YouTube Violative View Rate: Künftig gibt es prozentuale Hochrechnungen zu Richtlinienverstößen

Verstöße gegen die Community-Richtlinien bei Googles Video-Streaming-Plattform YouTube sind nicht immer ganz nachvollziehbar. Zumindest gab es da seitens einiger YouTuber immer mal wieder Kritik. Bisher teilte man Gründe mit, aus denen Videos von der Plattform entfernt wurden. Auch jene Berichte der Richtlinienverstöße sollen jedoch nicht immer ganz nachvollziehbar sein. Dies könnte sich auf automatisierte Entfernungen zurückführen lassen, welche nach YouTubes Aussagen durch den Einsatz von maschinellem Lernen jedoch sehr zuverlässig seien. Rund 94 Prozent der Richtlinienverstöße würden automatisiert erkannt, dreiviertel davon gar vor den ersten zehn Aufrufen. So häuften sich seit der Einführung in 2018 die entfernten Videos und Kommentare auf 83 Millionen bzw. 7 Milliarden an.

Künftig wolle man in Sachen Verstöße gegen Community-Richtlinien, eine neue „Kenngröße“ kommunizieren. Die „Violative View Rate“, gibt an, welche Anteile an Inhalten gegen die YouTube-Guidelines verstoßen. Jener prozentuale Anteil fließt in die 2018 eingeführten Berichte der YouTube-Community-Richtlinien ein. Zusammen setzt sich der Anteil aus Aufrufen von Richtlinien-verstoßenden Videos.

Hierzu wählt man einige aus, welche einer menschlichen Prüfung zwecks Richtlinienverletzungen unterzogen werden. So kann YouTube durch Hochrechnungen neben der Zeit bis zum Entfernen nichtkonformer Inhalte auch ermitteln, wie oft nichtkonforme Inhalte aufgerufen wurden und daraus Rückschlüsse über die Effizienz der eigenen Automatismen ziehen. Derzeit liegt die VVR zwischen 0,16 und 0,18 Prozent, so YouTube. Auf 10.000 Aufrufe kommen also 16–18 Videos, die nicht richtlinienkonform sind. Im quartalsweisen Vergleich konnte man gegenüber 2017 eine Verbesserung um mehr als 70 Prozent erzielen.

Die VV-Rate hat sich seit 2017 wie folgt entwickelt:

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Felix Frank

Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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9 Kommentare

  1. Solange Tierquälerei (angebliche Rettungen und essen von lebenden Tieren etc.) legal dort sein darf, gleichzeitig aber YouTuber (Wie zuletzt MiiMii) immer mal wieder gesperrt oder gar für immer gebannt werden, ist die Plattform einfach nur eine Schande.

    https://www.youtube.com/watch?v=AtfXUBUJRZ4

    Permaban bei einem Monopol finde ich sowieso eine Frechheit, wenn nicht massive rechtliche Dinge vorliegen. Denn es gibt nun einmal nur YouTube und keine ernstzunehmende Konkurrenz. Ist das Gleiche wie mit den ungerechtfertigten AdSense Sperrungen damals oder spontante Kontosperrungen bei Google die immer mal wieder vorkommen.

  2. Dieser mimimi hat mehrfach gegen die Richtlinien verstoßen und sich damit den Bann eingehandelt. Dazu gibt es auch einen Kommentar von WBS, der das bewertet.
    Tierquälerei verstößt auch gegen die Richtlinien. Nur muss jemand auch diese Videos melden.

    Nunja, das Hauptziel der Filter ist eh das Urheberrecht. Nur ist es manchmal nicht einfach nachzuvollziehen welche Töne im Hintergrund jetzt als Raubmordkopie gewertet werden. Wenn es da mehr Klarheit gibt, dürften Youtuber das zumindest leichter nachvollziehen können.

    • Ich sehe das auch so, wie du. Die Filter sind nicht wirklich da um die Zuschauer zu „schützen“. Es ist nur Urheberrechtsschutz, manchmal auch nur so „Kollegen unter sich“ und die Kanäle sind gesperrt. Ich glaube aber nicht, dass die Daten für Klarhet genutzt werden, sondern eher um deren Eingreifen zu rechtfertigen.

  3. das thema urheberrecht ist doch eh für die tonne. wenn in zukunft massenweise computergenerierte daten das internet fluten wird das doch sehr „spannend“.

  4. Öffentliche Räume wie YouTube, Facebook, Twitter etc gehören längst staatlich reguliert. Es kann nicht sein dass man je nach Publikum eine Rundfunklizenz benötigt aber darüber hinaus die Plattformen nach Lust und Laune zensieren und die Meinungsfreiheit einschränken können. Aber is ja alles Neuland.

  5. YouTube ist doch schon eine Weile kaum noch interessant. Zum ersten Mal habe ich dort Zensur überhaupt im Netz erlebt. Ich wollte Mal ein Video ansehen, als ich es anklickte stand da nur, dieses Video ist in ihrem Land nicht verfügbar. Das Video hieß „Die Wahrheit über Amerika“, das Video konnte ich dort nicht ansehen. Seit Jahren kann man mit anschauen wie die Inhalte weniger werden. Vor allem scheinen Politik und Corona Kritik nicht erwünscht zu sein.

    Eine staatliche Regulierung möchte ich auf jeden Fall nicht. Ich bin eher für weniger anstatt mehr Staat. Wenn das nicht sowieso schon längst auf anderen Ebenen passiert.

    Bedenklich finde ich die Macht der Großkonzerne. Die auf jeden Fall in der Lage sind gewisse Meinungen zu fördern.

    Auf Dauer werden vielleicht andere Anbieter YouTube ersetzen, es gibt jetzt schon einige Alternativen. Meine Kinder nutzen nur noch wenig YouTube und nutzen bereits Alternativen wie zum Beispiel TikTok.

    • Wenn du weniger Staat und Regulierung willst, hast du dafür mehr Macht bei den Konzernen.
      Und die Konzerne regulieren dann auch Dich.
      Den ungehemmten Kapitalismus kannst du sehr gut in den USA bewundern.
      Ich für meinen Teil finde das nicht erstrebenswert.

    • Und woher weißt du, ohne den Inhalt zu kennen, ob es nicht Falschinformationen waren?
      Wenn der Titel schon „Wahrheit“ schreit.
      Weiterhin faselst du von staatlicher Regulierung, hier handelt aber ein Privatunternehmen. Bei der schieren Menge an Missinformationen die sich im Netz befinden, ohne entfernt zu werden, bilden sich aber in der Tat manchmal Filterblasen.
      Vermutlich aber andere als du befürchtest.

    • Thomas Höllriegl says:

      „Die Wahrheit …“, das sind exakt jene Videos, die man sich NICHT ansehen sollte, wenn man in die Nähe der Wahrheit kommen möchte. 😉

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