AdGuard startet eigenen DNS-Dienst

DNS ist das Verzeichnis des Internets. Wenn man auf einen Link klickt, eine E-Mail sendet, eine mobile Anwendung öffnet, muss das Gerät oft als erstes die Adresse einer Domain nachschlagen. Es gibt zwei Seiten des DNS-Netzwerks: Authoritative (die Inhaltsseite) und Resolver (die Konsumentenseite).

Jede Domain benötigt einen autoritativen DNS-Provider. Auf der anderen Seite des DNS-Systems befinden sich Resolver. Jedes Gerät, das sich mit dem Internet verbindet, benötigt einen DNS-Resolver.

Standardmäßig werden diese Resolver automatisch von dem Netzwerk gesetzt, mit dem Nutzer sich verbinden. In den meisten Fällen schreibt der Provider den DNS vor, Rechner beziehen diesen dann ebenfalls automatisch.

Komplizierte Geschichte, mit der man als normaler Nutzer zum Glück nur wenig zu tun hat. Allerdings ist es so, dass es Provider gibt, die über den bereitgestellten DNS-Dienst Daten der Nutzer sammeln – nämlich welche Seiten diese besuchten. Des Weiteren kann das System zur Zensur genutzt werden, da Seiten gesperrt oder umgeleitet werden können. Passiert sogar hier in Deutschland, Vodafone blockt beispielsweise über DNS Webseiten.

Es gibt auch Anbieter, die kostenlos oder kostenpflichtig DNS-Dienste anbieten, sie versprechen entweder Zensurfreiheit, Geschwindigkeit oder Anonymität. Beispiele sind Cloudflares DNS 1.1.1.1 oder Googles 8.8.8.8. Auch AdGuard hat nun einen DNS-Dienst am Start, angeblich super sicher, Open Source und flott unterwegs. AdGuards Lösung unterstützt DNS-over-HTTPS als auch DNS-over-TLS.

Letzteres bedeutet, dass man deren Server auch unter Android Pie unter „Private DNS“ nutzen kann, Root, spezielle Apps oder andere Varianten über Pseudo-VPN entfallen somit (je nach System: Einstellungen ? Netzwerk & Internet ? Private DNS). Laut AdGuard blockt man so auch Tracker und Werbung, dies allerdings nicht In-App oder so. AdGuard bietet zwei Stufen an, einmal die normale Version und die verschärfte Familien-Variante.

Die letztgenannte Option blockiert Inhalte für Erwachsene und erzwingt die sichere Suche in Suchmaschinen zusätzlich zur Traffic-Filterung. Der DNS-Dienst ist kostenlos, laut Hersteller finanziert man sich weiter über die Werbeblocker-App.

Angaben des Herstellers:

176.103.130.130 or 176.103.130.131 for „Default“;

176.103.130.132 or 176.103.130.134 for „Family protection“.

DNS-over-TLS:

Use dns.adguard.com string for „Default“ or dns-family.adguard.com for „Family protection“.

DNS-over-HTTPS:

Use https://dns.adguard.com/dns-query for „Default“ and https://dns-family.adguard.com/dns-query for „Family protection“ mode.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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73 Kommentare

  1. Da muss man halt Vertrauen haben.
    Ich vertraue lieber PI-Hole auf einem Raspberry.

    • Den Ad-Guard DNS könntest Du auch lokal installieren. Allerding war der, als ich ihn mir vor einiger Zeit mal angesehen habe, noch weit hinter Pi-Hole zurück. Die von Ad-Guard betriebenen DNS gan es da auch schon im Betanetrieb. Located in Russland und schnarchlangsam.

      • Darum war es eine Beta. Inzwischen haben die Server in der ganzen Welt, u. a. in Frankfurt. Latenz ist fast so niedrig wie mit 8.8.8.8
        Ich gehöre aber auch nicht zu den Aluhüten. Ich finde es eher beruhigend, nicht den DNS meines Providers zu nutzen, damit der sämtliche Verkehrsdaten gebündelt hat. Meine IPv4/6 wechselt alle 24h, der Adguard DNS ist ohne Registrierung nutzbar. Das ist für mich ausreichend obscurity.

        • Welche Daten soll dein Provider denn zusätzlich erhalten, wenn du deren DNS benutzt, die nicht eh anderweitig anfallen? Mir fallen da kein Szenario ein, das entfernt realistisch ist.

    • Pi Hole + Raspberry Pi ist auch für mich die optimale Lösung. So wird das gesamte Heimnetzwerk gegen Werbung, Tracking und andere unnütze Anfragen geschützt. Im Übrigen gibt es viele alternative DNS-Anbieter, z.B. auch vom CCC.

