Zehn sehenswerte Anime-Serien bei Amazon Prime Video und Netflix

25. Juni 2017 Kategorie: Streaming, geschrieben von: André Westphal

Ich habe mich schon mehrere Male hier im Blog als Freund von Anime geoutet. Zwar bin ich kein Hardcore-Fan, der die neuesten Serien auf Japanisch mit deutschen Untertiteln schaut, kann aber einen Hayao Miyazaki von einem Makoto Shinkai unterscheiden. Deswegen hagelt es zum geruhsamen Sonntag für euch einmal zehn Anime-Tipps, die ihr bei Amazon Prime Video bzw. Netflix findet.

Auch wenn das Angebot bei Amazon und Netflix noch relativ beschränkt ist, weswegen die Fans unter euch z. B. eventuell Crunchyroll und Co. verwenden, gibt es mittlerweile tatsächlich einige Perlen bei den Streaming-Anbietern zu entdecken. Für diejenigen unter euch, die gar keine Ahnung von Anime haben: Die japanischen Filme und Serie basieren oft auf Mangas, also Comics, und decken einen bunten Strauß an Genres ab. So ist die Anzahl der Unterkategorien für einen Laien schier unendlich – von den an männliche Jugendliche gerichteten Shonen über Nischen wie den Magical-Girl-Bereich.

Auch Ecchi und Hentai sagen sicher einigen von euch etwas, das ist aber selbst mir als Geek zu abgedreht – auch wenn ich gegen etwas Fanservice, etwa im komplett überzogenen „Highschool of the Dead“, nichts habe. Die Anime aus meiner Liste sehe ich dabei größtenteils durchaus als guten Einstieg für Neulinge. Viele Klassiker und Juwelen findet ihr allerdings weder bei Netflix noch Amazon Prime. Solltet ihr also auf den Geschmack kommen, empfehle ich euch extrem die absurd-philosophische Science-Fiction-Parodie „Space Dandy“ oder das Tim-Burton-artige „Soul-Eater“. Doch legen wir nun mit den Serien los, die bei Amazon Prime Video und Netflix zu finden sind.

Kleiner Hinweis: Zu meinen Lieblings-Animationsserien zählen die stark von Anime beeinflussten „Avatar: The Last Airbender“ sowie „The Legend of Korra“. Beide sind aber streng genommen trotz ihrer offensichtlichen Einflüsse keine Anime, da sie in den USA produziert und größtenteils durch das Studio Mir in Südkorea animiert wurden. Beides sind fantastische, durchaus anspruchsvolle Serien für Jung und Alt, die ihr bei Amazon Prime Video findet. Sie hätten sich locker die Pole-Position gesichert, doch ich wollte bei der Liste nicht schummeln.

10. „Full Metal Panic!“ / „Full Metal Panic? Fumoffu“ (Amazon Prime Video)

„Full Metal Panic!“ mischt eine Slice-of-Life-Geschichte in der Schule mit Science-Fiction und Militär-Elementen. Klingt auf den ersten Blick seltsam, doch solche Stilmixe sind für viele Anime kennzeichnend. Hier wird der junge Soldat Sousuke Sagara an eine Schule versetzt, da er das Mädel Kaname Chidori vor Terroristen beschützen soll. Dabei entstehen hin und wieder eher absurde Situationen, da Sousuke von Kindesbeinen an im Militär agiert und somit in alltäglichen, sozialen Situationen oft aus dem Rahmen fällt.

Sozusagen als Ergänzung fungiert „Full Metal Panic? Fumoffu“. Hier geht es dann im Grunde ausschließlich um die Comedy-Elemente der Serie und es werden eher kleine Nebengeschichten dargeboten.

9. „Fullmetal Alchemist“ / „Fullmetal Alchemist: Brotherhood“ (Netflix)

Ähnlich wie bei einer späteren Platzierung mit einem gewissen Vampir, stehen auch in diesem Fall „Fullmetal Alchemist“ und „Fullmetal Alchemist: Brotherhood“ für zwei unterschiedliche Umsetzungen desselben Manga. Dabei liegt „Brotherhood“ aber deutlich näher an der Vorlage. Hier mischen sich Drama, Komödie und Fantasy sowie Steampunk zu einer netten Mischung, die aber eher leichte Unterhaltung darstellt.

