Mobiles Musikstreaming: Die treibende Kraft hinter der nächsten digitalen Revolution?

1. Januar 2016 Kategorie: Internet, Mobile, geschrieben von: Oliver Pifferi

App_Annie_Streaming_UKDer Trend ist eigentlich eindeutig und Streaming nicht mehr aus den Köpfen wegzudenken: Immer mehr Musik wird nicht mehr nur digital über einen der bekannten Anbieter gekauft und heruntergeladen, sondern gestreamt. Spotify, Google Play Music, Apple Music, Deezer, mittlerweile auch Amazon mit Prime Music stehen im Fokus einer Entwicklung, die den klassischen Download so zu ersetzen droht wie es seinerzeit das Medium MP3 mit den CDs getan hat. An vielen von Euch ist diese Entwicklung nicht vorbeigegangen und in Anbetracht der Frage, warum man Musik noch kaufen muss, wenn man sie doch für den Preis eines Albums im Monat streamen kann, haben wir uns einmal mehr auf die Suche nach Fakten gemacht und mal wieder ein paar Statistiken gewälzt.

Bereits zum Ende des Jahres 2014 sanken die Verkaufszahlen von digitaler Musik um 12% im Vergleich zum Vorjahr, gleichzeitig zogen die entsprechenden Streamingdienste an. Während früher der Konsum von Musik meistens in den eigenen vier Wänden stattfand, so hat sich das Ganze – wenig überraschend – mittlerweile entsprechend geändert, sind doch etwa die Hälfte aller Konsumenten dabei, ihre Musik auch unterwegs auf dem Smartphone zu hören – Tendenz steigend.

Die Zeichen der Zeit endlich erkennend, wagte auch Apple im Juni 2015 den Einstieg in das Streaming-Geschäft, während Google weiter in Play Music investierte und YouTube auf musikalischer Sicht gesehen weiter ausbauen konnte. Platzhirsch bleibt allerdings nach wie vor Spotify, das in seinem Gratis-Modell ja seit jeher Werbung nutzt und eigentlich präsenter ist als jemals zuvor.

Schaut man sich nun die statistisch führenden Musikdienstleistern im dritten Quartal 2015 basierend auf aktiven Nutzern an, so sind einer App Annie-Studio zufolge die Top 4 weltweit (China ausgenommen) relativ homogen: Spotify führt bei Android und iOS das Feld an, Platz zwei geht an Pandora Radio und Platz drei und vier belegen SoundCloud bzw. TuneIn Radio auf iOS, bei Android sind diese Plätze wiederum vertauscht. Deezer und Amazon Music sind auf der iOS-Plattform auf den Plätzen sechs und sieben bzw. auf Android auf fünf und sechs zu finden. Erwähnenswert ist hier auch noch das generelle Fehlen von Google Play Music, sind in den uns vorliegenden Quellen doch vorinstallierte Apps wie Google Play Music Apple Music ausgenommen.

App_Annie_Streamingdienste_Q3_2015

Dass aktive Nutzer nicht gleichbedeutend sind mit monetärem Erfolg, liegt allerdings auf der Hand: Nicht-zahlende Nutzer sind zwar Rezipienten für Werbung, schöner hat man es doch da aber, wenn man zahlende Kunden Monat für Monat an sich binden kann. Wie sieht es also in Sachen Store-Umsätzen aus, schliesslich redet man ja oft von dünnen Margen oder dem ein oder anderen Interpreten wie Adele oder Taylor Swift, die ihre Musik den Streamingdiensten nicht zur Verfügung stellen. Hier ist allein binnen eines Jahres vom dritten Quartal 2014 zum dritten Quartal 2015 eine 105%ige Steigerung zu verzeichnen:

App_Annie_Gesamtumsatz

Auch die Top Ten der weltweit nach Umsatz führenden Apps zeigt den Trend auf, dass nicht nur die werbefreien Streaming-Angebote, sondern auch alle kostenpflichtigen (Web- und InApp-Käufe) einem entsprechenden Vertriebsturbo gleichkommen: Spotify holt sich auch hier den ersten Platz, den letztes Jahr noch Pandora Music innehatte, während Deezer immer noch auf Platz 3 gesetzt ist. Beats / Apple Music schiebt sich einen Platz hoch und vor allem überraschend dürfte der Einstieg von TIDAL sein, immerhin einer der Dienste ohne kostenloses Angebot, der sinnigerweise aber nicht in den Top Ten der weltweiten Musicstreaming-Apps an Downloads gemessen auftaucht. Verlierer in dieser Statistik – es ging drei Plätze nach unten – ist Rdio, mittlerweile von Pandora Music übernommen.

App_Annie_fuehrende_Apps

Interessant ist bei aller Statistik aber auch die Verteilung auf die einzelnen Ursprungsmärkte weltweit – sieht man beispielsweise Spotify als Platzhirsch in Europa, ist Frankreich mit Deezer das sprichwörtliche kleine, gallische Dorf, das sich dem Streaming-Marktführer aus Schweden widersetzt. Auch diese Statistik gilt für das dritte Quartal 2015 und zeigt: Pandora trotz Spotify in Nordamerika noch und der hierzulande eher unbekannte Dienst GQ Music ist in China in Gänze gesetzt – lokale Anbieter mit lokalen Inhalten sind also absolut nicht wegzudenken, auch wenn davon auszugehen ist, dass Spotify auch anhand der Downloadzahlen die Nutzungszahlen je Nutzer in Zukunft noch weiter ausbauen könnte:App_Annie_lokale_Streaminganbieter

Schaut man noch einmal speziell auf den Markt im Großbritannien, ist – wenig verwunderlich – auch hier Spotify der Platzhirsch (Erfassungzeitraum ist auch hier das dritte Quartal 2015), aber auch hier ist ein Trend erkennbar, sind doch schliesslich die App Store-Umsätze der Top 5-Streaming-Apps binnen eines Jahres um 390% gestiegen. Auch die Insel unterstreicht also den Streaming-Trend und zeigt auch, das eher klassische, aus dem Radio-Bereich stammende Anbieter wie eben die BBC oder Capital FM durchaus gewillt sind, über eigene Streaming-Apps neue Verbreitungs- und Geschäftsfelder zu erschließen.

