Underground Economy: BKA gelingt Schlag gegen Internet-Kriminalität

artikel logo neutralUnderground Economy. Bezahlt wird oftmals in digitaler Währung, neben gestohlenen Daten (Zugänge, Kreditkartendaten und Co) werden auch andere Dinge vertrieben, neben Pässen sind es auch Drogen oder Waffen. Dem Bundeskriminalamt ist nach eigenen Aussagen ein größerer Schlag gelungen, bei internationalen Durchsuchungen gab es Festnahmen bei mutmaßlichen Betreibern und Nutzern, zudem wurden fünf Plattformen beschlagnahmt. Laut BKA haben Polizeibeamte des Bundeskriminalamtes, von zwölf Bundesländern und ausländischer Partnerdienststellen in Bosnien-Herzegowina, der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden, Litauen und Russland am 23.02.und 24.02.2016 insgesamt 69 Wohnungen und Firmenräume im In- und Ausland durchsucht und neun dringend Tatverdächtige festgenommen.

bka

Hier hatte man längere Zeit ermittelt, da auf besagten Plattformen mit Gütern wie Waffen, Betäubungsmittel, Falschgeld, gefälschte amtliche Ausweise (z.B. deutsche, niederländische und italienische Personaldokumente) und ausgespähte Daten (z.B. Kreditkarten- und Online-Banking-Daten und „gehackte“ Zugänge zu verschiedenen Internetdiensten) gehandelt wurden. Darüber hinaus umfasste die Angebotspalette laut BKA-Infos auch Dienstleistungen, beispielsweise die Infektion von Computern mit Schadsoftware oder DDoS-Attacken, Anleitungen zur Begehung von Straftaten und illegale Streaming-Dienste.

Anlässlich der Durchsuchungen wurden zwei weitere mutmaßliche Administratoren von UE-Foren, ein 21-jähriger deutscher Staatsangehöriger aus dem Münsterland und ein 29-jähriger deutscher Staatsangehöriger aus Niedersachsen, festgenommen. Der 21-jährige Beschuldigte soll – neben seiner Tätigkeit als technischer Administrator auf zwei UE-Foren – seit 2012 auch eine illegale Streaming-Plattform betrieben haben, über die er u.a. Zugänge zu kostenpflichtigen Sportsendungen- und Filmen angeboten haben soll. Gegen die beiden Beschuldigten wurde ebenfalls Haftbefehl erlassen; sie befinden sich in Untersuchungshaft.

Nicht nur Verhaftungen gab es, die Beamten stellten auch Beweismaterial sicher, PCs, Speichermedien, knapp 150.000 Euro und zwei Bitcoin-Tresore. Mehrere Server in Frankreich, den Niederlanden, Litauen und Russland konnten zudem beschlagnahmt werden. Sie wurden mit einem Banner versehen, wie hier im Beitrag zu sehen.

(danke björn!)

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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10 Kommentare

  1. Um welche Seiten handelt es sich denn? Oder ist das etwa „streng geheim“?

  2. Bitcoin Tresor klingt irgendwie lustig. ^^

  3. Vielleicht liege ich falsch, aber bedeutet diese Nachricht nicht, dass Tor die Probleme nicht in den Griff bekommt und weiterhin massiv deanonymisiert wird (oder zumindest werden kann)?

  4. Ich glaube ja eher das die über Monate Dinge bestellt haben bis die irgendwas zurück zu einer Person verfolgen konnten und dann von da aus weiter ermittelt haben. Ist ja meistens so das sich die Leute selbst deanonymisieren. Sei es über eine Email die sie dann vom falschen Ort aus abrufen oder das zu viel gequatscht wird.

  5. plerzelwupp says:

    Ich vermute, dass es eher die hinterlassenen Spuren sind – Bezahlwege, Abholstationen, Kontaktaufnahmen. Weniger das eigentliche Verschlüsselungssystem des Tor-Netzwerks, das die wahren IP-Adressen verschleiert (wenngleich es auch hier Möglichkeiten gibt – siehe Skandal um Carnegie-Mellon-Universität). Möglicherweise auch anfällige Webseiten und/oder falsch konfigurierte Software, möglicherweise ein Mix aus all dem. Um es mit den Worten Carl Valentins zu sagen: Sicher ist, dass nichts sicher ist 🙂

  6. besucherpete says:

    Vollständige Anonymität kann und wird es im Internet nicht geben (können). Es ist immer nur eine Frage des Aufwandes, den die andere Seite bereit ist, zu betreiben.

  7. Kann mir vorstellen, dass der Strafprozess lange dauern kann, der Steuerzahler wirds freuen? Wie wird das Gericht die diversen Straftaten und die Täter be- und verurteilen?!.

  8. @Malabar
    Im Fall der illegal angebotenen Zugänge und Downloads von diversen Medien mindestens lebenslang. Für den Handel mit Drogen und Waffen sicher nur drei Jahre und ein bisschen.

    Na, wollen wir hoffen, dass bei dem multinational angelegten Zugriff sämtliche Behörden gute klassische Ermittlungsarbeit geleistet haben. Der Aufwand und die Zusammenarbeit lässt aber meiner Meinung nach darauf schließen.
    Wäre übel, wenn Tor da so gravierende Lücken hätte, in so kurzer Zeit einen solchen Zugriff zu ermöglichen.

    Und so am Rande: Wenn dieser Erfolg auf gute Ermittlungen zurückzuführen ist, braucht es auch keine VDS. Auf der anderen Seite würde es mich nicht überraschen, wenn die hier zum Einsatz kam. Was dann dem Schlag gegen diese Kriminellen einen faden Nachgeschmack verleiht. Denn dann müssen die irgendwie mit Terrorismus in Verbindung gebracht werden. Und das scheint mir bei Verletzungen des Urheberrechts dich etwas weit hergeholt. Selbst beim Handel mit Waffen und gefälschten Papieren würde ich annehmen, nutzen Terroristen sicher ihre eigenen Quellen.

  9. @icancompute
    lebenslang plus drei jahre 😉 ob sie tatsächlich solange „einsitzen“ wohl eher nicht.

  10. @Malabar
    Sollte eine Anspielung auf die Unverhältnismäßigkeit diverser Strafen im Vergleich zwischen Urheberrechtsdelikten und Mord/Totschlag etc. sein. Mit Waffen kann man meiner Ansicht nach mehr Schaden anrichten, als mit einem illegal zum Download angebotenen Film.
    Wenn es um Wirtschaftsdelikte geht, sind gefährdete Menschenleben ja auch gerne mal zweitrangig, wenn man so manches Urteil dazu liest. Demnach halte ich es tatsächlich für möglich, meinetwegen 15 Jahre Haft für die Raupkopierer, ohne Aussicht auf vorzeitige Entlassung zu verhängen. Was im Übrigen in Deutschland ggf. einem lebenslangen Freiheitsentzug mit der Möglichkeit auf vorzeitige Entlassung entspräche (https://de.wikipedia.org/wiki/Lebenslange_Freiheitsstrafe#Deutsches_Strafrecht).

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