Nokia 6: Mein erster Eindruck

22. Juli 2017 Kategorie: Hardware, Mobile, geschrieben von: caschy

Seit ein paar Tagen habe ich das neue Nokia 6 in der Mangel. Wir erinnern uns: Nokia hat drei neue Android-Smartphones, namentlich Nokia 3, Nokia 5 und Nokia 6. Das Nokia 6 ist das derzeit „größte“ Modell in Sachen Ausstattung, wobei wir sicher alle mitbekommen haben, dass mit dem Nokia 8 noch ein Flaggschiff folgen soll. Das Nokia 6 ist im Günstig-Segment angesiedelt, 249 Euro bezahlt man momentan auf dem deutschen Markt dafür. Was man für diese 249 Euro bekommt, zeigt eine Übersicht über die technischen Spezifikationen:

Auszug technische Daten Nokia 6
Display: 5,5 Zoll IPS, 1920x1080p, 16:9, 403 ppi, Gorilla Glass, 450 nits Helligkeit
Abmessungen und Gewicht: 154 x 75.8 x 7,85 mm (8,4mm  mit Kamera-Buckel), Gewicht: tba
Speicher: 32 GB, erweiterbar mit microSD um weitere 128 GB
Prozessor: Qualcomm Snapdragon 430
Arbeitsspeicher: 3 GB LPPDDR 3
Kamera: 16MP PDAF, 1.0um, f/2, dual tone flash
Audio: Dual Speakers with Smart Amplifier (TFA9891) with Dolby Atmos
Front-Kamera: 8MP AF, 1.12um, f/2, FOV 84˚ Weitwinkel
Akku: 3.000 mAh
Betriebssystem: Android 7.1.1 Nougat
SIM-Karte: Nano-SIM (gibt SIM und DUAL-SIM)
Weiteres: Micro USB (USB 2.0), OTG, 3,5mm Klinke, ADJ Ambient light sensor, Proximity sensor, Accelerometer, E-compass, Gyroscope, Hall sensor, Fingerprint Sensor, NFC (sharing), Wi-Fi 802.11 a/b/g/n (5 GHz auch!), BT 4.1, GPS/AGPS+GLONASS+BDS, FM/RDS, ANT+, FM/RDS

Erst einmal als Reinholer: Das „alte“ Nokia hat nichts mit diesen Geräten zu tun. Hinter dem Smartphone-Namen Nokia steht HMD Global. Diese eigenständige Firma bezahlt für die Nutzung des Markennamens.

Die ersten Tage möchte ich kurz Revue passieren lassen. Schaut man in unsere Testberichte, dann findet man Smartphones aller Klassen, mit 249 Euro ist das Nokia 6 allerdings unter den günstigsten. Dabei las sich das Datenblatt eigentlich nicht einmal schlecht, wobei der verwendete Qualcomm Snapdragon 430 natürlich zu einem Flaschenhals werden könnte.

Das Nokia 6 machte auf mich nach dem Auspacken einen guten Eindruck, wenn es auch vielleicht etwas wuchtig wirkt. Man setzt auf rechts angebrachte Tasten für Power und die Lautstärke, links befindet sich der SIM-Slot und unten mittig findet sich die Home-Taste mit dem Fingerabdruckleser. Dieser reagiert akkurat, aber bei weitem nicht so flott wie in meinen anderen Geräten. Es ist nicht quälend langsam – fern ab davon – aber man merkt halt einen Unterschied zu Geräten aus anderen Preisklassen.

Auf der Rückseite befindet sich die Kamera nebst Blitz. Alles sehr solide, fast möchte man meinen, dass man ein Referenz-Design in der Hand hat. Schwer zu beschreiben, aber sicher auch Geschmacksache. Ich bin kein Design-Fetischist, das Gerät muss stimmig sein. Passt beim Nokia 6. Schnörkellos, unaufgeregt. Robust. (Wie Negans Lucille quasi – für die The-Walking-Dead-Gucker).