App_Annie_Streaming_UK

Übersicht ohne den chinesischen Markt und ohne vorinstallierte Apps

 

Als spannend wird die zukünftige Entwicklung vor allem in Nordamerika und Asien gesehen: Während in Nordamerika ja Pandora Music noch sehr gut aufgestellt ist, werden in Asien – bedingt durch die Zunahme der Anzahl an Smartphones – die vorinstallierten Apps entscheiden, welchem Streaming-Dienstleister sich die Hörer verpflichten werden. Doch wo wir gerade bei den Hörern sind, stellt sich doch die Frage, über welche Zielgruppe wir in Sachen Geschlecht und Alter eigentlich reden. Das lässt sich grob wie folgt aufschlüsseln:

App_Annie_Altersgruppen

Bemessungsgrundlage für das gezeigte Beispiel ist übrigens der Markt in den USA im September 2015 auf sowohl der Android- als auch der iOS-Plattform.Banal gesagt haben die zehn führenden Streaming-Apps unter 45 Jahren mehr männliche als weibliche User, in der Gruppierung darüber kehrt sich dieses Verhältnis um. Weniger überraschend nehmen jüngere Benutzer unter 25 das Thema Streaming deutlich besser an als „ältere Semester“, ist doch hier der Datenverbrauch 15% höher als in der Altersgruppe bis 45 und gar 65% höher als der in der Gruppe der über 45jährigen Nutzer.

Wohin geht nun letztendlich die Reise in Sachen Streaming? Der Markt floriert nach wie vor und für 2016 wird besonders interessant, wie Apple Music sich nach der dreimonatigen Testphase, die viele Benutzer ja bereits hinter sich haben, entwickeln wird. Aktuell redet man von 6.5 Millionen kostenpflichtiger Abonnenten und 15 Millionen Nutzern – bedenkt man, dass die Music-App von Apple nach App Annie-Recherchen bereits jetzt mehr monatliche aktive Nutzer als jede andere Streaming App (nicht gleichbedeutend mit dem Streaming-Dienst dahinter!) hat, wird erst einmal deutlich, wohin das Ganze noch führen kann.

Die Art und Weise, wie Apple den Dienst an seine seit Jahren bereits vorhandene App koppelt und ihn darin integriert, wird im kommenden Jahr eine tragende Rolle spielen und man darf davon ausgehen, dass man allen Unbequemlichkeiten zum Start Spotify deutlich auf die sprichwörtliche Pelle rücken wird. Auch Dienste wie SoundCloud und Deezer, die teilweise noch lokale Märkte beackern, werden an Akzeptanz gewinnen und dem Streaming-Markt neue Impulse geben, denn eins steht fest: Es ist noch viel Luft nach oben und man darf gespannt sein, wie Ende 2016 die Top 3 im Streaming-Business aussehen wird.

Auch YouTube bzw. der unlängst gestartete Ableger YouTube Red samt der Verzahnung mit Google Play Music sollten in dieser Rechnung nicht unterschätzt werden, ist die Reichweite von YouTube als Dienst und App doch nahezu unerreicht. Die Frage, wie aus YouTube-Nutzern zahlende Abonnenten gemacht werden, dürfte auch für Google eine spannende Herausforderung darstellen. Letztendlich kann es also nur heißen: Zahlende Kunden gewinnen und vielleicht die ein oder andere Brücke in andere Gefilde schlagen, während man auch weiterhin versucht, das kostenlose Angebot durch Werbung aufzufangen.

Als Brückenschlag könnte somit die Möglichkeit sein, das Kernprodukt (Musik) mit dahinterliegenden Dienstleistungen zu verzahnen – bestes Beispiel hierfür könnte der jüngste Kauf von Ticketfly durch Pandora gewesen sein, der mit 450 Millionen US-Dollar zu Buche geschlagen ist, sich langfristig aber rentieren dürfte. Gleiches gilt für Connect in Apple Music – eine Schnittstelle zwischen Konsumenten und Künstlern besteht dadurch bereits, wieso also nicht auch hier den Weg Richtung Erweiterung der Dienstleistungen wie eben dem Ticketverkauf gehen?

Der Wandel vom Musikdienst zum Musikdienst mit dahinter angeschlossener E-Commerce-Plattform könnte uns also schneller ereilen, als der ein oder andere glauben mag. Fest steht jedenfalls: Auch der Streaming-Markt ist in steter Bewegung und hat mit seinen Möglichkeiten seinen Zenit längst nicht erreicht – es bleibt also spannend!

(via Storymaker / App Annie)



Über den Autor: Oliver Pifferi

IT-Addict und chronischer Device-Switcher. Multimediafreak. England-Fan. Freier Autor & Tech Blogger. Hobbyphilosoph. Musik-Enthusiast. Querdenker. Zyniker. Hoffnungsvoller Idealist. Gladbacher Borusse und hauptberuflicher IT-Consultant. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und XING. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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45 Kommentare

Kim 1. Januar 2016 um 15:12 Uhr

Ja, wegzudenken sind Musikstreaming Dienste wirklich nicht. Ich käme mir recht doof vor, wenn ich jetzt noch CDs kaufen würde. Zudem nimmt es einfach zu viel Platz weg.

Matze 1. Januar 2016 um 15:17 Uhr

Spannende Zahlen, danke dafür! Noch spannender finde ich jedoch, dass Google Music nirgends auftaucht – für mich nach wie vor der beste Anbieter: große Auswahl, geniale GUI und nahtlose Integration in mein persönliches Google-Universum (Android, Chromecast, Chromebook etc.). Nachdem die nun auch noch ein sehr günstiges Family-Angebot erst recht Meine Nr. 1.

Taucht hier nirgends auf oder bin ich blind und noch nicht wieder nüchtern?! 😉

Martin 1. Januar 2016 um 15:24 Uhr

Der Erfolg von Musik- Streaming erstaunt mich immer wieder. Ca. 120 Euro im Jahr und keinerlei beständige Nutzungsrechte. Ich höre mit die CDs, die ich mir vor 20 Jahren gekauft habe immer noch an.
Das sind wahrscheinlich die gleichen Menschen, die auch für Null Euro ein Smart Phone kaufen und meinen, dass Mobilfunkanbieter Smart Phones verschenken und sie ein gutes Geschäft gemacht haben.

