Umfrage: Informatik als Pflichtfach?

Eine aktuelle Umfrage des Branchenverbandes BITKOM hat das Thema „Informatik-Unterricht als Pflichtfach“ zum Inhalt. Eine der Thematiken, die in unserem Neuland Podcast immer wieder besprochen wird. Vorab möchte ich sagen, dass es als Außenstehender natürlich immer einfach ist, etwas zu fordern.

Fotolia_58476986_S_copyright

Man steckt halt nicht drin in Vorgaben und Prozessen, die vielleicht für eine Verbesserung von bestimmten Dingen notwendig sind. Natürlich kann ich mich hinstellen und sagen, dass ich dafür bin, dass der Informatik-Unterricht zum Pflichtfach wird – frühstmöglich. Das ist dann eine Aussage, die nicht beachtet, was dafür wegfallen könnte.

Sollen Schüler mehr Unterrichtszeit aufbringen, damit ihnen der Umgang mit der Informatik beigebracht wird? Sollen vermeintlich „uninteressante“ Fächer eingedampft werden, damit Informatik mehr in den Fokus rückt? Natürlich könnte man sagen, dass heutzutage der Religionsunterricht (alternativ Werte & Normen) verkürzt werden könnte, doch auch gerade dieser vermittelt oftmals extrem wichtige Werte, so jedenfalls meine Meinung.

Der Branchenverband BITKOM hat 1004 Menschen aus verschiedenen Schichten befragt, diese Umfrage wird als repräsentativ bezeichnet. Nun sind Leser dieses Blogs vorbelastet und sicherlich nicht als repräsentativ zu bezeichnen, doch mich interessiert auch eure Meinung. Rücken wir alle organisatorischen Fragen in den Hintergrund, wie man so etwas bewerkstelligt und stellen uns zum Abschluss dieses Beitrages einmal selbst die Frage, ob wir für Informatik als Pflichtfach sind.

Die Umfrageergebnisse werden wir dann in den nächsten Tagen einmal aufarbeiten und in einen separaten Beitrag zur Verfügung stellen. Nun erst einmal zu den Ergebnissen der BITKOM-Umfrage.  Informatik sollte demzufolge verpflichtendes Unterrichtsfach an allen weiterführenden Schulen werden. Diese Forderung unterstützen 78 Prozent der Befragten.

19 Prozent sind für die Einführung, auch wenn andere Fächer darunter leiden würden, 59 Prozent wünschen sich Informatik als zusätzliches Fach. Eltern mit schulpflichtigen Kindern legen besonderen Wert auf Informatik-Unterricht: 85 Prozent wünschen sich ein verpflichtendes Fach, weitere 14 Prozent halten freiwillige Angebote für ausreichend.

Nur jeder sechste Bundesbürger (17 Prozent) wäre der Umfrage zufolge auch mit einem freiwilligen Unterrichtsfach Informatik zufrieden – quasi das, was ich vor über 20 Jahren schon als Computer AG hatte. 3 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass man auf dieses Fach verzichten könne.

Die größte Zustimmung zu einem Pflichtfach Informatik gibt es bei den 30- bis 49-Jährigen. Hier wünschen sich 82 Prozent der Befragten das Pflichtfach. Doch auch bei den über 65-Jährigen, die am skeptischsten sind, stimmen mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Einführung zu.

Nun zu euch – die Frage stellte ich euch weiter oben schon: seid ihr für Informatik als Pflichtfach an weiterführenden Schulen? Den Alters- und Eltern-Hokuspokus lasse ich jetzt einfach mal weg und versuche die Fragestellungen wiederzugeben, wie sie auch vom BITKOM genutzt worden. Ich danke für eure Teilnahme!

Informatik als Pflichtfach?

View Results

Loading ... Loading ...

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Das könnte dir auch gefallen…

Mit dem Absenden eines Kommentars willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

68 Kommentare

  1. Klares ja, aber!

    Da muss qualifiziertes Personal zur Verfügung stehen, sonst kommt dabei am Ende nur ein heilloses Chaos dabei raus. Daher würde ich momentan davon absehen.

  2. Eine gewisse Grunderziehung was den Umgang mit PCs und im speziellen Office angeht fand bei uns bereits in der Grundschule statt. In anderen Fächern wurde dann auf dem Gymnasium auch immer mal wieder auf einen PC-Raum gesetzt. Das reicht mMn nach auch, wer das Thema Informatik wirklich vertiefen will, kann ja diesen Weg einschlagen.

  3. Ich bin der Meinung, dass es auch noch andere Leute also Informatikbegeisterte gibt. Wat soll nen Bäcker mit Programmierkenntnissen? 😀

    Also die Option, mehr über die Informatik zu lernen, kann gerne da sein. Nur nicht zur pflicht werden lassen … es ist doch jetzt schon nervig, diese Möchtegerne Informatiker mit „gefährlichem Halbwissen“ (war das net in eurem Podcast drin 😀 ) ankommen.

    Wenn in dem Fach Informatik, die Gefahren im Netz und der grundsätzliche Umgang mit dem Computer oder den neuen Medien gelehrt wird, dann gerne auch als Pflicht. Meiner Meinung nach wird das aber auch schon gemacht. Mein kleiner Bruder erzählt zumindest davon und der ist momentan in der 5. Klasse (naja Sommerferien und kommt jetzt in die 6.) in Niedersachsen (Heidekreis).

  4. Was verstehst Du denn im Sinne dieser Umfrage unter einem Fach „Informatik“?
    a) Office, Internet, Medienkompetenz?
    b) PC-Architekturen, Algorithmen, Programmiersprachen?

    Ich verstehe unter Informatik „b“, aber halte das als Pflichtfach für unnötig, das brauchen nur Leute, die sich ernsthaft für einen Job in der Branche interessieren.
    „a“ hingegen scheint heutzutage dagegen sehr sinnvoll zu sein, ich käme jedoch nicht auf die Idee, so ein Fach „Informatik“ zu nennen.

  5. kettchenkuno says:

    Am Ende werdet Ihr merken daß man Bits und Bytes nicht essen kann…
    Nein, als Pflichtfach muss das nicht sein.

  6. Jein.

    „Informatik“ als technisches Fach, Datenverarbeitung etc. eher nein. Wenn dann nur kurz für die Basics. Jeder sollte Computer bedienen können, aber nicht jeder muss programmieren.

    Was ich viel wichtiger fände wäre ein Fach über Lernen, Informationsbeschaffung, objektive Quellenbewertung, Medienkompetenz, Soziale Medien usw. Ein Fach das all sowas zusammenfasst wäre für meine Begriffe mal dringend notwendig.

  7. deadbeatcat says:

    Ich finde die ganze Debatte eigentlich ziemlich unnötig. Da von einem durchschnittlichen Angestellten allenfalls Anwenderkenntnisse abverlangt werden, ist Informatikunterricht an Schulen so nötig wie Religion oder Ethik – also kann aber muss nicht. Zumal wir uns heute in einer Zeit befinden, in der Kinder von kleinauf lernen mit IT umzugehen. Sollte man den Infokmatikunterricht tiefgreifender gestalten wollen als dies heute der Fall ist, braucht es deutlich besser ausgebildetes Lehrpersonal, als das, welches auf dem Stand der Mitt-90er ist. Ich finde das übersteigt aber die Aufgaben allgemeinbildener Schulen und gehört mehr in den Bereich der Berufsausbildung bzw. gymnasialen Oberstufe

  8. Das ganze Schulsystem muss mal überarbeitet werden. Bestimmte Sachen sollten bis zu einer gewissen Klasse Pflicht sein, danach sollte möglichst viel zur Wahl stehen, sodass man sich als Schüler aussuchen kann, was man lieber lernen will. Mit ner gewissen Pflichtanzahl der Wahlfächer würde das sogar gut funktionieren. Was hab ich so viel unnötige Sachen in der Schule gelernt.

