O2 HomeSpot ausprobiert

Ich hatte in den letzten Tagen die Möglichkeit, den O2 HomeSpot auszuprobieren. Mit dem kann man sich quasi flott Internet und Telefon zu Hause ohne DSL-Anschluss oder Kabel-Internet einrichten. Grundsätzlich ist der O2 HomeSpot ein WLAN-Router, in dem man seine Mobilfunkkarte verfrachtet. Der Router sorgt dann für die Verbindung über das Mobilfunknetz und stellt daheim das Ganze über WLAN oder auch LAN zur Verfügung.

O2 bietet den Homespot mit mehreren Tarifen an, ich habe mir einmal den monatlich kündbaren my Home M Flex angeschaut (29,99 Euro im Monat + Anschlusspreis). Das ist vermutlich für vorhandene O2-Kunden interessanter, denn diese bekommen den Kombi-Vorteil sowie eine monatliche Reduzierung des HomeSpot-Preises.

O2 bietet da unbegrenztes Volumen an, im Download nennt man bis zu 50 MBit/s, im Upload bis zu 10 MBit/s. Das reicht für mehrere Geräte bei gängigen Anwendungen, ist aber sicher nichts für Menschen, die sich gigabyteweise Inhalte auf mehrere Geräte daheim parallel herunterladen wollen. Ebenfalls ist eine Flat ins Festnetz drin, denn der Tarif für 29,99 Euro im Monat unterstützt auch die Telefonie.

Die Bestellung des Tarifs nebst HomeSpot ist erst möglich, wenn man einen Verfügbarkeitscheck gemacht hat, da muss der Kunde also einmal selbst schauen, wie es um die Abdeckung bei ihm bestellt ist. Nach der Bestellung bekommt man seine Bestellbestätigung und kann mit Glück gleich direkt 2-3 Tage später alles in Empfang nehmen.

Die kurzen Eckdaten des Routers lesen sich wie folgt: WLAN ac + n, 2x LAN 1.000 Mbit/s, 1x analoges Telefon und die Möglichkeit, 2 externe Antennen anzuschließen, im Lieferumfang sind diese aber nicht vorhanden.

Der HomeSpot von O2 baut also sein Funknetz auf und verteilt auf Wunsch über WLAN (2,4 GHz/ 5 GHz) oder LAN das Internet in eurem Heimnetz. Das Telefon kann mit RJ11 angeschlossen werden. Die Einrichtung des HomeSpots ist flugs erledigt. Auf der einen Seite liefert O2 ein Handbuch mit, auf der anderen Seite sind die benötigten Zugangsdaten auf dem Gerät selbst hinterlegt. Da findet man dann die Informationen zum Passwort des WLANs, die IP des O2 Homespot sowie das Passwort für die administrative Oberfläche.

Die Verbindung kann klassisch durch die Eingabe der Daten erfolgen, alternativ verfügt der Router über 2 dedizierte Buttons für die WPS-Verbindung. Das erspart lästiges Eingeben und spart auch Zeit. „Ob ihr richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht“ – wenn alles geklappt hat, seht ihr auf der Vorderseite des HomeSpots diverse Informationen. So seht ihr, welches WLAN aktiv ist, ob eine Verbindung besteht – etc. Blau signalisiert euch eine gute Verbindung – die Signalfarbe Rot hingegen zeigt an, dass etwas verbesserungswürdig ist.

Habt ihr eine Verbindung aufgebaut, empfiehlt sich auch ein Blick auf die Oberfläche des O2 HomeSpots. Das Ganze ist nicht so umfangreich wie man es vielleicht von klassischen Routern gewohnt ist, aber vielleicht will man ja Passwörter ändern oder aber auch die WLAN-Konfiguration auf seine Bedürfnisse abstimmen. Auf der anderen Seite lassen sich über diese Oberfläche auch SMS senden oder auch welche empfangen.

Wie weiter oben erwähnt: Letzten Endes hat man einen Mobilfunkvertrag, aber am O2 HomeSpot kann man auch ein Telefon anschließen. Da hat man zwei Nummern, einmal eine lokale Festnetznummer, die ihr weitergeben könnt, auf der anderen Seite gibt’s die Mobilfunknummer, die auch bei anderen angezeigt wird, wenn ihr anruft.

