Western Digital: Festplatte mit 10 TByte und Helium-Füllung aus PMR-Verfahren

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Der Hersteller Western Digital bringt eine neue Festplatte mit satten 10 TByte Kapazität auf den Markt. Auf den ersten Blick scheint das nichts Neues zu sein, denn bereits im Juni 2015 hatte der Hersteller erste Modelle mit dieser Kapazität vorgestellt. Allerdings handelte es sich damals noch um HDDs mit dem „Shingled Magnetic Recording“ (SMR). Dadurch waren die Festplatten nur für einen kleinen Adressatenkreis geeignet. Denn SMR-Festplatten nutzen Magnetscheiben, auf denen sich die darauf geschriebenen Informationen sozusagen überlappen. Entsprechend sind zur fehlerfreien Nutzung sowohl spezielle Controller als auch spezielle Firmware notwendig. Jetzt hat Western Digital jedoch seine erste HDD mit 10 TByte und mit „Perpendicular Magnetic Recording“ (PMR) angekündigt.

Die WD Ultrastar He10 nutzt das herkömmliche PMR-Verfahren zur Beschreibung mit Daten und kann daher auch in einer deutlich größeren Bandbreite von Systemen zum Einsatz kommen. Wie bei vielen derartigen HDDs mit hoher Kapazität erreicht dieses Modell von Western Digital die hohe Speicherdichte dadurch, dass das Innere mit Helium statt mit Luft gefüllt ist. Durch das Helium sinkt der Laufwiderstand der Magnetscheiben und die einzelnen Platten können dichter aneinander liegen. Auf diese Weise konnte Western Digital also mehr Platter in ein kompaktes Gehäuse quetschen.

western digital ultrastar-he10

Was die Spezifikationen betrifft, so arbeitet die Western Digital Ultrastar He10 mit 7200 Umdrehungen pro Minute und ist optional statt mit 10 auch mit 8 TByte zu haben. In Systeme lässt sich die HDD entweder per SATA mit 6.0 Gb/s oder SAS mit 12 Gb/s integrieren. Der Data Buffer beträgt 256 MByte. Western Digital nennt als Gewicht für die Festplatte 660 Gramm. Wer eine komplette Übersicht über die Spezifikationen der WD Ultrastar He10 wünscht, findet sie hier direkt beim Hersteller.

Die Festplatte soll ab sofort verfügbar sein. Wie hoch der Preis ausfällt, lässt Western Digital in seiner Ankündigung aber noch offen. Da sich die  Ultrastar He10 aber weiterhin an Geschäftskunden richtet, ist damit zu rechnen, dass der Spaß nicht gerade günstig sein dürfte. So spekulieren die Kollegen von Ars Technica beispielsweise auf rund 800 US-Dollar.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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10 Kommentare

  1. Das ist aber HGST und nicht WD. Ja ich weiß, dass HGST zu WD gehört, trotzdem, ich darf doch bitten.

  2. Ob das Helium Einfluss auf mp3s hat, die auf den HDDs gespeichert und abgespielt werden? 😀

  3. Warum macht man HDs eigentlich nicht mit Vakuum?

  4. Ich denke mal einfach ist ein Vakuum einerseits schwierig über die Jahre stabil zu halten und vor allem zweitens: ist das Problem dass man dann keinerlei Wärmeableitung im Raum hat. Das heißt dass die Luft/Helium Wärme im Raum, von Komponenten die dann drohen zu überhitzen.

  5. Mich würde ein Kommentar seitens des Herstellers interessieren, auf welche Betriebs- bzw. Lagerzeit die Festplatten ausgelegt sind, bis das Helium entwichen ist. 4 Jahre? 10 Jahre? Praktisch wahrscheinlich irrelevant, aber dennoch praktisch zu wissen.

  6. @ted:
    1. Wie Hhut richtig geschrieben hat, die kaum vorhandene Wärmeabfuhr.
    2. Der fehlende Luftwiderstand, der durch die Rotation der Platter entsteht. Dieser ist notwendig, um den Lese/Schreibkopf über dem Platter „gleiten“ zu lassen, sonst würde dieser den Platter berühren und einen Head-Crash verursachen, ergo Totalausfall.

  7. Da lobe ich mir die Seagate Archive 8TB ST8000AS0002. 8TB für ca. 220 Tacken. Läuft einwandfrei zu einem unschlagbaren Preis/Leistungs Verhältnis (trotz SMR).

  8. wer braucht 8TB pro Platte ?? Privat meine ich! Für Firmen, mag sein, hat einer von euch wirklich 8TB an Daten im Haus? Also ich habe private Bilder und ein paar Videos, von mir aus 1TB aus den letzten 15 Jahren. Wenn ich da ausmisten würde, dann würde bestimmt ein drittel entfalllen

  9. @Michael
    Für Backups würde ich gut und gerne das doppelte rechnen, sodass für 1 TB Daten schon mal 3 TB an Festplattenkapazität notwendig sind. Musik im FLAC-Format nimmt viel Speicherplatz weg. Ich sehe demnach auch im privaten Bereich Anwendung für diese Größe.

  10. Ich habe jedenfalls mit Filmen, Serien, Dokumentationen von OTR, MP3s, Fotos und Steam Backups schon mehr als 6TB.
    Mir ist gerade erst meine externe 4 TB Seagate Platte verreckt, die gar nicht soo viel genutzt wurde.
    Wahrscheinlich Hitzetot in dem mistigen Gehäuse.
    Jetzt habe ich mir doch mal ne Synology Disk Station zusammen mit einer 6TB WD Red gegönnt.
    Von Seagate lasse ich nun erstmal die Finger.
    Auch wenn die Platten an sich vielleicht langlebiger sind, aber wer weiß das schon…

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