Patreon entlässt 17 % der Belegschaft

Solltet ihr öfter mal bei YouTube unterwegs sein, dann dürfte euch Patreon ein Begriff sein: Sehr viele YouTube Kanäle bieten es an, dass ihr sie dort unterstützen könnt. Das Konzept von Patreon ist recht simpel: Ihr schießt den Kontoinhabern monatlich Geld zu, dafür bieten sie euch exklusive Vorteile an. Bei Musikern könnten das exklusive Songs sein, bei YouTubern eben Videos oder gar Merchandise oder persönliche Videochats und Einfluss auf die Inhalte. Doch aktuell scheint es bei Patreon schlecht zu laufen. Man muss 17 % der Belegschaft, 80 Mitarbeiter, entlassen.

Das hat der CEO Jack Conte in einem offenen Brief an die Mitarbeiter mitgeteilt. Betroffen sind unterschiedliche Teams – etwa die Finanzabteilung. Zudem schließt man seine bisherigen Büros in Berlin gänzlich, wo Vertrieb und Marketing bisher saßen. Auch das Büro in Dublin macht dicht. Stattdessen will Patreon sein Personal auf die USA fokussieren. Ausscheidenden Mitarbeitern will man Abfindungen mit drei Monatsgehältern offerieren.

Ende 2021 sprach Patreons Chief Product Officer, Julian Gutman, noch davon, die Belegschaft bis Ende 2022 zu verdoppeln. Doch die Pläne musste man offenbar ad acta legen. Geld verdient man damit, dass man von den Beträgen, die Fans im Abonnement an Creator zahlen, eine Provision für sich abzweigt. Zu vermuten ist, dass dort mittlerweile die Spendierfreudigkeit der Nutzer nachgelassen hat und somit die Einnahmen sanken. In den Zeiten zunehmender Inflation bei Gefahr einer Rezession in vielen Ländern wäre das keine sehr überraschende Entwicklung.

Patreon führt jedoch andere Begründungen an, die sich für Investoren und Nutzer besser lesen: Man spricht von Restrukturierungen und dass man sich eben entschlossen habe, mehr Geld in seine Produkte an sich zu stecken und weniger in Vertrieb und Marketing. Letzten Endes haben viele Tech-Unternehmen derzeit Neueinstellungen zurückgefahren und müssen sich der veränderten Wirtschaftslage anpassen.

In diesem Artikel sind Partner-Links enthalten, wir kennzeichnen ihn daher als Werbung. Durch einen Klick darauf ge­lan­gt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir ei­ne kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

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Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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12 Kommentare

  1. Neben der sicher nachlassenden Spendierfreudigkeit der User, wird es sicher auch der Umstand sein, dass es bei YouTube inzwischen direkt Memberships gibt und Google diese entsprechend mit verschenkten Memperships voran treibt. Einmalzahlungen wie für Superchats sind auf YouTube ebenfalls möglich. Auf Twitch ist das schon lange normal.

    Patreon wird sicher irgendwann nur mehr mit NSFW-Content handeln können.

  2. Knapp 500 Mitarbeitende haben/hatte die???
    Wow….Just wow….

  3. Kann Steady als deutsche Patreon-Alternative empfehlen. Patreon war wegen der Umsatzsteuer eh problematisch, weil das immer gesondert nachgewiesen werden sollte, Patreon das aber so nicht wollte oder konnte.

  4. „Ende 2021 sprach Patreons Chief Product Officer, Julian Gutman, noch davon, die Belegschaft bis Ende 2022 zu verdoppeln.“
    Vermutlich haben, gerade am Anfang der Pandemie, viele Spenden springen lassen. Das hat dann irgendwann nachgelassen und dann kam das überraschte Pikachu Gesicht.

  5. Ich habe auch den Eindruck, dass im Deutschsprachigen Raum in der Zwischenzeit Steady einen ganz ordentlich Marktanteil gewonnen hat. Viele Creator sind ja von Patreon dorthin gewechselt.

  6. Vielleicht haben ja auch die Vorwürfe in Sachen kinderpornographisches Material, das über Patreon vertrieben wird, einen nicht unerheblichen Einfluss.
    siehe z.B.: https://www.secjuice.com/patreon-fired-security-team-amid-child-porn-allegations/

    Wenn das in der öffentlichen Wahrnehmung von Patreon stärker Eingang findet, werden sie wohl ihr „Ankerkrautgate“ erleben

  7. Jack Conte präsentiert sich immer als Gründer eines social business, gerne auch mit Band Pomplamoose… letzlich aber doch nur kapitalistische Motivation, wie bei anderen auch. „greenwashing“ nennt man es, wenn es um Umwelt geht; keine Ahnung, ob es da auch fürs „Soziale“ einen Begriff gibt

  8. Hm mehr auf Inhalte konzentrieren. Welche Inhalte denn der Bezahlproxy denn noch? Da bin ich schon ein wenig über so viele Mitarbeiter erstaunt.
    Nicht gelästert, einfach nur erstaunt 🙂

  9. Ich kenne Patreon eigentlich nur Frauen, die ihren Content nicht bei Instragram und irgendwann auch nicht mehr bei Tumblr verbreiten konnten.

    Meines Wissens hat Patreon da dann aber auch irgendwann die Daumenschrauben angezogen (wie das so oft ist, wenn man mehr Kapital will, aber dann seine Kunden verliert…) und die meisten sind zu OnlyFans oder mittlerweile auch Justforfans abgewandert.

    • Ich kenne das nur von amerikanischen „Makern“ auf Youtube (meist männlich), da hat eigentlich jeder eine Patreon Seite und bewirbt die auch (mehr oder minder aktiv).

  10. Also ich nutze gern Patreon um meinen Lieblings- Youtubern/Twitchern eine Kleinigkeit zukommen zu lassen. Lieber als so ein kostenpflichtiges YT/Twitch-Abo abzuschließen. Einfach deshalb, weil die Empfänger von meinem „gespendeten“ Geld mehr ausgezahlt bekommen. Von Steady hab ich bisher noch nichts gehört. Wenn das fair ist, wäre es für mich aber auch eine Alternative.

  11. Produkt?? Was für ein Produkt? Die Produkte liefern doch nur die Content Creator.

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