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Raspberry Pi: Ohne Monitor und Tastatur Raspbian installieren, SSH, VNC und WLAN konfigurieren

Ich schrieb es schon oft in irgendwelchen Beiträgen und Anleitungen: Viele Wege führen nach Rom. Und so will ich immer auch gar nicht alle Möglichkeiten erklären, sondern die möglichst einfachen – quasi wie ein alter Fußballer, dem man nachsagt, dass er die Wege „sieht“.

Ich hatte mir seinerzeit einen Raspberry Pi gekauft, einen kleinen Rechner, mit dem man zahlreiche Sachen veranstalten kann, beispielsweise für daheim ein VPN aufbauen oder gar Dinge wie Homebridge realisieren – also Nicht-HomeKit-Geräte in Apples Smart-Home-System bugsieren. Alternativ: Plex, SabNZB, Sonos-, FTP- oder SMB-Server, wie ihr wollt. Schönes Werkzeug, schönes Spielzeug.

Wo aber anfangen? Wie bekommt man das Betriebssystem auf die microSD-Karte? Wie bediene ich die Kiste überhaupt, wenn ich keinen Monitor oder eine Tastatur für den Raspberry Pi habe? Wie bekomme ich ihn in mein Netzwerk? Wie weise ich dem Raspberry Pi eine feste IP-Adresse zu? Alles Fragen, die ich eben hier beantworten möchte. Und wie erwähnt: Es mag natürlich andere Wege geben.

Vollzogen habe ich das Ganze mit einem Raspberry Pi 4B. Und wenn man den hat, dann muss man sich erst einmal eine microSD-Karte besorgen und das Betriebssystem auf diese bannen.

Raspbian installieren

Um Raspbian auf die microSD-Karte zu bekommen, nutze ich den Raspberry Pi Imager. Offizielles Tool, für Windows, macOS sowie Linux zu haben. Sehr leicht zu benutzen. Herunterladen und ausführen, natürlich schauen, dass man eine microSD-Karte im Kartenleser hat. Das sieht dann bei euch wahrscheinlich aus wie bei mir (siehe unten). Choose OS lässt euch das System wählen, ich wähle hier immer die Installation von Raspbian mit grafischer Oberfläche, ich will ja später mit VNC greifen und mag es, wenn ich etwas sehen kann.

Ich gehe also zu Raspbian mit dem Raspberry Pi Desktop.

Den Spaß lässt man dann auf die microSD-Karte schreiben. Am Ende wirft man die Karte kurz aus und steckt sie wieder in den Kartenleser, damit sie von eurem System erkannt wird. Gibt ja noch was zu tun.

SSH-Zugang freischalten

So muss man beispielsweise ja vorher das WLAN und den Fernzugriff konfigurieren, wenn man den Raspberry Pi ohne Tastatur, Maus und Monitor betreibt. Um den Fernzugriff zu erlauben, legt ihr einfach eine leere Datei namens ssh in das Oberverzeichnis der Karte. Windows-Nutzer: Wirklich darauf achten, dass keine Dateiendung vorhanden ist. Merkt euch schon einmal: Normalerweise setzt der Rasperrby Pi, bzw. das Raspbian auf den Nutzernamen Pi mit dem Passwort raspberry.

WLAN-Zugang einrichten

Hier kann ich nicht auf alle Eventualitäten eingehen, sondern nur auf klassisches WLAN beim Konsumenten. Alle weiteren Infos für die Möglichkeiten der Datei wpa_supplicant.conf findet man auf zahlreichen anderen Seiten. Die erstellt ihr erst einmal und packt folgende Informationen rein:

country=DE
ctrl_interface=DIR=/var/run/wpa_supplicant GROUP=netdev
update_config=1
network={
ssid="WLAN NAME"
psk="PASSWORT"
key_mgmt=WPA-PSK
}

Richtig geraten: „WLAN NAME“ und „PASSWORT“ ersetzt ihr natürlich gegen eure Daten. Das sorgt dafür, dass sich der Raspberry Pi mit eurem WLAN verbindet. Die Datei wpa_supplicant.conf speichert ihr ebenfalls im Oberverzeichnis der microSD-Karte. Die dürft ihr jetzt übrigens auswerfen, in den Raspberry Pi packen und diesen an den Strom anschließen. Sollte alles richtig gelaufen sein, dann sollte sich der Raspberry Pi mit eurem Netzwerk verbinden, solltet ihr einen Netzwerkscanner haben, so nutzt diesen, alternativ schaut in den Router, um die IP-Adresse des kleinen Rechners herauszufinden.

