Netflix will weiterhin auf Werbung verzichten und könnte auf Gaming setzen

Der Netflix-CEO Reed Hastings hat in einem Interview mit Variety bestätigt, dass auch in Zukunft keine Werbung beim Streaming-Anbieter geplant sei. Es handele sich dabei aber nicht um eine festgeschriebene Regel, sondern um eine bewusste Entscheidung. Laut Hastings sei er davon überzeugt, dass Netflix ohne Werbung ein besseres Geschäftsmodell habe.

Werbung sehe großartig aus, doch sobald man tiefer eintauche, erkenne man die Schattenseiten. Aktuell schrumpfe der Werbemarkt in der Corona-Krise und generell sei das ein hart umkämpftes Feld. Netflix müsste dann also mit anderen Partnern, etwa Fernsehsendern, direkt um die Werbebudgets von Firmen konkurrieren. Bei Netflix sei man überzeugt, dass man ohne Werbung das bessere Angebot biete und mehr Kunden gewinnen könne. Am Ende treffe man hier also keine Entscheidung aus einer bestimmten Ideologie heraus, sondern aus wirtschaftlichen Abwägungen.

Außerdem kann sich Hastings vorstellen auch Sport und Gaming oder gar nutzergenerierte Inhalte in Zukunft einzubeziehen. Der Co-CEO und Verantwortliche für die Inhalte, Ted Sarandos, habe aber für die nächsten Jahre quasi alle Milliarden verplant. Das werde also noch Zeit benötigen. Auch die Corona-Krise habe Netflix Eigenproduktionen eingedämmt, man sei da aber optimistisch, denn etwa in Europa und Asien könne man teilweise schon wieder ans Werk gehen.

Angesprochen auf den zunehmenden Wettbewerb im Streaming-Segment, etwa durch frische Konkurrenten wie Disney+, Peacock und HBO Max, äußert sich der Netflix-CEO optimistisch. Es gebe ja auch im TV-Bereich viele verschiedene Sender und Netzwerke. Deswegen sieht Hastings keinen Grund, warum das nicht auch im Bereich Streaming möglich sein sollte. Vielmehr belebe Konkurrenz das Geschäft und treibe jeden Anbieter dazu besonders viel Wert auf exklusive und hochwertige Inhalte zu legen.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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26 Kommentare

  1. Das wäre auch ziemlich absurd ich zahle X Euro pro Monat und soll dann auch noch mit Werbung beballert werden, Sport wird sicherlich ein Thema da ist ja auch Amazon ziemlich dran, denke das wird das nächste grosse Ding für diese Dienste

    • „Das wäre auch ziemlich absurd ich zahle X Euro pro Monat“
      Das frage ich mich jedes Mal immer wieder wenn ich bei Amazon Prime die kostenpflichtigen Serien/Filme sehe oder vor jeder Folge bzw. beim App Start einen Werbeclip erscheint.

      Ich bin froh, dass Netflix nicht auch auf diesen Zug springt.

    • Dieses Geschäftsmodell verfolgt Sky. Scheint auch zu klappen. Wobei ich sowas auch nicht unterstütze. Wenn ich zahle, will ich von der Werbepest verschon bleiben.

      • Weil die Herde es von der Glotze gewohnt ist.
        Wir sind vor Jahren komplett auf VoD umgestiegen und ich ertrage Werbung oder normales Fernsehprogramm schlicht schon lange nicht mehr.
        Würde Netflix Werbung einführen würde ich kündigen.

    • Werbung würde ich auch absolut nicht tolerieren bei einem Bezahlangebot.

    • Bei Joyn+ sieht man schon jetzt, wo es künftig hingeht.

      Also sobald die Broadcasts ausgehungert sind, werden sämtliche Streaminganbieter dieses tolle Geschäftsmodell mit Werbeeinblendungen für sich entdecken – soweit man eben nicht schon jetzt vollgeballert wird, Prime wurde bereits genannt.

