Game Over: Bundesnetzagentur zieht sprechende Puppe „Cayla“ aus dem Verkehr

17. Februar 2017 Kategorie: Android, Games, Hardware, iOS, geschrieben von: Sascha Ostermaier

„Gegenstände, die sendefähige Kameras oder Mikrophone verstecken und so Daten unbemerkt weiterleiten können, gefährden die Privatsphäre der Menschen. Das gilt auch und gerade für Kinderspielzeug. Die Puppe Cayla ist verboten in Deutschland“, so Jochen Homann, Präsident der Bundessnetzagentur. „Es geht hier zugleich um den Schutz der Schwächsten in der Gesellschaft.“ Das kann man einer aktuellen Pressemitteilung der Bundesnetzagentur entnehmen. Es geht um die Puppe „Cayla“, ein vernetztes Spielzeug, das Kindern zuhört und ihnen auch Antworten gibt. An sich nicht verwerflich, allerdings in dieser Form in Deutschland verboten.

Der Grund für das Verbot liegt zum einen in der schlechten Absicherung – die Bluetooth-Verbindung ist nicht genügend abgesichert und ermöglicht das Mithören von Gesprächen. Zum anderen aber auch einfach darin, dass man mit der Puppe heimlich Aufnahmen anfertigen kann. Die Puppe „Cayla“ macht dabei aber wohl nur den Anfang, die Bundesnetzagentur möchte auch weitere Spielzeuge überprüfen und gegebenenfalls aus deutschen Läden verbannen.

Eltern, die die Puppe gekauft haben, müssen sich aber keine Sorgen machen, gegen sie wird seitens der Bundesnetzagentur nicht vorgegangen. Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass die Eltern das verbotene Spielzeug eigenverantwortlich entsorgen.

Generell ist das keine einfache Situation mit vernetztem Spielzeug. Die einen verteufeln es sowieso, die anderen sehen es als Chance, Kinder bereits früh in neue Technologien einzubinden. Muss man immer selbst abwägen, wie man das handhabt, am besten fährt man wohl mit einem gesunden Mix. Bei „Cayla“ verstehe ich die Aufregung beispielsweise nicht, immerhin hat man die Puppe ja bewusst gekauft, weil sie vernetzt ist und dem Kind Fragen beantworten kann. Gut, bei „Cayla“ kommt erschwerend hinzu, dass eine Lücke für mehr Angriffsmöglichkeiten sorgt, aber generell fände ich eine Puppe dieser Art weniger problematisch. Das sind Kinder ganz anderen „Gefahren“ ausgesetzt. Aber das ist nur meine Meinung, die muss nicht mit Eurer übereinstimmen.


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Über den Autor: Sascha Ostermaier

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