Bei Filmen kann ich Streaming eher verstehen, wann schaut man sich schon einen Film zweimal an. Aber bei Musik …

Matze 1. Januar 2016 um 15:28 Uhr

@Martin – Musikstreaming hat spezifische Vorteile. Für mich z. B. die Möglichkeit, so ziemlich alles sofort hören zu können. Egal, ob Michael Holm, Paganini oder Cannibal Corpse. Dazu Zustzinfos zu den Künstlern und Vorschläge ähnlicher Interpreten. Das ist für mich der größte Vorteil – man lernt unzählige Bands kennen, die ich sonst nie „bemerkt“ hätte. Dazu kommen natürlich noch Faktoren wie kein Platzverbrauch (weder physikalisch noch als Daten), Ordnung, Zugriff auf Playlisten etc.

Aber die Vor- und Nachteile muss jeder mit sich selbst ausmachen. Der Erfolg gibt dem Streaming jedoch recht.

Rowland 1. Januar 2016 um 15:29 Uhr

Ja liebe Kim leider denken alle so. Als Musiker kann ich Dir nur sagen, dass es so zeimlich der Untergang für uns ist. Ausser Du heisst David Guetta, Avicci und Co. Früher kriegen wir von den Plattenlabels noch ca 3000 Euro Vorschuss auf einen Song welche diese dann vermarkten. Dem Label lag ja auch etwas dran das Geld der Ausgaben wieder reinzubringen! Heute ist es anders! Dann kannst Du froh sein wenn ein Label überhaupt Deinen Song abnimmt!!!! Schlussendlich landet man auf einem Download Portal welches Dir knapp 10 Euro im Jahr bringt. Die Musiker für eine Produktion müssen auch bezahlt werden! Klar kann ich die Instrumente mittlerweile im Plugs einspielen aber Top gute Sänger und Sänerinnen haben auch einen Preis. Irgendwann gibt man die Leidenschaft fürs produzieren auf weil die Rechnung muss ja für uns auch aufgehen. Das die Grossen Artisten mit Namen am Stream verdienen ist ja klar, auch wenn es hierzu 1000te von Streams braucht. Aber Sie verdienen…kleine Künstler bleiben auf der Strecke. Musik soll bezahlt werden… aber da nimmt man wohl lieber einen Cafe bei Starbucks mehr, statt einen Euro für einen Download zu bezahlen. Das man um das Streaming nicht rumkommt oder es verbannen kann ist mir bewusst. CD da schaut mich meine Tochter schräg an.. Download aufs Handy „ne ne ne“ sagt sie. Streaming auch bei Ihr.

Kim 1. Januar 2016 um 15:36 Uhr

@Rowland Aber so ist es nun eben leider. Streaming bedeutet, dass man nun eben weniger Krempel zu Hause hat. Und ich glaube das ist für jeden Haushalt eine positive Entwicklung. Vor allem bei kleineren Wohnungen.

drudsta 1. Januar 2016 um 15:52 Uhr

Geiz ist geil!

Michi 1. Januar 2016 um 15:56 Uhr

Wo wir schon kaufmännischen Aspekt sind – viele Streamingkunden, da bin ich sicher, haben zuvor GAR NICHTS gekauft, sondern nur illegal runtergeladen. Raubkopiererei wird mit Sicherheit eingedämmt.

Dass beim Musiker weniger ankommt, stimmt natürlich auch. Allerdings sollte man hier erstmal mit den Labels ins Gericht gehen, denn die sind es doch, die bislang den größten Teil der Einnahmen für sich einbehalten haben.

Thomas 1. Januar 2016 um 16:04 Uhr

da die Musik sowieso aus der Konserve ist kein Verlust!

Toko Mi 1. Januar 2016 um 16:05 Uhr

Wenn immer mehr Internetanbieter ihre Drosseln einführen, dann kann man die schöne Streamingwelt sowieso vergessen. Selbst in einer Großstadt mit über 500.000 Einwohnern, ist die Internetinfrastruktur mittlerweile so marode oder überlastet, dass in der Stunde die Verbindung regelmäßig für mehrere Stunden ausfällt! Da bringt mir Streaming rein garnichts.

Stephan R. 1. Januar 2016 um 16:20 Uhr

@Rowland: sehr interessanter Beitrag, das hat mich ehrlich gesagt schon immer interessiert wie es gerade Künstlern geht, die jetzt nicht direkt in der Champions League mitspielen. Auch ich höre gerne mal Musik abseits vom „Mainstream“ und mir war so nicht bewusst, dass da geldmäßig vom Streaming direkt sowenig bei euch ankommt. Muss man da also mit dem schlimmsten rechnen und bleiben nur noch die ganz großen über?

Spitfire 1. Januar 2016 um 16:25 Uhr

@Kim
Also so zu tun als sei Streaming jetzt der ultimative Heilsbringer ist schon etwas lächerlich, bei all den Vorteilen scheintst du scheinbar vollkommen die Nachteile zu verdrängen. Wenn ich z.b. nicht mehr regelmäßig 10€ im Monat ausgeben möchte, dann wars das mit meiner Musik, mit glück kann ich dann noch werbefinanzierte Modelle wie bei Spotify am PC nutzen, mit mobiler Nutzungs wars das dann aber. Streaming bleib für mich maximal eine Ergänzung, aber ganz bestimmt kein Ersatz für einen Kauf.

Malte 1. Januar 2016 um 16:28 Uhr

@ Rowland
Komisch dass man in den Medien nur davon liest, wie die großen wie Adele und Taylor Swift rumheulen streaming wäre blöd und man eher Erfolgsstorys von kleinen Musikern/Bands hört die dank Spotify und Co berühmt wurden.

Max Heumann 1. Januar 2016 um 16:29 Uhr

Gut geschrieben, ein Einwand allerdings:Der Konsum von Musik hat nie überwiegend in den eigenen 4 Wänden stattgefunden. Wäre dem so gewesen, hätte es keine Autoradios, Ghettoblaster,Walkmen oder iPod gegeben.

