USA: Echtzeit-Überwachung von Gmail durch das FBI

27. März 2013 Kategorie: Backup & Security, Google, Internet, geschrieben von: caschy

Schöne, neue Welt. Überwachung ist leider nichts Neues mehr. Skype kann belauscht werden; schon 2010 wurde bekannt, dass staatliche Stellen in Deutschland Skype abhören können wie das normale Telefon. Und E-Mail? Auch hier hat Deutschland etwas zu bieten, wie Wikipedia zu berichten weiss:

Gmail

Nach Telekommunikationsgesetz (TKG) § 110 und Telekommunikations-Überwachungsverordnung müssen seit dem Jahr 2005 alle Betreiber, die Telekommunikationsdienste für die Öffentlichkeit anbieten, d. h. in diesem Zusammenhang öffentliche E-Mail-Server betreiben, auf Anordnung eine E-Mail-Überwachung durchführen. Das passt natürlich alles gut in die Änderung des Telekommunikationsgesetzes.

Die Betroffenen dürfen natürlich nicht informiert werden. Logo. Und die USA? Die perfektionieren dies gerade, indem sie Echtzeit-Überwachung für Gmail, GTalk und Co fordern. Google selber kann daran nichts ändern, solange die Server auf US-amerikanischem Boden stehen. So muss Google dem FBI auf Anfrage die Möglichkeit eröffnen, einen Account in Echtzeit überwachen zu können. Da die Übermittlung der Daten vom Sender zu Google verschlüsselt geschieht, wird direkt bei Google mitgelauscht und nicht unterwegs.

Dies betrifft nicht nur GMail, sondern auch die weiteren Dienste wie Google Drive und Co, Priorität bekommt allerdings Gmail zugewiesen. Um der Datenflut Herr zu werden, werden wie bisher auch Schlüsselwörter gescannt.  Das Besondere ist natürlich nicht die generelle Überwachung, da diese durch den Electronic Communications Privacy Act eh schon gedeckelt ist, sondern die Echtzeit-Überwachung. Und nicht nur Google ist betroffen, sondern jegliche Art Daten, die in den USA befindlich ist. Im Interview ist zu lesen, dass man sogar Online-Spiele wie Scrabble überwachen wolle, da deren Chats für kriminelle Aktivitäten genutzt werden.

Wer jetzt mit der Meinung daherkommt, dass so etwas nicht schlimm ist, da er “ja nichts zu verbergen habe”, der darf sich mal ausmalen, was wohl passiert, wenn man unrechtmäßig in das Visier der Überwacher kommt. Ist sicherlich nicht witzig – und ich habe mir meine Hirse auch noch nicht durch Politik-Propaganda weichkochen lassen, dass so etwas in Ordnung ist. Und ihr solltet euch auch nicht weichkochen lassen. (via, via)


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63 Kommentare

lieferant 27. März 2013 um 14:04 Uhr

und was soll man dagegen machen? wenn irgendwer praktikable tipps hat, immer her damit!

Marco 27. März 2013 um 14:09 Uhr

Ich muss auch gestehen, dass bisher die Bequemlichkeit immer überwog bei mir. Aber so langsam kippt das Verhältnis zur Besorgnis.
Auch ich wäre dankbar für Tipps, wie man zum Beispiel einen eigenen E-mail Server kostengünstig in Betrieb nehmen kann.

jannewap 27. März 2013 um 14:09 Uhr

Lege Deine eigene Seite bei einem Hoster (möglichst nicht in den USA (vielleicht Nordkorea ;-)) an und packe einen E-Mail-Service drauf.

Basti 27. März 2013 um 14:10 Uhr

Verstehe nicht ganz, warum das (zu Beginn des Artikels und in der Überschrift) auf Gmail / Google reduziert wird?!
Sitzt der Stachel mit dem Reader-Fauxpas immer noch so tief?

tux. 27. März 2013 um 14:11 Uhr

ich habe mir meine Hirse auch noch nicht durch Politik-Propaganda weichkochen lassen, dass so etwas in Ordnung ist

Das heißt, du wirfst endlich deinen ekligen Google-Mail-Account weg? Du hast eine eigene Domain, du brauchst so einen Müll sowieso nicht.

