Verbraucherzentralen warnen vor Weitergabe von Gesundheitsdaten

Das neue Jahr fängt für viele Menschen auch mit jeder Menge Fitness an. Technische Begleiter, seien es Fitness-Tracker oder auch Smartphones selbst, helfen bei der Aufzeichnung der Aktivitäten. Allerdings sollte man bei der Weitergabe der Daten Vorsicht walten lassen. Verbraucherzentralen warnen davor, diese an Versicherungen weiterzugeben. Zwar sei es verlockend, wenn man durch den Nachweis bestimmter Aktivitäten eine Belohnung in Form günstigerer Tarife in Aussicht gestellt bekommt, jedoch kann sich dies auch schnell negativ auswirken, beispielsweise im Alter, wenn man nicht mehr topfit ist.

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Aktuell gibt es in der Branche bereits Überlegungen, ob man solche Belohnungssysteme einführen will, der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hat aber bereits klar gemacht, dass der Datenschutz insbesondere bei der Verarbeitung von Gesundheitsdaten höchste Priorität habe. Der Chef des Verbraucherzentralen-Bundesverbands, Klaus Müller, sieht in den Versicherungsmodellen mit Belohnungssystem hingegen eine Abkehr von der solidarischen Versicherung. Außerdem würden die Versicherungen auf diese Weise einen sehr tiefen Einblick in die Privatsphäre erhalten.

Wie sieht es bei Euch aus, wärt Ihr bereit, Eure getrackten Daten mit Versicherungen zu teilen, wenn Ihr dadurch sparen könntet? Trackt Ihr Bewegung, Schlaf, etc. für Euch selbst oder lasst Ihr komplett die Finger davon?

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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17 Kommentare

  1. Ja, tracke ich. Laufen, Schritte, Schlaf. Mehr nicht. Warum auch nicht. Aufgezeichnet wird es so oder so durch den Anbieter des jeweiligen OS. Wenn man mal ehrlich ist, sobald man ein Smartphone in die Hand nimmt, ist man ohnehin Teil des Systems (so nach dem Motto: ‚Teil der Crew, Teil des Schiffs.‘) also warum nicht selbst Vorteile daraus ziehen..?

  2. Erstens ich lasse die Finger davon, und zweitens würde (selbst wenn ich dies tracken täte) niemals an irgendwelche Fremden weitergeben. Was natürlich per se schon schwierig ist, wenn diese Daten irgendwo im Internet abgespeichert werden.

    Ich befürchte jedoch, das vor allem jüngere, diese Daten weitergeben täten. Wenn erstmal eine große Nutzerbasis vorhanden ist, kann man es als verpflichtend einführen.

  3. Das ist ein sinnloses Belohnungssystem, das einige Bewegungsarten gegenüber anderen bevorzugt. Radfahren, Schwimmen, Surfen, Klettern… wie soll ein einfacher Schrittzähler mit der Vielzahl von Sportarten, die zu einem gesunden Lebensstil beitragen können, mithalten?
    Dann geht auch noch der Kampf mit den Fakern los, die sich durch Datenmanipulation Vorteile erschleichen werden…
    Langfristig steht auch zu befürchten, dass das der Anfang vom Ende des Solidarprinzips in den Versicherungen ist, und sich damit viele eine Krankenversicherung überhaupt nicht mehr leisten können.

  4. Wolfgang D. says:

    Vielleicht kommen dann endlich keine Angebote für Penisverlängerungen und Viagra mehr.

  5. Könnte ich die Daten selbst tracken (auf eigenem Server), ohne Zugriff durch Dritte, würde ich mir das eine oder andere schon überlegen. Aber so? No way.

  6. Ich tracke überhaupt nichts. Und selbst wenn, würde ich diese Daten niemals an eine Versicherung oder sonstigen Dritten freiwillig weitergeben.

  7. Ich tracke seit Jahren meine Sportaktivitäten. Früher manuell bei jogmap und seit ich ein Smartphone habe bei Endomondo. (Da habe ich manchmal auch ein gemischtes Gefühl.) Diese Daten an meine Krankenversicherung geben? Niemals. Auch nicht für einen noch so günstigen Tarif.
    Sport ist mein Hobby und mein Ausgleich zur Arbeit. Und ich betrachte es als meine Sache. Und da hat es die Krankenversicherung nicht zu interessieren, ob ich pro Woche zehn Minuten oder zehn Stunden Sport mache. Zumal die KV unter Umständen dann „mitreden“ möchte, welche Sportarten ich doch bitte zu machen habe.
    Fazit: Forget it!!!

  8. Weitergabe kommt für mich nicht in Frage. Aus meiner Sicht geht es doch hier echt nicht um „Belohnungen“ sondern nur darum den Profit der Krankenkassen anhand von sehr tiefreichenden Infos zu steigern.