8. „Durarara!!“ (Netflix)

Mikado Ryūgamine zieht auf Einladung seines alten Kindheitsfreundes Masaomi Kida in eine Großstadt: Ikebukuro. Dort stößt er auf ein reges Leben in der Unterwelt, zu dem auch eine kopflose Motorradfahrerin zählt. Jene arbeitet als Kurier für die zwielichtigeren Elemente der Stadt, verfolgt aber eigentlich ein eigenes Ziel.

Dabei gibt es in „Durarara!!“ gleich mehrere Protagonisten und jede Episode behandelt den Blickwinkel einer anderen Figur. Somit steht quasi die Stadt genau so im Vordergrund wie die Charaktere.

7. „Deadman Wonderland“ (Amazon Prime Video)

In „Deadman Wonderland“ wurde Tokyo von einer Katastrophe heimgesucht, welche die Stadt nicht vergessen kann. Zehn Jahre später wird die Klasse des Schülers Ganta von einem mysteriösen, roten Mann massakriert. Ganta wird die Schuld zugewiesen und er landet im Gefängnis namens Deadman Wonderland.

Dort spitzen sich dann die Ereignisse zu und nur so viel sei verraten: Hinter all den grausamen Ereignissen steckt mehr, als es den Anschein hatte.

6. „Assassination Classroom“ (Netflix)

Diese Serie zählt definitiv zu den seltsameren ihrer Art: Ein gelbes Tentakel-Alien will in einem Jahr die Erde zerstören. Solange gibt das mysteriöse, fast unverwundbare Wesen den Menschen Zeit es zu töten. Dabei übernimmt die Kreatur namens Koro-sensei in der Zwischenzeit den Unterricht in der japanischen Schulklasse 3-E an der Kunugigaoka-Mittelschule. Die Regierung wiederum setzt zehn Mrd. Yen als Belohnung für denjenigen aus, der das Alien zur Strecke bringt. Entsprechend starten die Schüler immer wieder Versuche ihren Lehrer umzubringen, welcher das zumeist amüsiert zur Kenntnis nimmt.

Die große Überraschung ist, dass Koro-sensei die Schüler individuell fördert und quasi zum perfekten Lehrer wird, mit dem sich die Schüler rasch anfreunden. Aus der absurden Situation wird somit ein unterhaltsamer Mix aus Slice of Life, Science Fiction und Komödie.

5. „Last Exile“ (Netflix)

„Last Exile“ spielt in einer Steampunk-Welt und erzählt in 26 Episoden die Geschichte zweier junger Nachrichtenkuriere, die sich in einer vom Krieg zerfressenen Welt plötzlich mit einer Aufgabe konfrontiert sehen, die ihre Fähigkeiten übersteigen könnte: Sie sollen ein junges Mädchen namens Alvin eskortieren und werden damit zur Zielscheibe.

„Last Exile“ wird euch gefallen, wenn ihr z. B. auch das Spiel „Valkyria Chronicles“ mochtet oder generell auf Steampunk und insbesondere Luftschiffe steht. Die Animationen des Studio Gonzo sind hervorragend und die Geschichte um die beiden jungen Piloten Claus und Lavie ist mit viel emotionaler Wärme erzählt. Somit ist „Last Exile“ definitiv einen Blick wert.

4. „Highschool of the Dead“ (Amazon Prime Video)

„Highschool of the Dead“ ist nichts für jedermann: Der Zombie-Anime ist nicht nur extrem blutig, sondern geizt auch alles andere als mit nackter Haut. Wenn die weiblichen Charaktere sich durch Horden von Untoten schnetzeln, wippt ihr Vorbau genau so wild umher wie die abgetrennten Gliedmaßen der Zombies.

Allerdings wird jedem Zuschauer schnell klar, dass der Humor entsprechend im Vordergrund steht: Aus dem Szenario, in dem unbedarfte Schüler und Lehrer sich in einer Zombie-Apokalypse in Japan über Wasser halten müssen, macht man im Wesentlichen eine Horror-Komödie, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Aber das ist auch gut so, denn als leichte Unterhaltung mit hohem Trash- und Spaßfaktor kann ich persönlich diese Serie nur sehr empfehlen. Für absolute Unbefleckte im Anime-Bereich würde ich „Highschool of the Dead“ aber nur zücken, wenn eine starke Affinität zu B-Movies besteht.