Justus 27. März 2013 um 14:11 Uhr

@Basti Weil das FBI selber sagt, dass es sich jetzt auf die Liveüberwachung von Gmail freut und darum genau der Fokus auf Google liegt.

draftec 27. März 2013 um 14:11 Uhr

Wenn man seine Mails verschlüsselt, dürften sie es etwas schwerer haben, oder?

Mike 27. März 2013 um 14:13 Uhr

@lieferant,

1-X€/Monat in die Hand nehmen und sich seine eigene Lösung bauen, auf eigenem Webspace oder (V-)Server.

Gibt für so ziemlich jeden Task kostenfreie oder FOSS Programme, die halten sich an Standards und sind entsprechend kompatibel.

Klar, das ist nicht bequem, muß man sich ja drum kümmern, dafür hat man keine willkürlichen Limits und kann zumindest einem großteil der Überwachung/Targeting, etc entgehen.

JMK 27. März 2013 um 14:13 Uhr

keine US Dienste verwenden?

ulkfisch 27. März 2013 um 14:15 Uhr

Schöne neue Welt ist das falsche Buch ;)

Wie die neuen Medien (oder Telemedien in Beamtensprech) dazu missbraucht werden immer wieder Privatsphäre und /oder Briefgeheimnis aufzuweichen bleibt eine Face. Schlimm ist, dass zu viele dieser Überwachungen noch nicht einmal eine richterliche Anordnung von Nöten ist und wo eine solche von Nöten ist, diese nicht selten ohne die dafür nötige Sorgfalt ausgestellt wird.

Leider nichts dazu gelernt Deutschland. Das der Staat eingeschränkt wird beim Zugriff in die Privatsphäre hat einen guten Grund – Missbrauch von Überwachung stellt sich nämlich schleichend ein.

Mike 27. März 2013 um 14:17 Uhr

eMail bekommt man mit jeder billig-Domain, wenn man eine WebUI will, ist z.B. RoundCube ganz nice.

Für Kontakte/Kalender gibt’s zig freie Cal-/CardDAV-Server.
Für Chat gibt’s diverse Jabber/XMPP-Server oder IRC.
Für Dateien gibt’s ownCloud oder simpel (S)FTP.

Einziges richtiges Problem sind wahrscheinlich Kartenanwendungen, aber dafür braucht man bei Google keinen Account und die Konkurrenz von Nokia und MS muss sich nicht wirklich verstecken.

Für’s reine Suchen kann man DuckDuckGo verwenden oder baut sich mit Yacy gleich seine eigene Suchmaschine.

Was wichtiges vergessen?

insider 27. März 2013 um 14:18 Uhr

Würden sich die Kunden mehr beschweren und/oder abwenden, dann würden sich auch die Unternehmen mehr dagegen auflehnen da es ihre Existenz bedroht. Aber solange wir ja alle nichts zu verbergen haben außer unserer Faulheit …

dominik 27. März 2013 um 14:18 Uhr

Also spammen wir jetzt alle Emails mit sogenannten Schlüsselwörtern?
Wie kann man sich gegen sowas wehren? Meine gmail Adresse ist bei zig anderen Accounts in Verwendung, alle meine Kontakte wissen diese.
Das ist doch echt lächerlich…

Carlin 27. März 2013 um 14:18 Uhr

“… müssen seit dem Jahr 2005 alle Betreiber, die Telekommunikationsdienste für die Öffentlichkeit anbieten, d. h. in diesem Zusammenhang öffentliche E-Mail-Server betreiben, auf Anordnung eine E-Mail-Überwachung durchführen.”