      Btw., warum wird hier in diesem Block eigentlich nichts zum aktuellen CCC-Kongress gepostet?

    • 2. Versuch. Wird hier bei bestimmten Schlagwörtern zensiert?

      Ich kann auch Pi Hole + Raspberry Pi empfehlen. So wird das gesamte Heimnetzwerk vor unerwünschten DNS-Anfragen geschützt.

    • Richtig, ich auch. Aber natürlich braucht auch der pi.hole nen DNS-Server, oder besser mehrere.

      • Nicht unbedingt. Pi-hole arbeitet super mit Unbound zusammen und bekommt dann die DNS-Einträge von Unbound, welches sich mit den Root-DNS-Servern verbindet. Somit ist man, was DNS-Einträge angeht, so unabhängig wie nur möglich.

  2. Snakeoilseller says:

    Ohne gleich zum PiHole greifen zu müssen, kann man auch DNS von Dismail nutzen (https://dismail.de/info.html#dns). Performance ist – zumindest bei mir – im Vergleich zu anderen (z.B. Digitalcourage) schlechter, es werden aber eben auch ein paar Ad-Listen geprüft.

  3. „Allerdings ist es so, dass es Provider gibt, die über den bereitgestellten DNS-Dienst Daten der Nutzer sammeln“ – da gibt es noch andere Methoden, das Nutzerverhalten auszuwerten, egal welchen DNS man dann nutzt.

    • Natürlich, es wollen alle immer nur unser bestes, nämlich unsere Daten. Aber natürlich mache ich es denen so schwer wie möglich. Aber alles zu unterbinden kann man so gut wie nicht schaffen. Deswegen aber gleich auf alles zu verzichten ist, naja, nicht sehr schlau.

  4. Bei mir wird seit über 10 Jahre OpenDNS standardmäßig in der Fritzbox eingestellt, alles gut! Schnell und sicher! Daten sammeln tun sie alle…

  5. Wenn ich die Adressen verwende, erhalte ich als Antwort, dass ich laut Webseite http://www.whatsmydnsserver.com über OpenDNS auflösen lasse… Seltsam.

    • Vereinfacht gesagt ist das halt Pi Hole plus OpenDNS. Je nachdem wie die das aufgesetzt haben wird das von so einer Seite dann halt als OpenDNS detektiert.

  6. Mit dem Eintrag der Adguard DNS Server jagt man freiwillig ALLE DNS Requests, und damit alle Daten über das Surfverhalten, über russische Server und vetraut diese Daten einem russischen Unternehmen an. Man vetraut ausserdem darauf das dieses Unternehmen unverfälsche Antworten liefert. Jeder sollte sich klar darüber sein, dass der DNS Server entscheidet wo man letztlich landet, wenn man z.B. paypal.com eingibt. Ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen. Pihole mit lokalem Resolver ist hier vermutlich die bessere Lösung:

    https://docs.pi-hole.net/guides/unbound/

    Ansonsten DNS Server nutzen die Wert auf die Privatsphäre legen:

    https://www.ccc.de/censorship/dns-howto/

  7. Werd den jetzt mal testen, weil hab das Gefühl das die andern zwei hier genannten, doch zur Verzögerungen gegenüber VF DNS beitragen.. Aber der ist für mich keine Option. Am Handy nutze ich Orbot VPN mit Tor. gut bei Maps oder Here, oder Programmen wo man ja möchte das sein Standort an die App geteilt wird eben ausschalten oder die Apps nicht mit auf die Liste nehmen

    gut braucht bei mir so am Tag 10% Aku extra aber ich komme mit meinem Nokia 7plus locker über den Tag.

  8. Sorry, aber wo ist mein Posting gelandet?

    • Wenn du mehr als zwei Links im Kommentar hattest erfüllt es die Kriterien des Spamfilters und muss vom Caschy oder einem der etlichen Co-Autoren bestätigt werden, das funktioniert in der Regel recht schnell wenn man nicht direkt rumgetrollt hat. – Wenn du getrollt hast, dann ist es in der Regel unwiderruflich verschwunden und deine Zeit war sinnlos verbracht.

  9. Die beiden DNS-Server gibt es bei mir schon seit Längerem in Blokada zur Auswahl. So neu können die also nicht sein.

  10. Problematisch daran ist halt, dass Du dem Anbieter des DNS dann uneingeschränkt vertrauen musst. Selbst die DNS Auflösung für sicherheitskritische Anwendungen laufen dann über deren Server, und das ist mir persönlich dann doch zu unsicher.

    • Richtig! So muss du deinem Provider vertrauen… Ich nutze OpenDNS über DNSCrypt Protokoll, OpenDNS muss ich dennoch vertrauen… Irgendeinen Tod muss man sterben!..

