Google erklärt Reader-Abschaltung mit verändertem News-Konsum

6. Juni 2013 Kategorie: Google, Internet, geschrieben von: Patrick Meyhöfer

Googles Entscheidung den eigenen Reader zum 1. Juli abzustellen brachte dem Konzern von vielen Seiten scharfe Kritik, die ihre täglichen News über RSS-Feeds konsumieren. Bisher gab Google für die Entscheidung keine klaren Angaben, vielfach wurde die mangelhafte Monetarisierung des Dienstes und eine stärkere Integration in Google+ als Gründe vermutet.

In einem Interview mit Wired beantwortet Richard Gringras, Googles Senior Director für News and Social Products, die Frage nach den Gründen und führt die veränderte Art und Weise des alltäglichen News-Konsums an. Diese hat sich seit Start des Google Reader im Jahr 2005 und heute deutlich geändert.

“As a culture we have moved into a realm where the consumption of news is a near-constant process. Users with smartphones and tablets are consuming news in bits and bites throughout the course of the day — replacing the old standard behaviors of news consumption over breakfast along with a leisurely read at the end of the day.” 

Für Google konsumieren wir heute News längst nicht mehr nur zu gewissen Zeiten zum Frühstück oder am Abend, sondern wollen ständig über die wichtigen Nachrichten informiert bleiben. Diese alte Methodik ist für Google zu passiv, in dem man sich selbst durch die Links wühlen muss und die interessanten Geschichten selbst finden muss.

Google plant daher eher den Weg, wie man ihn bereits mit Google Now geht. Die wichtigen Nachrichten sollen euch einfach zur richtigen Zeit aufschlagen, ohne dass ihr danach lange suchen müsst. Über die verschiedenen Dienste, allen voran natürlich Google+, finden die Nachrichten den Weg zu euch, zumindest in Googles Idealvorstellung. Hier hatte man zur letzten Google I/O bereits den Anfang gemacht und beispielsweise automatische Hastags eingeführt, wo ihr schnell Informationen zu den selben Themen bekommt.

Für den Durchschnittsnutzer, der mit RSS nie wirklich etwas anfangen konnte, mag dieser Schritt eventuell noch in die richtige Richtung gehen. Aktuell kann ich mich aber noch nicht mit diesem Modell anfreunden, sicher wird Google hier aber in nächster Zeit auch noch weitere Verbesserungen in ihre Produkte einfließen lassen. Solange bleibe ich bei dem klassischen RSS-Reader, bei denen die Alternativen inzwischen zum Glück recht zahlreich sind.


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26 Kommentare

Heiko 6. Juni 2013 um 20:11 Uhr

Ich werde meinen Feed-Reader auch nicht so bald abschalten, da ich ganz gerne selber bestimme, wann ich News “konsumiere” und bei G+ und Co rauscht einem da schnell mal was durch, weil es schlicht in vielen anderen Posts untergeht, was beim Feed-Reader nun mal nicht so ohne weiteres passiert.

Micha 6. Juni 2013 um 20:39 Uhr

news? Es geht bei mir um Infos/ Nachrichten die ich entsprechend lesen kann wann und wo und wie ich will.Alles neue bekomme ich / sehe ich bei G+ / Medienseiten oder ab und an auch bei FB.
Aber hier den Blog lese ich überweigend per RSS

Holgi 6. Juni 2013 um 20:44 Uhr

Die Google Argumentation hinkt. Mit denn RSS Feeds bekommt man immer die aktuellsten News die man braucht. Klar. Wenn man 100 RSS Feeds von x-verschiedenen Infostellen abonniert hat, wird es etwas unübersichtlich. Dies kann man aber selber steuern wie man will und bleibt nicht allein Google überlassen was man lesen will oder was die für “Aktuell relevant” halten.

JMK 6. Juni 2013 um 20:45 Uhr

Größter Blödsinn den ich seit langem von Google gelesen habe. Und da gab es einiges.

ingovidual 6. Juni 2013 um 20:45 Uhr

Ich bin bisher nicht überzeugt von Google Now. Die Ansätze sind ok, aber in der Praxis bringt es mir nichts, wenn ich auf dem PC nach einer Firma google, um die Telefonnummer zu erfahren und eine Stunde später auf meinem Handy lese, wie weit es dorthin wäre…

Die “Newsbereitstellung” von Google soll für mich entscheiden, was mich wann interessiert. Ich entscheide das aber gerne selber. Während bei so einem Ansatz vielleicht Randnotizen, die mich interessieren verloren gehen, gehe ich lieber den Weg und scrolle in meinem RSS-Reader über 20 Artikeln drüber hinweg, die nicht mein Interesse wecken.