–> Dann bringt mir der Mailserver auf dem gemieteten Webspace aber auch nix. Bleibt also doch nur der eigene Server im Keller. Bei einer ländlichen 368-kbit-Anbindung ans Daten”autobahn”netz.

Georg 27. März 2013 um 14:19 Uhr

@lieferant: Ein NAS zu Hause ist wohl die sicherste Lösung, alternativ geschlossene Hidden-Service-Systeme wie TOR, Freenet und I2P oder gleich Freifunk. Wirklich alltagstauglich ist aber nur ads NAS mMn, TOR vielleicht noch wenn man sehr viel Geduld hat. Freifunk ist noch Zukunftsmusik, von ein paar Pionierprojekten abgesehen.

@tux: Dann liegen die Mails eben irgendwo auf einem Server rum, und der Staat geht zum Hoster. Wenn der Hoster gleich selber Mailserver anbietet, greift wohl das Gesetz ebenfalls. Ich nutze auch meinen Hoster als Mailanbieter, vor dem Staat schützt das aber nicht. Google ist im Hinblick auf den dt. Staat nicht mehr oder weniger unsicher.

Mike 27. März 2013 um 14:20 Uhr

Edit, warum gibt’s hier immer noch keinen Edit…

Für kleines Geld einfach einen RaspberryPi gekauft und alles kritische/zu persönliche dadrauf, ev. bei Bedarf noch ne Platte dran. Gut, der Upload von daheim ist relativ bescheiden, aber wer unterwegs wichtige und wirklich große Files braucht, macht eh irgendwas falsch.

Tony 27. März 2013 um 14:20 Uhr

hinter meinen brieftauben waren letztens auch drohnen her…

tux. 27. März 2013 um 14:22 Uhr

@Georg: Alles, was du nicht selbst einsehen kannst, ist gefährlich. Einen eigenen Mailserver kannst du notfalls auch verschlüsselt betreiben.

Matze_B 27. März 2013 um 14:23 Uhr

Eigene Email-Server bringt nun aber auch nicht sonderlich viel: man kann sich natürlich immer nur selber Mails schicken …

GURU 27. März 2013 um 14:27 Uhr

die Weboberfläche “Communicator” von Strato ist sowas von 90er…da kann ich einfach nicht Nein sagen zu Gmail!

Stefan 27. März 2013 um 14:29 Uhr

Nutzer sollten in jeder Mail die indizierten Stichwörter nutzen :)

Alexander Gr. 27. März 2013 um 14:30 Uhr

War eine E-Mail jemals sicher? Wenn man nicht gerade PGP und co verwendet lisst sich eine e-Mail wie eine digitale Postkarte…..

Da muss ich nicht mal FBI Mitarbeiter sein….

friddes 27. März 2013 um 14:33 Uhr

Schon mal was von E-Mail-Verschlüsselung gehört (GnuPG/PGP)? Muss man eben wieder auf eine E-Mail-Client wie ThunderBird umsteigen. Was soll also das Lamentieren? Bequemlichkeit kostet nun einmal etwas (WebMail geht dann wohl nicht mehr).

Wixxer 27. März 2013 um 14:36 Uhr

Lol – soll man da “lachen oder leiden” …

den mehr kann man zu solchen überwachungsschwachsinigen Sachen nicht sagen: wer es schafft ein Flugzeug in einen Turm zu fliegen, der benutzt auch mindestens PGP für seine E-Mails .. und schon ist zappen duster mit der Überwachung! Und um Himmels willen, jetzt wird sogar ein harmloses Spiel ins Fadenkreuz gerückt. Es reichen wohl nicht mehr die Killerspiele…

Es wird leider nicht mehr überwacht – es wird immer nur mehr dumm Geld ausgegeben … und das sogar unverblümt: BER und S21 … und niemand wurde dafür erschossen!!!

Und das nennt sich Volksverdummung .. oder Inflation der Noten an den Schulen… oder glaubt hier einer, dass wir keine Hauptschule mehr brauchen ???

