Reddit muss laut Gerichtsurteil keine Nutzerdaten von „Piraten“ herausgeben
Reddit wurde von der Filmindustrie bzw. speziell einigen Indie-Filmemachern vor Gericht gezogen: So forderten die Rechteinhaber, dass das soziale Netzwerk Daten von Usern herausgeben sollte, die sich offen zur Piraterie bekannt hatten. Reddit hatte dies zuvor verweigert. Jetzt sind die Studios auch vor Gericht mit ihrem Anliegen gescheitert. Ein kalifornisches Gericht wies die Aufforderung ab.
Ziel war es dabei laut den Studios nicht, die individuellen Nutzer zu verklagen, sondern von ihnen Auskünfte zu ihren Internetprovidern zu erhalten. Denn auf die hat man es da aktuell in den USA abgesehen. Speziell ging es da um RCN und Grande. Reddit gab zwar die vorliegenden Daten eines Nutzers heraus, der RCN direkt erwähnt hatte, weigerte sich aber, die Informationen anderer User herauszurücken, die sich an der Diskussion beteiligt hatten. Es überwiege deren Recht auf Meinungsfreiheit gegenüber den Interessen der Filmbranche.
Und genau diesem Argument stimmte dann auch das Gericht zu. So hätten die Filmemacher und Studios andere Möglichkeiten, an für sie relevante Informationen zu gelangen – etwa durch Internetprovider wie RCN selbst. Die Studios argumentierten auch, dass die Nutzer als Zeugen herhalten könnten, um zu unterstreichen, dass Provider wie Grande Communications nicht ausreichend gegen Urheberrechtsverstöße vorgehen würden.
Weder Reddit noch das Gericht negierten dabei, dass die Nutzer in so einem Szenario hilfreiche Stimmen sein könnten. Doch es gebe andere Möglichkeiten, an Zeugen heranzukommen, die Anonymität der Reddit-Nutzer aufzuheben, sei nicht angemessen.
Am Ende ist das Ganze natürlich ein Spagat und es ist nicht gerade „schlau“ sich online auch noch mit Piraterie zu brüsten. Dennoch müssen eben vor Gericht immer die Interessen der allgemeinen Nutzer gegen die der Industrie abgewogen werden. Ich gehe dabei davon aus, dass illegale Streams und Downloads eher eine neue Blütezeit erleben werden, da der Streaming-Markt sich zum einen immer weiter fragmentiert und zum anderen die Preise immer weiter steigen.
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Langfristig muss eigentlich der gesamte zivilgesellschaftliche Diskurs auf dezentralen Plattformen stattfinden, die bestenfalls Mechanismen mitbringen, die solche Übergriffe mitigieren.
Überwachung und drohende Deanonymisierung sind omnipräsente Gefahren, denen man immer einerseits mit rechtlicher Einbettung und andererseits mit technischen Mitteln vorbeugen muss.
Tja die ContentMAFIA lernt es eben nie… da hatten sie mit dem Aufstieg tatsächlich einen bemerkenswerten Rückgang der Piraterie verbuchen können und was machen die in Ihrer Gier? Zerstückeln das alles wieder und üpbertreiben es mit Verteuerungen ins Bodenlose.
Tja die kriegen genau das was sie verdienen!
Jep, ganz deiner Meinung. Netflix ist seit diesem Monat auch für mich Geschichte, das hatte man ja nur aus Bequemlichkeit für den knappen 5er im Monat. Aber jetzt das doppelte zahlen ist der content da vielen nicht wert und es wurde die letzten Jahre auch immer weniger stuff.
Ich hab mir jetzt nen plex server eingerichtet und hol mir das Zeug von der Festplatte. Die Qualität ist meist auch noch besser.
Prime ist das einzige was bleibt, allerdings auch nur wegen den Versandkosten.
Ich denke auch die Piraterie wird wieder mehr werden, auch Telegram macht es einem da sehr einfach als unbegrenzte cloud.
Ich würde ja legal alles bezahlen, aber dann sollte es eine App geben, die alles anbietet wie das bei der Musik auch gemacht wird und nicht erst bei werstreamt.es gucken wo und ob überhaupt gerade irgendwo läuft
So eine App würde aber so um 50€ mtl. kosten, was mir zu teuer wäre, da wir vielleicht einen, selten zwei Filme am Wochenende schauen und einen Serienmarathon nur im Urlaub machen.
Daher habe ich Netflix nach fast 6 Jahren endlich gekündigt und Disney+ für ein Jahr abonniert. 3€ mtl. für zwei Haushalte finde ich in Ordnung.
klar, 50 tacken sollte das nicht kosten. aber 20-25 wäre ich durchaus bereit zu zahlen für einen Haushalt