      Die Lemminge der Welt regeln das schon.

  2. Egal welcher Streaminganbieter (aktuell Netflix, Amazon Prime und Disney+), sobald Werbung kommt wird gekündigt.

    • Ich finde schon die „Vorschau“ von Prime hart an der Grenze, die zwischen den Serien kommt. Das hat schon zwei mal zum Rage-Quit geführt, sodass ich nur deshalb gekündigt habe, weil sie mir ständig irgendeine Vorschau reindrücken wollten.

      • Also am FireStick4k habe ich die Vorschauen für andere Primeserien schon seit nem Jahr nicht mehr. Ich habe die einfach immer direkt mit der Vorspultaste abgebrochen und irgendwann kamen keine Vorschauen mehr.

        Das Einzige, was ich noch habe ist dieser Werbebanner auf der Startseite.

        • Ich habe sie auf dem AppleTV und den FireStick nutze ich nie wieder. Grauenhaftes System, mag an mir oder dem TV liegen, aber lief bei mir immer nicht richtig.

      • Ich bin auch kurz davor Amazon zu kündigen und bin dann erstmal Streaming-frei. Mir gefallen die Tendenzen aller Anbieter nicht so richtig und das Angebot wird immer wirrer. Wobei Amazon den Vogel abschießt mit einer schlechten Übersicht. Gestern hatte ich 3 mal direkt untereinander „Mein Programm“ mit den gleichen Titeln. Und alle davon haben mich nicht interessiert. Soviel also zu den tollen Algorithmen und KI.

    • Beim FireTV gibt es aber schon Werbung in der Benutzeroberfläche. Ein gefährliches Spiel, das Amazon da betreibt. Die bewegen sich das auf dünnem Eis, ein Schritt weiter und der FireTV fliegt in die Tonne.

  3. Bei Werbung bin ich weg

  4. Könnte mir nur ein „Sparabo“ mit Werbung vorstellen. Aber man sieht wohin die Reise geht ganz deutlich bei Mulan und Disney+. Der zahlende Kunde ist nicht mehr gut genug! Da geht noch mehr, wird man sich bei den ganzen Anbietern denken. Man kann sich ausdenken, wohin das führt. Und dann ist das Gejammer wieder groß und die Raubmordkopierer an allem schuld. Geschichte wiederholt, selbst hierbei.

    • Klar. Das führt zu Premium/VIP Abo und wenn du das nicht zahlst, bekommst alle Filme und Serien erst 3 Monate später. Das gilt dann nicht mehr nur für Kinofilme, sondern eben pauschal für alle Neuerscheinungen. Ich seh mich schon kündigen deswegen.

    • Ich glaube nicht, dass Disney mit Mulan Erfolg gehabt hat, die testen das ja bloß, aber da sie keine Zahlen dazu veröffentlichen, ist das anscheinend ziemlich gefloppt.

      Zu den Streamingseiten gehe ich aber nicht zurück, da gucke ich dann eben weniger oder fast nichts mehr und kaufe mir wieder BluRays bzw. VoD.

      Allgemein ist der deutsche Markt glaube ich auch anders, hier ist die Grenze bei 10€ im Monat. Alles drüber wird kaum akzeptiert, Netflix gewinnt hierzulande ja kaum noch Abonnenten, weil die 12€ für HD echt happig sind. Bei Amazon kriegt man für die Hälfte im Monat noch den Versand, ne Kreditkarte mit Prozenten, Hintergrundgedudel ohne Werbung über Prime Music und Gratisbücher (gut, die sind nicht so dolle, aber für lau ok).

      Da müssen halt alle anderen verdammt guten Content haben, um das Rennen zu gewinnen. Haben sie aber nicht, und mit Extraufschlägen gewinnt man keine Neukunden.

      • Bin auch dazu übergegangen, mir viele Filme etc. im Angebot bei iTunes direkt zu kaufen. Da habe ich dann inzwischen auch schon wieder eine schöne Filmesammlung und so viel Serien etc. schaue ich auch gar nicht. Bin eher der gezielte Zuschauer.

