Synology NAS: Arbeitsspeicher aufrüsten, mehr ist oft möglich

Kauft man sich so einen Netzwerkspeicher, dann überlegt man sich hoffentlich vorher, was man damit machen möchte. Wer ein reines Datengrab haben will, der greift zu einer einfachen Sicherungslösung im Netzwerk, mindestens zwei Platten im Mirror-Modus, fertig. Manche machen damit ein wenig mehr, sehen so ein NAS als zentralen Dreh- und Angelpunkt ihres (digitalen) Lebens in den eigenen vier Wänden. Das ist bei meinem Kollegen Oliver und mir der Fall, wir beide setzen dafür jeweils auf die Lösungen von Synology.

Da gibt es zahlreiche Varianten, fast zu viele, wenn ich da so mal ins Portfolio schaue. Und grundsätzlich denke ich mir auch oft: Warum stecken die nicht mal ein bisschen mehr Arbeitsspeicher rein, das kann ja nun so viel am Preis nicht ausmachen. Solltet ihr einmal merken, dass ihr vielleicht mehr Arbeitsspeicher gebrauchen könnt, dann gebe ich euch als Rat, die Seiten von Synology lediglich als Richtwert zu nehmen.

Synology nennt auf den Detail-Seiten der Boxen zwar immer den RAM, den das Gerät angeblich maximal verarbeiten kann, die Erfahrungen zeigen aber, dass dies der erwähnte Richtwert ist. Fiel mir jüngst ein, dies einmal hier zu erwähnen, da ich eine vorhandene DS418play neu aufbaute. Ab Werk sind 2 GB Arbeitsspeicher drin, der reicht auch eigentlich für vieles. Der oben erwähnte Kollege Oliver hatte aber noch Speicher von einer Umrüstung liegen, schickte mir also den 8-GB-Riegel.

Den Arbeitsspeicher aufrüsten bei einem NAS von Synology sind eigentlich 5 Minuten Sache. Im Falle der 418play sitzt der freie Slot auf der rechten Seite, man muss nur die Festplatteneinschübe entfernen. Die waren eh draußen, da das NAS zwei Seagate IronWolf Pro mit jeweils 14 TB verpasst bekam.

Der langen Rede kurzer Sinn: NAS initialisiert, den DiskStation Manager auf die neuen Platten gebracht und am Anschluss über 10 GB RAM gefreut, 2 GB ab Werk und eben 8 GB zusätzlich. Synology selber nennt aber nur maximal 2 GB + 6 GB des möglichen. Von daher der Rat: Wenn ihr die Möglichkeit habt, stopft ruhig etwas mehr rein, preislich tut sich das sicherlich nicht viel. Gerade, wenn man vielleicht mit Docker-Containern spielt – das klappt auch mit laienhaftem Wissen – oder man sich für ein nicht unterstütztes NAS von Synology den Virtual Machine Manager installiert, weil man Windows als VM nutzen möchte, dann ist bei RAM einfach folgender Spruch wahr: Haben ist besser als brauchen. (Klar bei einem NAS mit kleiner CPU bringt es nichts, den RAM bis zum Ende zu erweitern, weil dann z. B. bei einer VM die CPU zu schwach ist).

Dennoch gilt natürlich: Synology bietet keine vollständige Produktgarantie und keinen technischen Support, wenn nicht von Synology stammende Speichermodule für die Speichererweiterung verwendet werden.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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27 Kommentare

  1. play und docker ist übrigens auch nicht so ganz supportet.

  2. TierParkToni says:

    Das kenn ich selber von meiner QNAP TS-453mini : Ab Werk nur 2+2 bzw 2×4 GB möglich, direkt beim Kauf in 2016 gleich im noch nie eingeschalteten Gerät 2×8 GB verbaut – läuft bis heute einwandfrei.
    Auf der TS453 läuft bis heute mein Ubooquity-Server sowie 2 VMs absolut ohne Probleme, es waren sogar mal „just4fun“ 2×16 GB drin, da wurden jedoch im BIOS der Kiste nur 16GB erkannt, das danach bootende Linux von QNAP konnte aber die vollen 32 GB adressieren und nutzen, nur war damit die CPU (ein 4-Kerner-Celeron) der absolute Flaschenhals …

    • Ich habe mein QNAP TS-251+ auch direkt vor dem ersten Start auf 8 GB aufgerüstet. Ich habe damals nur 8 GB reingesteckt, weil nicht klar war, ob 16 GB auch gehen, heute weiß ich, dass 16 möglich sind. Aber auch so läuft das Ding super, 5 Docker-Conatiner und eine Ubuntu-VM, Null Probleme.