Über SSH verbinden

Nun müsst ihr euch über SSH mit eurem Raspberry Pi verbinden, dessen IP ihr nun hoffentlich kennt. Mac hat ein Terminal dabei – und Windows 10 ebenso. Startet am Mac die App Terminal und unter Windows 10 die Eingabeaufforderung. Gebt dort ein:

ssh pi@192.168.1.100 (oder was die Adresse eures PI ist)

Danach müsst ihr einmalig bestätigen, dass ihr dem Gerät vertrauen wollt und das Passwort eingeben. Achtung, das passiert im Blindflug, ihr seht also nicht, was ihr eingebt. Bestätigt mit Enter. Ist alles glattgegangen, dann begrüßt euch die Eingabeaufforderung mit pi@raspberrypi und ihr könnt Befehle eingeben.

VNC-Server aktivieren

Gebt an der Eingabeaufforderung folgendes ein:

sudo raspi-config

Folgendes Bild solltet ihr sehen:

Hier besucht ihr Punkt 5, die Interfacing Options. Danach geht es in den Unterpunkt P3 für VNC.

Bestätigt das Ganze mit Yes.

Nun könnt ihr euch abschließend, nachdem der VNC-Server aktiviert ist, mit dem Raspberry Pi verbinden, theoretisch. Es ist beim 4er so, dass er nichts anzeigen würde, da er versuchen würde, das darzustellen, was am in Sachen Monitor am Port hängt. Da dort nichts hängt, würde der VNC-Client einen Fehler melden. Aus diesem Grunde geht man in der Übersicht noch einmal auf den Punkt 7 (Advanced Options) und dann A5 – Resolution. Dort wählt man dann eine Auflösung aus, die der Pi haben soll – also auch in der virtuellen Maschine.

Speichert ihr das ab, so solltet ihr euch über VNC verbinden können. Der Server läuft auf dem Raspberry Pi, ihr kennt die IP, ihr müsst den VNC Viewer nur installieren und eine Verbindung einrichten.

VNC-Verbindung zum Raspberry Pi herstellen

Startet den VNC Viewer und richtet eine neue Verbindung ein. Standardmäßig kann man hier eigentlich alles lassen, man muss als Server nur die IP des Raspberry Pi hinterlegen. Login-Name und Passwort sind ja bekannt.

Danach sollte die Verbindung direkt klappen und ihr auf dem Desktop des Pi sein. Der wird euch vermutlich fragen, ob ihr ihn fertig einrichten und nach Updates sehen wollt. Könnt ihr tun, ihr werdet ebenfalls aufgefordert das Passwort zu ändern.

Statische IP für den Raspberry Pi vergeben

Wenn ihr schon in der grafischen Oberfläche seid, könnt ihr dem Raspberry Pi auch eine feste IP vergeben. Warum? Dann klappt es auch immer mit dem Verbinden, beispielsweise eben SSH oder VNC. Macht einen Rechtsklick auf das WLAN-Symbol und wählt: Wireless & Wired Network Settings.

Folgendes Bild seht ihr:

Stellt Configure auf Interface WLAN und vergebt unter IPv4 eine Adresse im Heimnetzwerk – bei mir wäre es beispielsweise die 192.168.1.100. Bei Router gebt ihr euren Internet-Zugangspunkt an, in meinem Falle die FRITZ!Box mit ihrer IP 192.168.1.1. Wer bis dahin gekommen ist, wird sicherlich wissen, was einzutragen ist.

Habt ihr alles erledigt, dann habt ihr jetzt einen laufenden Raspberry Pi mit Desktop-Oberfläche und Zugriff über VNC und SSH. Bereit für alle Spielereien, die man so tun kann. Vielleicht vor dem Spielen die microSD-Karte klonen, das erspart es, diese Anleitung noch einmal durchzuspielen.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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38 Kommentare

  1. Dem Raspberry die gleiche IP-Adresse wie dem Router zu geben ist meistens keine gute Idee… 😉

  2. Die SD Karte enthält nach flashen des images 2 Partitionen, /root und /boot.
    Meines wissens muss die „ssh“ Datei in der partition /boot abgelegt werden. Die alternative Ablage in /root wäre mir grad neu. Ich meine auch irgendo gelesen zu haben, dass auch eine „ssh.txt“ den gewünschten Effekt hätte. Ich lege dafür jetzt aber nicht meine Hand ins Feuer.