Für mich persönlich war nur wichtig, dass der Empfang stimmt und da wo ich den O2 HomeSpot eingesetzt habe, hat sich auch was in Sachen Netzausbau getan, denn ich hatte in meinen Speedtests tatsächlich eine gute Geschwindigkeit – und dies eben drinnen und nicht unter freiem Himmel. Das war dann schon ganz nett. Im Test lief es so, dass ich unter anderem im Netz arbeitete, das ganz normale Surfen, währenddessen wurde Musik und YouTube gestreamt – und selbst paralleles Schauen brachte den HomeSpot, bzw. das Netz bei mir im Haus nicht zum Stottern. Da war ich vorher eher pessimistisch, wurde im Real-Life-Test aber positiv überrascht. FIFA 21 online? Auch das klappte – o.k. ich habe mal wieder mehrere Male verloren, was aber an meinen überschaubaren Skills liegt 🙂

 

Letzten Endes machte der HomeSpot von O2 in seiner Testzeit bei mir genau das, was er sollte: Eine mobile Internetverbindung über einen bestimmten Zeitraum herstellen und das Ganze dabei im heimischen WLAN verteilen. Das machte das Gerät in guter Geschwindigkeit. Nun muss man allerdings sehen, dass es unterschiedliche Geräte und Tarife gibt. Das von mir temporär gebuchte Paket ist eher was für „normales“ Home-Office, gelegentliches Streaming und so. Nichts für größere Familien. Gibt’s was zu beachten? Ja, der O2 HomeSpot, den ich nutzte, setzt auf 4G, nicht auf 5G. Da hat O2 dann ein anderes Modell im Angebot.

Auf der anderen Seite, wenn ich etwas bemängeln wollen würde: Zwar bietet man diverse Netzwerkeinstellungen an, auch welche, die ich durchaus als „fortgeschritten“ bezeichnen würde (der HomeSpot bietet u. a., DHCP, Port Forwarding, dynamisches DNS, IPVv4/v6 und Portfreigaben), doch ein Gast-WLAN kann ich leider nicht erstellen. Ansonsten ist die WLAN-Stärke im Haus ausreichend, zwar kommt man nicht ganz an eine FRITZ!Box 6591 ran, aber immerhin schafft es das 2,4-GHz-WLAN ins Obergeschoss und sorgt da für Konnektivität – und dies übrigens für bis zu 64 Geräte.

Das Gute dabei – wobei man immer die LTE-Konnektivität im Kopf haben muss – notfalls kann man den fast Wasserkocher-förmigen O2 HomeSpot im Haus frei platzieren, er benötigt ja nur den Anschluss an eine Steckdose. Durchaus brauchbare Lösung für daheim, wenn man eben auch „klassisch Telefon“ möchte, keine Gedanken über Volumen verschwenden will – und sich nicht unbedingt lange an einen Anbieter binden möchte.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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20 Kommentare

  1. Blacky Forest says:

    Praktisch, wenn das reguläre Internet mal ausfällt und man flexiblen Ersatz braucht (Über ne Woche Glasfaseranschluss weg, sonstige Mobilfunktarife sauteuer mit ein paar Gigabyte inkludiert…und meistens 24 Monate Laufzeit…)

  2. Kann man den an eine FritzBox zwecks Tethering dran hängen? Wäre ein interessantes Use Case …

  3. Hat man eine von außen erreichbare IPv4?

    Wenn man schon dyndns und Port forwarding hat..

  4. @Caschy, wie ist denn der O2-Empfang bzw. die Datenrate im Vergleich zu einem Smartphone im selben Netz am selben Ort? Hat der Router eine bessere Antenne und dadurch Vorteile, oder bleibt das annähernd gleich?

    • Zu viele Variablen: am selben Standort reicht eine Drehung von 45° grad bereits aus, dem Empfang total zu verbessern oder zu verstören. Daher kann selbst das gleiche Gerät, am selben Standort mit in falsch gedrehter Richtung stehend schon einen Unterschied von 100Mbit machen. Zudem unterstützt dieser Router kein 4x MiMo, kein LTE Cat 16 Aufwärts und soweit ich gesehen habe auch keine QUAM 256 Modulation (sondern nur 64).

  5. Kann man das Teil dann auch mit in den Urlaub nehmen oder ist es auf eine Funkzelle oÄ beschränkt?

  6. Ist man an eine Adresse gebunden oder Postleitzahl? Oder kann ich den Router mitnehmen und an einem anderen Ort von Deutschland aufstellen?

  7. Ich bin vor ein paar Wochen von Vodafone (Home Tarif 50GB) nach O2 zum Homespot Tarif gewechselt.
    Zum einen weil Vodafone keine Flat bietet (max 50GB) zum anderen weil der HomeSpot Tarif günstiger ist.