  9. Ich glaube viele differenzieren hier nicht. Viel wichtiger als Informatik fände ich ein Fach Medienkompetenz. Viele Fachfremde halten das leider inetwa für das gleiche.
    Caschy, wäre schön, wenn du das noch in die Umfrage mit aufnehmen könntest.

  10. Sollte schon Pflicht sein, auch wenn dann so wahnsinnig wichtige Fächer wie BK darunter leiden. Anfangs Grundlagen, also Rechner zusammenbauen, Betriebssystem aufsetzen und etwaige Fehler beheben. Dann leichte Programmieraufgaben um Abläufe zu automatisieren(Batch/Shell), und dann später als Wahlfach Informatik mit richtiger Programmierung.

  11. Sehe es wie Matze: Grundlegendes Wissen, wie man einen PC bedient und vielleicht auch noch die Grundlagen wie das denn überhaupt funktioniert wäre definitiv sinnvoll als Pflichtfach.
    Programmieren etc. sollte weiter freiwillig bleiben.

    @kettchenkuno: Ohne „Bits und Bytes“ hätten ich und viele Millionen andere nichts zu Essen auf dem Tisch… just sayin‘

  12. Hallo Caschy.
    Ich als Lehrer und auch noch als einer der Informatik unterrichtet, kann mal kurz berichten.
    Ja, an fast allen Schule ist es so, dass es kaum wenn nicht gar keine studierte Informatiker gibt (ich auch). Es sind fast alles Lehrer, die andere Fächer studiert haben und das Fach Informatik aus Begeisterung unterrichten.
    Denn: Wer Informatik studiert hat, der verdient außerhalb der Schule das dreifache und wäre schön blöd sich mit Minecraft-Junkies abzugeben.
    Zur Ausstattung kann ich sagen, dass meine Schule gut ausgestattet ist und ich dabei meine Kollegen unterstütze das Fach auch zu unterrichten.
    Blöde Office Anwendungen kann jeder vermitteln und wird in allen Fächern geübt.
    Wir haben an unserer Schule Fisher-Technik und mehrere Arduino Boards. Ansonsten wird Html/CSS vermittelt. Mit Scratch wird viel gearbeitet. Grundlegender Netzwerkaufbau (Heimnetz bis Internet).
    Programmierkurse gibt es laut Curricularen Vorgaben sowieso nicht mehr.
    Ich bin gerade dabei eine Möglichkeit zu finden Windows-Tablets (mit Stylus, da gibt es nicht viele.) zu finanzieren, damit die in den täglichen Unterricht eingebaut werden können.
    Sämtliche Fortbildungen, die ich zu dem Thema gemacht habe, waren für den Arsch, weil die Dozenten leider selten Ahnung haben. Teilweise können Fragen nicht beantwortet werden, dann habe ich schon mal eine Fortbildung an mich gerissen und fortgeführt. Teilweise sind Hardwarekenntnisse nicht vorhanden.
    Das ist halt wie in allen Bereichen der Schulpolitik – nur kosten darf es nichts.
    Nichtsdestotrotz unterrichte ich das Fach mit Begeisterung, weil es Teil meines Hobbys ist.

  13. Die Schule ist dafür da, um wichtige Grundlage für das spätere (Berufs-) Leben zu erlernen. Und gerade in Zeiten wo selbst ein Mensch mit einem menschennahen Job (z.B. Sozialarbeiter) stundenlang am PC sitzen muss, fragt man sich, warum kein Basiswissen in verschiedenen Office Anwendungen während der Schulzeit vermittelt wird.
    Eigentlich braucht jeder junge Mensch heutzutage schon einen PC mit einem sinnvollen Schreibprogramm, den Umgang muss man aber selber lernen. Ich hatte in bisher 12 Jahren schule etwa fünf Stunden Crashkurs „Office“, sollte aber schon u.a. am Computer eine Arbeit mit ~10 Seiten alleine schreiben – falsche Formatierungen hätten hier zu Abzügen in der Punktevergabe geführt

  14. Da ich selbst schulpflichtige Kinder habe und den Niedergang unseres Bildungssystem so hautnah tagtäglich erlebe (und früher schon selbst ansatzweise erlebt habe), sage ich klar NEIN dazu.

    Warum?
    Es ist leider inzwischen so, dass bereits an der Grundschule viel zu viel Unterricht ausfällt und der übrige Unterricht alles andere als didaktisch perfekt und effektiv organisiert ist.
    Letzten Endes verlassen die Kinder bspw. die Grundschule OHNE die notwendigen Grundlagen (bspw. 1×1) gut zu beherrschen.
    Auch in der anschließenden Eingangsstufe der weiterführenden Schulen ist blankes Chaos an der Tagesordnung. Krankheitsbedingte Ausfälle wechseln sich mit Studientagen ab (jeder normale Arbeitnehmer muss sich am Wochenende und nach Feierabend weiterbilden, Lehrer lassen dafür Unterricht ausfallen).

    Die Endergebnisse unseres Schulsystems sind ja dank PISA inzwischen bekannt – nur zieht leider niemand daraus die richtigen Schlüsse.

    Generell ist gerade bei unseren Lehrkräften leider ein eklatanter Mangel an Organisationstalent zu beklagen. Selbst kleinste „Probleme“ führen zu Unterrichtsausfall, wo früher mal eben eine Lösung gefunden werden konnte.
    Oder immer wieder anfallende Aufgaben (bspw. die Organisation von Schulausflügen, Sportfesten, Exkursionen, usw.) gerät jedes mal zum try-and-error Prinzip.
    Früher gab es wenigstens noch Lehrer, die so eine Organisation einmal perfekt aufsetzten und dann jedes Jahr (mit Anpassungen) einfach wieder aus dem Hut zauberten. Heute scheint nach jedem „Event“ ein Reset zu erfolgen und beim nächsten mahl ist der Le(e/h)rkörper wieder völlig planlos.

    Schon zu meiner Zeit gab es nur wenige Lehrer, die Organisationstalente waren, aber heute….
    Und da soll noch zusätzlich Informatik als Pflichtfach angeboten werden? Never… Die armen Schüler!

    Als Wahlfach gerne. Wenn es dann (wie zu meiner Zeit an meiner Schule) noch zu einer Kombination aus wissbegierigen Schülern und engagierten Lehrern kommt, wird das Ergebnis sehr gut. Andernfalls ist Langeweile und Zeitabsitzen programmiert.

  15. Christian Reich says:

    Mich würde interessieren, was in dem Fall mit „Informatik“ gemeint ist. Geht es rein um die Vermittlung (anwendungs-)technischer Kompetenzen, so wie es z.B. in meiner (zugegebenermaßen schon länger zurückliegenden) Schulzeit der Fall war? Oder werden auch Kompetenzen vermittelt, die eine Steigerung der Medienkompetenz zur Folge haben sollen (z.B. Medienkunde, Medienkritik, Mediengestaltung, Mediennutzung)?

    Ich persönlich denke, dass mit einem verpflichtenden Schulfach „Informatik“ höchstens der Anfang gemacht werden kann. Die Forderung müsste ganz klar heißen: Die Vermittlung von Medienkompetenz fächerübergreifend als Modul in die Rahmenlehrpläne aller weiterführenden Schulen bundesweit aufzunehmen. Leider sind (so zeigen es meine eigenen Erfahrungen) die Schulämter der Länder noch lange nicht bereit die gesellschaftliche Relevanz des Themas zu erkennen.

  16. Wie hier viele schon geschrieben haben, muss für so eine Umfrage erstmal Informatik definiert werden. Die meisten wollen wohl eher eine EDV/Medienlehre, anstatt Informatik.

    Wobei selbst Firmen den Unterschied nicht kennen, sie suchen Informatiker, die Anfordungen entsprechen aber eher einen Wirtschaftsinformatiker.

