Twitch übernimmt ehemaliges Social Network Bebo um Twitch Rivals auszubauen

StudiVZ, Myspace, Lokalisten – viele soziale Netzwerke kamen und gingen über die Jahre. Einige waren mal große Nummern (Myspace) andere stets nur kleine Lichter (Lokalisten). Eine jener Plattformen, von denen ihr vielleicht bisher nichts gehört hattet, ist Bebo. Als soziales Netzwerk gestartet, war Bebo sogar eine Zeit lang Marktführer in Großbritannien – noch vor der Dominanz von Facebook und Twitter. Später verlagerte man seine Aktivitäten und nun übernimmt Twitch Bebo.

Die Website von Bebo ist allerdings bereits nicht mehr erreichbar. Das zu Amazon gehörige Twitch soll ca. 25 Mio. US-Dollar für Bebo blechen. In erster Linie will man aber die Techniken und Mitarbeiter übernehmen, an der Marke Bebo hatte man auch bei Twitch kein großes Interesse mehr. So will man Bebos Kompetenzen aus dem Bereich E-Sports für Twitch Rivals anzapfen.

Die Streaming-Plattform Twitch hat sich auf Gaming spezialisiert und bietet mit Twitch Rivals wiederum auch einen Kanal für E-Sports an. Was das nun mit einem ehemaligen sozialen Netzwerk zu tun hat? Nun ja, Bebo legte über die Jahre eine regelrechte Odyssee hin. 2005 wurde Bebo gegründet und wurde im Bereich Social-Networking rasch Marktführer in etwa England und Irland. Angefixt, kaufte AOL 2008 Bebo für stolze 850 Mio. US-Dollar.

Diese Investition erwies sich aber als Flop, da Bebo in die Bedeutungslosigkeit abrutschte. Weniger als zwei Jahre stieß AOL das Netzwerk daher für nur 25 Mio. US-Dollar an Criterion Capital ab. Auch jene wussten dann aber mit der Plattform wenig anzufangen und verkauften sie 2013 für nur noch 1 Mio. US-Dollar an die ursprünglichen Gründer zurück, welche Bebo neu erfinden wollten. Und sie wilderten dann schließlich auch im Bereich E-Sports und Streaming.

So organisierte Bebo zuletzt Turniere und Liegen für E-Sport-Fans und sorgte für Vernetzungen der Community. Das weckte dann eben bei Twitch Interesse. Neben Twitch hatten deswegen im Übrigen auch Discord und Facebook Interesse an der Übernahme, wurden aber von Amazons Tochter überboten. Den tatsächlich Kaufpreis teilt aber keine der Parteien mit. Zuletzt hatte Bebo noch 10 Mitarbeiter, die nun bei Twitch tätig sind.

Es ist auch gut möglich, dass Amazon Bebos Kompetenzen für einen möglichen Game-Streaming Dienst und entsprechende Social-Funktionen einspannen möchte. Denn auch dazu gab es in der Vergangenheit immer mal wieder Gerüchte.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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