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Qualcomm SoCs und Modems unterstützen nun das Navigationssystem Galileo

22. Juni 2016 Kategorie: Hardware, Mobile, geschrieben von: André Westphal

qualcomm snapdragon chipDie Qualcomm Snapdragon (SoCs und Modems) unterstützen ab sofort das Navigationssystem Galileo. Es handelt sich hier um eine europäische Alternative bzw. Ergänzung zum russischen GLONASS, dem amerikanischen Navstar-GPS und dem chinesischen BeiBou. Die Snapdragon haben neben den genannten Systemen ohnehin bereits QZSS und SBAS unterstützt – Galileo gesellt sich nun hinzu. Damit bereitet sich Qualcomm auch auf die Integration des eCall-Systems in Fahrzeugen vor. Jenes Notrufsystem wird ab 2018 verpflichtend für alle Neuwagen innerhalb der EU sein.

Die satellitengestützte Positionsbestimmung über die Qualcomm IZat Location Services Platform berücksichtigt dann also nun auch Galileo. Dadurch erfolgt via IZat nun der Zugriff auf mehr als 80 Satelliten. Folgerichtig verspricht Qualcomm, dass Navigationssoftware und andere Anwendungen, die mit ortsbasierten Daten hantieren, nun noch zuverlässiger arbeiten können. Speziell in Großstädten soll sich die Erkennung dank Galileo potentiell deutlich präziser gestalten.

Wichtig ist Qualcomms Schritt vor allem, wie bereits erwähnt, für eCall. Neuwagen, die ab 2018 in der EU ausgeliefert werden, müssen die eCall-Funktion integrieren. eCall nutzt für sein Notrufsystem wiederum Galileo zur Positionsbestimmung. Als konkrete SoCs, die Galileo unterstützen, nennt Qualcomm bereits die Chips und Modems der Serien 800, 600 und 400. Über Software-Updates soll Galileo auf Endgeräten mit den Snapdragon 820, 652, 650, 625, 617 und 435 zur Verfügung stehen. Selbiges auch für Automobil-Lösungen mit dem Snapdragon 820A, für IoT-Lösungen mit den LTE-Modems Snapdragon X16, X12, X7 und X5 sowie die Modems Qualcomm Gobi 9×15 und MDM6x00. Laut Qualcomm sollen die  eigenen Partner ca. 200 IZat-Designs planen und damit von Qualcomms Galileo-Unterstützung profitieren. Die notwendige Software soll ab dem dritten Quartal 2016 zur Verfügung stehen.

Kritisch angemerkt sei zu eCall, dass das Notrufsystem wegen Datenschutzbedenken sehr in der Kritik steht. So wirft man der EU vor damit quasi die Infrastruktur für ein Überwachungssystem zu kreieren. Außerdem befürchten Skeptiker, dass die Hersteller die Technik auch für eigene Zwecke einsetzen könnten, wenn sie schon integriert werden muss, um Kundendaten auszuwerten.



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Über den Autor: André Westphal

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