Project Abacus: Google will Passwörter (wieder einmal) überflüssig machen

31. Mai 2015 Kategorie: Google, geschrieben von:

Passwörter überflüssig machen, das hören wir seit ein paar Jahren. Biometrische Abfragen sollen einer der Schlüssel sein, Googles Ansatz mit Project Abacus geht aber einen großen Schritt weiter. Google ATAP gab auf der I/O eine Demonstration, wie das Ganze einmal aussehen wird. Für die Identifizierung des Nutzers wird einfach sein Verhalten herangezogen. Keine Notwendigkeit für ein Passwort oder einen Fingerabdruck, man muss ein Gerät einfach benutzen, um sich zu identifizieren.

Abacus

Während es technisch durchaus beeindruckend ist, dass Google in der Lage ist, den Nutzer an seinem Verhalten im Umgang mit einem Gerät zu erkennen, ist es gleichermaßen beunruhigend. Um den Nutzer erkennen zu können, muss Google vieles über diesen wissen – zu viel? Dazu muss man wissen, wie Abacus funktioniert. In einem Versuch zusammen mit 33 Universitäten wurden 40 TB Daten genutzt, um das Ganze zu verwirklichen.

Daten, das ist das große Stichwort. Abacus will alles wissen, beobachtet den Nutzer in jeglichem Verhalten und lernt somit, wer da vor einer Maschine sitzt. Aufgerufene Webseiten, genutzte Apps, welche Wörter verwendet der Nutzer, wie wendet er sie an, all dies fließt in die Erkennungsberechnung mit ein. Der Nutzer muss gläsern sein, damit dies funktionieren kann. Komponenten wie Gesichts- oder Spracherkennung? Nur ein Teil des Ganzen.

Möchte man ein solches System, das an Bequemlichkeit und Sicherheit schwer zu überbieten sein wird? Ich nicht. Google weiß schon heute verdammt viel über seine Nutzer, mehr als den meisten von ihnen vermutlich bewusst ist. Diese massig gesammelten Daten sind ein Stück jeder Person, so persönlich, dass sie eigentlich niemanden etwas angehen. Aus den Daten lässt sich eine Person quasi nachbilden, wenn man alle Verhaltensmuster an Google weitergibt.

Interessant ist das Ganze natürlich schon, zumal das System so arbeitet, dass es sofort erkennt, wenn jemand anderes ein Gerät bedient und dann entsprechend in Echtzeit reagieren kann und zum Beispiel den Zugang zu Apps auf einem Smartphone unterbindet. Die Kombination verschiedener Erkennungsmerkmale ist logischerweise auch sicherer als sich nur auf einen Fingerabdruck zu verlassen, den man relativ einfach nachmachen kann. oder nur auf die Gesichtserkennung, die ebenfalls anfällig für Überlistungen ist. Dennoch sollten bei solchen Systemen immer die Alarmglocken läuten, wenn man praktisch jedes Stück Privatsphäre für so etwas aufgibt.

(Quelle: Android Central)

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Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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