    • GooglePayFan says:

      jo, ssh.txt geht auch, mache ich persönlich immer. Ist ja auch egal, Datei ist nach dem nächsten Boot weg und SSH dauerhaft aktiviert!

  3. Dietpi und man erspart sich viel Ärger….

  4. Bzgl. SSH wäre noch zu ergänzen, dass SSH nur bis zum nächsten reboot aktiviert sein wird, danach nicht mehr. „ssh“ wird beim booten aus /boot wieder entfernt, sobald die einmalige aktivierung durchgeführt wurde. Will man SSH immer aktiv haben, muss man das in raspi-config explizit und dauerhaft enabeln.

    • Pi-Nutzer says:

      Quatsch.
      Ich hab hier sechs Pis am Laufen und dort wurde nur einmalig die Datei „sah“ nach dem Flashvorgang auf die Boot-Partition geschoben. SSH ist somit dauerhaft aktiv und muss nirgends noch extra aktiviert werden.

    • Das ist mir neu. Seit wann ist das so? Bei meinen Raspis habe ich einfach die ssh-Datei im /boot Verzeichnis angelegt und der SSH-Zugang ist auch nach einem Reboot weiter aktiv.

    • Ich habe auch 2 raspberrys (Pihole und io-broker) am laufen, beide haben noch nie ne Tastatur oder Bildschirm gesehen. Einfach leere Datei ssh ins Boot Verzeichnis und fertig.

      • Danke für die info. Als ich mit meinen raspis angefangen habe, da war das noch nicht so. Gut zu wissen. Dann würde ich mir persönlich aber wünschen, dass der ssh Eintrag in raspi-config automatisch auf enabled geschaltet wird, sobald eine SSH Datei vorliegt.

        • Pi-Nutzer says:

          Tut er doch…

        • genau das passiert doch. die datei ist weg und ssh wird aktiviert, der schalter in der config ist auf enabled.

          • Hallo zusammen,
            ich habe es gerade selber neu ausprobiert, weil ich es gerade wissen musste und Euch gerne recht geben wollte/möchte, aber … nachdem ich gerade 2020-02-13-raspbian-buster-liste.img frisch geflasht habe, ssh angelegt habe, SD in den raspi reingetan und den gestartet habe … Login hat geklappt, dann sudo reboot gemacht, abgewartet und … ssh geht nicht. Achso, kurz vor dem reboot habe ich in den raspi-config reingeschaut und der fragte mich beim ssh, ob der den enabeln soll. Ich habe die frage abgebrochen, da hat raspi-config gesagt, ssh bleibt zukünftig deaktiviert.

            • Pi-Nutzer says:

              Erst letzte Woche zwei komplette Kisten neu aufgesetzt, „ssh“ erstellt und auf die Boot-Partition gepackt, in die entsprechenden Teile gepackt und komplett alles über SSH eingerichtet, inklusive mehrfacher Neustarts.

              Scheint sich bei dir um einen PEBKAC-Fehler zu handeln.

  5. Anschließend noch Pi-Hole drauf und man kann auch mobile wieder diesen Blog aufrufen^^. Caschy macht das ja scheinbar auch, wenn man die Screenshots der Handys mit Blog im Display so anschaut ;).

  6. RiffRaff says:

    am besten auch gleich schreiben wie man von USB booten kann, bevor die SD-Card den Geist aufgibt. Dazu USB Boot enable und ein Backup der SD anlegen, was sowieso nicht schaden kann, gerade wenn ein Server eingerichtet ist. So beugt ihr einen Ausfall der SD schon einmal vor.

    • Pi-Nutzer says:

      Wenn nicht tausendfach auf die Karte geschrieben wird, dann läuft die sich ein paar Jährchen lang.
      So viele USB-Sticks hätte ich hier nicht mal rum liegen, die ich bei sowas brauchen würde.

