Telekom verkauft Großteil seines Funkturmgeschäfts

Die Deutsche Telekom hat bestätigt, dass sie die Mehrheit ihres Funkturmgeschäfts der Tochter GD Towers aus Deutschland und Österreich an US- und kanadische Investoren abtritt. 51 % wandern an Digital Bridge und Brookfield Asset Management, wofür der Konzern dann 17,5 Mrd. Euro erhält.

GD Towers betreibt über 40.000 Funktürme. 49 % des Geschäfts behält man allerdings bei der Telekom weiterhin. Laut Mitteilung habe man auch einen Leasingvertrag mit einer Laufzeit von 30 Jahren verhandelt – also eine langfristige Leasingvereinbarung für Deutschland und Österreich bzw. Telekom Deutschland und Magenta Austria erzielt. Die Telekom behält sich neben einem Zugangsrecht auch eine Rückkaufoption vor.

Am Ende will die Telekom durch den Deal einen Barmittelzufluss von 10,7 Milliarden Euro erhalten und damit zum einen Schulden abbezahlen, zum anderen seinen Anteil an T-Mobile US erhöhen. Da möchte man auf eine Mehrheit von 50,1 % kommen. Noch müssen dem Deal die Kartellbehörden zustimmen. Aktuell rechnet die Telekom für Ende 2022 mit einem Abschluss der Transaktion.

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44 Kommentare

  1. und in 10 Jahren fragt sich wieder jemand, warum wir wichtige Infrastruktur verscherbelt haben

    • Wir? Das ist ein privatwirtschaftliches Aktienunternehmen…

      • Ja, dass ist mir schon klar, aber es ist essentielle Infrastruktur von deren nicht funktionieren jeder betroffen wäre – ich bin der Meinung Kritische Infrastruktur solle im Land, noch besser in der Hand des Staates liegen und da der Bund mit 30% an der Telekom beteiligt ist, gehören uns dem Volk indirekt 30% des Ladens… der Bund kann bestimmt über die 25,1% Regelung oder über das Wirtschaftsministerium ein Veto einlegen…

        das ist meine ganz persönliche „dumme“ Meinung

        • Warum sollte der Bund ein Veto einlegen? Der finanzielle Zufluss von 17,5 Mrd. Euro verringert den notfalls vom Bund zu tragenden Schuldenstand. Wenn der Telekom das Geld ausginge müsste man sie aufgrund ihrer Systemrelevanz unter einen Schutzschirm stellen. Dann würden 100% der Schulden plus deren Finanzierung auf das Volk abgeladen. Wer braucht schon eigene Funktürme, wenn er ein TK-Netz betreibt?

          • Und was kostet es das gesamte Netz neu aufzubauen, wenn wieder was Eintritt wie der Ukraine Krieg? oder willst du es dann Enteignen? Grundsätzlich hätte ich auch nichts an ein Verkauf, jedoch mit dem Bund als Käufer und nicht einer Privaten Firma…

        • Der Staat investiert erst in kritische Infrastruktur mit Steuergeldern wenn es den Unternehmen schlecht geht. Siehe Lufthansa und Juniper. Wenn die Unternehmen Gewinne generieren und wieder auf eigenen Beinen stehen können, werden sie wie damals die Post/Telekom wieder entstaatlicht.

          Ergo= Geschäfte laufen gut — Unternehmen können Gewinne einstreichen und brauchen nur Steuern bezahlen. Geschäfte laufen schlecht —- Der Staat steigt mit Steuergeldern ein und das Unternehmen wird künstlich gedrosselt um keinen Wettbewerbsvorteil zu erhalten.