Insofern ist das mobile Streaming von Musik, nur eine logische Fortführung.

Frank Mathy 1. Januar 2016 um 16:46 Uhr

Ich habe ein Spotify Familienabo für meine zwei Söhne und mich und gebe somit knapp 20€ im Monat oder 240€ im Jahr aus. Früher habe ich niemals für 240€ CDs im Jahr gekauft. Ich kann mir vorstellen, dass es daher für die Musikindustrie durchaus auch Wachstum bedeuten kann, wenn das Streaming-Angebot mehr genutzt wird. Und ich habe natürlich auch viel mehr als früher, freue mich über die Möglichkeit, in den Archiven zu stöbern und immer zu hören, was mich so interessiert. Dazu die wirklich sehr gelungenen Spotify Apps auf iOS und MacOS. Und ich brauche keine Angst zu haben, dass meine Kinder illegal Musik laden und ich Briefe vom Anwalt bekomme… Für beide Seiten eine tolle Sache.

THO 1. Januar 2016 um 16:58 Uhr

Ich stehe Streaming auch mit gemischten Gefühlen gegenüber. Ich will mich nicht noch mehr von irgendwelchen Diensten knebeln lassen, aber natürlich will ich auch alles hören können, was ich kann.

Grundsätzlich halte ich mich persönlich an eine Mischung aus Kaufen und Streamen. Streamen ist für mich so ähnlich wie Radio – ich höre neue und moderne Musik oder Musik nach meinem Geschmack. Aber wenn ich sicher gehen will, dass ich etwas immer hören kann – ohne Dienst/Bandbreiten/Geräte-Einschränkungen, dann wird das als CD+AutoRip gekauft. Da leiden vielleicht auch kleinere Bands darunter, aber andererseits kaufe ich mir manchmal lieber eine CD von diesen „kleineren“ als von den „großen“.

Platzverbrauch ist ein Argument, dem ich mich gerne beuge. Aber persönlich habe ich für mich auch die Erfahrung gemacht, dass es mich viel mehr erfüllt, wenn ich eine CD mit Cover und Liedtiteln in der Hand habe, als eine endlose Sammlung von Musik in meinem Player vorfinde.

Das ist bei Filmen nicht anders – die meisten meiner DVDs habe ich mehrfach geschaut und stöbere gerne darin rum. Bei den Streaming-Anbietern fällt mir die Auswahl aufgrund der Menge oftmals viel schwerer. Aber wenn ich natürlich einen bestimmten Film _genau jetzt_ schauen möchte, dann ist das mit dem Stream natürlich klasse.

Ich glaube insgesamt, dass die große Auswahl nicht unbedingt zu einem glücklicheren Leben führt. Ich habe Spotify oft angemacht und laufen gelassen – wegen mir mit einer Playlist wie „Freude“ oder „Feierabend“ oder was auch immer. Das dudelt halt im Hintergrund, bis ich es wieder ausmache. Bewusstes Musikhören (ob jetzt Spotify/MP3/CD) war immer intensiver. Und bei einer CD ist eben auch keine Ablenkung durch irgendetwas anderes – was sehr schön ist, weil ich mich doch zu gerne ablenken lasse.

Lutz 1. Januar 2016 um 17:03 Uhr

Erstaunlich, dass Pandora weltweit immer noch auf Platz 2 steht, wo es doch nur auf einen kleinen Markt (USA/GB) beschränkt ist.

Ansonsten stimme ich Matze zu: Auch für mich ist Google Play Music der beste Anbieter.

Kim 1. Januar 2016 um 17:09 Uhr

@Spitfire Für mich ist es das – für dich vielleicht eben nicht.
Für dich mag es keine Alternative sein, aber ich gehöre nicht zu den Core Listener, daher brauche ich nicht unbedingt eine riesige Musikbibliothek.

Jeve Stobs 1. Januar 2016 um 17:22 Uhr

Ich kaufe Musik bei Bandcamp, da gehen 70% an den Künstler.

Thomas Polke 1. Januar 2016 um 17:23 Uhr

@Rowland – So so, früher war also alles besser? Ich habe da ehrlich ein gewisses Verständnisproblem. Ich lese immer wieder dass Musiker inzwischen weniger Geld bekommen. Die Aussage glaube ich einfach mal so. Auf der anderen Seite gebe ich heute ebensoviel Geld für das Streaming pro Jahr aus wie ehemals für den Kauf von CDs. Da die Produktion der Tonträger wegfällt bleibt doch eher mehr Geld im Topf.
So weit ich weiß gehen ca. 80% der Streamingerlöse an die Musikkonzerne die sie dann an ihre Künstler verteilen sollen. Warum kommt dann beim Künstler nichts an?
Ich glaube das ganze Finanzverteilungssystem sollte doch mal von allen Seiten beleuchtet und erklärt werden.
Übrigens ein normaler CD Käufer soll pro Jahr im Durchschnitt 50 Euro für Musik ausgeben. Ich bezahle pro Jahr 120,- Euro für „Google Play Music“. Darum nochmals die Frage, wo bleibt das Geld?

Kalle 1. Januar 2016 um 17:33 Uhr

@Martin
Deine CDs kannst du noch in 50 Jahren hören (wenn sie nicht wie viele Pressungen aus den 80ern von CD-Rot angefressen). Aber das lässt sich nicht mit Streaming vergleichen. Ein halbwegs brauchbares Beispiel wären digitale Downloads. Die kosten mehr als Streaming und die Dateien hast du auch für immer. Ein Streaming-Service kostet den Bruchteil eines einzelnen Tonträgers und man hat Zugriff auf einen Katalog von mehreren Millionen von Titeln. Es wird immer behauptet wir haben damals Musik gekauft (auch hier im Artikel). Aber das ist falsch. Wir haben private Nutzungsrechte gekauft und das hat sich nicht geändert. Nur das Medium, also Vinyl, CD, Festplatte, Internet.