  17. Das Problem sind hier meist die nicht vorhandenen oder inkompetenten Lehrkörper aowiue die damlichen Lehrpläne. Die NRW Abitur aufgaben in Informatik waren in den letzten Jahren einfach nur billig…

  18. um ehrlich zu sein halte ich nicht viel davon, dass man informatik zum pflichtfach macht. zumindest nicht, wenn ich an meinen eigenen informatikunterricht denke. das war mehr als eine AG, aber wir haben in erster linie programmieren mit turbo pascal gelernt.

    und wenn der informatikunterricht auf einer solchen technischen ebene bleibt, dann bringt das keine medienkompetenz bzw. nur eine teil von medienkompetenz. sinnvoller scheinen mir initiativen wie „keine bildung ohne medien“ (http://www.keine-bildung-ohne-medien.de), die medienanwendung und die auseinandersetzung um medien sowie soziale und gesellschaftliche implikationen nicht aussen vor lassen.

  19. Nun, das was WIR hier als Informatik verstehen, hat sich in den letzten Jahren doch stark gewandelt. Gerade in Zeiten von Tablet’s und Smartphones.

    Muss man wissen, wie ein Rechner funktioniert, was Office und Co sind ? Eigentlich nicht, für mich sind es schlichtweg Werkzeuge, die uns das Leben ( manchmal ) vereinfachen, aber wie bereits erwähnt, ist das nicht Existenziell.

    Ich hab mal morgens in der S-Bahn eine Trupp Jugendliche ( 15/16 ) erlebt, die für einen EDV-Test gelernt haben und ich war erschreckt, wie wild da die Begriffe durcheinander geworfen wurden.

    Aber ich kenne mich nicht bei Auto’s aus, will ich auch nicht, dafür gibt es auch Spezialisten und deren Nomenklatur ist auch nicht zwingend erforderlich.

  20. Was genau ist denn Informatik? Ist es der Umgang mit informationsverarbeitenden Maschinen? .. Was beinhaltet das Schulfach Informatik? Ich glaube, die Vorstellungen gehen da bei den BITKOM-Befragten sehr weit auseinander und decken sich vermutlich weder mit denen der Leserschaft dieses Blogs noch mit der Vorstellung, die z.B. die Gesellschaft für Informatik hat. Für die älteren, befragten Menschen gehört vielleicht das Ein- und Ausschalten sowie die Handhabung gängiger Office-Pakete oder sogar nur die Beseitigung der Angst vor der Technik dazu. Für jüngere vielleicht die Absicherung der Kommunikation usw.. Diese Themen sind allerdings nicht Bestandteil der Kerninformatik. Also bevor so eine Umfrage erstellt und ausgewertet wird, sollte dem Befragten schon klar sein, was da eigentlich gefragt wird!

  21. Man könnte Informatik und EDV/Medienkompetenz eigentlich mit den bereits vorhandenen Fächern kombinieren. Mathe und Physik(ev. noch Chemie) können sich um Teile der Logik und Elektrogrundlagen kümmern, während Sozialkunde (heisst das heute noch so?) und ev. Ethik sich um die Medienkompetenzen kümmern – dazu dann vielleicht noch eine Stunde wöchentlich für die praktische Anwendung.

    EDV an sich ist nicht relevant, dass bekommen die meisten Kinder heute sowieso schon privat mit, da sollten soziale Fächer und Sport nicht drunter leiden, die kommen ja heute shcon zu kurz.

    Ich fand’s bei mir übrigens erstaunlich, wieviele Informatik studieren wollten, bis man sie aufklärte, worum’s da geht, das reine Programmieren ist ja nur ein winziger Teil…

  22. Schüler 1001 says:

    Hallo,

    Ich durfte bereits selbst 2 Jahre Informatik an unserer Schule miterleben.
    Unser Lehrer war Ende 50 und hatte das Fach nicht studiert. Wir haben das Programmieren mit Delphi und Prolog (mehr oder weniger ausführlich) gelernt, haben uns grundlegend mit Netzwerken befasst und etwas über Datensicherheit diskutiert.

    Dabei gab es aber auch ein gefährliches Halbwissen, ein Beispiel: „Die Verschlüsselung der aktuell eingesetzten Verfahren (RSA) basiert auf Primzahlfaktorisierung. Ein 128-bit Schlüssel besteht aus einer Zahl mit 128 Stellen(Produkt) , die in 2 Faktoren(Primzahl) zerlegt wird. Das ist dann der Schlüssel für die verschlüsselte Datei“.

    Später hat sich heraus gestellt, dass das nicht ganz der Wahrheit entspricht.

  23. Namenlos, weil Cookies gelöscht... says:

    Spannendes Thema.
    Ich persönlich finde es wichtig, das die Menschen/Schüler ihre Interessen ausbauen und vertiefen können. Ob es nun mit einem Pflichtfach, oder einer AG geschieht, ist m.M.n. nicht wirklich wichtig. Wichtig ist nur, das die Kinder/Menschen/Schüler positiv Unterstützt werden. Denn was nützt der ganze Krempel in der Schule, wenn er dröge oder unmotiviert vorgetragen wird? Begeisterung für bestimmte Themen zu übertragen und zu vermitteln ist allerdings bestimmt auch nicht unbedingt einfach in Zeiten, wo jeder nur an seine Kohle denkt, die er verdienen muss, um seine Miete zahlen zu können oder ihm aufgebrummte Rundfunkgebühren…

  24. Ja!
    Auch wenn andere Fächer darunter leiden. Religion hat IMHO an der Schule nichts verloren, die ethischen Themen könnten in sozialen Fächern untergebracht werden.
    Mein Sohn hatte vor ca. 7 Jahren freiwillig Informatik besucht (am Gymnasium, Oberstufe). Der Lehrer versuchte, objektorientierte Systeme mit MS-Word zu vermitteln. Für mich als Informatiker war das – interessant.
    Die beiden Hauptprobleme sehe ich in der Ausbildung der Ausbilder (Lehrer) und beim Geld (für ausreichende Hard- und Software).
    Im Informatik-Unterricht sollten auch die Gefahren des Internets untergebracht werden – ein Thema, das heut sicher (fast) jeder so dringend braucht wie die Grundrechenarten.

  25. Ich denke auch, dass „Informatik“ an sich viel zu weit gefasst ist. Soll es an den Schulen darum gehen, einen Serienbrief mit einem beliebigen Office-Produkt zu erstellen, hübsche HTML/CSS-Seiten zu basteln oder doch Algorithmen und Programmiersprachen zu erlernen?
    Informatiker (mich eingeschlossen) haben ihren Ruf weg. Ob negativ oder positiv, kann jeder selbst entscheiden, daher sollte diese Bezeichnung nicht überstrapaziert werden.
    Man kann aber ganz pragmatisch herangehen und sich fragen „Was soll den Schülern eigentlich genau mit einer Ausweitung des Informatik-Unterrichts vermittelt werden?“ Und spätestens an dieser Stelle sollte man doch erkenen, dass es um die Integration von Computer-Technik in das alltägliche Leben geht. Warum lehrt man nicht integrativ Computer-gestütztes Briefe-/Aufsätze-Schreiben im Deutsch-Unterricht, HTML/CSS-Gestaltung im Kunst-Unterricht, MIDI-Komposition im Musik-Unterricht, Algorithmen und ihre diversen Darstellungsformen im Mathematik-Unterricht und Datenbank-Grundlagen als Teil der Taxonomie im Biologie-Unterricht?
    Nachteil: Die Lehrer müssten ihre seit 20 Jahren gültigen Lehrmethoden und Arbeitsblätter an die Gegenwart anpassen und den ein oder anderen Kurs besuchen. Eventuell sind dann aber die Schüler aufmerksamer, wenn sich der Unterricht auch mit Medien beschäftigt, die in der Facebook/Whatsapp/Google-Generation greifbarer sind?