Nokia setzt auf nacktes Android, will damit auch dafür sorgen, dass flott Updates bereitstehen. Auf meinem Gerät findet man Android 7.1.1 vor, an Bord ist der Juni-Patch von Google. Ich mag das nackte Android, dafür muss es aber auch absolut rund laufen. Dieses Gefühl hab ich beim Nokia 6 nicht ganz. Viele Apps brauchen etwas, wenn man sie startet, beispielsweise die Kamera oder Play Store. Sind sie im Speicher, ist alles gut – aber das sind Wartezeiten, die ich für gewöhnlich nicht kenne.

Das Display ist die Schnittstelle zum Nutzer und meine Augen sagen, dass alles sehr scharf dargestellt wird. Die Farben wirkten anfangs auf mich aber etwas traurig, irgendwie so, als hätte man einen Filter drübergelegt. Sieht man natürlich nur im direkten Vergleich mit anderen Geräten, das menschliche Auge lässt sich natürlich gerne betrügen und so wird ein Nutzer das nach zwei bis drei Tagen nicht mehr bemerken. Ausreichend hell ist das Display ebenfalls. Ansonsten bleibt festzuhalten, dass ich die „Flowigkeit“ des Displays im Vergleich zu anderen (aber eben höhrerpreisigen Geräten) auch nicht ganz so toll finde. Man merkt eine Latenz bei schnellem Scrollen. Dennoch: Jammern auf hohem Niveau, denkt an den Preis.

Akkulaufzeit nach den ersten Tagen. Ich sag mal: Eineinhalb Tage bei moderater Nutzung. Ansonsten immer abends an Netz. Ohne Spiele. Mein Szenario besteht aus Internet, Internet und nochmals Internet. Dazu gehört dann halt Facebook, Twitter, RSS-Feeds, Streaming, Chats und Webseiten. Thema Streaming: Der Lautsprecher des Nokia 6 lässt sich schon verhältnismäßig laut regeln, lohnt aber nur die ersten 70 Prozent. Klingt aber runder als der Lautsprecher des OnePlus 5. Das überraschte mich dann doch. Spiele spielen? Nun wird man meinen, dass Käufer eines 249-Euro-Smartphones nicht Hardcore-Zocker sind, aber eine flotte Runde Asphalt kann man auch locker auf dem Nokia 6 drehen, alternativ N.O.V.A Legacy. Geht tatsächlich.

Die Kamera: Die bietet 16 Megapixel und einen Blitz. Die Front-Kamera löst mit 8 Megapixeln auf. Während ich von der normalen 16-Megapixel-Kamera halbwegs angetan war, so war ich es von der Front-Cam für Selfies nicht so. Bei der Hauptkamera funktionierte der Autofokus ausreichend schnell, bei normalem Tageslicht hatte ich nicht viel zu meckern. Gegenlicht ist immer ein Problem, so auch beim Nokia 6. Sobald die Kamera aber nicht genügend Licht bekommt, ist es vorbei, das große Rauschen geht dann los. Ich sag mal so: Damit kann man leben.

Front-Kamera lala

Und sonst noch so? Ich hatte die Single-SIM-Variante im Einsatz. Telefonieren war ohne Probleme möglich, mein Gegenüber konnte mich gut verstehen und ich ihn auch. Falls der Speicher nicht reicht – 32 GB ab Werk – so kann man mit einer microSD-Karte nachhelfen.

Eine Art erster Eindruck in Kurzform? Manche Geräte lassen mich immer recht wortlos zurück. Liegt daran, dass ich trotz des Anschaffungspreises immer in 50-Euro-Stufen denke. Manchmal bekommt man für nen Fuffi mehr halt schon etwas klar besseres, das muss einem zukünftigen Käufer natürlich bewusst sein. Wer aber für sich ganz klar sagt: 249 Euro und keinen Cent mehr, der muss abwägen. Dafür bekommt man zwar ältere, aber sicher besser ausgestattete Geräte. So wird ein Motorola Moto Z Play sicher besser performen. Alternativ stehen Geräte wie das Motorola Moto G5 Plus, Huawei P9 lite oder auch das Honor 6x parat. Da wird es Nokia sicher nicht leicht haben.


Über den Autor: caschy

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