@Rowland
Wenn du 3000,- Ocken Vorschuss für einen einzelnen Song bekommen hast heisst das nicht dass das die Norm war/ist. So viel Einblick bietet dein Kommentar nicht ausser deine Situation darzustellen. Die Zeiten ändern sich, man kann individuelle Situationen nicht vergleichen, schon gar nicht von „damals“ und „heute“.
Wenn die Qualität da ist dann kommt das Interesse von Labels, Verlegern und Hörern automatisch. Das war schon immer so und in der Hinsicht hat sich nicht viel verändert. Was sich geändert hat ist die Marktsituation und das Überangebot auf allen Kanälen. Die Leute haben schon damals alles auf Kassetten überspielt, aber mit Downloads ist es schon ein ganzes Stückweit einfacher. Promotion kostet heute viel weniger, aber durch die Digitalisierung hast du eben in der Hinsicht auch ein Überangebot.

Walter White (Heisenberg) 1. Januar 2016 um 17:40 Uhr

Ich habe gerade das 90 Tage abo von Google und bin zufrieden, und damit ich auch weiterhin meine Musik besitze auch wenn ich nicht mehr zahlen möchte, lade ich Alben die ich in meiner Sammlung langfristig behalten will einfach selber zu play Music hoch.

Deliberation 1. Januar 2016 um 17:56 Uhr

@Kim: für mich ist es nicht zuerst eine Platzfrage. Vielmehr genieße ich es, meine CD nicht mehr rippen, taggen und sortieren zu müssen. Darüber hinaus fällt das Backup der mühsam erstellten Sammlung aus. Das ist für mich eine klare Zeitersparnis.

Allerdings macht mobiles Streaming für mich nur Sinn, wenn es wie Spotify im Telekom-Netz inkludiert ist. Ansonsten würde ich mir ständig Gedanken um Traffic machen müssen. In den USA sieht man übrigens, wohin der Trend geht. Dort wird mittlerweile sogar Video-Streaming in Mobilfunkverträgen inkludiert – samt Traffic.

Oliver Pifferi 1. Januar 2016 um 17:57 Uhr

@Matze – Das hat mich bei Google Play Music auch gewundert, kratzt der Dienst doch nur in GB leicht die Top Ten an. Bei mir ist noch Spotify gesetzt – hätte Google Play Music noch einen plattformübergreifenden Client wie eben Spotify (ich muss nicht alles nur im Browser laufen haben), wäre das schon gefährlich in Sachen Wechsel – allein weil ich halt auch Verfechter der „Alles-aus-einer-Hand“-Variante bin.

So ist es bei mir ein bißchen was von allem – viele alte CDs, die damals gekauft worden sind – davon viele Digipaks – und die ich über die Jahre digitalisiert habe. Dann das Spotify-Abo, weil Mucke halt immer irgendwo zwischendudelt und ich gerne vorher höre, was ich eventuell kaufe. Und dann halt der Weg, dass ich trotzdem noch gerne 10 EUR für ein Album einer Band ausgebe, ob das jetzt Children of Bodom, alte Queen-Sachen, Pink Floyd oder Nightwish sind – gefällt mir die Musik, möchte ich auch den Künstler unterstützen, so wie ich früher in den Plattenladen gegangen bin und das Album auf CD gekauft habe – und auch das waren ja – wie @Kalle bereits erwähnt hat – nur die Nutzungs-, nicht die Besitzrechte.

Das aber speziell das Streaming von vielen Künstlern mittlerweile abgelehnt wird, ist auch zu verstehen, wenn man sich die ganzen Geschichten mal anhört, Adele und Taylor Swift werden da auch ein Zeichen setzen. Irgendwie müssten da halt mal andere Verteilschlüssel eingeführt werden, denn die Musik erreicht den Konsumenten am Ende ja doch – das aber legal. Über illegale Downloads hat man sich damals auch beschwert und wenn ich daran denke, wieviel Mühe man als Jäger & Sammler zu ISDN- und Napster-Anfangszeiten darin investiert hat, aus zehn Quellen zehn Titel, die dann das Album bilden sollten in x Bitraten zu bekommen, ist die Welt heute doch deutlich einfacher geworden. Zehn EUR versäuft oder verqualmt man heute auch (oder macht sonst was damit), warum also nicht das Album des Lieblingsinterpreten dann (auf welchem Medium auch immer) kaufen? Ich denke mal, DAS und die Qualität haben es über die Jahre geschafft, solchen Raubkopien das Wasser Gott sei Dank deutlich abzugraben, dafür kämpft man heute wiederum gegen die Tantiemenverteilung beim Streaming – die Hydra hat halt mehrere Köpfe…

Das alles muss aber jeder für sich selbst ausmachen, für mich fahre ich recht gut mit dem Streaming und dem Kauf diverser Alben (und das sind je nach Monat auch mal fünf Alben, je nachdem was gerade auf den Markt kommt oder wo ich Lust drauf habe) – aber eine umfassende Lösung, die mich komplett zufriedenstellt, gibt es auch nicht. Ich möchte aber weder das Streaming noch den bequemen Kauf von Musik in der heutigen Zeit nicht mehr missen und ob dazwischen technisch noch viel Spielraum ist: Keine Ahnung. Ist aber ein spannendes Thema und ich hoffe für die kleinen wie die großen Künstler, dass man da mal einen Konsens mit Spotify & Co. findet.

Gouryella 1. Januar 2016 um 18:02 Uhr

Die zentrale Frage ist in meinen Augen vor allem, wie man Streaming nutzt. Bei mir hat Spotify mittlerweile auch seinen festen Platz ergattert, ist für mich aber kein Ersatz für iTunes, wo ich mir meine Musik immer noch kaufe. Letztlich ging es mir darum, meine Möglichkeiten, neue Musik der von mir bevorzugten Künstler zu entdecken, auszubauen. Das Gleiche habe ich für Monate zuvor schon bei Mixcloud und SoundCloud gemacht, aber da das dort sehr EDM-lastig ist, kamen viele andere Musikstile, die ich auch mag, viel zu kurz. Genau diese Lücke schließt Spotify und bildet damit zusammen mit den anderen beiden Plattformen sowas wie ne Vorinstanz, bevor es dann weiter zu iTunes geht.

In solchen Fällen sind Streaming und Audio on Demand auch ein legitimes Mittel. Ein Ersatz für die mp3 oder die CD/DVD sind sie für mich aber eindeutig nicht.