  26. Ich bin mal skeptisch und lasse Max Goldt für mich begründen, auch wenn es ihm in diesem Auschnitt einer Kolumne weniger um Informatik, als um das das Thema „Internet an Schulen“ geht.
    „Ein noch besserer Vergleich ist das Autofahren. Das kann man auch nicht von Natur aus, aber in kurzer Zeit lernt es fast ein jeder.[…]. Auf jeden Fall ist das Autofahren eine wichtige Sache. Für viele Jobs ist ein Führerschein genauso Grundvoraussetzung wie für andere EDV-Kenntnisse. Würde man aber deshalb das Steuern eines PKWs als eine essentielle Kulturtechnik bezeichnen und die Schulen damit beauftragen, diese Technik zu vermitteln? Würde man nicht. Autofahren, Krawatten binden und Internet sollen die Menschen bitte in ihrer Freizeit erlernen. Für die Vermittlung von Grundkenntnissen in diesen Bereichen sind die allgemeinbildenden Schulen zu schade, zur Förderung von herausragenden Talenten sind sie dagegen ungeeignet.[…]Wer eine gute Allgemeinbildung hat, sich auch in Fremdsprachen gut ausdrücken kann, der wird mit dem Internet keine Schwierigkeiten haben. Wer nichts weiß und schlecht spricht, wird kaum in die Verlegenheit kommen, im Berufsleben seine Internet-Kenntnisse unter Beweis zu stellen“
    Hier der ganze Text: http://www.wallstreet-online.de/diskussion/500-beitraege/490321-1-500/max-goldt-internet-gucken
    Was soll in einem Pflichtfach „Informatik“ vermittelt werden? Wir brauchen keine 50 Millionen Programmierer und die Anwendung von Standard-Software bringt auch ideologische Probleme mit sich (MS Office/Open Office/Mac/Windows/Linux…).
    Wird IT als begleitendes Hilfsmittel im Unterreicht verwendet, lernt man genug, um auch eine Basis für das Berufsleben zu erwerben.

  27. Ein sehr tollen Beitrag zu dem Thema gibts hier: Wie Deutschland die Digitale Bildung verschläft.

    https://www.henning-tillmann.de/2014/08/digitale-bildung/

  28. 1. Das Bild von Schule, das so mancher Kommentator hier zeichnet, scheint mir mehr aus der eigenen Schulzeit vor zwei Jahrzehnten zu stammen als dem heutigen Schulalltag gerecht zu werden.

    Basiswissen im Umgang mit dem Computer wird längst quer durch alle Schulformen hinweg vermittelt. Hier im Kreis stehen in fast jedem Grundschulklassenraum Rechner mit Internetzugang zu Recherchezwecken, in höheren Stufen erhalten alle Schüler und Schülerinnen die Grundlagen von Word, Excel & Co. vermittelt. Referate und Hausarbeiten am Rechner zu erstellen ist Standard; viele medienpädagogische Angebote runden das Bild ab.

    Das mag noch nicht überall optimal laufen, aber die Hindernisse liegen eher in Dingen wie fehlenden hauptamtlichen Admins, so dass die Pflege des Netzwerks oft vom ehrenamtlichen Engagement einzelner Lehrkräfte abhängt, in ungünstigen räumlichen Gegebenheiten oder in einer Scheu eines Teils des Lehrkörpers, die neuen Medien selbstverständlich mit einzubinden. Nichts davon wird durch ein Pflichtfach Informatik gelöst.

    Im Übrigen sind die Office-Anwendungen und der Umgang mit dem Internet Basisfertigkeiten quer über alle Fächer hinweg. Eine Routine darin entsteht nur, wenn ich sie dementsprechend wie Lesen und Schreiben auch in jeden Unterricht mit einbinde – und sie eben nicht in zwei, drei spezielle Schulstunden pro Woche verbanne.

    2. Von welcher Schulform genau reden wir? Die Haupt- und Realschulen haben den erklärten Anspruch, auf ein Berufsleben in einem Ausbildungsberuf vorzubereiten. Dafür brauche ich durchaus technisches Verständnis, aber im Umgang mit IKT reicht meist, die firmen- oder branchenspezifische Soft- und Hardware als Anwender bedienen zu können. Programmierkenntnisse, wie sie im Informatikunterricht im engeren Sinne vermittelt werden, sprengen diesen Rahmen deutlich. Oder, um es plastisch zu machen: Was nützt es der Bürokauffrau, wenn sie If-then-else-Logiken beherrscht, aber nicht in der Lage ist, den Serienbrief loszutreten?

    An weiterführenden Schulen hingegen sehe ich die Sache anders. Informatikunterricht schult das logische Denkvermögen wie kaum ein zweites Fach. Und ein tieferes Gucken hinter die Kulissen ist hier durchaus im Sinne einer umfassenden Allgemeinbildung und eines Vorbereitens auf die Aufnahme eines wissenschaftlichen Studiums angestrebt. Hier finde ich in der Tat, dass Informatik als Pflichtfach – auch zu Lasten anderer Fächer, bzw. als Wahlpflichtalternative im naturwissenschaftlichen Kanon – gut aufgehoben wäre.

  29. An dieser Stelle erst einmal vielen Dank für das großartige Feedback hier!

  30. Mal ein Schwank aus meiner Schullaufzeit: In der siebten Klasse hatten wir Informatik Unterricht… Nach zwei Monaten hatten wir zu dritt das Schüler-Verwaltungs-System geknackt und konnten auf unseren Rechnern tun und lassen was wir wollten (normalerweise konnten die Lehrer Programme freigeben, Bildschirm sperren etc). Das war unter anderem deshalb möglich weil unser Informatik Lehrer das Programm nicht verstanden hatte und uns alle installierten Programme – und irgendwann auch den Task Manager – freigegeben hat, wir konnten dann die störenden Programme beenden, Start Scripte schreiben die die Schulprogramme ebenfalls beenden und hatten so vollzugriff.
    Der Lehrer hat es nicht gecheckt.
    Drei Jahre später hab ich dann die Schule gewechselt und Abitur gemacht – und hatte einen Informatik Lehrer der“ aus der Industrie“ kam, war IT-Manager bei o2 und einem ausländischen Mobilfunker, hatte Kohle ohne ende und wollte jetzt halbtags unterrichten.
    Der hat den besten Informatik Unterricht gegeben den ich je gesehen hab, bei dem hab ich sachen gelernt die mir im dritten und vierten Semester des Informatik Studiums noch helfen.

    Mein Bruder hat jetzt bis zu den Sommerferien seine letzten Informatik-Stunden gehabt. Vor ein paar Wochen fragte er mich „ey, kannst du mir kurz helfen? ich hab ein Problem mit meinem Programm, der will irgendwas mit main haben, was ist das?“
    Gut, er ist sicherlich nicht der interessierteste Schüler gewesen, aber das sind absolute basics die der Lehrer nicht vermitteln konnte.

    Was ich also sagen will ist: Ja, Informatik ist wichtig, vielleicht nicht unbedingt in der Grundschule aber dort sollte Medienkompetenz/Computergrundlagen/EDV unterrichtet werden wie bspw. wie bewege ich mich sicher im Internet? (MS/Open/Libre) Office Nutzung, so Grundlagen halt. Dann ab der 5. Klasse richtige Informatik, theorie, praxis – das am besten projektbezogen.
    Und das ganze zusätzlich zum normalen Stoff, weil ich nicht finde, dass man irgendwo sparen kann (gut ggf. an Mathe wenn informatik auch theorie enthält die normalerweise im Mathe Unterricht vorkommt, aber naja).

  31. Ich sehe das ähnlich wie die meisten hier…

    Ein technisch angelegtes Fach „Informatik“, bei dem es um Algorithmen, Architekturen etc. geht, braucht es nicht als Pflichtfach – das reicht als Wahlfach.

    Wichtiger wäre meiner Meinung nach ein Pflichtfach „Medienkompetenz“, bei dem es vor allem darum gehen sollte den Kindern beizubringen die auf sie einprasselnden Informationen zu interpretieren und einzuordnen, damit sie nicht beim surfen durchs Internet plötzlich mit Sachen konfrontiert werden, die sie dann für bare Münze nehmen oder mit denen sie nicht umgehen können.