        Ich denke aber schon, dass es sich aufteilen wird. 10 Euro für alle normalen Kunden und 20 für alle, die Kinofilme und neue Serien sehr schnell sehen wollen. Vielleicht sogar mehr und vielleicht dann auch 4K nur für VIP Kunden.

        Denke da werden sich viele noch umschauen, was die Preise angeht. Im Jahr versenke ich dann min. 120 Euro in Streaming, was bei iTunes 40 Filme (im Angebot, darauf wartet ich immer) sind.

  5. Ich würde Produkt Placements auch als Werbung bezeichnen, ehrlich gesagt.
    Und Exklusivität als Argument funktioniert zumindest bei mir nicht, ich empfinde das eher als Gängelung.

    • Dafür gibt es sogar eine Plattform. Da werden frühzeitig Ideen für Filme veröffentlicht und Werbekunden können sich bewerben und man schaut, wie man das Produkt am besten platziert und die Story drum herum baut. Oder glaubt wirklich jemand an einen Zufall, dass in den Seien und Filmen nicht mehr ein Taxi gerufen wird sondern man ganz laut verkündet, sich eines anderen Anbieters zu bedienen?

    • @Jack: wenn Du den deutsch Begriff verwendest, wird es einfacher: Schleichwerbung.

  6. Bevor ich 20 Euro fürs Abo zahle würde ich in gewissem Umfang Werbung akzeptieren. Bei Amazon stört mich das überhaupt nicht wenn ein Clip vorm Film kommt. Bei Dazn kommt auch schon Werbung und ich denke auch so lange der Inhalt stimmt und die Filme oder Sportübetragungen nicht unterbrochen werden akzeptieren das auch Kunden die für den Dienst bezahlen. Bei Sky kommt ja auch schon seit Jahren relativ viel Werbung,

    • @Gregor
      Steter Tropfen höhlt den Stein, wie es aussieht.

      Dann kann man doch eigentlich genauso Privatfernsehen schauen, wo man doch aufgrund der nervigen und massiven Werbung von weg wollte? Maximal so eine Einblendung „Mit freundlicher Unterstützung von Microsoft“ oder „Ihrer Apothekenzeitung“ geht noch in Ordnung. Oder eine Förderung der kalifornischen Pistazienindustrie, als Hauptthema eines Zeichentrickfilms.

    • @Gregor
      Steter Tropfen höhlt den Stein, wie es aussieht.

      Dann kann man doch eigentlich genauso Privatfernsehen schauen, wo man doch aufgrund der nervigen und massiven Werbung von weg wollte? Maximal so eine Einblendung „Mit freundlicher Unterstützung von Microsoft“ oder „Ihrer Apothekenzeitung“ geht noch in Ordnung. Oder eine Förderung der kalifornischen Pistazienindustrie, als Hauptthema eines Zeichentrickfilms.

      Sky blendet mittlerweile Werbeunterbrechungen ein, jedenfalls bei dem einen Film. Das lässt mich über mein Abo nachgrübeln, das ursprünglich wegen der Werbefreiheit abgeschlossen wurde.

  7. @Gregor
    Steter Tropfen höhlt den Stein, wie es aussieht.

    Dann kann man doch eigentlich genauso Privatfernsehen schauen, wo man doch aufgrund der nervigen und massiven Werbung von weg wollte? Maximal so eine Einblendung „Mit freundlicher Unterstützung von Microsoft“ oder „Ihrer Apothekenzeitung“ geht noch in Ordnung. Oder eine Förderung der kalifornischen Pistazienindustrie, als Hauptthema eines Zeichentrickfilms.

    Sky blendet mittlerweile Werbeunterbrechungen ein, jedenfalls bei dem einen Film. Das lässt mich über mein Abo nachgrübeln, das ursprünglich wegen der Werbefreiheit abgeschlossen wurde.

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