Hankost Bamber 27. März 2013 um 14:38 Uhr

Genau , einfach Content verschlüsseln wie ein VorPoster meinte , und liegen die Daten von Google Europa nicht in Irland ? Anyway die Deutsche Regierung bekommt so ne Echtzeitüberwachung auch hin

Nik 27. März 2013 um 14:41 Uhr

Es wurde eigentlich alles gesagt . . . ausser:

“Vertrauen ist besser als Kontrolle!”

Jetzt fangen wir auch langsam damit an, oder?!

werner67 27. März 2013 um 14:43 Uhr

Versucht mal, eine ganz normale Firma in den USA dazu zu bewegen, den E-Mail-Verkehr zu verschlüsseln – Das könnt ihr quantitativ vergessen. Wahrscheinlich sitzt denen schon FBI, NSA, Homeland Security und jede Menge Rechtsanwälte im Nacken.

Christoph B. 27. März 2013 um 14:43 Uhr

Wer hier ernsthaft vorschlägt einen eigenen Mailserver anzulegen…

Kann denn niemand mal 5 Meter weiter denken?
Am Ende des Tages steht ihr mit zig Leuten in Kontakt die womöglich auch bei Gmail sind. Davon muss man ja nicht mal was mitbekommen – Weiterleitungen machen es möglich.
Ich kenne einige kleinere Firmen von denen ich weiß, dass sie Google Apps nutzen und dazu günstig Weiterleitungen verwenden.

Letztendlich werden die auch andere Dienste überwachen, nützt also alles nix.

Genau so bescheuert wie Dropbox-artige Programme auf einem eigenen Server laufen zu lassen. Share dann mal einen Ordner mit irgendwelchen Kontakten von denen 90% nur Dropbox haben.

Das scheint eine ganz typische IT’ler Krankheit zu sein immer nur den eigenen Anwendungsbedarf zu sehen.

Tonymann 27. März 2013 um 14:47 Uhr

Das bescheuerte an der Geschichte: Wer der wirklich böses will ist so bescheuert und nutzt soetwas?

Die nutzen nen eigenen Verschlüsselten Server und legen die Daten dort ab, ohne das die verschickt werden. Oder nutzen zum Chattten nen eigenen IRC Server, bei dem man auch verschlüsselt schreiben kann…. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt.

Sowas bringt nichts, kostet aber viel Geld, nerven und Privatsphäre

Mike 27. März 2013 um 14:51 Uhr

@Christoph B,

mag sein, dafür ist deine Denke auch nicht besser. Das ganze “ich muß das machen, da sind ja auch alle anderen” hat uns doch erst die ganze Scheiße mit Skype, Fratzenbook, .doc/.xls, etc eingebrockt.

Wer raus will, muss halt mal den Arsch zusammenkneifen, man kann ja einfach anfangen, in dem man mehrere Identitäten nutzt.

Andreas 27. März 2013 um 15:05 Uhr

Uninteressant. Gmail verwende ich als reine Spamadresse. Alles Andere läuft verschlüsselt über deutsche Provider, deren Server auch hier beheimatet sind.

Marc 27. März 2013 um 15:06 Uhr

Also wenn man die slate-Quelle liest, dann heisst das wohl:
Das FBI möchte ein entsprechendes Gesetz zur Echtzeitüberwachung eines beliebigen Accounts haben.
Hier und heute gibt es diese Möglichkeit NICHT.
Einen Account nach Ansage gezielt zu überwachen, diese Möglichkeit gibt es wohl seit Ewigkeiten und in jedem Land.

Tom 27. März 2013 um 15:09 Uhr

Nehmen wir doch einfach eine gute alte Verschlüsselung.