Martin 6. Juni 2013 um 20:54 Uhr

Mein Leseverhalten passt auch nicht zur Begründung von Mr. Gringras, Für mich sind RSS-Feeds eher wie Zeitungen oder Magazine. Und diese habe ich auch nicht ständig bei mir, um bei jeder Gelegenheit einen Artikel zu lesen.
Feeds liefern mir Artikel und Informationen, für die ich mir Zeit nehme. Und das möchte ich nicht missen.

Simon Lambrecht 6. Juni 2013 um 20:55 Uhr

Kann den Unmut vieler nachvollziehen – aber eher aus dem Grund, dass unverständlich ist, dass Google einen stark verbreiteten Dienst einfach so einstellt.

Persönlich hatte ich mal versucht mit Google Reader verschiedene RSS-Feeds zusammenzufassen. Hintergrund war, dass ich damit ich nicht mehrfach täglich diverse Standardseiten nach Neuigkeiten durchforsten muss. Irgendwie hat sich das im Sand verlaufen und heute nicht mehr nachvollziehen wieso. Seit es Google+ gibt habe ich einen Kreis mit allen wichtigen Newsanbietern (u.a. Caschy ;) ) und muss somit einen Tab nach dem anderen aufmachen um zu schauen, ob es was neues gibt.

Wer aber lieber mit RSS arbeitet, verliert mit Reader ein wichtiges Werkzeug. Den Ansatz, dass Google künftig gezielt zu jeder Zeit Infos Iliefern will klingt zwar erstmal ganz nett – kann mir auch gut vorstellen, dass sie das ohne weiteres schaffen. Trotzdem hätte ich bedenken, wichtiges zu verpassen – nur weil irgend ein algorhytmus glaubt, es wäre für mich nicht wichtig.

blub 6. Juni 2013 um 21:16 Uhr

Wenn Google meine jetzt abonnierten Magazine auch erfasst, fände ich das ziemlich genial. Aber woher wollen sie wissen, was ich unbedingt lesen will, das ist ziemlich speziell und das will ich alles lesen, nicht nur Teile.
Für Nachrichten gibt’s das eigentlich auch schon: http://www.breakingnews.com/. Das wird von einem kleinen Team moderiert und verschiedene Agenturen, Twitter, große Newsseiten, Instagram, Facebook, alle möglichen Bilder und eingesendete Links bei Relevanz eingebunden und entsprechend aktueller Themen kategorisiert. Das könnte auch ein Algorithmus übernehmen, der aber genauso neutral arbeiten müsste, und mir nichts vorenthalten und vorkauen dürfte. Das will ich schön selbst machen :D (Klar, bei der von mir genannten Seite besteht auch die Gefahr des Vorenthaltens…)
Ich bin aber froh, dass ich das auch als RSS-Feed bekommen kann, so könnte ich mir, da es sich um OpenSource handelt sehr einfach z.B. einen Sound abspielen lassen, wenn ein neuer Eintrag gemacht wird. (Gibt’s einen browserbasierten RSS-Reader der das kann? :D) Mit proprietärem Schmarrn, könnte das zwar integriert sein, aber mir gefällt die Idee besser, freien Zugriff darauf zu haben. Außerdem lassen sich in einem RSS-Reader gut verschiedenste Dienste zusammenfassen.
Ich finde übrigens ziemlich schade, wie wenig Seiten RSS bisher umfänglich verwenden. Für komplette Einträge, also keine angefressenen Snippets, wäre ich sogar bereit monatlich was zu bezahlen. Schließlich muss ich dann auch keine Werbung gucken. Wie seht ihr das?

Alex 6. Juni 2013 um 21:19 Uhr

Hätten sie sich doch lieber gar nicht geäußert anstatt solchen Blödsinn zu erzählen. Klar lese ich über den Tag die Nachrichten … aber trotzdem will ich sie irgendwo zusammengetragen haben. Und das ganz sicher nicht bei Google+ … gibt es da Lesefortschritt? Kann ich da was markieren oder archivieren? Nein kann ich nicht …

Hartmut Schmidt 6. Juni 2013 um 21:51 Uhr

Ich habe diesen Artikel über GoogleReader gelesen.
Der Inhalt kam dabei von Google direkt und nicht von http://stadt-bremerhaven.de/

Und genau dieses “Content zu eigen machen” ist IMHO der Grund für die Abschaltung.
Viele Content-Anbieter wollen in Zukunft dafür Geld. In Deutschland z.B. mit dem Leistungsschutzrecht.