  32. @Jack68
    Du zitierst hier aus:
    „Kühn ist vermutlich, wer die Internet-Ehrfurcht dämpft
    Schulen nicht unbedingt ans Netz“.

    von
    Max Goldt
    Erstveröffentlichung:
    08.2000 in „Titanic“

    Zitat:
    „Sollte nun der Internet-Unterricht eingerührt werden, wird das zu Lasten klassischer Bildungsinhalte gehen.“

    Ich bin auch dafür, dass in Schulen das alte Handwerk der Kommunikation mittels Rauchzeichen, maximal Brieftauben, gelehrt werden sollte. Dieses „Neumoderne-Zeug“ braucht doch kein Mensch.

  33. Hat die Alte auf dem Bild geile Zähne 😀

  34. Informatik statt Religions-Unterricht klingt doch schon mal gute!

  35. Paul Gillesberger says:

    Informatik sollte ein eigenständiges Fach werden, dass verpflichtend zu besuchen ist. Das Argument, was „ein Bäcker mit Programmierkenntnissen“ soll kann man auch umdrehen: Was soll einer, der sich nur mit deutscher Literatur auseinandersetzt mit Biologie? In einer Gesamtschule muss leider jeder etwas opfern.

  36. Informatikunterricht – dem Wortlaut nach – finde ich deutlich zu hoch gegriffen.
    Richtiger wäre es den Jugendlichen den INTELLIGENTEN Umgang mit den verschiedenen Formen von Rechenknechten und in dem Zusammenhang das DENKEN nahe zu bringen. Dazu müssen Grundlagen und Hintergrundwissen vermittelt werden. Wer das dann (hoffentlich) verstanden hat kann sich als angehender Erwachsener auf Basis dieser Grundlagen eine Meinung zu verschiedenen Dingen bilden und abschätzen was passieren kann wenn man hier, da und dort seine höchstpersönliche Datenspur hinterlässt. DASS sollte den Kindern/Jugendlichen vermittelt werden.

    Und wenn das sitzt, dann darf gerne in der Oberstufe mit programmieren angefangen werden. Alternativ kann man ja das eine oder andere in den Grundlagenunterricht einfließen lassen indem man bspw. einen Webserver aufsetzt, die Funktionsweise einer kleinen App bespricht und dann am praktischen Beispiel mittels dieser App und dem Webserver (zusammen mit PHP und mySQL) zeigt was einer klitzekleine gewöhnliche App heute so alles über den der sie benutzt alles mitschreiben kann. DAS würde Eindruck hinterlassen und – hoffe ich zumindest – nachhaltige Wirkung haben.

  37. Übrigens: wir hatten in der DDR 1985/86 in der 10. Klasse – also vor EOS/Gymnasium bereits innerhalb des ESP (Einführung in die Sozialistische Produktion)-Unterricht’s etliches an Informatik. Binärsystem, UND, ODER-Schaltung usw. also Grundlagen. IT – damals unter dem Kampfbegriff CAD/CAM war bei uns in der 2. Hälfte der 80er ein wichtiges Thema.
    Warum hier EDV/IT/Internet&Gesellschaft im Bildungssystem so vernachlässigt werden ist mir zumindest teilweise ein Rätsel. Damit meine ich vor allem die Themen die VOR der Informatik die normalen Leute/User noch deutlich mehr berühren.

  38. Ich habe zwar abgestimmt, fand die Fragestellung aber etwas schwierig. Mir ist die Definition von Informatik hier etwas unklar. Als jemand, der Informatik studiert hat finde ich Informatik als Pflichtfach definitiv overkill. Es muss nicht jeder wissen wie man programmiert , wie ein Prozessor aufgebaut ist oder gar was das P/NP Problem ist.
    Also ein klares NEIN für Informatik.

    Ein JA hingegen für etwas weiches, nennen wir es Medienkompetenz (auch wenn das vielleicht nicht weit genug geht). Es sollte beigebracht werden, wie man mit dem Medium Internet umgeht und wo man aufpassen sollte etc. Und da zähle ich jetzt mal nicht nur das offensichtliche Facebook und Co. dazu, wo man aufpassen sollte was man der Öffentlichkeit mitteilt. Interessant finde ich auch weitergehende Gefahren für Rechner a la Downloader, Browserextensions und Toolbars. Immer wenn ich den Rechner von jemanden (teilweise Leute, die eigentlich nicht unbedarft sind) zum Service habe, entferne ich erstmal tonnenweise solcher Crapware.
    All diese Sache sollten den Schülern nah gebracht werden ja. Aber ist das „Informatik“? NEIN.

  39. @sieben
    Wenn das für Dich „klassische Bildungsinhalte“ sind, bist Du entweder 150 Jahre alt oder hast da etwas falsch verstanden. 😉 Schau doch noch einmal in den Text und suche nach „akzeptabler Handschrift“, um mal ein Beispiel zu nennen.

  40. Ziel der Sache ist, das ein Sachverständnis bei 30% vorliegt – wie so ein Android Teil mit Linux läuft (bei Iphone weis das ja keiner – außer die Entwickler) und wie ggf. dll Registrie mit Programmen kommuniziert – wie Ports und DNS Routing läuft und wie wirkungsvoll Verschlüsselt werden kann.

    Vorher sollten aber die Lehrer ein Zertifikat beim CCC machen .. den was Hanschen…

    Ich rate davon ab Modeprogramiersprachen zu unterrichten oder Zeugs mit geringer Halbwertszeit.

    Aber 10 Schüler + Lehrer sollten mal eine App basteln etc. vieleicht schon in der 7. Klasse.

    uns hat man beigebracht HTML zu skripten – was aber dank WordPress und anderen editors lächerlich ist.

    vielleicht sollte man aber echt überlegen – ob man die 2. Fremdsprache runterfährt und Informatik insgesamt in alles Fächer – wo das geht reinpackt.

    Denn viele haben Ganztägig später mit Informatik im Alltag zu tun. Man könnte bei Gestaltung Photoshop unterrichten bei Biologie und Mathe Big Data in der 11 einen Block machen. In Deutsch könnte Textverarbeitung Chatspeak /OCR und 10 Fingerschreiben von 9-10 eingebracht werden.

    In Sowie/Wirtschaft PoliSozialkunde kann man Ayn Rand Silicon Valley und Google Thematisieren und das man Früher laut Umfragen mit 3 Peegroop Friends 8-12 Stunden oder Nachmittage verbracht hatte und nicht mit 10 Buddies überall chattet.

  41. membersound says:

    Längst überfällig. Statt dessen könnte man die Aufarbeitung des Dritten Reiches auf ein Fach beschränken (zB Geschichte), und nicht auch 13 Jahre lang in jedem anderen Fach wie Deutsch, Englisch, Sowi, Powi, usw usf durchnehmen.

  42. Also der grobe Umgang mit dem Computer (natürlich auch mal mit „trockener“ Theorie dahinter) sollte natürlich gelehrt werden. Jedoch von entsprechend qualifiziertem Personal!
    In die Programmierung muss man nun nicht wirklich (pflicht-mäßig) einsteigen, aber ein flüssiger Umgang mit MS Office und Co. ist alles andere als schädlich.
    Mit Zusatz-Kursen/AGs (oder was auch immer) kann man das ganze dann ja noch vertiefen und Richtung Programmierung unterrichten.
    Außerdem wichtig wie ich finde: Man sollte andere Fächer etwas zurückschrauben für sowas und nicht die Belastung weiter erhöhen (bspw. Streichfach Religion).
    Stimme im allgemeinen auch dem Beitrag von membersound zu.
    Mal schaun was das in Zukunft so gibt…

  43. Gerade auf Gymnasien sollte auch vermehrt Informatik unterrichtet werden – als Teil von Mathematik. Klar können in der Schule nur Grundlagen vermittelt werden, aber das ist in anderen Fächern (Physik, Chemie,…) auch nicht anders. Religion in Schulen halte ich für schwachsinnig – kann man gerne durch „Ethik“ [o.ä.] ersetzen, zeitlich kürzen und die daraus frei werdende Zeit sinnvoll in Informatik investieren.