      • the customer says:

        „Die Bundesrepublik Deutschland hält direkt rund 14,5 Prozent und indirekt über die KfW weitere 17,5 Prozent der Aktien.“
        Quelle: Wikipedia

    • Richtig, da war wie so oft ein gieriges Manager Gremium am Werk, die dafür einen hörenden Bonus erhalten und in 2-3 Jahren die Telekom verlassen und die Scherben dieses Deals bezahlen dann in einigen Jahren alle Deutschen, weil die Investoren ihr „Invest“ zu Geld machen wollen (was eine logische Konsequenz ist).

  2. sind die Dinger nicht systemrelevant?

    • the customer says:

      ja, aber das wird ja immer erst dann zum Problem, wenn es ein Problem gibt. 😉

    • Mike Fedders says:

      Nö, das Mobilfunknetz funktioniert ja im Ernstfall sowieso nicht, siehe Ahrtal…Keine Nothilfe dank Digitalfunk.

      • Selbst der hat versagt! Ich kann aus Erfahrung sagen die Akkus in so einer Station halten keine drei Stunden und die meisten haben nur eine einzige Leitung. Doppelt vorhandene Technik gibt es im Umkreis von 100km wo ich kenne nirgends. Kosten spielen nur keine Rolle wenn die Presse darüber berichtet.

  3. Joa, wenn ich vom Kartoffelverkauf lebte, würde ich auch meine Felder an ausländische Investoren verkaufen. Was kann schon schiefgehen?

    • ach in ein paar Jahren wundern sich dann nur wieder alle wie das passieren konnte

    • Na ja, eigentlich ist die Telekom mittlerweile eine Service-Firma und die lebt von ihren Kunden. Coca-Cola muss auch nicht zwangsläufig Flaschen herstellen, die füllen die Flaschen ja nicht mal mehr selbst, sondern verkaufen eigentlich nur den Sirup…

    • Jonas Wagner says:

      Guess what. Sehr vielen Landwirte bauen schon immer auf Flächen an die ihnen nicht gehören.

      • Genau und deshalb nannte man diese früher auch Leibeigne. Was passiert wenn man alles verscherbelt, nicht mehr die Oberhand behält und „Investoren“ wichtige Infrastruktur an sich reißen, erleben wir ja gerade. Stichwort Gas. Dem Verbraucher wird Liberalisierung immer als segen verkauft und hinterher muss er dann teuer bezahlen.

        • Eigentlich nennt man die Pächter… Man sollte nicht alles ganz so grob erklären, nur bis es einem passt.

      • Ja, wenn man keine Flächen hat, dann kann man welche pachten. Aber ist es sinnvoll, im Eigentum befindliche Flächen zu verkaufen, um sie dann zu pachten? Und somit neben dem eigenen Gewinn auch zusätzlich noch den Gewinn für die Investoren erwirtschaften zu müssen?

    • Im Endstadium verkaufst du nur noch das Geistige Eigentum auf die Art und Weise wie man Kartoffeln züchtet.
      Du selbst hast keine Ahnung mehr wie man die Tätigkeit ausführt.
      Deine Anwälte verklagen dabei jeden der es wagt Kartoffeln ohne Lizenz anzubauen und du sorgst nur noch für das Markenlogo auf den Kartoffelsäcken.
      Solange der Erzeuger dir weiter Kartoffeln liefert, hast du dann auch was zu essen.
      Was soll da schon schief laufen.

  4. Was heißt das jetzt für uns? Bestimmt nichts Gutes wenn die Telekom beteiligt ist..

  5. Kohle, Kohle, Kohle. Lernen sie Deutschen eigentlich nie was?

    • Deutschen? Der Kapitalismus regiert und zerstört die Welt, mein Lieber.

    • Die Deutschen sollte man lieber lernen, wie Kapitalismus funktioniert. Sonst geht es mit uns leider weiter bergab. Die Chinesen zeigen uns doch wie Kapitalismus funktionieren kann und schlagen die westliche welt mit ihren eigenen Waffen, weil Kapitalismus leider doch die bestgeeignetste Form des Fortschritts ist.