3. „Hellsing“ / „Hellsing Ultimate“ (Amazon Prime Video)

Der Vampir Alucard ballert sich durch die Weltgeschichte: Als Teil der geheimen Hellsing-Organisation hält er Nazis, künstliche Vampire und Zombies in Schach. Dabei sind sowohl die erste Anime-Umsetzung aus dem Jahr 2001 vom Studio Gonzo bei Amazon Prime Video zu finden als auch die neuere Variante, „Hellsing Ultimate“ die ab 2005 in mehreren OVAs erschien.

Beide Anime haben ihr Vorzüge und können durchaus nebeneinander stehen gelassen werden. So hält sich „Hellsing Ultimate“ deutlich näher an die Manga-Vorlage, dafür punktet „Hellsing“ mit dem wesentlich krachigeren Punk-Soundtrack. Wer den deutschen Dub genießt, darf sich freuen, denn in beiden Varianten sind größtenteils die selben Synchronsprecher am Werke. So wird Badass-Vampir Alucard von Torsten Münchow gesprochen, den ihr bestimmt als Stammstimme von Brendan Fraser kennt. „Hellsing“ und „Hellsing Ultimate“ sind besonders Horror- und Fantasy-Fans zu empfehlen. Dieser Anime ist aber absolut nichts für Kinder – viele der OVA sind entsprechend auch erst ab 18 Jahren freigegeben.

2. „Samurai Champloo“ (Amazon Prime Video)

„Samurai Champloo“ lief in Deutschland bei VOX und erlangte nicht zuletzt durch seine Synchronisation bei uns Bekanntheit: Im Gegensatz zu vielen anderen Anime, in denen eher B-Sprecher aktiv sind, wird hier etwa die Hauptrolle des Gesetzlosen Mugen von David Nathan (Stammsprecher von Johnny Depp und Christian Bale) vertont.

Die Serie mischt die japanische Edo-Zeit mit einem modernen Hip-Hop-Soundtrack und sehr viel visuellem Style, der sich etwa auch bei der urbanen Graffiti-Kultur bedient. Das Ergebnis kann man wohl nur als cool bezeichnen. Wie der nachfolgende Platz 1 ist „Samurai Champloo“ als Klassiker besonders für Anime-Neulinge empfehlenswert. Die Serie bietet beste Unterhaltung, die sich in der Darstellung der Charaktere und der gut erzählten Geschichte nicht nur mit den besten Anime, sondern auch westlichen Live-Action-Serien messen kann.

1. „Cowboy Bebop“ (Netflix)

In Deutschland wurde dieser Klassiker 2003 auf MTV ausgestrahlt. Die Serie stammt abermals von Shin’ichirō Watanabe, der auch federführend bei Klassikern wie eben „Samurai Champloo“ oder meinem geliebten „Space Dandy“ gewesen ist.

„Cowboy Bebop“ ist eine sehr erwachsene Anime-Serie, welche zwar meistens auch ein Augenzwinkern parat hat, aber durchaus komplexe Themen anschneidet. Speziell in den USA feierte die Serie enorme Erfolge und ist entscheidend dafür verantwortlich gewesen, dass Anime dort an Beliebtheit gewannen und verstärkt im Fernsehen gezeigt wurden.

Was die Serie ausmacht, sind die starken Charaktere, die eine recht familiäre Beziehung zueinander haben. Vor allem der Draufgänger Spike sammelt schnell Sympathien und ist ein Kopfgeldjäger mit weichem Kern. Dabei mischt die Serie nicht nur Western und Science-Fiction, sondern besticht durch die selbst heute noch toll wirkenden Animationen des Studios Sunrise sowie den ungewöhnlichen, jazzigen Soundtrack. Gerade für Neueinsteiger ist „Cowboy Bebop“ ein exzellentes Tor in die Welt der Anime. Klasse, dass die Serie mit allen 26 Episoden bei Netflix verfügbar ist.


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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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