  44. Ehrlich gesagt? Nein, wenn, dann freiwillig. Heutzutage wünschen sich Erstklässler iPad und iPhone und Fragen Eltern im Alter von 10 Jahren, warum es im Netz Seiten mit nackten Menschen und großen Geburtsjahr-Eingabe-Feldern gibt, und warum diese da sind, bevor sie überhaupt wissen, warum manche Menschen überhaupt so etwas vor der Kamera tun…
    Daher, wenn Unterricht, dann auf höherem Level, weil das Grundwissen meist schon da ist, selbst in der Grundschule schon.
    Und mit Fortgeschritten meine ich Grundlagen der Kryptografie, Speichertechniken einer Festplatte oder eben Programmierung… Nicht so etwas wie „10-Finger-System“, „Benutzen von Microsoft Office“ und co. – Das ist bei den meisten sowieso schon drin und führt nicht zu effektivem Unterricht…

  45. Informatik ja, aber nicht jetzt. Dafür gibt es kaum geschulte Lehrer/innen die es lehren könnten. Dann würde Informatik die selben Schicksal erleiden wie Biologie, Handwerk, Geografie/Erdkunde. Sie würden angeboten aber schlecht angeboten, vermittelt. Mehr Personal für mehr Inhalt!

  46. Wir sind ABHÄNGING von der gesamten Informatikwelt, die uns umgibt. Von daher ist es unabdingbar zu verstehen, WIE ein Rechner funktioniert. Das Argument, „der Rechner funktioniert doch sowieso“ führt uns in die totale Abhängigkeit von den Hard- und Softwarefirmen!

    Dazu: Office und Co. lernen die Kinder heute an jeder Straßenecke. Was zählt, sind Programmierkenntnisse (algorithmisches Denken!), Unterschied Hard- und Software, Betriebssystem vs. Anwendungen, Serverstruktur des Inter- und anderer Netze.
    Nicht, um selber großartige Software zu entwickeln. Aber um zu verstehen, daß ein Computer eigentlich nur ca. 10 Dinge kann (Addieren, EtwasImSpeicherVerschieben, EtwasVergleichen, …) und der Rest von Programmieren (intrinsisch fehlerbehaftet ) kommt!

    Nochmal: Mit dem Computer umgehen kann doch wirklich fast jedes Kind. Umso wichtiger ist es, ihn zu verstehen (seine Möglichkeiten und Grenzen zu kennen) – weil man sich auf ihn verläßt!

    Und: Differentialrechnung und Co. haben wohl die allerwenigsten noch mal in ihrem Leben „gebraucht“. Von daher also kein Argument, daß man doch eh nie wieder programmieren würde und so…

  47. Ich gehe momentan noch auf Gymnasium. Zwar müssen wir oft Referate mithilfe von PowerPoint machen, jedoch wurde uns der Umgang mit diesem und anderen Programmen nie beigebracht, was schon traurig genug ist. Da Office auf unseren PCs meist von 2000 ist, fehlen dann auch Funktionen, die man zu Hause hat und all sowas. Informatik wird bei uns nicht angeboten, auch nicht als AG und Smart Boards besitzen wir zwar, leider gibt es an der gesamten Schule nur zwei Lehrer, die den Umgang damit beherrschen.
    Und ich fände es sinnvoller Informatik nicht nur in Grundlagen, sondern als vollständiges Fach anzubieten.
    Denn den quatsch, der uns mittlerweile im Matheunterricht vermittelt wird, bringt denke ich weniger Schülern etwas als Informatikunterricht

  48. @Jack68
    Handschrift ist hierzulande schon länger kein Bewertungskriterium mehr. Wer damit leben kann, dass jeder zweite Lehrer (in meist ebenfalls schlecht leserlicher Handschrift) ‚Handschrift!‘ unter die Note kritzelt, kommt auch mit miserabler Handschrift durchs (Schul-)Leben. Danach spielt Handschrift in geschäftlicher Korrespondenz eh keine Rolle mehr (ja, Emails und Textverarbeitungen haben analoge Geschwister, genannt Telex und Schreibmaschine).

    @karlnielz
    iPhones laufen wie MacOS auf einem Darwin (Unix) Unterbau. Sowohl das Darwin in Macs als auch das Darwin in iPhones und iPads ist weitgehend POSIX-kompitabel, die Harware stinknormale ARM-Architektur. Wie man den Spaß jetzt rootet (nichts anderes ist ein Jailbreak), oder gar ein anderes System aufspielt braucht dann schon mehr Wissen. Das war Consumerembeddedkram aber schon immer eigen.

    @Interdisziplinärer Unterricht
    Das wird nicht funktionieren – zumindest nicht jetzt. Vielleicht mal für meine Enkel (ob die sich dann noch für Google, Facebook und Microsoft interessieren?).
    Schon allein weil Lehrer Beamten sind, und der Drang sich zu engagieren recht gering ist (befördert wird primär nach Dienstjahren).

    @Artikel
    Wenn man das ganze Medienkompetenz nennt und auch so aufzieht – gerne, wohl eher unbedingt.
    Klassische Informatik für alle? Bloß nicht. Ein Gymnasium (und auch die diversen darunter liegenden Schultypen) ist ein allgemeinbildender Ort – Datenbankprogrammierung mit Microsoft Access (ja, stand wirklich so im Schulbuch, von VBA war aber weit und breit nix zu sehen) ist eben keine Allgemeinbildung.
    ((Als Mathematiker muss ich anmerken, dass mein Fach auch zuviel falsche Aufmerksamkeit an Gymnasien bekommt. Differentialrechnung ist alles andere als Allgemeinwissen und gehört eigentlich gekickt. Stattdessen könnte man entweder an neue Fächer oder besser intensiviertere Mathematik spenden. Klar kann man Prozentrechnung auch via Gleichung machen – wer diese aber schon vorher nicht richtig trainiert hat (ist leider so, zumindest in Bayern reicht die für Gleichungen vorgesehene Zeit maximal für die bessere Hälfte), geht unter. Anderen Fächern geht das entweder ähnlich siehe Biologie, Chemie und Deutsch oder genau entgegengesetzt wie Geschichte und Ethik (Im Ernst, Ethik sollte zum Pflichtfach für alle werden, zumindest in einer geschrumpften Form. Sich zumindest halbwegs vorstellen zu können was andere Religionen so anbeten ist auch für Christen vorteilhaft (zumindest für solche, die nicht zur Piusbruderschaft gehören, oder sympatisieren).).))

    Ich bin in einem Vergleichsweise reichen Landkreis im äußeren Münchner Speckgürtel zur Schule gegangen, was unter anderem schon damals (erster G8-Jahrgang) zu Pflichtinformatik 6-10 geführt hat. Die beiden Computerräume waren mit modernen Durchschnittsrechnern ausgestattet (~550€ Marktpreis), und man die Schulleitung besaß die Weitsicht ein externes Unternehmen mit der Wartung jeglicher schuleigener Transistorelektronik zu beauftragen. Die waren zwar auch nicht die hellsten Leuchten auf dem Markt, haben aber zumindest den Scriptkiddie-Schabernack effektiv bekämpft und ausgenutzte Lücken recht fix geschlossen.
    An Lehrern hatten wir einen der von seinem Fach hinreichend viel verstanden hat, und ein halbes dutzend Auffülllehrer deren Qualifikation in Richtung ‚hat schonmal ein Diagramm mit Excel erstellt‘ ging. Denen kann ich – genausowenig wie der Schulleitung – aber keinen Vorwurf machen, alle haben sich beim Versuch etwas zu unterrichten von dem 25% der Schüler mehr verstehend sichtlich Mühe gegeben, und studierte Informatiker mit Lehrbefugnis waren damals rar gesäht. ((fünf von den Auffülllehrern sind heute immer noch Informatiklehrer – mit ausreichend Erfahrung und Wissen))
    An Inhalten gabs damals Word/Excel/Powerpoint, ‚HTML‘ in Form des damals populären WSIWYG (Nvu Composer, wohl weil umsonst), das schon erwähnte Access, Robot Karol (äußerst primitive Programmierung) und später dann echtes Programmieren, mit frei wählbarer Sprache, empfohlen war Java (unser Lehrer verstand von Programmieren nix, und die handvoll Schüler mit Erfahrung hatten keine mit Java. Von C her kommend kann ich Java zwar lesen aber nur schwer debuggen, für die zwei BASIC-Vertreter war Java als C-Family-Sprache ein böhmisches Dorf, unserem Applefan (Objective-C) gings auch nicht besser und die drei Javascript-Leute, nunja, so mancher hier würde JavaScript wohl das Prädikat ‚Programmiersprache‘ verweigern). Nach zwei Monaten des Scheiterns sind wir zur Perl-Klasse mutiert, das lief dann einigermaßen (von den Noten mal abgesehen, Schüler die de-facto ihre eigene Klausur designen sind keine Dauerlösung).