Dürft ihr mal versuchen zu knacken:
JFOBOOOFWKMLKBKGWRX

Martin 27. März 2013 um 15:09 Uhr

Wie bei http://www.blogtogo.de/gesetze.....mment-4064 bereits beschrieben ist das Gesetzt erst geplant, “…Nun machen die USA gerade einen weiteren Schritt und planen eine Gesetzesänderung, …”. Die wurden doch schon öfters gekippt! Populismus!

r0m123 27. März 2013 um 15:15 Uhr

Auf TOR freut sich das FBI besonders :)

Christoph B. 27. März 2013 um 15:18 Uhr

@Mike

Sowas habe ich früher mal versucht, als ich noch mehr Zeit hatte, es hat nicht funktioniert. Ich habe mich bspw. locker ein Jahr gegen Whatsapp gewehrt – keine Chance.

Bezahlt mich schließlich auch keiner dafür Menschen zu bekehren andere Dienste zu nutzen. So gesehen – unser einer gehört natürlich dazu.

Und seit dem auch ältere Menschen und vor allem auch geschäftliche Kontakte auf FB zu finden sind – solchen Leuten kannst du nicht mal eben erzählen sie müssten nun aus irgendwelchen “komischen” Gründen irgendwohin wechseln.

friddes 27. März 2013 um 15:26 Uhr

Lesen: “OpenPGP – E-Mails verschlüsseln, damit sie keine Postkarten mehr sind” auf http://www.zeit.de.
Hier wird eine GMail-Adresse verschlüsselt bzw. die Einrichtung unter Ubuntu und Thunderbird beschrieben. Wer jetzt noch meckert, ist selber schuld.

UK 27. März 2013 um 15:44 Uhr

Der Telepolis-Artikel von 2006 ist für mich aktueller denn je:

http://www.heise.de/tp/artikel/23/23625/1.html

Markus 27. März 2013 um 15:52 Uhr

Dann wird bald auch Apples iCloud direkt zum FBI verdrahtet. Die sitzen schließlich auch in US of A. Und schwupps haben die Zugriff auf ALLE Fotos, Kontakte und wasweissichwas…

Tommy 27. März 2013 um 15:53 Uhr

“wenn irgendwer praktikable tipps hat, immer her damit!”

Bei einem Webhoster deiner Wahl für 4,90 Euro im Monat nen Webpack mieten, und den Mailverkehr über deine eigene Domain abwickeln. Dann bist du raus aus der Nummer.

ny alesund 27. März 2013 um 16:00 Uhr

wer nichts zu verbergen hat der hat auch nichts zu befürchten!

friddes 27. März 2013 um 16:02 Uhr

@UK: Danke für den Telepolis-Artikel.

Man sollte es wie in der guten alten (Schnecken-)Postzeit halten: Was öffentlich sein kann, schreibe ich auf eine Postkarte (WebMail, SmartPhone, etc.), was ich nur dem/den Empfängern mitteilen will, “tüte ich ein” (Briefumschlag, verschlüsselte E-Mail). Denken muss jeder für sich alleine, meckern kann jeder.

Benedikt 27. März 2013 um 16:09 Uhr

PGP und aus.

THO 27. März 2013 um 16:25 Uhr

Die einzige Lösung wäre das standardmäßige verschlüsseln von E-Mails und das entschlüsseln dann auf dem jeweiligen Endgerät.
Vorwiegend würde soetwas dann zum Beispiel mit einem Client wie Thunderbird gehen, aber ich würde behaupten, dass das sogar auch mit einer Browser-Erweiterung im “Web-Postfach” gehen müsste – solange die Programme dann halt nicht auch wieder funken …

Dann könnte jeder seine Adressen und sein Space und was auch immer behalten. Entweder dann die E-Mails lokal komplett entschlüsseln (oder NAS oder so) oder halt auf jedem Endgerät die Möglichkeit zur Entschlüsselung anbieten.

Bei einem Brief klebt man den ja schließlich auch zu. Nur am PC ist das leider noch nicht gegen die Faulheit durchzusetzen.

