38 % der Deutschen beklagt laut Yougov häufig Internetprobleme

Laut einer Yougov-Umfrage im Auftrag der Verantwortlichen für den Frankfurter Internetknoten DE-CIX klagen ca. 38 % der Deutschen häufiger über Internetprobleme. „Häufiger“ soll hier „fast täglich“ bedeuten. Allerdings sind solche Meinungsumfragen immer mit extremer Vorsicht zu genießen, da sie höchst anfällig für Verfälschungen sind.

Nur acht Prozent der Befragten aus der Umfrage gaben jedenfalls an, so gut wie nie Beeinträchtigungen beim Internetzugang zu erfahren. Wenig überraschend: Wer das Internet am intensivsten nutzt, bekommt auch am ehesten mal die Probleme mit: also Berufstätige im Home-Office sowie junge Erwachsene. Klar, denn ist man unterwegs, merkt man es zwangsweise gar nicht, wenn daheim mal was im Argen liegt, was den Online-Zugang betrifft.

In Städten mit mehr als 100.000 Einwohner beschwerten sich mehr Nutzer über Einschränkungen bei der Geschwindigkeit als auf dem Land. Auch das überrascht bei genauerem Hinsehen keineswegs: Auf dem Land ist eventuell die durchschnittlich verfügbare Geschwindigkeit von vornherein niedriger, damit aber wohl auch die Erwartungshaltung. In Städten werden die Leitungen von mehr Haushalten angezapft und oft kommen die theoretisch gebotenen Geschwindigkeiten praktisch dann nicht an – ergo gibt es Enttäuschung.

Die Befragten schieben die Probleme wahlweise auf Netzüberlastungen (41 %), schlechten Netzausbau (32 %) oder mangelnde Bandbreite des Providers (19 %). 12 % sehen die Fehler bei den Content-Anbietern wie etwa Netflix. Nur 10 % führen ihre Probleme auf den eigenen Haushalt zurück, z. B. auf Probleme mit der eigenen Hardware wie älteren Smartphones oder auch Notebooks. Am häufigsten bemerkten die Befragten Schwierigkeiten in den Abendstunden, was nicht überrascht, da dann die Nutzung am größten sein dürfte.

35 % bemängelten da z. B. Stottern und Ruckeln bei Musik- und Videostreams. 21 % monieren aber auch am Abend Probleme im Home-Office, etwa bei Videokonferenzen. 18 % klagten aber selbst bei Anwendungen wie Online-Banking oder dem -Shopping über Querelen. Dabei seien die Beschwerden der Nutzer generell angestiegen.

Ermittelt wurden diese Daten durch eine Online-Umfrage von Yougov vom 25. bis 27. Mai 2022. Es haben 2.100 Menschen teilgenommen.

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18 Kommentare

  1. Christopher says:

    Ich scheine Glück gehabt zu haben. Habe seit ca. 15 Jahren Kabel-Internet über Unitymedia/Vodafone mit einer 1.000Mbit Leitung. Hatte nie eine größere Störung. Während der mittlerweile über 2 Jahre im Homeoffice war das Internet ein einziges Mal für ca. 5 Minuten weg. Sonst immer absolut stabil und zuverlässig, auch was die verfügbare Bandbreite angeht. Selbst zu Spitzenzeiten fällt die nie unter 930Mbit. Ich weiß aber, dass ich da offenbar eher die Ausnahme bin. Viele andere beim selben Provider haben teilweise massive Probleme. Ich nutze aber auch eine Fritzbox aus dem freien Handel, statt der Box von Vodafone. Die scheint auch für viele Probleme verantwortlich zu sein.

    • Falls deine Nachbarn mehr und mehr auch Vodafone buchen, sieht das plötzlich anders aus und der Speed fällt. Aber klar so lange es stabil läuft, ist es vom Preis her top.

      • das mag bei DOCSIS 3.0 so geweswen sein. Seit DOCSIS 3.1 ist das meiner persönlichen Erfahrung nach (und ich arbeite im Netzwerkbereich in der IT) ganz anders. Ich selbst habe in einer Großstadt, wo der Großteil der Nachbarn auf Kabel setzt, Kabel von Vodafone. Von meiner Gigabit-Leitung kommen immer, egal zu welcher Uhrzeit und Urlaubszeit, immer mindestens 980 MBit/s an. Upload mit 40 sowieso dauerhaft.