  49. Auf jedenfall Pflicht. Dabei geht es weniger um wie verwende ich Word & Co, sondern wie gehe ich mit dem Internet um. Was mache ich mit meinem persönlichen Daten, wer will Sie und wer verdient daran. Was darf ich bei Facebook & Co. alles posten, was besser nicht…Thema Urheberrecht. Hier könnte ich weiter aufzählen… . Das gerade machen doch die meisten mit ihren Eltern durch, die plötzlich das Netz entdecken: „…kann ich die rechnung.zip öffnen, die ich von der T-Com erhalten habe?“. Und so weiter.

  50. @Jack68
    Im Jahr 2000 war jemand der Meinung, dass dieses „verblödende“, „vulgäre“, „triviale“, … Internet nichts an deutschen Schulen zu suchen hat. Dein Verweis auf diesen Text finde ich insofern sehr passend, als dass es doch wunderbar zeigt, wie sich die Meinung zu solchen Themen bei manchen (Ewiggestrigen) verfestigt hat. Da bleibt mir nur noch zu rufen: es lebe der Stillstand oder wie ich bereits in meinem ersten Beitrag geschrieben habe: Dieses “Neumoderne-Zeug” braucht doch kein Mensch. (Sarkasmus) Oder etwa doch, nein auf keinen Fall. Eine schöne Handschrift, ja das braucht die Nation.

    Um es einmal etwas direkter zu sagen:
    Dieser Text war schon damals, als nur 16% der deutschen Haushalte Internet hatte BLÖDSINN 🙂 und ist etwa nicht im Laufe der Jahre, wie eine gute Flasche Wein, besser geworden. Nein, vielmehr als Essig ist da nicht übrig geblieben. Das Internet, ein schlichtes Reich, vergleichbar mit Russland. (Ach diese Internetausdrucker)

    Zitat aus deinem verlinkten Kommentar:
    „In Wahrheit ist das Internet ein zwar großes, aber schlichtes Reich. Ein bißchen wie Rußland. Wer jemanden hat, der ihm gelegentlich einen Tip gibt und ihm ab und zu über die Schulter schaut – aber bitte nicht ständig über die Schulter schauen, das nervt, der wird sich bei ausreichendem Interesse spätestens nach 14 Tagen recht wendig in diesem Reich bewegen. Die Schwierigkeit, ins Internet einzusteigen, liegt irgendwo zwischen dem Binden eines Windsorknotens und dem Erlernen von Standardtänzen. Ein noch besserer Vergleich ist das Autofahren…. “

    In Wahrheit hat dieser Mensch (und du?) überhaupt nicht verstanden um was es damals ging und um was es heute geht.
    Es geht doch nicht ums Konsumieren, das man teilweise schon in wenigen Stunden / Tagen erlernt, wenn man in diesem Zusammenhang überhaupt von Lernen sprechen kann.

    Wir Europäer leben in einer digitalen Konsumgesellschaft. Ja beim Konsumieren von diesen Produkten sind wir ganz vorne mit dabei, das brauchen wir tatsächlich nicht in unseren Schulen lehren.

    Nur beim Erstellen, Produzieren, Entwickeln, Erfinden … sind wir ganz hinten. Nein, nicht nur ein bisschen, sondern ganz, ganz, … ja das kleine Pünktchen da am Horizont sind wir Europäer. Das hat selbst die Politik erkannt und manche haben sogar diese IT/Internet „Sache“ bzw. dieses Neuland, dieses „Neumoderne-Zeug“ zur Chefsache erkoren.

    Welches bedeutende Unternehmen hat denn Europa in diesem Bereich, das nur annähernd vergleichbar mit Apple, Google, Microsoft, IBM, Amazon, FB, … wäre. Es geht nicht nur um die Produkte/Dienstleistungen an sich, sondern auch um Dinge wie Infrastruktur, Abhängigkeiten usw.. Es ist ein leichtes zu schreien wir brauchen Alternativen zu Google, zu Microsoft, zu Amazon… zu den US-Clouds, ….zu … . Woher sollen denn diese kommen? Wie viel wird denn heute bereits im Unternehmensumfeld „outgesourct“, das technische „Zeugs“ da überlassen wir mal schön dem großen Bruder übern Teich, erstens billiger, zweitens haben wir niemanden der sich damit auskennt.
    Was in diesem Bereich die Bildung, Forschung, Unternehmensgründung, Unterstützung, Risikobereitschaft, … betrifft => Neuland.

    Ich mach mal ein Fußball Vergleich, oh je.
    Wieso ist den Deutschland „im Fußball“ so viel besser, so viel weiter, als die USA. Haben die deutschen vielleicht ein Gott gegebenes Fußball Gen, das den US Amerikanern fehlt. Oder liegt es vielleicht unter anderem an der breit angelegten Jugendarbeit, welche in Deutschland schon Jahre lang betrieben wird. Welche zugegebener Maßen aufwändig und kostspielig ist und nicht jeder wird zum Profifußballer.
    Ich behaupte mal, Europa spielt immer noch (IT) Amateurliga, aber dafür haben wir eine schöne Handschrift.
    Die US-Amerikaner werden „fußballerisch“ immer besser und der Abstand zu Europa nimmt ab, was man von den Europäern im „IT“ Bereich nicht behaupten kann.

  51. Ja, bitte. Ich bin sehr überzeugt davon, dass man dieses Fach. Damit auch das nötige Fachpersonal da ist, studiere ich bereits Informatik auf Lehramt. In meinem ganzen Semester gibt es aber nur mich und maximal eine weitere Person. Wenn man schon Info studiert, hat man meist keinen Bock darauf, das auf Lehramt zu machen, da wir den gleichen Umfang haben, wie alle anderen auch, nur noch weitere Fächer zusätzlich belegen müssen.

    Doof.

  52. Pff. Solange Religion, Musik und „Bildende Kunst“ noch Pflichtfächer bis in die Oberstufe sind, kann Informatik von mir aus 6-stündig in den Bildungsplan.

  53. @sieben
    Ich habe mal ein wenig recherchiert und habe keine Hinweise gefunden, dass es in den USA ein Pflichtfach „Informatik“ o.ä. an staatlichen High Schools gäbe, was die Unterschiede in der IT-Kultur erklären könnte, es muss also andere Gründe dafür geben, dass Google, Apple, IBM und Co. die Vorreiter im IT-Bereich sind.
    Vermutlich finden talentierte IT’ler in diesen Unternehmen perfekte Voraussetzungen, um innovativ zu sein, aber Deutschland hat eine rührige Startup-Szene und mit SAP einen Konzern, der weltweit einen guten Ruf besitzt. So schlecht kann es also nicht um den Nachwuchs stehen.

  54. Ja, es muss Pflicht sein. Dafür muss auch ordentlich Geld bereitgestellt werden. Eventuell sollten Kooperationen mit technischen Universitäten bzw. Fachhochschulen eingegangen werden, um qualifiziertes Personal zu haben. Nur so kann man gefährlichem halbwissen vorbeugen (http://de.m.wikipedia.org/wiki/Dunning-Kruger-Effekt).