GURU 27. März 2013 um 16:26 Uhr

…wie ist das eigentlich wenn ich via GMAIL aber über eine andere Absender-Adresse (die vom deutschen Hoster) sende? geht das auch erst über die Google Server?

lieferant 27. März 2013 um 16:28 Uhr

sehen wirs mal so: man kann im alltag nicht wirklich seinen mailverkehr verschlüsseln. ich kommuniziere mit zig DAUs und duzendend Firmen. die haben weder die Zeit noch die Lust noch das Wissen Emails zu verschlüsseln.

Ist man dann noch unterwegs oder auf mehreren PCs den ganzen Tag über, dann fällt ein lokales Programm flach.

Einen eigenen Mailserver einrichten ist gut und schön. Sicherheit bzw. Softwarelücken etc. ist ein anderes Thema. Und solange mein Gegenüber überwacht wird, hat der Staat auch meine Mails im Klartext…

Verschlüsselt surfen über TOR ist wahnsinn und nur für Leute mit unendlich viel Zeit. Will mann VPN muss man für Anonymität und Speed mindestens 100 Euro im Monat rechnen. Neben der Internetgebühr. Ebenfalls Wahnsinn.

Meine Frage an Leute die sowas von Mail bis Surfen wirklich durchziehen: wie macht ihr das im Alltag? Was erlebt ihr dabei? Was kostet sowas? Das wär mal ein interessanter Artikel hier bei Caschy!

Norman 27. März 2013 um 16:33 Uhr

@friddes: Verschlüsselung ist schön und gut, aber lässt sich kaum praktisch umsetzen, außer man hat einen reinen IT´ler Freundeskreis, von Firmenmails fange ich gar nicht erst an. Ich werde schon für paranoid gehalten, weil mein Rechner verschlüsselt ist und es dürfte relativ schwierig sein allen Mailempfängern zu erklären wie sie auf ne PGP-Verschlüsselung umsteigen. Wie oben geschrieben “Ich hab ja nichts zu verbergen” sitzt leider viel zu tief und das Verständnis über die technischen Möglichkeiten passt leider bei den meisten in ein Schnapsglas.

Justus 27. März 2013 um 16:36 Uhr

Für jemand der kurzentschlossen schnell nen eigenen Mailserver aufmachen will hier ein kleiner Tipp für eine Automatisierung des ganzen inkl Webmail-Oberflache usw http://www.iredmail.org/
Darüber hinaus aber auch mit Absicherung des Servers beschäftigen! Man haftet mit für alles was mit dem eigenen gekaperten Server so angestellt wird!
erste Basisanlaufstelle: http://www.thefanclub.co.za/node/50

MIkeH 27. März 2013 um 16:37 Uhr

Wer meint, er könnte mit einer eigenen Domain / einem eigenen Webserver / einem Webserver im Ausland das Problem umgehen, hat es nicht verstanden. Der gesamte deutsche Internet-Verkehr wird bereits in Echtzeit von den USA mitgelesen. Dafür wurden extra entsprechende Einrichtungen auf deutschem Bodem gebaut.
Und da jeder hier zwangsläufig über einen deutschen Provider (Telekom etc.) ins Internet muss, kann sowohl sein Internetverkehr als auch Mails Kraft Gesetz von deutschen Behörden überwacht werden.
Dagegen hilft nur VPN mit Verschlüsselung (wenn man denn einen Auslandsdienst findet, der garantiert nichts weitergibt – aber wie das überprüfen?) und PGP-verschlüsselte Mails. So werden es alle Terroristen und Kriminellen machen, womit klar sein muss, dass es eben nicht um diese geht, sondern um den Normalbürger. Glaubt ihr echt, die Behörden suchen nach “Bombe”? Die suchen nach “Luxemburg”, “bar” oder “Aufruf & Demo”.

Cemo 27. März 2013 um 17:01 Uhr

HALLO!