        Bitte nicht immer mit Pauschalaussagen um sich schmeißen die man mal so gehört hat. Erstmal vorher informieren 🙂

        • das habe ich nicht so gehört, sondern ist mir letztes Jahr genau so passiert. Eine Lösung gab es von Vodafone nicht. Ein Sonderkündigungsrecht wurde mir nach monatelangem hin und her eingeräumt. Für mich bleibt das ein Saftladen, aber nur zu. Ich gönne jedem den Spaß mit denen.

          Also bitte nicht immer mit Aussagen um sich schmeßen die man mal so gehört hat. Erstmal vorher informieren

        • Ich greife mal ein uns sage sogar, dass das mit DOCSIS 3.0, HFC und/oder FTTC bereits möglich ist. Man muss nicht unbedingt QAM4096 fahren, damit jeder seine Geschwindigkeit bekommt ;-).
          Das Thema ist halt, dass die CMTS entweder alt, leistungsschwach oder zu begrenzt sind bzw. dass zu lange Wege zwischen den Strecken- und/oder Linienverstärkern sind. Natürlich wird das erzeugte Grundrauschen dann auch irgendwann mitverstärkt und vom Nutzsignal bleibt nichts mehr übrig: Thema SNR/CER/MER. Dass manche Provider einfach denken, dass man mit zu geringer Bandbreite X Benutzer versorgen kann… ja, das gibt es leider auch.
          Dann geht eventuell an heißen Tagen noch irgendwo eine Muffe weiter auf als erwünscht: Thema erledigt. Modem im „Partial Mode“, Core muss dämpfen bis das Problem gelöst wird. Wir durften auch mal eine gegrillte Schlange aus einem Verteilerkasten entfernen bzw. Nagetiere, welche sich an den Leitungen gütlich zeigten und einnisteten.

          • GooglePayFan says:

            Für die Überlastungen von DOCSIS ist das Alter der CMTS, die Leitungslänge oder Qualität der Muffen in der Regel zu vernachlässigen.

            Zu 90% liegen solche Probleme einfach an der Überlastung, gerade in den Abendstunden, da Vodafone zu viele Kunden in ein Segment bucht, um teure Tiefbau bzw. Ausbaukosten zu sparen.

            Und das kann man auch ganz objektiv herausfinden, indem man einfach die Gesamtnutzung seines Segments misst.

        • GooglePayFan says:

          Nein, DOCSIS ist immer ein Shared Medium, ob da nun eine 3.0 oder eine 3.1 hinter steht. Du teilst dir eine definierte Bandbreite immer mit mehreren Leuten.
          Insofern hat bluecat mit der Aussage recht, dass die Geschwindigkeit je mehr Nutzer Vodafone buchen (und auch nutzen!) umso langsamer wird.

          Bei dir ist es einfach nur so, dass du entweder wenig Nachbarn im Segment hast oder diese das Internet nicht sehr stark nutzen. In anderen Städten mag das schon wieder ganz anders sein, auch mit DOCSIS 3.1

  2. „ Nur 10 % führen ihre Probleme auf den eigenen Haushalt zurück, z. B. auf Probleme mit der eigenen Hardware wie älteren Smartphones oder auch Notebooks“

    ich arbeite im technischen Support. Und nahezu 80 % der bei uns gemeldeten Reklamationen (Hardware Support, Distanz Handel) stellen sich als fehlerhafte Einstellungen und/oder falsche Handhabung heraus. Da kann man mal wieder sehen, wie Selbsteinschätzung und Realität auseinandergehen.

    • Ist quasi überall so wenn man bisschen Einblick hat. Die meisten Leute sind halt keine solchen Universalgenies wie sie denken. Was ja auch in Ordnung ist, wenn sie bereit wären die Probleme mal bei sich zu vermuten, was der Lösung auch näher käme.
      Die Probleme beginnen meist schon wenn der Nutzer anfängt den Router „mal richtig einzustellen“, Autokanal wird deaktiviert und Kanal 2 gewählt weil der so leer ist in der Übersicht. Und so geht’s dann weiter. Aber im Zweifelsfall ist halt der blöde Provider Schuld und hätte man nur Glasfaser dann wäre das ja alles gar kein Problem und Neuland!111

