Tissot T-Touch Connect Solar: Erste Smartwatch von Swatch angekündigt

Swatch will unter seiner Marke Tissot eine erste, eigene Smartwatch veröffentlichen. Der Name des Produkts soll T-Touch Connect Solar lauten. Eine Liste mit den technischen Daten steht noch aus und auch eine offizielle Pressemitteilung fehlt noch. Man hat aber bereits ein Produktvideo hochgeladen und gegenüber Investoren über die kluge Uhr gesprochen.

So hat der Chef der Swatch Group, Nick Hayek, die Tissot T-Touch Connect Solar selbst angekündigt. Dabei wurde er auch mit der Frage konfrontiert, ob dies in Zeiten des grassierenden Coronavirus wirklich Sinn ergebe. Das Argument dafür ist aber durchaus clever, denn Hayek erklärte, man wolle beweisen, dass die Zeit auch in diesen schwierigen Zeiten nicht stillstehe. Das bedeutet ja auch, dass es wieder andere Phasen geben wird.

Die günstigste Version der Smartwatch soll 1.000 Franken bzw. umgerechnet ca. 950 Euro kosten. Ab Juni 2020 soll die Smartwatch zumindest in der Schweiz verfügbar sein. Allerdings ist derzeit möglich, dass sich die Veröffentlichung wegen des Coronavirus verschiebt. In die Entwicklung habe man ca. 33 Mio. Euro gepumpt. 35 Patente habe man sich gesichert, um das spezielle Design zu schützen.

Punkten soll die kommende T-Touch Connect Solar mit einer namensgebenden Solarzelle, die ins Zifferblatt integriert ist. Sie soll die Uhr konstant aufladen, sodass die Uhr bei voller Smart-Funktionalität rund ein halbes Jahr lang nutzbar sein wird. Verwende man sie lediglich als Uhr, solle der Betrieb über zehn Jahre möglich sein, ohne aufzuladen. Allerdings kann man das Modell von Tissot dafür auch nicht wirklich mit anderen Smartwatches vergleichen. Denn das Display füllt nicht das gesamte Zifferblatt aus, sondern nur das untere Drittel. Dort werden dann Nachrichten und andere Informationen angezeigt.

Als Betriebssystem dient somit auch eine eigene Entwicklung namens SwAlps (Swiss Autonomous Low Power System). Kompatibel sein soll die Smartwatch zu Smartphones mit iOS, Android und sogar Huaweis kommendem HarmonyOS. Schade wiederum, NFC fehlt bei der Smartwatch, was sicherlich viele als Versäumnis betrachten werden. Auch eine eSIM vermisst man. Begründet hat man den Verzicht mit der angestrebten, langen Akkulaufzeit. Man habe es vorgezogen, eigene Wege zu gehen und deswegen auch auf Android Wear verzichtet.

Entsprechend hält sich Swatch bzw. dessen Marke Tissot auch aus dem Fitness-Bereich raus: Es ist zwar ein Schrittzähler an Bord, nicht aber ein Pulsmesser. So bleibe die T-Touch Connect Solar laut dem Hersteller eben auch in erster Linie eine Uhr und kein Fitness-Wearable – das überlasse man anderen. Man will da eher mit Schweizer Präzision punkten. So wird die Smartwatch dann auch in der Schweiz gefertigt. Ob man sich vor Apple fürchte? Ganz im Gegenteil erklärt der Swatch-Chef dazu: „Die Apple Watch hilft uns sehr. Schauen Sie sich all die Amerikaner an, die dank ihr wieder Uhren tragen. Apple hat die Arbeit für uns erledigt und uns keine Marktanteile abgenommen. In den USA und anderswo hat Tissot überhaupt nicht unter der Apple Watch gelitten.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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10 Kommentare

  1. TomasioBLITZ says:

    Ich frage mich wieso es die Marke swatch noch gibt – ich kenne NIEMANDEN der noch eine Uhr dieser Marke trägt, ich kenne niemanden der je eine Uhr dieser Marke je gekauft hat. Wieso sollte man 1000€ für diese nischenmarke bezahlen in 2020?! In den 80er gabs Flickflack- das war es dann aber auch mit dem Erfolg

    • In meinem Bekanntenkreis wurden etwa 7 Tissot Uhren in den letzten 6 Jahren gekauft. Ich kenne also schon ein paar Kunden. Ich selbst habe meine letzte 2014 gekauft.