  6. So dumm muss man erst mal sein…

  7. Klaus Mehdorn Travolta says:

    Der Kapitalismus ist systemrelevant … den Rest regelt der Markt. 😉

  8. Verstehe ich das richtig?
    Die Telekom verkauft das wichtigste Gut zu 51%, was Sie an Mobilfunkinfrastruktur haben?
    Und dann müssen sie die Türme per Leasing wieder zurück holen? Also sie zahlen 30 Jahre lang dafür, dass sie ihre Türme nutzen dürfen? Und was kommt danach?
    Ich hoffe mal, dass dieser Verkauf von der Bundeskartellbehörde verboten wird. Das hat nichts in der Hand ausländischer Gesellschaften zu suchen!

    • Der Deal wird nicht verboten werden. Im öffentlichen und industriellen Bereich gelten andere Regeln wie im privaten Bereich. Mit Sale & Lease Back werden Liquiditätsprobleme gelöst. Das sollte man auch im privaten Bereich manchmal in Erwägung ziehen.

      • Und das wird ganz sicher keine Probleme in der Zukunft verursachen. Zumindest nicht in einer Zukunft in der die Entscheider noch Gehalt von dem Laden wollen.

    • Krümelmonster says:

      30 Jahre sind doch für die Geschäftsleitungen großer Konzerne wie 10 Leben. Keiner von denen wird in 30 Jahren noch in der Position arbeiten und sich erklären müssen.

      • Nicht zu vergessen, dass die Telekom nichtmal 30 Jahre alt ist und wir wohl annehmen dürfen, dass bis dahin andere Technologien die Masten wohl ersetzen werden…

        • Ah, wir vertrauen mal wieder auf einen Technologiesprung. Das hat ja beim Klimawandel auch hervorragend funktioniert.

    • Ja, stimme dir zu. Geht ja mal ratzfatz und die ausländischen Gesellschaften sammeln die Türme ein und die Antennen hängen in der Luft. Die pösen ausländischen Gesellschaften.

      • Das vielleicht nicht aber wenn die sagen „wir machen jetzt hier den Strom aus wenn ihr nicht löhnt“ dann hat es sich ausgefunkt.

  9. Mike Fedders says:

    Das Trinkwassernetz war auch schon im Gespräch…

  10. Die Gier nimmt kein Ende. Widerlich. Und demnächst kann der Steuerzahler wieder Latzen.
    Nur noch Kopfschütteln.

  11. Wieder kritische Infrastruktur zu verscherbeln scheint niemanden in der Regierung zu stören. Hallo Herr Habeck, Hallo Herr Scholz, haben wir aus dem Gasgeschäft nichts gelernt?

  12. Und in 10 Jahren zieht dann der neue Besitzer die Preise mal massiv an und wenn die Telekom nicht zahlt dann geht halt das Licht aus. Machste nix.
    Da hat aber der aktuelle CEO seinen Bonus schon lange kassiert.

  13. Warum
    Ist das für Investoren ein Gewinn Funktürme zu kaufen? Wie macht man mit sowas Geld.

  14. Ich verkaufe etwas essenzielles aus meinem Mobilfunk Geschäft um Schulden abzubauen und Anteile im US Sektor zu erhöhen? Das wird sicherlich der schlechteste Trade ever werden.

    Mag sein, dass ein Leasingvertrag geschlossen wurde. So lang dieser Leasingvertrag tatsächlich eingehalten wird, mag das für die Telekom auf 30 Jahre gesehen eine nette Finanzspritze sein. Aber was ist, wenn die Laufzeit aufgrund eines Schlupflochs nicht eingehalten wird oder diese Masten von einer falschen Partei (Russland/China) aufgekauft wird und dann auf einmal den Zugang versperrt. Was ein reales Szenario sein könnte um in einem fremden Land Unruhe zu stiften bzw. das Thema Netzabdeckung in ein grauenvolles Szenario zu verwandeln.

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