Ist es möglich das Behörden bei Straftaten whatsapp überwachen? Der Server steht in den Staaten! Kommen die daran? Frage nur aus Interesse, da ich und ein Freund darüber gerätselt haben.

Christoph B. 27. März 2013 um 17:17 Uhr

@Tommy
Ja, wenn du dir immer nur selber schreibst, dann schon. Sonst eher nicht.

Toni 27. März 2013 um 17:18 Uhr

Wie wäre es mit Briefen zur schriftlichen Kommunikation?
Das funktioniert auch mit Firmen und Behörden und das Briefgeheimnis scheint mir schwerer zu umgehen (jedenfalls ohne Wissen des Verdächtigten) als bei Emails.
Auch Telefonate (innerhalb Deutschlands) würde ich als halbwegs sichere Alternative sehen, denn wirklich gut ist die Spracherkennung noch nicht und wenn man gezielt abgehört wird, dann hat man eh ein Problem.

Christoph B. 27. März 2013 um 17:23 Uhr

@lieferant
Das hast du sinnvoll zusammengefasst. Es ist einfach unwirtschaftlich.

r15ch13 27. März 2013 um 17:37 Uhr

Oder in Zukunft vielleicht auf sowas setzen? http://heise.de/-1830168

WsdV 27. März 2013 um 18:06 Uhr

War ja nicht vorherzusehen. In einer “Demokratie” passiert so etwas nicht, nur in Diktaturen. ;)

coriandreas 27. März 2013 um 18:18 Uhr

Jetzt brauch ich nur diesselbe Google-Mail-Technik mit farbigen Labeln usw. für ein Webhoster- oder Owncloud-Postfach. Gibts da was? Danke!

Dieter 27. März 2013 um 18:34 Uhr

machts wie ich, verschickt alles nur verschlüsselt. wie sagte mein vater schon 1968 zu mir:

sei vorsichtig, der staat bescheisst dich nur.. wie recht er hatte!

Alex 27. März 2013 um 18:57 Uhr

“hinter meinen brieftauben waren letztens auch drohnen her…”
@Tony: Der Kommentar des Tages! :D

Simon Lambrecht 27. März 2013 um 20:44 Uhr

Einzige Lösung ist, sich einen Mail-Server ins Haus zu holen und mit statischer IP ans Netz zu hängen. Irgendwelche Hoster und Mailanbieter sind doch auch in Deutschland neuerdings dazu verpflichtet, Passwörter etc. an Behörden zur Überwachung weiterzugeben!

Simon Lambrecht 27. März 2013 um 20:45 Uhr

Achja und natürlich zusätzlich mit Verschlüsselung zu arbeiten ;) Aber das wurde ja schon oft genug genannt :)

Mahal 29. März 2013 um 08:25 Uhr

In diesem Bolg wird Google und div. Google Anwendungen wie z.B. Androide, Google+, Google Maps, Chrome, Google Drive, Gmail etc. vielfach hoch gelobt. Viellicht sollte man mal darüber nachdenken das man nicht alle Produkte von Google benutzen sollte und so Google die Chance geben ein genaues Profil von von einem zu erstellen.

StefanP 30. Juni 2013 um 07:31 Uhr

Ich habe meinen eigenen VServer mit Standort Deutschland, um selbst die Kontrolle zu behalten. Allerdings erfordert das einen gewissen Administrationsaufwand. Ausserdem hat dieser Server einen leicht experimentellen Status.
Daher wuerde ich Mails gerne ohne Kopfschmerzen ueber einen professionellen Provider in Deutschland abwickeln.
Nun suche ich einen deutschen Mailprovider, der die Verwendung meiner eigenen Domain erlaubt, ohne diese dorthin umzuziehen. D.h. mein MX record wuerde einfach nur dorthin zeigen.
Gibt es einen deutschen Provider, der das anbietet? Bei Gmail geht das, soweit ich weiss. Die moechte ich aber vermeiden.
Hat jemand einen Tipp?


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