      • Wobei mein Internet Provider deutlich vertrauenswürdiger ist als ein kleiner privater Anbieter im Ausland.

        • Naja speziell Adguard steht und fällt mit dem Vertrauen der Nutzer. Sollte da irgendwas ruchbar werden sind sie raus aus dem Geschäft. Auf Reddit hat vor Monaten ein User berichtet, dass der Sitz aus Russland weg verlegt wurde um das Vertrauen der Nutzer zu stärken, bin jetzt zu faul das zu verifizieren, wem das wichtig ist kann das ja übernehmen. Ich bin schon seit Jahren zahlender Adguard Kunde und habe ohne zu zögern auch den DNS eingerichtet. Wenn’s schief geht hab ich halt Pech gehabt, am Ende des Tages geht’s bei jedem Anbieter nur mit Vertrauen.

      • Wow.. du nutzt den NSA DNS Server statt den vom KGB.
        Es gibt bessere Alternativen die hier auch schon aufgeführt wurden.

  11. Komme über den A-H – Link auf diese Info. Im gen. Beitrag wurde auch über den Werbeprovider „schneevonmorgen.com“ berichtet… :-/
    Wenn ich diesen Werbeheinz blocke, komm ich nur mit erheblichen Verzögerungen (bis zu 2 Minuten) überhaupt hier auf den Blog.
    Wie „abhängig“ wir doch sind… von all den geschaffenen Strukturen des I-Net (und kriegen es zu 95 % und mehr noch nicht mal mehr mit).
    Trotzdem mal Danke für die Infos zu AdGuard!

  12. Also zumindest den DNS-Dienst über 176.103.130.130 or 176.103.130.131 bieten die schon ewig an und ist nicht neu.
    Problem sind neuerdings Apps bzw. Seiten wie Mydealz die über Refferals laufen.
    Kann man alles in der einer Whitelist eintragen und läuft trotzdem nicht, da direkt vom Server geblockt wird. Heißt man muss AdGuard dort immer deaktivieren um Seiten aufrufen zu können.
    Ansonsten läuft es ganz gut und filtert ca. 80 Prozent der Werbung raus.

  13. Nutze AdGuard DNS schon länger und bin damit bisher gut gefahren. Habe es direkt im Router hinterlegt, so dass alle Geräte zu Hause davon Profitieren können.
    Probleme oder Geschwindigkeitseinbußen konnte ich bisher nicht beobachten.
    Adguard nutze ich auch als Windows-Softwarelösung Browserübergreifend.

  14. Was macht ihr unterwegs ohne pi-hole?

    -AdGuard Pro ?
    -Disconnect Pro / Premium ?
    -VPN ins Heimnetzwerk?

  15. Was ist daran neu?
    Benutzen das hier schon ewig lange anstatt zu rooten auf unseren Android Geräten zum Werbung blocken, einfach einen lokalen vpn erstellen fertig!

    • Adguard ist nicht neu. DNS crypt bei Adguard ist nicht neu.

      Dagegen ist DNS-over-https/DNS-over-TLS bei Adguard neu (abgesehen vom Betastatus seit einer Weile)

      Und darum geht es hier.

  16. Ich verwende in Pi-hole meinen eigenen öffentlichen DNSCrypt DNS-Server (http://dnscrypt.me).

  17. Welchen DNS nutzt ihr denn in PI-Hole?

  18. Wolfgang Schmidt says:

    Hat AdGuard keine DNS Server für IPv6?

    • Doch, die ersten beiden sind die normalen Server. Das zweite Paar beinhaltet den „Familienfiter“ der auch den Besuch von explizierten Inhalten verhindern soll.

      2a00:5a60::ad1:0ff
      2a00:5a60::ad2:0ff
      und
      2a00:5a60::bad1:0ff
      2a00:5a60::bad2:0ff

      • was sind denn explizierte Inhalte ^^
        Explicit content heißt hierzulande schlicht „nicht jugendfrei“, bevor es da also Verwirrung gibt: das zweite IPv6 Adresspaar filtert nicht jugendfreie Seiten mit heraus, sofern sie dem Filter eben bekannt sind.

      • Wolfgang Schmidt says:

        Danke für die Info, werde ich gleich mal eintragen

  19. Direkt mal eingerichtet, macht das Surfen hier ohne Full Screen Werbung mobil viel erträglicher

  20. Ich [76] finde in meinem Moto X Play, Oreo, keine Einstellmöglichkeit für DNS. Wo???
    Für die Kommentare fehlt mir oft ausreichende Kenntnis/Verständnis, leider.
    Erbarmt sich jemand, das Thema für mich – bis Mai im Ausland; VPN zum heimischen Router eingerichtet + für Telefonate genutzt -umsetzbar runterzubrechen?

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