  3. Sebastian Mares says:

    Die maximalen RAM Angaben sind keine willkürlichen Angaben von Synology, sondern basieren auf den offiziellen Spezifikationen der CPUs übrigens. Dass in der DSM Oberfläche der ganze RAM angezeigt wird, heißt aber nicht, dass die CPU nicht oberhalb der angegebenen 8 GB oder was auch immer nicht plötzlich anfängt Müll zu schreiben oder gar niedrigere Speicherbereiche überschreibt. Es liegt also viel mehr daran, was die CPU konkret verkraftet.

    • Blacky Forest says:

      Das ist Bullshit. So wird der Speicher nicht adressiert.
      Das wird einfach finanzielle Aspekte haben, dass sie weniger RAM angeben, als wirklich unterstützt wird. Der Kunde kauft dann die größere Version, wenn er’s braucht.

  4. Finde ich irgendwo eine Liste, welche NAS von Synology man überhaupt mit RAM aufrüsten kann? Danke!

    • Das steht in den technischen Eigenschaften auf der Seite von Synology bei der jeweiligen DS – allerdings nur, wenn eine Aufrüstung werksseitig von Synology vorgesehen ist.

      Ich habe z. B. die DS416play, welche laut Synology nicht aufgerüstet werden kann. Werkseitg ist hier 1GB verbaut. Ich habe meine aber auf 4GB aufgerüstet.

      Im Netz bzw. YT findet man hierfür diverse Anleitungen, wie man den RAM wechseln kann.

      Man muss natürlich schauen, den richtigen RAM Streifen zu kaufen. Und es muss einem klar sein, dass man durch das Öffnen des Gehäuses die Garantie verlieren.

  5. Wenn die CPU laut Intel nur 8 Gb unterstützt und es Leute gibt die 16 Gb erfolgreich verbauen verstehe ich die Welt nicht mehr.

  6. Vielleicht OT, aber:
    Gibt es eigentlich für Laien eine empfehlenswerte Lektüre, wenn man sich als Dummie das erste Mal mit NAS und deren Einrichtung beschäftigen will? Vielleicht ein Sonderheft der ct oder so?
    Sehe, dass mit zunehmendem Alter meiner Kids so etwas sinnvoll wird.

    • Synology NAS: Die praktische Anleitung für Ihre ganz individuelle Home Cloud. Mit vielen Praxistipps und Kaufberatung (Deutsch) Broschiert EUR 29,90
      Eine recht gute Investition um sich mit Synology und dem Thema Netzlaufwerk / NAS (Network Attached Storage) vertraut zu machen 🙂
      Happy Reading

      Wolfgang

    • Gibt ganz viele Videos auf Youtube. Ist alles kein riesen Hexenwerk. Ein NAS macht absolut Sinn, wobei man aber immer auch ans Backup denken sollte. Ein Raid Level ist kein Backup!

    • Gibt neben diversen Videos bei Youtube auch viele sehr gut geschriebene Anleitungen im Netz die man auch als Einsteiger versteht.

      Und wenn Fragen auftreten gibt es sowohl bei Synology als auch QNAP eine sehr aktive Community die einem in den Foren weiterhilft.

    • In meiner ersten Zeit (und auch später) haben mir die Videos von iDomiX enorm geholfen. Sehr zu empfehlen:
      https://www.youtube.com/user/iDomiX

    • Hol dir einfach einen Mac mini oder Windows-NUC und häng Massenspeicher dran. Da kannst du alles installieren, bist nicht von der schmalbrüstigen CPU und RAM im NAS limitiert und hast eine gewohnte Arbeitsumgebung, musst dir also kein neues Hobby anschaffen.

  7. GooglePayFan says:

    Gibt es irgendwo eine Übersicht, welche der billigen Intel CPUs (Celeron-Serie zB) mit einem RAM-Limit laut Produktblatt tatsächlich ein solches Limit haben und wo auch mehr RAM geht?