  55. Ich denke es ist nicht so wichtig, ein Fach Informatik anzubieten. Es sollte im normalen Unterricht mehr mit EDV gearbeitet werden. Lebe in Norwegen und hier ist es so, dass in der Grundschule im Sprachunterricht Texte am PCS geschrieben werden und in Mathe eben Aufgaben am PC gelöst werden. Ab der 8. Klasse müssen die Schüler ihre Hausaufgaben über das Internet abliefern, Vorträge werden als Präsentationen vorgeführt und Projektaufgaben finden auch über zB Facebook statt. Auch wird mehr und mehr dazu übergegangen, Klassenarbeiten am PC zu schreiben.

    Wer also nach 10 Jahren die Schule verlässt hat also zwangsläufig EDV-Erfahrung. Dazu müssen natürlich die Schulen entsprechend EDV Technik vorhalten und die Netz-Infrastruktur muss auch ausgebaut sein. Aber soweit ist man ja wieder nicht in Deutschland.

    Die ganze Diskussion ist wieder typisch deutsch, einfach ein neues Fach einführen, von dem niemand etwas hat. Nicht jeder muss programmieren können, aber jeder muss diese Technik im Alltag anwenden können.

  56. @Reinhard

    Ach, bei uns läuft das nicht anders ab.

    Allerdings ist doch die grundlegende Problematik, dass u.U. Studenten an die Uni kommen um Informatik zu studieren, ohne vorher jemals eine Stunde darin unterrichtet worden zu sein. Warum findet man im gymnasialen Stundenplan Zeit für Fächer wie Religion, Musik oder Kunst? (Auch Deutsch ist spätestens ab der Oberstufe völlig unnütz.) Welcher Prozentsatz der Abiturienten studiert später eines von diesen Fächern? Und wie groß ist die Informatik-Branche dazu vergleichsweise?

  57. War bei uns damals schon vorhanden, nannte sich in der Realschule eben IT-Unterricht (Pflicht) und im Gymnasium dann Informatik (Pflicht) und wer es vertiefen (4stündig die Woche, Freiwillig ersetzte das 2 stündige Fach Informatik,) machen wollte konnte Wirtschaftsinformatik wählen.

    Sinnvoll ja und wichtig ebenfalls, solange der Inhalt passt.

  58. Sollte wirklich Pflicht werden auch wenn andere Fächer leiden müssen. Aber bitte Informatik und kein MS-Office-Kurs, den ich in der Schule hatte. Gestrichen werden können z.B. Religionsunterricht und Kunst.

  59. Landstalker says:

    Mal ein kleiner Ausschnitt von dem was ich vor nicht allzu langer Zeit zu lernen hatte:

    Endliche Automaten (Mealy-Automaten mit Ein- und Ausgabe): Einfache Beispiele (Getränkeautomaten, Fahrkartenautomaten, Ampeln) Darstellung durch Zustandsdiagramme Schaltnetze: Übersetzung von Zustandsdiagrammen in Schaltwerttafeln, Aufstellen von Schaltfunktionen,Vereinfachung von Schaltfunktionen (bisher intuitiv, künftig mit dem Verfahren von Quine-McCluskey) Zeichnen von Gatterdarstellungen (mit LOCAD), Bau eines einfachen Schaltnetzes auf einer Steckplatine, Einführung in die Programmiersprache Delphi – einfache Grafikbefehle – – – – einfache Datentypen Verbund (Record) und Reihung (Array) Verzweigungen (IF … THEN … ELSE) Wiederholungen (REPEAT … UNTIL; WHILE … DO

    War in der 10.Klasse übrigens …

  60. Wow, so viele spannende Replys o.O

  61. Ich bin, wie auch schon meine Vorgänger, der Meinung, dass Informatik (im eigentlichen Sinne) nicht hilft. Der Informatikunterricht den ich und Bekannte durchlebt haben wurde, entgegen mehrerer Meinungen hier, durchaus von kompetenten Lehrkörpern ausgeführt. Die Frage ist eben, was man mit mehr oder weniger motivierten Schülern, denen das Fach teilweise nicht liegt, anfangen kann. Viele sehen keinen Sinn für das spätere Leben; verständlicher Weise: Wichtiger ist es da mit Textverarbeitungs- (und Tabellenkalkulations-, …) Software umgehen zu können.

    Was ich bisher aber noch nicht gesehen habe ist eine Spezialisierung auf verschiedene Schulzweige:
    Kann ich bei einem Gymnasiasten erwarten, wo er doch auf Eigenständigkeit getrimmt wird, dass er sich das im EDV-Bereich relevante KnowHow selbst besorgt?
    Meiner Meinung nach ja. Er braucht es zwangsläufig für die Schule und sollte in der Lage sein, sich gewisse Informationen selbst zu beschaffen. Allerdings bin ich der Meinung, dass ein gewisser Grundstein an Medienkompetenz gelegt werden sollte: das am besten schon in der Grundschule.
    Real- und Hauptschulen haben viel mehr den Anreiz, Schüler direkt und unmittelbar auf das Berufsleben vorzubereiten. Hier „Office-Kunde“ (wohlgemerkt nicht Informatik) oder ähnliches verpflichtend zu unterrichten wäre schon wieder angebracht. In wie weit hier ein Exkurs in die Informatik Sinn macht, sollte auf die Klasse angepasst werden.

  62. Ja, auf jeden Fall, auch wenn andere Fächer darunter leiden. Das Fach ist einfach sehr wichtig, wir leben in der Informatik drin, sie ist überall. Je mehr die Gesellschaft sie versteht, desto besser kann sie genutzt und weiterentwickelt werden.

  63. Weiteres Fach: Ja. Unter dem Titel „Informatik“? Nein.
    Man sollte es eher „Medienkompetenz“ nennen, denn diese ist heutzutage einfach wichtig, und GEHÖRT in die Schule.
    Der Begriff „Informatik“ würde viele eher erschrecken. „Wieso soll ich programmieren lernen?“
    Seit über einem Jahrhundert wird gelernt, was es mit einem rechten Winkel auf sich hat und wie ein Verbrennungsmotor funktioniert. Viele neue wichtige Dinge sind dazu gekommen. Wie funktioniert ein Computer überhaupt? Was ist das Internet und wie funktioniert eine Suchmaschine? Wie vertrauenswürdig sind facebook-Postings und WhatsApp-Kettenbriefe?
    Anderes Beispiel: Die Schreibschift wurde bereits abgeschafft, nun lernt man nur noch Druckbuchstaben. Aber jeder Schüler wird sicher in seinem Leben noch viele Stunden vor’m Computer verbringen. Wieso bringt ihnen niemand das 10finger-Schreiben bei?

  64. Informatikunterricht: Man kann lange darüber diskutieren, man kann das Fach aber auch einfach einführen. Ab der ersten Klasse. Verpflichtend. Estland hat’s gemacht. http://www.zeit.de/2013/02/Schule-Estland-Programmieren
    Interessanz sind auch die Kommentare und dem Artikel.
    Ich finde, Informatik sollte vor allem im Matheunterricht schon früh behandelt werden, dafür kann das Fach auch gerne eine Stunde Deutsch bekommen, denn 5 Stunden pro Woche, die das Fach bis zur 7. Klasse bekommt, sind vielleicht etwas übertrieben.

  65. Einige sehr gute Kommentare hier – schön!

    Ich möchte noch mal betonen, daß ich mit Programmieren vor allem so Sachen wie scratch und später vielleicht JavaScript meine. Damit die Schüler algorithmisches Denken lernen, auf welchem jede der sie umgebenden Maschinen beruht…

  66. ganz ehrlich, ich hätte gerne etwas über EDV gelernt, aber wir mussten im Gym immer nur so blödes Programmierzeugs machen, was damit geendet hat, dass alle Informatik gehasst haben … Informatik .. also Programmieren und das alles, das ist halt schon sehr speziell und bringt den meisten gar nix.

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung. Mit dem Absenden willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessern. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.