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Project Amber: Quelloffene Ressourcen für die psychologische Forschung

X oder auch die X Company ist ein Teil von Alphabet, für auch als Google X bekannt, mittlerweile aber ausgegliedert. Dort will man nun über sein Project Amber quelloffene Ressourcen für die psychologische Forschung zur Verfügung stellen. Es geht um EEG-Daten (Elektroenzephalografie), welche helfen können, Rückschlüsse auf die geistige Gesundheit zu ziehen.

Das Projekt steckt bei X aber noch in einer recht frühen Phase. Auch Neurologen arbeiten daran neben Soft- und Hardware-Ingenieuren mit. Laut den Verantwortlichen sei eines der Kernprobleme, dass die psychische Gesundheit schwer in messbaren Daten auszudrücken sei. Beispielsweise sei Depression zwar eine Krankheit, doch die Symptome können je nach Person ganz unterschiedlich ausfallen.

Aktuell werden psychologische Probleme zumeist über Fragebögen ermittelt. Das ist aber eine sehr fehleranfällige Methode. Genau da wolle man mit EEG-Messungen zumindest unterstützen. Beispielsweise würden Menschen, die an Depressionen leiden, bei vielen Aktivitäten, die ihnen sonst Freude bereitet hätten, keinen Spaß mehr empfinden. Das lasse sich eben durchaus in EEG-Messungen erfassen. Dafür könnte man etwa bestimmte, spielerische Aufgaben konzipieren. Bisherige Studien hätten gezeigt, dass die Reaktionen von depressiven Menschen auf Belohnungen / Erfolge nämlich anders ausfallen, als bei gesunden Menschen.

Project Amber habe sich dabei darauf konzentriert EEG-Daten einerseits leichter erhebbar zu machen und sie auch für eine bessere Interpretation aufzubereiten. Oben seht ihr den finalen Prototyp, der sich schon recht leicht tragen und auch leicht durch einen Arzt verwenden lassen würde. Für die Software kam da aber auch Machine Learning ins Spiel, damit die erhobenen Daten sozusagen „entrauscht“ werden und es für einen Arzt leichter wäre, relevante Zusammenhänge und Bereiche auszumachen.

Laut der X Company habe man sich auch mit Therapeuten, Beratern, Sozialarbeitern, Ärzten und Co. zu den Anwendungsmöglichkeiten besprochen. Da habe man festgestellt, dass generell eine große Offenheit gegenüber EEG-Daten bestehe, um die Ergebnisse von Fragebögen zu ergänzen und bessere Diagnosen zu erlauben. Allerdings stellte man auch fest, dass es Widerstand dagegen gibt, quasi von einer Maschine als depressiv eingestuft zu werden. Da muss man also mal sehen, wie die Praxis aussehen wird. Denkbar ist auch, Project Amber zu verwenden, um Veränderungen bei bereits diagnostizierten Patienten festzustellen, sei es zum Positiven oder zum Negativen.

EEG-Daten könnten also nicht alleine für sich Diagnosen ermöglichen, aber eben unterstützen. Allerdings sei noch viel Forschung notwendig. Genau deswegen lege man die Ergebnisse nun für alle offen. Die Hardware-Designs, die Software und alles Weitere zum Code findet sich nun also bei GitHub. Alle Patente sollen ebenfalls frei zugänglich werden. Zudem habe man 50 Prototypen von Amber an die Sapien Labs gespendet. Mal sehen, was sich daraus noch so entwickeln wird.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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