Gaming-Rucksäcke: Virtual-Reality hängt an der Nabelschnur

26. Juni 2016 Kategorie: Games, Hardware, Wearables, geschrieben von: André Westphal

gaming backpack msi thumbVirtual Reality halte ich für ein großartiges Konzept… dem die aktuellen VR-Headsets aber weiterhin nicht gerecht werden. Weder Hard- noch Software konnten mich bisher sonderlich beeindrucken. So ist mir der Tragekomfort der High-End-Modelle wie Oculus Rift und HTC Vive zu gering, während mobile Lösungen wie Samsungs Gear VR nicht die Leistung mit sich bringen, die man für hochwertige VR-Erfahrungen benötigt. Jetzt kristallisiert sich ein neuer Trend heraus, um Virtual Reality in bestmöglicher Qualität mit Mobilität zu verbinden: Gaming-Rucksäcke. Das kuriose Ergebnis zeigt für mich aber nur, dass VR noch eine große Baustelle ist.

Bereits Virtual Reality an sich ist aktuell eher noch eine Kuriosität: Außerhalb der Tech-Sphäre sorgen zumindest die massiven HMDs HTC Vive, Oculus Rift und Co. noch für skeptische Blicke. Deutlicher etablieren sich mobile Lösungen wie Google Cardboard, was aber eben auch eher etwas für Gelegenheitsspieler und Co. ist. Google möchte das Feuer in diesem Bezug jedoch noch weiter anfachen und pusht die VR-Unterstützung ab Android N über sein Daydream-Ökosystem. Kein Wunder, dass sich nun PC-Hersteller unter Zugzwang sehen, um High-End-Lösungen für Virtual Reality benutzerfreundlicher zu gestalten. Auf der Computex 2016 konnte man die ersten, leicht schrägen Ergebnisse begutachten: Gaming-Rucksäcke.

hp omen vr backpack

Das obige Bild zeigt z. B. eine Variante von HP. Auch andere Hersteller wie MSI, Zotac und Chaintek haben bereits sehr ähnliche Rucksäcke mit deftiger Gaming-Hardware vorgestellt. Doch das eröffnet die Frage: Wenn es nötig ist, sich quasi wie ein Ghostbuster einen massiven Technik-Rucksack umzuschnallen, um Virtual Reality einigermaßen mobil in bester Qualität zu genießen – kann das eine Zukunft haben? Schwitzende Rücken, regelmäßiges Akkuwechseln nach kurzen Spielzeiten, Last auf den Schultern – ist das die große, virtuelle Freiheit, die Virtual Reality versprechen soll? Stellt euch mal zum Vergleich vor, ihr müsstet einen Rucksack mit 5 kg Gewicht herumschleppen, um eurer Smartphone zu verwenden. Würdet ihr das mitmachen? Ja, ca. 5kg soll z. B. am Ende der Gaming-Backpack von MSI auf die Waage bringen. Veröffentlichen möchte MSI seinen Gaming-Backpack für VR-Fans in der zweiten Jahreshälfte 2016. Man darf auf die Annahme durch Käufer gespannt sein.

chaintek gaming backpack

Neben MSI und HP planen wie gesagt auch noch Chaintek und Zotac Konkurrenzprodukte. Das Modell von Chaintek seht ihr dank der Kollegen von Toms Hardware auf obigem Bild. Im Inneren des Rucksacks stecken unter anderem ein Intel Core i7-6700K sowie eine Nvidia GeForce GTX 980. Kompatibel ist der Gaming-Backpack zur HTC Vive. Zotac wiederum steckt aktuell eher noch in der Planung einiger Details, will aber einen Gaming-Rucksack für Virtual Reality mit ca. zwei Stunden Akkulaufzeit veröffentlichen. In der Vergangenheit hatte auch Gigabyte ein ähnliches Produkt auf der CES 2015 gezeigt, schweigt seitdem aber dazu.

Akkulaufzeit von zwei Stunden klingt nicht gerade vielversprechend. Versteht mich nicht falsch: Angesichts der Tatsache, dass damit ein Gaming-PC befeuert wird, ist das beeindruckend. Aber zwei Stunden Virtual Reality – und dann wieder an die Ladestation bzw. den Akku wechseln – das ist irgendwie nicht das Wahre. Irgendwie ist es ja insgesamt schon spannend, auf was für die Ideen die Hersteller kommen, um die VR-Erfahrungen zu verbessern. Um VR quasi abgekoppelt vom fest aufgestellten Gaming-PC VR nutzen zu können, setzt man auf Rucksäcke und sorgt für mehr Mobilität. Gleichzeitig nimmt das Prinzip für mich persönlich auf diese Weise geradezu absurde Züge an: Wenn ich mit so einem Rucksack durchs Zimmer ächzen soll… dann ist Virtual Reality einfach noch nicht so weit.

Wie sieht denn eure Meinung dazu aus? Sind die Gaming-Backpacks für Virtual Reality ein innovatives Konzept oder eine echte Schnapsidee? Ich bin jedenfalls sehr auf die ersten Reviews und auch die potentiellen Verkaufszahlen gespannt.


 

Anzeige: Der neue Karriereservice von Caschys Blog in Kooperation mit Instaffo. Lass dich von Unternehmen finden. Jetzt kostenfrei anmelden!

Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

André hat bereits 1771 Artikel geschrieben.