Gerd Halle 1. Januar 2016 um 18:05 Uhr

Ich denke auch, dass Musikstreamingdienste auch für Musiker Vorteile haben, da wie schon in den Kommentaren erwähnt, durch das Streamen die Raubkopierquote sinkt. Vielleicht sorgt das dann auch für mehr Transparenz…
Grüße, Gerd

Rowland 1. Januar 2016 um 18:10 Uhr

Also ich kann echt bescheinigen, dass fast nicht an Geld ankommt via dem Stream. Wo ich sicher noch gut Geld bekomme ist wenn ein Song via Radio gespielt wird oder via den Clubs und Discotheken welche eine sogenannte Black Box drinnen haben. Diese erkennt wie Shazam den Artisten und Song und Ende Jahr wird dieses ausgewertet. Leider sind es ja in erster Linie nur die kommerziellen Läden wo diese vorzufinden sind. Also falls Du als Artist Dich in einer Nische befindest, schaust Du sicher mal ins Leere!

Also bei Radio und Clubs da liegt der Verteilungsschlüssel um einiges höher. Und ja es stimmt, dass dennoch sehr viel Geld fliesst aber garantiert ein Minimum an den Künstler. Zuerst hält mal bei Euch in Deutschland die Gema die Hand auf. Die müssen ja wohl Ihren Personalbestand auch bezahlen. Genauso bei den Plattenlabel. Es wurde oben mal erwähnt das neuen Artisten entdeckt werden indem Sie vielleicht auf dem Stream von einem Label gefunden werden. Aber ich denke da liegt die Chance wohl 1 zu 50000 als neuer Artist eine Chance zu kriegen. Ausser Ihr nennt mir mal Beispiele?
.
Um das Streaming kommt man nicht rum das ist mir bewusst. Und wenn man sich Sorge macht um den Platz einer CD ,,,smile. Ja dann schaute es früher in der Plattenzeit noch anders aus. Da hatte man Platzprobleme!!

@Kalle. Die 3000 ob Euro oder USD….spreche ich aus einer Zeit Anfangs 2000. Da bezahlten die Labels (US wie auch Deutschland) solche Beträge. Dort wurde gerade in der Danceindustrie extrem supported. War aber auch eine Zeit da spielte ich Songs im Dancebereich mit Musikern ein. (Bass, Guitare, Brass Section) Ausgaben Punkt der Kosten war vor allem der Sänger. Da musste man Geld in die Hand nehmen. Da waren noch nicht alle DSDST Sternchen und hatten das Gefühl jeder kann singen. Sondern da zählte noch Soul.

Promotion kostet heute weniger? Hmmmm ja dann versuche mal auf iTunes einen Platz zu kaufen oder zu ergattern. Ok auf Beatport kann man das ja machen. Dort kauf man sich gleich den Charteinstieg.
Nochmals um das Streming kommt man nicht rum. Die Grossen werden verdienen. In erster Linie mit den Konzerten. Aber auch da wird es ein Blase zum zerbersten bringen. Weil die Ticketpreise langsam so himmlisch teuer sind. Aber wie gesagt irgendwo müssen die grossen Labels und die grossen Stars ja noch Kohle verdienen können.
So peace……. Elvis left the building.

Wünsche Euch ein ganz tolles 2016

Kalle 1. Januar 2016 um 18:30 Uhr

@Oliver Pifferi
Nicht die Streaming-Anbieter sind das Problem, sondern schlechte Verträge mit den Labels und Vertrieben. Streaming-Anbieter schütten durchschnittlich 70% der Einnahmen an die Rechteinhaber aus. Die Höhe der Einnahmen schwanken zwar, je nach Grösse und Umsatz des Streaming-Anbieters. Aber wenn man die Zahlen kennt (Anzahl der Streams), lässt sich das leicht nachvollziehen.

Wenn eine Band jetzt zu einem etablierten Label/Vertrieb geht (ala Sony), kümmert der sich darum dass die Musik beim Streaming-Anbieter landet. Die Royalties vom Streaming-Anbieter landen demzufolge beim Label. Bei einem typischen Vertrag bleibt ein Grossteil beim Label hängen und ca. 15-20% werden an die Band ausbezahlt. Wenn’s gut läuft. Wenn’s schlecht läuft hat das Label im Vorraus das Studio bezahlt. Dann fliesst erstmal nichts. Ein guter Manager kann bessere Konditionen rausholen, will dafür aber auch seinen Anteil. Damals, als die Labels noch massig physikalische Tonträger gepresst und durch die Welt gekarrt haben, Promotion und Management übernahmen, Touren organisierten, etc machte das System auch Sinn. Aber heutzutage hat sich vieles geändert und die Verträge müssten angepasst werden. Bei vielen grossen passiert das aber zu langsam. Ne Band könnte auch komplett auf Labels verzichten, einen Service wie TuneCore nutzen. Müsste aber für’s Studiogeld usw. selbst aufkommen und hätte damit das Risiko das vorher bei den Labels war.

Künstler wie Adele oder Swift haben die Streaming-Anbieter nicht verlassen weil die zu wenig Geld ausbezahlen. Sondern weil deren Manager glauben dass Streaming an sich den Markt schrumpfen lässt. Der globale Musikmarkt geht aber schon seit Mitte der 90er Jahre zurück.

Kalle 1. Januar 2016 um 18:44 Uhr

@Rowland
Wenn du kein Geld vom Streaming bekommst dann weil deine Musik entweder nicht gestreamt wird oder weil es beim Label hängenbleibt. Wie es klingt hast du für diverse Projekte als Studiomusiker gearbeitet und kassierst von Vorführrechten. Bei den Einnahmen von Streaming lässt sich von Labels und Songschreibern viel verschleiern und durch die Masse an Streaminganbietern wird es auch nicht einfacher.

Ausserdem kannst du Einnahmen von Vorführrechten über Verwertungsgesellschaften (GEMA und Co.) nicht mit physikalischen Royalties verwechseln (Streaming-Anbieter zählen dazu). Die GEMA wiederum hält nur die Hand auf und schüttet aus wenn du Mitglied bist. Dazu bist du aber nicht verpflichtet. Du kannst dich davon auch freistellen lassen. Es ist auch nicht so dass die GEMA nur per Black Box zählt. Jeder kleine oder grosse gewerbliche Veranstalter muss seine Lokalität bei der Gemeinde anmelden und dann die Playlist an die Gema weitergeben.

