Qualcomm SoCs und Modems unterstützen nun das Navigationssystem Galileo

qualcomm snapdragon chipDie Qualcomm Snapdragon (SoCs und Modems) unterstützen ab sofort das Navigationssystem Galileo. Es handelt sich hier um eine europäische Alternative bzw. Ergänzung zum russischen GLONASS, dem amerikanischen Navstar-GPS und dem chinesischen BeiBou. Die Snapdragon haben neben den genannten Systemen ohnehin bereits QZSS und SBAS unterstützt – Galileo gesellt sich nun hinzu. Damit bereitet sich Qualcomm auch auf die Integration des eCall-Systems in Fahrzeugen vor. Jenes Notrufsystem wird ab 2018 verpflichtend für alle Neuwagen innerhalb der EU sein.

Die satellitengestützte Positionsbestimmung über die Qualcomm IZat Location Services Platform berücksichtigt dann also nun auch Galileo. Dadurch erfolgt via IZat nun der Zugriff auf mehr als 80 Satelliten. Folgerichtig verspricht Qualcomm, dass Navigationssoftware und andere Anwendungen, die mit ortsbasierten Daten hantieren, nun noch zuverlässiger arbeiten können. Speziell in Großstädten soll sich die Erkennung dank Galileo potentiell deutlich präziser gestalten.

Wichtig ist Qualcomms Schritt vor allem, wie bereits erwähnt, für eCall. Neuwagen, die ab 2018 in der EU ausgeliefert werden, müssen die eCall-Funktion integrieren. eCall nutzt für sein Notrufsystem wiederum Galileo zur Positionsbestimmung. Als konkrete SoCs, die Galileo unterstützen, nennt Qualcomm bereits die Chips und Modems der Serien 800, 600 und 400. Über Software-Updates soll Galileo auf Endgeräten mit den Snapdragon 820, 652, 650, 625, 617 und 435 zur Verfügung stehen. Selbiges auch für Automobil-Lösungen mit dem Snapdragon 820A, für IoT-Lösungen mit den LTE-Modems Snapdragon X16, X12, X7 und X5 sowie die Modems Qualcomm Gobi 9×15 und MDM6x00. Laut Qualcomm sollen die  eigenen Partner ca. 200 IZat-Designs planen und damit von Qualcomms Galileo-Unterstützung profitieren. Die notwendige Software soll ab dem dritten Quartal 2016 zur Verfügung stehen.

Kritisch angemerkt sei zu eCall, dass das Notrufsystem wegen Datenschutzbedenken sehr in der Kritik steht. So wirft man der EU vor damit quasi die Infrastruktur für ein Überwachungssystem zu kreieren. Außerdem befürchten Skeptiker, dass die Hersteller die Technik auch für eigene Zwecke einsetzen könnten, wenn sie schon integriert werden muss, um Kundendaten auszuwerten.

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8 Kommentare

  1. Sind die Galileo-Satelliten denn schon komplett?

  2. Dachte Galileo ist navstar kompatibel damit die Amis uns lahmlegen können?
    Wozu dann Updates?

  3. Wolfgang Denda says:

    Das System Galileo soll nach zuerst 2008, jetzt 2020 in den Vollbetrieb gehen. Vermutlich wird es aber erst ungefähr ein Jahr nach Inbetriebnahme des Flughafens B/B so weit sein.

  4. @walter
    der hauptgrund für galileo ist ja, dass wir uns unabhängig von gps machen. satilitenüberwachung und navigation wird ein bedeutender wirtschaftsfaktor sein in zukunft, da wäre es blöd nur von gps anhängig zu sein, welches zu krisenzeiten auch gerne mal vom us-militär gestört werden kann.

  5. Christian says:

    @ho: Galileo ist ebenfalls GPS.

    „Witzig“ an eCall ist ja daß es von Anfang an als Müll geplant ist.
    Wenn man mit dem Wagen verunglückt und dort das eigene Netz nicht zu Verfügung steht (oder wie in letzter Zeit häufiger, für Stunden ausgefallen ist), dann kann das System zwar über ein fremdes Netz den Notruf absetzen, aber nicht die Position übermitteln.

  6. Was heißt „krisenzeiten auch gerne mal vom us-militär gestört werden kann.“?

    GPS ist eigentlich rein militärisch und nur ein kleiner Bruchteil der Leistung wurde für den zivilen Sektor freigegeben. Dein „stören“ ist nichts anderes wie dass das Militär das Recht hat, die freigegeben Ressourcen sich im Falle eines Falles für Ihre Belange wiederzuholen.

    Das man damit natürlich auch die Möglichkeit hat dann sämtliche Geräte lam zulegen ist eher sekundär.

  7. ^ Ist auch nur die halbe Wahrheit. Bei GPS war die Störung von vornherein eingebaut. Der USA freundlich gesinnte Nationen konnten es einsetzen. Dafür brauchte man aber einen Schlüssel.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Global_Positioning_System#Selective_Availability
    Oder einen exakt positionierten Sender auf dem Boden um die Störungen herauszurechnen — DGPS — steht gleich darunter.
    Das war der eigentliche Grund warum nationale Initiativen wie GLONASS oder Galileo auf dem Weg gebracht wurden. Die USA haben danach angekündigt auf die Störung zu verzichten. Lokale GPS Jammer einzusetzen.

  8. upps, bin auf den Sende-Button gekommen.

    Lokale GPS Jammer einzusetzen ist auch noch ne Möglichkeit und die wird vom Militär auch eingesetzt. Ich denke das meint er.