    • Swatch habe ich vor 25 Jahren gekauft, dann mal wieder vor 3-5 Jahren eine Swatch Touch. Anscheinend gibt es noch genügend Leute die Swatch Uhren kaufen, sonnst wären die längst weg. Damals gab es sogar ein Swatch Telefon. Die Marke war mal sehr beliebt, auch bei Sammlern.

    • Ich habe mich da auch sehr getäuscht. Swatch selbst malg vielleicht nicht mehr erfolgreich sein, aber dazu gehören u.a. Longines, Blancpain und vor allem Omega!

    • joshuabeny1999 says:

      Ich trage derzeit eine Swatch und dies seit einem Jahr. Hat übrigends meine Android Wear Smartwatch abgelöst. Diese Swatch bietet einen NFC Chip und so mobiles bezahlen per Swatch Pay. Aber ohne akku. Man muss halt einfach im Store die Kreditkarte auf die Uhr laden. Will sie nicht mehr missen.. Swatch Pay funktioniert genauso wie jede normale NFC Karte ohne lästiges entsperren oder anklicken der Uhr vor dem bezahlen.

      Ich kann deshalb nicht verstehen warum man die Swatch Pay Technik nicht in dir neue Tissot reingetan hat. Braucht ja keinen Strom. Den das bezahlen nie meiner Swatch funktiohiert aush nash dem leeren Uhrenbatterie weiterhin.

    • Mel die Katze says:

      Hallo TomasioBLITZ, ich trage eine Tissot PR-100; schon seit 35 Jahren. Sie sieht immer noch aus wie neu und ich freue mich darüber jeden Morgen, wenn ich sie am Handgelenk befestige. Sie erinnert mich zudem an die Zeit, als ich in der Ausbildung war und mir von meinem ersten richtigen Lohn eine schöne Uhr leisten konnte. Meine Tissot ist präzise, sieht gut aus und sollte ich mal ein Problem haben, so gibt es in jeder grösseren Ortschaft eine Vertretung. Falls sie einmal kaputt gehen sollte (eher unwahrscheinlich), dann kaufe ich wieder eine Tissot. Freilich magst Du mit Deiner Aussage „Nischenmarke“ recht haben, Tissot spricht Käufer an, die Freude an schönen Uhren haben, die ein feines und leises Gefühl der Unvergänglichkeit vermitteln – das wollen nicht alle, wie Du richtig sagst. Natürlich habe auch ich eine Zweituhr, eine Smartwatrch von Fitbit. Das ist kein Widerspruch, es ergänzt sich.

  2. Bin mal gespannt auf ein Hands On zu SwAlps und ob man das dann wirklich eine Smartwatch nennen kann. Eine Akkulaufzeit von einem halben Jahr wäre sehr ordentlich. Mich nervt das bei jeder Smartwatch. Lange Laufzeit und ein günstiger Fitnesstracker wären sonst ja auch eine Option.

  3. Außer einer Handvoll Leute, die noch mehr Geld haben als die Apple Clientel wird diese Uhr wahrscheinlich niemand kaufen. Die hat nichts, was man nicht auch für den Preis einer Apple Watch bekommt.
    Die Solarzelle kostet im Einkauf nicht wirklich viel, die Technik dafür gibt es seit Jahren.
    Keine eSim, kein NFC, kein GPS……..

  4. Also ich habe ein paar Hundert Swatch Uhren 🙂 Trage aber keine.

  5. @André Westphal

    „Man hat aber bereits […] gegenüber Investoren über die kluge Uhr gesprochen.“

    Die Swatch-Group sucht Investoren?

    Das glaube ich nicht. Schlecht recherchiert oder formuliert? Oder doch wahr?

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