  7. Wer noch nach einem Projekt für die nächste Lockdown-Zeit sucht 😉

    – NextcloudPi – Nextcloud auf dem Pi „out of the Box“ https://ownyourbits.com/nextcloudpi/
    – anschließend das ganze dann noch unter Docker mit Traefik zusammen mit Bitwarden, Wireguard und ein paar Spielereien zum Laufen bringen. 🙂

    https://traefik.io – Reverse-Proxy
    https://bitwarden.com/ – Passwordmanager zum selber Hosten
    https://www.wireguard.com/ – leicht einzurichtendes VPN
    https://pi-hole.net/ – AdBlocker für das LAN

  8. Macdefcom says:

    Ich möchte die kleine Kiste gerne als Mediaplayer am TV nutzen, also USB-Stick anschließen und die darauf befindlichen Bilder/Videos gleich abspielen können.
    Gibt es dafür auch eine Anleitung für Dummies?

  9. Für was VNC? Wenn ich einen Linux Rechner Headless betreibe verwalte ich den natürlich per SSH auf der shell 😉
    Wobei es dann wieder praktisch ist zu wissen wie man einen Raspi ohne Monitor per SSH erreicht vor allem bei der aktuellen Generation denn Micro HDMI Kabel wird man nicht unbedingt in jedem Haushalt finden und auch bei meinem Raspi 3 muss ich so nicht mehr extra Tastatur + Monitor an den Raspi umstecken sondern erreiche ihn sofort per SSH.
    Für alle die mit der Linux shell noch nicht allzu vertraut sind ist eine GUI dann wohl doch hilfreich und da ich wohl auch versucht hätte die VNC Sitzung aufzurufen ohne zuvor eine Auflösung festzulegen ist die Anleitung hilfreich, vielleicht brauche ich die VNC Verbindung ja doch einmal aktuell bevorzuge ich aber einen X Server & SSH -X für einzelne GUI Applikationen.

  10. Ich habe in die wpa_supplicant.conf hab ich nach „ssid=***“ immer noch „scan_ssid=1“ eingefügt.

  11. Die Anleitung ist acht Jahre zu spät.

    • Warum denn das? Der Caschy schreibt die doch sicher nicht exklusiv für dich 😉

    • Das Thema ist nicht neu, richtig, aber auch nach acht Jahren weiß sicher nicht jeder, das es sowas gibt und schon gar nicht, wie man das einrichtet, auch wenn man wohl davon ausgehen kann, dass hier überwiegend Leute unterwegs sind, die mehr Draht zu solchen Spielereien haben als viele andere. Aber das schadet ja nicht, und vielleicht wird der eine oder andere dadurch auf die Idee gebracht, seinen RPi neues Leben einzuhauchen. Also, passt schon … 🙂

      • Es ist immer wieder bedauerlich, dass man seine Beiträge nicht mehr nachträglich korrigieren kann, wie es früher möglich war. @Caschy: Kann man das nicht wieder aktivieren, wenigstens in einem gewissen Zeitfenster?

        Natürlich heißt es „dass es sowas gibt“ und „seinem RPi“.

        Natürlich könnte man auch gleich korrekt schreiben, aber die Spracherkennung hat da schon mal eine ganz eigene Auffassung zum Thema … 🙁

    • Kannst du vielleicht kurz die Vor- und Nachteile der einen und der anderen Lösung zusammenfassen? Ich bin mit pihole recht zufrieden und sehe zumindest auf den ersten Blick nicht, warum ich wechseln sollte, auf der anderen Seite kribbelt es mich ein wenig in den Fingern, etwas Neues auszuprobieren… aber eben auch nur, wenn ich Aussicht auf eine Verbesserung habe.

      • Mach ein Image deiner SD Card und installiere danach adguard zum spielen.
        Sichere vorher deine AdList Links, die kannst du dort auch einfügen.
        Man kann pro Gerät filtern,..
        Hab es seit Beginn als einer vieler Dienste auf meinem Serverle laufen.
        Foltert 😉 sehr gut Werbung weg, auch YT Videos auf dem FireTV,..
        In Google gibt es sicher Review dazu.

  12. Onkel Wanja says:

    Apropos SD Karte. Kann der Raspberry 4 nun endlich direkt vom USB booten? Das war ja mal angedacht. Bei 3er geht das problemlos.

  13. Je nach Einsatzzweck ist man unter Umständen mit der Raspian Lite Version besser bedient. Für Pi-Hole, openmediavault, Plex Server etc brauche ich keine GUI mitzuschleppen

  14. Vielen Dank! Ich habe heute meinen ersten Pi bekommen und konnte dank der hervorragenden Anleitung direkt meine ersten Schritte damit machen.

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