen bzw. bin halt reingefallen wie ein Anfänger ,-))

    Dabei ist nicht mal das Geld (15 Euro im Jahr), was mich reut, sondern, dass man das halt alle vier Monate auf’s neue machen muss & die Gefahr besteht, das zu vergessen und dann das Kind kein Telefon hat. Ich muss wohl auf die Suche nach einer Alternative gehen. Am liebsten einmal 50 EUR drauf und dann für 1-2 Jahre vergessen können.

    • Bei NETTO sind es jährlich 5€ (bei Online-Aufladung vllt sogar weniger).
      Wenn es doch ’nur‘ das Kindernotfalltelefon ist kann man ja die SIM-Karte bzw. den Anbieter wechseln.

      • Heutzutage ist ja auch ne Rufnummermitnahme recht schmerzlos und so weit ich mich erinnere kostenfrei, also spricht ja eigentlich kaum was dagegen, oder?

    • juliem@web.de says:

      Wenn ich es richtig im Kopf habe, bei Alditalk einfach zehn Euro aufladen und man hat ein Jahr ruhe oder Netzclub.net, discotel.de oder Simquadrat.de.

    • Beim Netzclub gibt es keinen Mindestumsatz.
      Tarife sind nur halt trotz der Werbefinanzierung einfach zu teuer.

      Dennoch habe ich noch eine aktive Karte, die ich vor ~ 2-3 Jahren das letzte Mal aufgeladen habe.

    • Sicher kannst Du das Prepaid-Guthaben auch per Banküberweisung aufladen?
      Einfach alle 4 Monate Dauerauftrag über 5 Euro an die Kinder-Prepaidkarte einrichten.

    • Für meine Bastelkarten habe ich mich für ein o2 Prepaidtarif entschieden, hier kann man alle 6 Monate mit einer einfachen 1 Cent Überweisung die Nutzungszeit verlängern. 🙂

      • Martin Deger says:

        Stimmt, so eine habe ich auch noch, eigentlich für SMS-TAN von Banken, die ich jetzt aber nicht mehr brauche. Jetzt aber wirklich schon einige Jahre nicht angeschaltet, aber immer weiter gezahlt. Muss mal probieren, ob die noch aktiv ist.

    • Bei PennyMobil wird die SIM-Karte nicht deaktiviert und das Guthaben verfällt nicht. Zudem gibt es eine kostenlose „Messenger-Option“. Für WhatsApp & Co. reicht das Schneckentempo von 32 kBit/s. Wenn man das Smartphone vorwiegend im WLAN betreibt, kann man kostenlos über eine App wie „satellite“ telefonieren.

    • Die einfachste Lösung ist eine Partnerkarte zu einem bestehenden Tarif zu Buchen. Das gibt es bei vielen Mobil- und sogar Festnetzprovidern. Kostet meistens nichts bzw. manchmal eine Einrichtungsgebühr und läuft solange wie der Hauptvertrag.
      Hatte bis vor kurzem noch 3 SIM Karten aus einem alten Alice-Festnetzvertrag für die Kinder. Keine Grundgebühr und Anrufe innerhalb des Netzes kostenlos – also Kind zu Eltern und umgekehrt für Lau. Es gab sogar 30MB Daten/ Monat kostenlos dazu, das reichte sogar für die eine Karte im GPS Tracker des Autos. Die Drillisch Töchter bieten ähnliches, da sie sich mehr Datenverbrauch durch die Partnerkarten erhoffen.

    • Es genügt vollkommen, einmal im Jahr 15 Euro aufzuladen – und man hat 12 Monate Ruhe.

    • therealThomas says:

      netzclub ist auch im o2 Netz und hat gar kein Ablaufdatum. Ich habe eine SIM, die ich noch nie aufgeladen habe, seit über 6 Jahren.
      Die haben iirc neben einigen kostenpflichtigen Tarifen auch einen einen 9 Cent Tarif und den bekannten 200MB werbefinanzierten Tarif (wo höchstens ein mal alle 2-3 Monate Werbung kommt).

  2. Und was ist mit der Werbeaussage „Keine Vertragsbindung“ bei Prepaidkarten? Das ist ja offensichtlich gelogen!

    • Jein, klar hast du eine vertragliche Bindung nach der gesetzlichen Definition für einen Vertrag. Aber da greift sicher das kollektive Verständnis eines solchen Ausdrucks und das ist eben „jederzeit kündbar“ sprich „keine Mindestlaufzeit“.

  3. Weiß jemand ob es Karten gibt, bei denen wirklich kein Mindestumsatz nötig ist? Ich suche nach so einer Karte bei der ich mich nicht permanent um das Aufladen um zu am Leben zu halten kümmern muss.

  4. Martin Deger says:

    Okay. Wichtiger fände ich die Masche, dass bei langen Verträgen mit der reduzierten Monatsgebühr geworben werden darf, zu verbieten:
    nur 9,99 Euro im Monat!*
    *in den ersten drei Monaten. Danach 49,99 Euro im Monat. 24 Monate Vertragslaufzeit.

    • Wiesenanwalt says:

      Ja vor allem wie hier des öfteren von Drillich und dem tanzenden Waschbären Tarif beworben wird.

      Da steht dann auch 10 GB für 8 Euro und nach 2 Jahren kostet es irgendwas mit 23 oder 40 Euro…..