Promotion (B2B und B2C) ist heutzutage definitiv billiger. Ich arbeite zufällig in dem Bereich. Ich kann mich an Zeiten erinnern als wir für mehrere 1000 Kunden Kataloge gedruckt haben und durch die Welt geschickt haben. Das gleiche für neue Alben (mehrere Hundert CDs eintüten und abschicken). Heutzutage gibt es Webshops und digitale Press Packs zum runterladen. Nur die grösseren Publikation bekommen noch was auf den Tisch.

Ich stimme dir zu dass Ticketpreise heute lächerlich teuer sind. Etablierte Bands glauben dass sie die fehlenden Einnahmen aus CD-Verkäufen durch Touren wieder reinholen müssen. Die mache den gleichen Fehler wie die Labels in den 90ers die ihre CDs für 40-50 DM oder mehr verkauft haben.

Rowland 1. Januar 2016 um 19:04 Uhr

Hallo Kale .. Thx for your feed. Ja bin beides. Dj und Musiker. Nicht mal so unbekannt. Bin angemeldt und wie gesagt es fliesst Geld. Das Problem ist wirklich bei uns in der Schweiz ,dass es nur wenige Blackboxen sind. Und man macht es sich nun einfach bequem, dass man den Schnitt der Boxen nimmt. Aber ist im Dancebereich ja klar das in erster Linie Avicci, Guetta und Co erfasst werden. Der Druck zu den Blackboxen kam aber auch von den Mainlabels das Sie dort nochmals für Ihre grossen Künstler absahnen können. In Underground Clubs wird wohl sicher kein DJ Antoine und Co gespielt….und gerade dort bleiben dann einige auf der Strecke.
Warten wir es mal ab. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Für mich ist der Aufwand und die Investition einfach extrem teuer geworden weil der return of investment echt ausbleibt (oder extrem am Boden ist)
Music was my first love and will be the last

Michael 1. Januar 2016 um 19:37 Uhr

@Rowland: also mal am die eigene Nase fassen: es nicht hinbekommen, vernünftige Verträge zu schließen und dann eine technische Entwicklung, die natürlich überhaupt nicht absehbar war, dafür verantwortlich machen, dass es mit dem beruflichen Erfolg bergab geht. Aber es sind natürlich immer die anderen…

Rowland 1. Januar 2016 um 22:17 Uhr

Michael bist ein Scherzkecks. Vernünftige Verträge. Man sieht das Du vom Musikbusiness keine Ahnung oder Vorstellung hast. Wir als Künstler machen oder diktieren nicht die Verträge. Aber ich denke, dass Du genau die Person bist die beim Streaming Dienst herzlich willkommen bist. Ich lächle gerade und ich denke auch das Du in dieser Art sogar Dich über Künstler lächerlich machst. Eigentor für Dich……. smile.

Julian 1. Januar 2016 um 22:29 Uhr

@Michael: bevor du so einem lächerlichen Kommentar postet, schau dir doch mal bitte die Bilanzen der Plattenfirmen an. Trotz rückläufiger Verkaufszahlen ist dort noch Gewinnwachstum sichtbar. Man zähle 1 und 1 zusammen…

Deliberation 1. Januar 2016 um 22:59 Uhr

Jetzt müssen schon die Consumer Ahnung von Plattenverträgen haben… Streaming ist da, daran kann man nichts mehr ändern und das hat ja auch soweit jeder hier akzeptiert. Als Consumer zahlt man dafür und die Nutzung ist somit legal. Mit viel mehr will und kann ich mich als Nutzer doch gar nicht beschäftigen.

Und selbst vor 30 Jahren hatten es kleine Musiker nicht einfach, das hat nicht unbedingt nur etwas mit dem bösen Streaming zu tun.

HO 1. Januar 2016 um 23:41 Uhr

Für mich eine seltsame Diskussion. Ich bin seit 5 Jahren Spotify Kunde und decke damit 90% meines Musikkonsums. Zuvor habe ich seit 2000 ausschließlich auf MP3s gesetzt. CDs sind somit für mich somit ein Relikt aus den 90ern.

plumtree 2. Januar 2016 um 08:24 Uhr

Ich will tolle Musik – und dank Spotify bekomme ich mehr tolle Musik als jemals zuvor.
Nur mal als Beispiele einige der Bands, die ich dank der Spotify Vorschläge neu entdeckt habe: „Big Big Train“ „Pavlov’s Dog“ „Okta Logue“… Ich könnte noch endlos weiter machen.
Ich verstehe Rowlands Punkt – verstehe aber nicht weshalb sowenig Kohle bei den Musikern ankommt!?
Die Streaming Dienste sind doch eben genau dafür da, dass Musiker wieder Geld verdienen. Ich habe jedenfalls niemals rund 240,- Euro für CDs ausgegeben (Familienabo bei Spotify) zuzüglich diverser Konzerte der neu entdeckten Musiker.

Noch dazu kommt der praktische Aspekt, dass ich die Sachen gleich beim joggen auch offline verfügbar habe. Keine Mp3s mehr, die ich erst taggen und speichern muss (mit der Gefahr, dass die Tags auf dem Handy anders interpretiert werden als auf dem Rechner)
Für mich als User sind das sehr viele Vorteile.

Ich hoffe, dass die Streaminganbieter und die Musiker es hinbekommen, auch beim Geld einen einvernehmlichen Weg zu finden.

goon3y 2. Januar 2016 um 10:26 Uhr

@Matze @OliverPifferi
Google Play Music ist nicht gelistet, da App Annie nur Apps führt die nicht vorinstalliert sind auf den jeweiligen Geräten, das steht bereits im ersten Bild im kleingedruckt. Zitat: „Weltweit ohne China. Ohne vorinstallierte Apps“. Vor allem als Autor des Artikels hätte das einen schon auffallen können und noch viel wichtiger im Artikel erwähnt werden müssen. So entsteht nämlich ein gänzlich falscher Eindruck über den Erfolg von Play Music, der vor allem aufgrund der ganzen Promo-Aktionen unverkennbar ist.