  9. Wenn die Versicherer die Daten bekommen und ein Belohnungssystem etablieren, dann wird daraus schnell eine Bestrafung für die, die ihre Daten nicht weitergeben wollen. Und warum sollte ich meinem Versicherer mehr trauen, als meinem Nachbarn? Vor dem breite ich auch nicht haarklein meine gesundheitliche Verfassung aus. Und wer schützt vor Missbrauch oder falsch zugeordneten Daten? Auch bei der Schufa werden immer wieder Daten falsch zugeordnet und mancher fragt sich, warum er keinen Kredit bekommt.
    Tracking und Weitergabe meiner Daten? Sicher nicht!

    Wer ständig sich selbst im Focus hat und sich selbst optimieren will, ist in meinen Augen ein dem neoliberalen Credo unterliegender Narzisst.

  10. Aus einer anderen Perspektive habe ich mich dem Thema heute auf Laufsteiger.de genähert: http://www.laufsteiger.de/2015/01/02/habe-ich-davon-meiner-versicherung-fitnessdaten-zu-uebermitteln-mit-umfrage/

    Ich finde dass die Grundidee absolut Top ist und würde mich daran beteiligen. Leider liegt bei solchen Dingen in der Regel eine enorme Diskrepanz zwischen Grundidee und Umsetzung, so dass für den Nutzer häufig kein Benefit übrig bleibt.

  11. Datenschutz kennt die junge Generation nicht mehr. Die ist nun mal die Zukunft

  12. Wenn sich das finanziell für mich lohnt gerne. Sehe darin kein Problem, wenn man für einen gesunden Lebensstiel belohnt wird :).
    Die erfassten Daten sind nicht wirklich weltbewegend. Vor allem wenn man bedenkt, dass man bei den Meldeämtern Adressen kaufen kann und allerlei Auskünfte über Personen bekommt.

    Wer meint sich eben nicht bewegen zu wollen und immer nur Zucker essen zu müssen => kein Mitleid.

  13. Wolfgang D. says:

    @Hans
    Du würdest dich auch bestimmt selber abtreiben, weil deine Gene nicht 100%ig sind, oder?

  14. @ Wolfgang D.: Krass gesagt, aber Du hast 100% Recht. So manch einem blind Fortschrittsgläubigen wünsche ich bisweilen, dass er die Folgen seines blauäugigen Handelns mal schmerzhaft erfährt. Und dann: => kein Mitleid.

  15. Jeder sollte die Freiheit haben mit seinem Körper so umzugehen, wie er möchte. Man darf nicht vergessen, dass zum Solidarsystem auch die Rentenversicherung gehört. Gesunde Menschen empfangen womöglich 20 Jahre länger Rente und erzhalten andere Vergünstigungen. Wer Sport machen möchte, sollte das allein für sich tun. Dafür gibt es eine Menge guter Gründe, aber keinen finanziellen Vorteil für die Solidargemeinschaft.

  16. Tja, wie war das nochmal mit den privaten Krankenkasse? Man zahlt drauf, wenn man alt ist. So wird das beim Belohnungssystem ebenfalls sein. Je älter man wird, desto teurer wird es, weil man automatisch anfälliger wird.
    @Hans: Seit wann sind Adressen schlimmer als Gesundheitsdaten? Wie kann es sein, daß ein Arzt mit so wenig Informationen bereits Diagnosen stellen kann, wenn sie nichtssagend sind. Wieviele Erkrankungen sind nicht selbstverschuldet?
    @Poldi: Falls solche Daten gespeichert werden, liegen sie erst einmal bei Google. Daß sie aber nicht gespeichert werden sofern keine entsprechende App vorliegt ist auch bekannt. Desweiteren: GPS aus und schon brächten die Daten nichts, selbst wenn sie dennoch gespeichert werden müssen. GPS sollte eh nur bei Bedarf eingeschaltet werden. Und falls jetzt der Einwand kommt GPS bräuchte man nicht: Wenn all die Daten rund um die Uhr gespeichert werden, wie sollten sie analysiert werden? Man weiß ja nicht was der Nutzer gerade tat, die Daten wären nicht auswertbar. Dazu muß eine Korrelation zwischen Daten und Tätigkeit vorliegen. Nutzt man eine App, gibt man manuell den Startschuß für eine gewählte Tätigkeit, nutzt man keine, können Veränderungen in den Aufzeichnungen alles mögliche sein. Ich weiß wovon ich da rede, ich habe beruflich mit medizinisch-biologischen Daten zu tun.
    Neben einer Überwachung liegt eine große Gefahr in einer Ausgrenzung derer, die von Geburt an durch Vererbung gesundheitlich angeschlagen sind. Und so ein System zu fördern läßt mich schaudern.

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