    • So sehe ich das auch und deckt sich absolut mit meiner Erfahrung.
      Wenn Leute in meinem Bekanntenkreis Probleme hatten, so war das Internet so gut wie nie das Problem, sondern einfach zu schlechtes WLAN, oft Repeater, die keinen oder nur minimalen Empfang haben („Aber ich habe ja am Endgerät sehr guten Empfang, 5 Balken“). Oder andere „Layer 8 Fehler“.
      Auch uralte Router, z.B. werden FRITZ!Boxen langsam, wenn das Netzteil defekt ist und nicht mehr volle Leistung liefern.
      Aber es ist immer das Internet schuld. Die Leute schreien dann am lautesten nach Glasfaser und sind ganz verwundert, wenn ich mit 50Mbit DSL mehr als zufrieden bin.

    • Auch schön ist es, wenn der Router im Sicherungskasten untergebracht wird und man sich dann wundert, dass Wlan nicht rund läuft … 😉 Manchmal fehlt aber auch in der Tat ein ganz grundsätzliches Verständnis für die Zusammenhänge. So wird „Internet“ oft gleichbedeutend mit „Wlan“ verwendet, obwohl das zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe sind.

    • Das war bei meinem letzten Vodafone-Anschluss auch so. Immer mal wieder hat sich das Internet aufgehängt, oft hat dann ein Router-Neustart geholfen. Nachdem ich dann die FritzBox einmal täglich über die zeitgeschaltete Steckdose vom Strom getrennt habe, hatte ich so gut wie nie mehr Probleme.

    • Rainbird-1 says:

      Da kann ich so nicht bestätigen. Meine bisherigen Provider egal ob DSL oder Kabel, schieben den Schwarzen Peter erst einmal dem Kunden zu! Mit eigener Hardware ist dies sowieso immer ein gern genommener Grund, wobei die Aussage oft meist nicht korrekt ist, denn bei mir war es ausschließlich immer die Versorgungsleitung und nicht meine Verkabelung! Es wird sich Seitens der völlig ahnungslosen Callcenter immer stur gestellt und bei Nachfragen zur DOCSIS Technik, merkt man schnell, dass hier meist völlig ahnungslose „Fragekataloge-Ableser“ sitzen.

      Das man hier als „Laie“ irgendwann nach dem zehnten ahnungslosen Mitarbeiter irgendwann aufgibt und das Ticket als „erledigt“ mit „Fehler in Kundenanlage“ schließt, mag zwar die eigenen internen Störungen „schönigen“ jedoch oft nicht den Tatsachen entsprechen!

  3. Der Rest hat nicht genug schnelles Internet um sich beschweren zu können

  4. Gummibando says:

    Bis letzten Herbst exakt so.

    DSL 50/10 mit etwa täglichem Re-Sync, und das auch nur so „gut“, weil in der FritzBox die DSL-Sync-Geschwindigkeit auf die Vertragsgeschwindigkeit herabgesetzt werden kann.
    Natürlich immer genau im ungünstigsten Moment 🙂

    Ein zu langes Kupferkabel ist auch mit Vectoring immer noch zu lang.

    Seit Herbst FTTH, bis auf einen angekündigten, nächtlichen Wartungs-Zeitraum absolut rock-solid.

  5. Bin auch seit 10 Jahren überwiegend bei Vodafone auf 3 Wohnungen in der gleichen Stadt. 95% bin ich sehr zufrieden.

    Wegen den anderen 5% habe ich eine Webcam auf den Router gerichtet und damit beweisen, dass der Router sich von Vodafone mehrmals neustartet. Auch gab es mal 5 Tage kein Internet, flächendeckend ein Ausfall, und obwohl wir im Urlaub waren, konnte ich das nachweisen. Da wurde auch nicht diskutiert So habe ich mehrmals 6 Monate keine Grundgebühr und auch mehrmals 80€ aus Kulanz erhalten.

    Die Videos hatte auch auf meinem VouTubeKanal. Einmal hatte ich sogar 15 Neustarts an nur einem Tag. Dann wieder 14 Tage alles perfekt. Ich hab sehr oft sehr gut, mich bereits vor diesen InternetAnbieterGesetzen erfolgreich durchgesetzt. 🙂

  6. Schwuppps says:

    Ich beklage, dass 38% der Deutschen Internetprobleme „beklagt“ anstatt beklagen 😉

  7. Weit über 50% dieser 38% kann doch WLAN gar nicht von Internet unterscheiden, geschweige denn WLAN Problem erkennen.

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