Bei Google+ oder Currents muss der Anbieter dagegen seinen Content selber aktiv einstellen.

Alex 6. Juni 2013 um 22:07 Uhr

@Hartmut

Der Anbieter entscheidet aber auch selber, wieviel seiner Daten er in den RSS Feed packt und Cashy packt halt den ganzen Artikel rein.

Parisi1 (@Parisi1) 6. Juni 2013 um 22:30 Uhr

Vielleicht sollte dem Richard Gringras mal jemand sagen, daß das Blödsinn ist was er da verzapft hat.
Und – vor allem – ist es kein Grund den Reader abzuschalten. Dafür mag es andere Gründe geben (bringt halt kein Geld ein oder so) aber für den Nutzer ist es doch viel schöner wenn er sich aussuchen kann, wie und wo er seine Neuigkeiten bekommt.

Für mich ist das ganz einfach: Google schaltet den Reader aber und ich schalte (für mich) Google+ und Google Drive ab.

iNaD 7. Juni 2013 um 00:38 Uhr

Oh man… DOCH ich lese RSS Feeds aus mehreren Gründen:
1. Um nichts doppelt zu lesen oder beim Scrollen drauf achten zu müssen “Hatte ich das jetzt schon gelesen?”
2. Wenn ich mal auf einen Feed keine Lust habe (Ja kommt auch bei Tech News mal vor), dann markiere ich alles als gelesen und es ist für mich weg.
3. Ich lese die News meist in der Bahn auf meinem Nexus 7 (WLAN) oder am Abend auf dem Bett. Ein gewisser Zeitungsersatz.
4. Selbst für YouTube benutze ich den persönliche Abo-Upload Feed, da a) der YouTube Feed andauernd nicht richtig funktioniert und b) hier auch Punkt 1 und 2 mit reinwirken.

Insgesamt ist die ganze RSS Sache ziemlich mächtig und vielseitig nutzbar. Früher hatte ich auch 9GAG als Feed Abonniert. Tja schade. Sie haben ihn eingestellt und gesagt “NUTZT UNSERE COOLE APP!!!”. Ok damit war die Seite für mich gestorben, da ich keine Offline Funnktion für die Bilder hatte wie mit meinem RSS Reader.

-e!- 7. Juni 2013 um 01:43 Uhr

Die Argumentation von Google hinkt gewaltig. Mittels RSS Feed bau ich mir doch aus verschiedenen Quellen meinen eigenen News-Stream zusammen, den ich nach meinem Geschmack gestalten kann. Da brauchs es höchstens eine Empfehlung, was mir noch gefallen könnte und keinen Algorithmus, der mir nach Gutdünken Inhalte serviert.

Das Problem war sicher die Monetarisierung, denn mit fremden RSS-Inhalten lässt sich schlecht Geld verdienen. Sobald die Inhalte aber vom Anbieter aktiv ins Google-System eingebracht werden, kann Google sich neue Einnahmequellen, etwa durch zwischengeschaltete Werbung, schaffen.

ATeKa 7. Juni 2013 um 01:50 Uhr

Google lügt, wenn sie was von verändertem User Verhalten oder sogar von zuwenigen Usern sprechen. Ein Reddit-User hat mal nur einige Seiten untersucht und wie viele RSS Abonnenten sie haben. Es sind Millionen!
http://www.reddit.com/r/google/comments/1aamc3/google_is_lying_reader_still_has_millions_of/

Petra 7. Juni 2013 um 08:14 Uhr

Mal von der anderen Seite aus gesehen…
Mein Blog wird nicht von vielen Leuten gelesen. Aber seitdem Google die Einstellung des Readers beschlossen und sich etliche Leute nach Alternativen umsehen, bin ich wohl bei einigen einer Feed-Bereinigung zum Opfer gefallen.

Yu 7. Juni 2013 um 08:20 Uhr

Auch ich kann mit diesem “Nwes automatisch aufbereiten” nicht viel anfangen. Zugegeben allerdings habe ich deswegen viele Artikelintensive Newsquellen deshalb schlichtweg abbestellt. So etwa MobileGeeks und einpaar Techseiten deren Namen mir gerade nicht einfällt.