    Das hat mich bisher von dem Kauf günstiger NAS-Gehäuse mit Intel CPU abgehalten…

  8. Einfach den Prozessor googlen und dann auf die ark.intel.com Seite gehen. Wie hier im Beispiel DS218+ Synology empfiehlt 2 + 4 GB da die CPU von Intel nur bis 8 GB spezifiziert ist. Ein 8 GB Ram + 2 GB intern würde schon 10 GB bedeutet. An sich funktioniert es ob es zu Problemen kommt ist ein anderes Thema.

    https://ark.intel.com/content/www/de/de/ark/products/95597/intel-celeron-processor-j3355-2m-cache-up-to-2-5-ghz.html

  9. Also die DS918+ kann man problemlos auf 16GB aufrüsten (was für Docker und VM wirklich sinnvoll ist).

  10. Ich kenn jetzt nicht die großen Systeme von Synology. Aber ich würde meinen, wenn man echt viel mit Dockern VMs u.s.w machen will braucht man ein anderes OS wie z.B. unRaid. Da geht alles, ist beliebig erweiterbar und da kann man dann auch entsprechend potente Hardware einsetzen.

  11. „oder man sich für ein nicht unterstütztes NAS von Synology den “

    Bitte ein „hat“ hinzufügen bin beim lesen gestolpert. Ansonsten top wie immer

  12. Wie Sebastian schon richtig sagte: der maximale RAM Ausbau sollte nicht über die Werte hinaus gehen, die Synology oder Intel angibt.

    Es gibt im Synology Forum genügend Beiträge wo Leute ihr NAS aus 8 GB aufrüsten obwohl es nur 4 GB unterstützt.

    Und irgendwann fangen die Probleme an, wenn der Speicher jenseits des zulässigen Bereichs addresiert werden.

    Also ich würde mir meine Daten nicht mit sowas korumpieren wollen.

  13. Kann ich bestätigen. Habe seinerzeit mein DS713+, das inzwischen nur noch als Backup-NAS für seinen Nachfolger dient, problemlos von 1GB auf 4GB erweitert. Das sollte laut Synology nicht möglich sein. Laut Intel Spec. verpackt die Atom-CPU das aber und läuft inzwischen seit 5 Jahren problemlos.

  14. Ist zwar OT, aber hat schon einer was gehört ob 2020 auch Geräte für Privatanwender bis mittelständische Unternehmen kommen? Bisher hab ich nur was von Enterprise Geräten gehört.

  15. Danke für den Hinweis, aber was ist denn nun dabei herausgekommen? Läuft irgendetwas besser oder schneller als vorher?

  16. Eigene Erfahrungen und Berichte von Anderen lassen mich beim Thema NAS schon etwas zucken:
    – Bescheidene interne Netzteile (Gamers Nexus – Synology)
    – Bescheidene externe Netzteile (eigene Erfahrung mit QNAP – muss in Funktion gedreht werden)
    – Bescheidene Elektrik an sich wie bei Buffalo
    – Immer mülliger werdende Softwarepakete (es geht offenbr nur noch um Abo’s)
    – Pseudo-Funktionsimplementierungen wie LDAP und RADIUS (da lachen ja die Hühner)
    – Selbst ein Basis-Backup von mehreren TimeMachine-BackUps ist hakelig
    Im Endeffekt ist auch die Hardware für das Gebotene zu schlecht bzw. zu teuer. Da sollte man tatsächlich zu einem kleinen Xeon-Server für ZFS (braucht ähnlich viel Strom) oder ein AMD-Rechner (für Virtualisierungsumgebungen mit Bums – ohne lauwarmes ATOM/Celeron/Pentium-Gedöhns) greifen. Die NAS-Anbieter heute ähnlich schwach wie GEMA und GEZ – kennt man und braucht man nicht (bis selten -> Backup/Rsync).

    • „Bescheiden, mülliger, pseudo, hakelig, Bums, Gedöns“. Am Ende noch GEMA und GEZ (richtig heißt es Rundfunkbeitrag) in einen Topf – fertig ist den Sinnlosbeitrag.

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