    Der HomeSpot muss nicht zwingend genommen werden. Die Sim Karte funktioniert auch in einer Fritzbox bei mir 6894LTE.
    Mit der Firmware vor 7.28 gab es allerdings Probleme. Die Verbindung riß immer wieder ab und die Geschwindigkeit wechselte immer wieder.
    Mit der 7.28 ist das Problem aber gehoben.

    Das Cashy schreibt das der HomeSpot eine Portforwarding Konfiguration hat ist ja witzig, denn bei O2 gibt es nur gegen Zahlung von 50 Euro eine öffentliche IPv4 Adresse.
    Das erfährt man aber erst wenn man in das O2 Forum schaut wo die Kunden um Freischaltung bitten.

    Mittlerweile gibt es auch eine IPv6 Adresse. Wer nun meint das diese Öffentliche IPv6 Adresse nutzbar ist irrt allerdings.
    O2 blockt jegliche Komunikation von Außen.

    Eine Freischaltung der Ipv6 Adresse ist meines Wissens nicht vorgesehen.
    Das O2 mit den Öffentlichen Ipv4 Adressen spart kann ich bei der Adressknappheit noch verstehen.
    Aber bei einem Hometarif den Zugriff auf dei IPv6 Adresse zu sperren ist ein schlechter Witz.

    Wer also von Unterwegs auf seine Hausautomation etc. zugreifen möchte oder muss sollte die 50 Euro für die Öffentliche IP Adresse fest mit einplanen.

  8. Wenn du deinen Home-Spot mit in den Urlaub nehemen möchtest oder umziehst, kostet das Ummelden der Standortadresse jedesmal 20 Ökken!

  9. Jonas Wagner says:

    Telefoniert man über Mobilfunk oder VOIP? Falls über Mobile, bleibt die Internetverbindung aufrecht wenn man ein Gespräch führt oder es sogar nur klingelt? Bei meinem iPhone ist bei Telefonaten oft das mobile Datennetz weg.

  10. Moin,

    also ich hatte bei VF Kabel mal das Problem, als sie letztes oder wars vor 2 Jahren anfingen auch IPv6 zu nutzen, dass meine FB 6590 immer wieder die Internetverbindung verloren hat. Alles einstellen an der FB brachte aber nix. Nach ein paar Anrufen bei VF die wollten mir Einreden ich solle die VF Station anschließen,, habe ich aber einen Mitarbeiter gehabt der mir mein Anschluss auf feste IPv4 umgestellt hat. Seit dem keine Probleme mehr. VF nimmt da glaub 5€ im Monat ich hab es Aufgrund des Fehlers für Umme.

    Das mit den 20€ ist blöde, gerade so mit der Festnetznummer wäre es doch praktisch und man müsste im Urlaub nicht den heimischen AB abhören.

    So ist der Tarif eben nur was, wenn eben kein Kabel oder über DSL nur 16.000 ankommen. Aber hier in Oldenburg ist O2 sowas von Mist geworden mit dem Empfang, da kann man das Ding gleich vergessen.

  11. Man sollte, wenn man sich einen Internetvertrag für zu Hause holt, niemals einen Router dazunehmen, da man diesen so lange mit bezahlt, bis man den Vertragspartner wechselt. Dann lieber gleich einen Router so kaufen um sich die Zusatzkosten dafür zu sparen

  12. Ganz schlimm.
    Nicht empfehlenswert

  13. Paul Brusewitz says:

    Was für Telefone kann man da anschließen und wie funktioniert die Telefoniererei?

    • Jonas Wagner says:

      Analoge Telefone über Kabel. Also zB keine DECT Station integriert. Die zweite Frage, wie telefoniert wird (Mobilfunk oder VOIP) habe ich auch schon gestellt.

  14. Meine Erfahrungen sind leider sehr durchwachsen und ich ärgere mich bis heute auf einen 24-Monats-Vertrag gesetzt zu haben. Es ist weniger das Netz, dieser Router ist technisch gesehen ein Grauen. Keine eigenen DNS-Server festlegbar, eine vollkommen instabile WLAN-Verbindung, teilweise wird die Büchse sehr warm, der Empfang ist miserabel, das Interface vollkommen untauglich zu bedienen. Da steckt auch nicht annähernd Gehirnschmalz drin wer das erstellt hat. Ich zähle und zahle die Tage wenn dieser Sondermüll entsorgt werden kann.

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