Allerdings nutze ich RSS auch für Webcomics. Da ist vollständigkeit, strenge Sortierung nach Quelle und chronologische Reihenfolge zwingend – zumindest bei solchen die eine fortlaufende Story haben.

Ich denke Googles neuer Ansatz hat seine Berechtigung. Manche Newsquellen kann man ohne Vorselektion einfach nicht mehr bewältigen. Aber sowas sollte eine Ergänzung sein, kein Ersatz!

Zugegeben gibt es auch den Effekt, dass die wenigsten Leute, sie ich kenne RSS überhaupt kennen.

Heiko 7. Juni 2013 um 10:43 Uhr

Ich bin mittlerweile vom Google Reader auf ein selbst gehostetes TinyTiny RSS umgestiegen, was mir unter anderem die Möglichkeit bietet, anhand von Filtern Nachrichten in bestimmten Labels zusammen zu fassen oder interessanten Nachrichten, die ich nicht sofort lesen kann/will ein “später lesen” Label zu verpassen. Und so ganz nebenbei entscheide ich, was für mich relevant ist ;-)

Harald Töpfer 7. Juni 2013 um 11:03 Uhr

Meine RSS Nachrichten hole ich mir jetzt über Feedly und seit GOOGLE+ auch noch dieses, meiner Meinung nach blöde nervige neue Erscheinungsbild hat benutzte ich es auch nicht mehr. Fazit kein verbessertes GOOGLE + sondern nur noch ein GOOGLE – ☼

Simon Lambrecht 7. Juni 2013 um 12:33 Uhr

Zum angeschnittenen Thema, wie Google das automatisch wissen will, was man lesen will – überlegt mal wie Google Maps in Verbindung mit Google Now mittlerweile funktioniert. Man sucht irgendwas direkt über die Websuche und Google erkennt, dass es irgendwas mit Adresse ist und schon wird man auf dem Smartphone gefragt ob man die Navigation starten will.

Wenn das die Zukunft des Readers bzw. der von Google benannten Nachfolge sein soll, bekommt man wohl mehr vorgesetzt, als man eigentlich lesen möchte.

Thomas 7. Juni 2013 um 16:15 Uhr

“Users with smartphones and tablets are consuming news in bits and bites throughout the course of the day ”

Und EXAKT dieses Verhalten bildet RSS perfekt ab. Ich wähle mir meine Quellen aus und werde automatisch über alles was mich interessiert auf dem Laufendem gehalten.

Und genau das ist Googles Problem mit dem System: Ich alleine habe die Kontrolle über meine Quellen. Ich entscheide was in meinen Feed kommt und was nicht. Ergo: Sie können sich nicht dafür bezahlen lassen, den Usern irgendwelchen promoted Bullshit in den Feed zu spülen, wie Facebook das tut.

Andy 8. Juni 2013 um 05:42 Uhr

Google ist ein Anzeigenkonzern. Benutzer von Google Reader bekomme nie Anzeigen zu Gesicht. Er verbraucht enorm viel Traffic und Google verdient nichts dran. Es ist also nur konsequent den Reader abzuschalten.

OxKing 8. Juni 2013 um 12:05 Uhr

Hätten sie nur Geld verlangt statt den dienst zu schließen, ich hätte augenblicklich 5€ im Monat dafür bezahlt. Kein anderer Dienst ist mir so wichtig wie meine RSS Feeds. Vor allem wegen der Synchronisation von gelesenen Inhalten, zwischen Smartphone, Tablet und PCs.

Fallout Boy 12. Juni 2013 um 19:28 Uhr

Sehe das wie OxKing. Gerne hätte ich etwas für den Reader gezahlt!

Das im Artikel Auffällige ist für mich der Satz “Google plant daher eher den Weg, wie man ihn bereits mit Google Now geht.”. Das klingt für mich zuerst mal so, als ob Google noch keine vernünftige Alternative hat, aber schon mal den Reader ausknipst.

Und wenn mans nochmal intensiv liest, lese ich persönlich heraus, dass Google denkt, mir sagen zu wollen bzw. zu können, wie ich Informationen aufnehmen soll. Wieso sonst “plant man eher den Weg” (für den User), wie man (Google selbst) ihn mit Google Now (bereits) geht”. Und so eben gerade nicht, meine Freunde!


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