      • Zumindest beim Waschbär gilt der Preis dauerhaft.

        Ansonsten nerven mich solche Lockvogelangebote aber auch.

      • Hä? Genau das ist doch bei Drillisch und Simon nicht der Fall. Dort hast du dauerhafte Preise.

        Mal abgesehen davon, dass ich diese Art Preisgestaltung mit reduzierter Gebühr in den ersten zwei Jahren nicht toll finde, aber mit den neuen Kündigungsregel ist das alles kein Drama mehr.

  5. wenn man 30 Euro auflädt, beträgt die Gültigkeit der Karte 2 Jahre.

  6. ALDI ist da aber nicht der einzige Anbieter wo man Regelmäßig Aufladen muss.
    Habe bei der Telekom auf meiner Telekom Xtra Card auch bereits über 120 Euro angesammelt.
    Alle 8 bis 10 Jahre lasse ich den Auslaufen und lasse mir das Geld wieder auf Girokonto auszahlen.
    Funktioniert Mittlerweise sogar ohne in den T-Shop laden an der Ecke zu gehen. Über ein PDF Formular.

    • Hast du nicht gelesen worum es geht? Es geht um die Werbeaussage die nicht den Tatsachen entspricht

      • Das ist mir klar, das es um die Werbeaussage geht.
        Aber es ändert nichts daran, das andere Anbieter auch ohne diese „Werbeaussage“ es genau so handhaben, zum Nachteil der Kunden!

        • Es hat aber NICHTS mit dem Urteil und der Sache zutun! Wie man das findet, das Anbieter diese Regel haben, ist doch ein ganz anderes Thema

  7. Besser wäre wenn die Verbraucherzentrale endlich den größten Onlinehändler in Deutschland mit seinen 60 Prozent Marktanteil abmahnt, weil dieser gängige Onlinezahlungsmittel wie Paypal blockiert.

    • Warum wird PayPal blockiert?

    • Und weshalb sollte die Verbraucherzentrale das tun? Paypal ist kein offizielles Zahlungsmittel, es ist ein Zahlungsdienstleister (wenn auch ein verbreiteter) unter vielen.
      Jeder Händler/Onlineshop kann in der Marktwirtschaft seine Partner und Zahlungsdienstleister frei wählen – wo also genau sollte ein Ansatzpunkt für die Verbraucherzentrale sein?

      • Weil wir das so wollen 😉
        Wenigstens giropay (oder wie das gleich wieder heißt) wäre cool. Da hat man mehr Kontrolle als wenn das Geld direkt vom Konto weggeht.

    • Auf einem Techblog PayPal zu bewerben ist aber schon starker Tobak.

    • Die Verbraucherzentrale kann nur bei einem Rechtsverstoß abmahnen, so wie hier im Artikel irreführende Werbeaussagen. Kein Paypal anzubieten ist nicht illegal, also wird das nichts mit der Abmahnung.

    • Martin Deger says:

      Ich sehe SEPA-Lastschrift, VISA Credit, VISA Debit, Mastercard Credit, Mastercard Debit und American Express. Scheint mir so zu sein, dass da für wirklich jeden etwas dabei ist (irgendwie muss Dein Geld ja auch auf Dein Paypal-Konto kommen).

  8. Ich frag mich warum Aldi damit wirbt. Ist das ein Trick um mehr Kunden zu bewegen die Karte zu kaufen und wenn die Kunden dann erstmal da sind, ist es einfacher sie zu einem Kauf zu bewegen weil wer kündigt schon seine Karte, oder?

    Genauso wie so manche Preiserhöhungen dazu genutzt werden die Leute immer mehr an Tarife heranzuführen, die am Ende mehr kosten. Aber gewisse Vorraussetzungen schon erfüllt sind, ist es später einfacher aus Unternehmenssicht gewisse Kennzahlen zu erreichen.

  9. es wäre schön zu lesen,
    das Aldi das Datenvolumen erhöht.

    Immer noch 3 Gbyte für 7.99 euro.

  10. Ihr habt Probleme. 😉
    Lebe seit 2008 in DE und am Anfang noch prepaid handy immer so 60 euro und die 750 MB in ein paar min weg, also 1 Monat mit 5 minuten email warten.
    Den telekom Abo dsl und handy bis jetzt.

  11. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht wo das Problem ist. Irreführende Werbung? Auf einmal wird so ein Drama draus gemacht? Es sind 15 Euro im Jahr. Ich finde z.B. Werbungen von angeblichen „Gratis Handys“ schlimmer. Und Jeder von uns dachte schonmal das die Dinger wirklich gratis sind.
    Oder sonstige Werbung, wie man sie in sozialen Medien findet. Falsche Spiele werden gezeigt und wenn man es installiert: Huch. Ist ja was vollkommen anderes.

    Also ich denke da geht man die Sache „richtige Werbung“ falsch an. Statt ein allgemeines gesetz draus zu machen wird hier nur Medion an den Pranger gestellt. Was nicht heißt das das richtig ist, aber man hätte es, finde ich, breiter Fächern müssen 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Es werden alle Kommentare moderiert. Lies auch bitte unsere Kommentarregeln:

Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen. Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte - gerne auch mit Humor.

Du willst nichts verpassen?

Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren.