USA: Echtzeit-Überwachung von Gmail durch das FBI

27. März 2013 Kategorie: Backup & Security, Google, Internet

Schöne, neue Welt. Überwachung ist leider nichts Neues mehr. Skype kann belauscht werden; schon 2010 wurde bekannt, dass staatliche Stellen in Deutschland Skype abhören können wie das normale Telefon. Und E-Mail? Auch hier hat Deutschland etwas zu bieten, wie Wikipedia zu berichten weiss:

Gmail

Nach Telekommunikationsgesetz (TKG) § 110 und Telekommunikations-Überwachungsverordnung müssen seit dem Jahr 2005 alle Betreiber, die Telekommunikationsdienste für die Öffentlichkeit anbieten, d. h. in diesem Zusammenhang öffentliche E-Mail-Server betreiben, auf Anordnung eine E-Mail-Überwachung durchführen. Das passt natürlich alles gut in die Änderung des Telekommunikationsgesetzes.

Die Betroffenen dürfen natürlich nicht informiert werden. Logo. Und die USA? Die perfektionieren dies gerade, indem sie Echtzeit-Überwachung für Gmail, GTalk und Co fordern. Google selber kann daran nichts ändern, solange die Server auf US-amerikanischem Boden stehen. So muss Google dem FBI auf Anfrage die Möglichkeit eröffnen, einen Account in Echtzeit überwachen zu können. Da die Übermittlung der Daten vom Sender zu Google verschlüsselt geschieht, wird direkt bei Google mitgelauscht und nicht unterwegs.

Dies betrifft nicht nur GMail, sondern auch die weiteren Dienste wie Google Drive und Co, Priorität bekommt allerdings Gmail zugewiesen. Um der Datenflut Herr zu werden, werden wie bisher auch Schlüsselwörter gescannt.  Das Besondere ist natürlich nicht die generelle Überwachung, da diese durch den Electronic Communications Privacy Act eh schon gedeckelt ist, sondern die Echtzeit-Überwachung. Und nicht nur Google ist betroffen, sondern jegliche Art Daten, die in den USA befindlich ist. Im Interview ist zu lesen, dass man sogar Online-Spiele wie Scrabble überwachen wolle, da deren Chats für kriminelle Aktivitäten genutzt werden.

Wer jetzt mit der Meinung daherkommt, dass so etwas nicht schlimm ist, da er “ja nichts zu verbergen habe”, der darf sich mal ausmalen, was wohl passiert, wenn man unrechtmäßig in das Visier der Überwacher kommt. Ist sicherlich nicht witzig – und ich habe mir meine Hirse auch noch nicht durch Politik-Propaganda weichkochen lassen, dass so etwas in Ordnung ist. Und ihr solltet euch auch nicht weichkochen lassen. (via, via)

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Über den Autor: caschy

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