Oliver Pifferi 2. Januar 2016 um 10:44 Uhr

@goon3y – Mir ging es in keinster Weise darum, Google Play Music in irgendeiner Art und Weise zu benachteiligen, das nur mal zur allgemeinen Klärung. Wenn die Quelle bis auf den Part in UK nicht mehr hergibt, kann ich ja nur auf die Zukunftsaussichten verweisen (YouTube-Verzahnung), was dazuerfinden (nö!) oder eben warten, bis eine neue Statistik erscheint, die auch vorinstallierte Apps mit berücksichtigt. Dann würde das Bild definitiv anders aussehen, in der Hinsicht gebe ich Dir recht. In diesem Sinne: Frohes Neues!

goon3y 2. Januar 2016 um 11:04 Uhr

@Oliver Pifferi
Wollte dir in keinster Weise vorwerfen dass du Play Music oder Apple Music benachteiligen willst / wolltest, nur wie man anhand der Kommentare ja sehen kann wundern sich doch einige über die Nichtaufführung von Play Music und folgern daraus, dass keiner Play Music benutzt. Spätestens bei der nächsten Stammtisch-Runde wird dieser Trugschluss schnell weiterverbreitet und dann dauert es nicht lange bis die ersten schon wieder mutmaßen, dass Google „Play Music“ einstellen wird. 😉
Um dem vorzubeugen könnte man ja eventuell die Klammer „(China ausgenommen)“ mit einem Text á la „(China und vorinstallierte Apps wie Play Music / Apple Music ausgenommen) ergänzen. Das nur als Anmerkung.
Ansonsten sag ich danke und wünsche auch ein frohes, gesundes Neues. :]

Oliver Pifferi 2. Januar 2016 um 11:06 Uhr

@goob3y – Um Gottes Willen, Stammtischthemen sollte die Nation doch auch ohne dieses Thema bereits zu genüge haben – lass mich mal eben versuchen, in der Grafik was zu ändern und das auch noch andersweitig aufzuführen … 😉 !

XYZ1 2. Januar 2016 um 11:21 Uhr

Also ich mag Streaming. So kann man sich anhören ob man das Album wirklich kaufen will oder nicht, egal ob in CD Form oder MP3 Format.

Und bei einigen Dingen reicht es mir auch diese nur über Streaming zu hören ohne dafür nochmal großartig Geld auszugeben.

Streaming ist in diesem Bereich für mich schon ein großer Vorteil, um eine Vorauswahl zu treffen.

max 2. Januar 2016 um 12:05 Uhr

Streamen nutze ich nur zum reinhören. Interessante Lieder werden einzeln, als Download, gekauft; ganze Alben nur als CD, der Qualität wegen… 😉

elknipso 3. Januar 2016 um 10:47 Uhr

@Martin
Das sehe ich auch so. 120 Euro im Jahr nur für temporäres Musik Streaming halte ich auch für deutlich zu teuer. Da kaufe ich lieber weiterhin die Musik die mich interessiert, und kann diese dafür dauerhaft hören.

Martin 3. Januar 2016 um 14:00 Uhr

@Martin:

Der Erfolg von Musik- Streaming erstaunt mich immer wieder. Ca. 120 Euro im Jahr und keinerlei beständige Nutzungsrechte.

Stimmt. Auch ich habe jahrelang eine riesige digitale Musik-Bibliothek gepflegt. Aber inzwischen ist mir der Aufwand zu gross …

Hauptnachteil beim Streaming ist aus meiner Sicht, dass man dafür online sein muss und zwar mit ausreichender Geschwindigkeit. Das ist bei mir nicht immer der Fall, zum Beispiel im ÖV. Apple Music ist in solchen Situationen ziemlich doof und spielt dann einfach keine Musik mehr anstatt zu einem offline verfügbaren Lied zu springen.

Martin 3. Januar 2016 um 14:06 Uhr

@Rowland:

Ja liebe Kim leider denken alle so. Als Musiker kann ich Dir nur sagen, dass es so zeimlich der Untergang für uns ist. Ausser Du heisst David Guetta, Avicci und Co.

Auch Superstars verdienen ihr Geld mit dem Livegeschäft, wie (fast) alle Musikerinnen und Musiker:

https://musikwirtschaftsforschung.wordpress.com/2015/07/14/musikstreaming-2014-das-musikstreamingeinkommen-der-superstars/

Heute ist es anders! Dann kannst Du froh sein wenn ein Label überhaupt Deinen Song abnimmt!!!!

Wer kein Label findet, hat heute mehr als genug Möglichkeiten um sich selbst zu vermarkten …

chlussendlich landet man auf einem Download Portal welches Dir knapp 10 Euro im Jahr bringt. Die Musiker für eine Produktion müssen auch bezahlt werden!

… Musiker wollen bezahlt werden, klar, aber wer mit seiner unternehmerischen Tätigkeit keinen ausreichenden Ertrag erwirtschaften kann, betreibt halt ein Hobby. Es gibt keinen Anspruch darauf, für beliebige Leistungen bezahlt zu werden, dafür braucht es zahlungswillige Kunden – wie überall im Wirtschaftsleben.

Musik soll bezahlt werden… aber da nimmt man wohl lieber einen Cafe bei Starbucks mehr, statt einen Euro für einen Download zu bezahlen.

Wer einen Streaming-Dienst abonniert, bezahlt überdurchschnittlich viel für Musik, nämlich um die 120 Euro. Und erhält dafür nur Streaming …

Abgesehen davon: Realität ist kostenlose Musik. Nein, nicht via Filesharing und andere dubiose Quellen, sondern im Radio, bei Youtube, in Einkaufszentren, überall. Wie erwähnt: Geld mit Musik verdient man fast ausschliesslich im Livegeschäft. Das ist gerade für wenig bekannte Musiker eine grosse Chance, denn dank dem Internet kann man sich eine Fangemeinde erarbeiten, die Konzerte ermöglicht. Früher wäre das niemals möglich gewesen. Aber auch da gilt natürlich: Die meisten Unternehmer sind nicht erfolgreich, viele scheitern. C’est la vie!


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