NASA: Parker Solar-Sonde startet morgen Richtung Sonne – schnellstes von Menschen gebautes Flugobjekt

Die Menschheit hat in ihrer Geschichte bereits eine Menge erreicht. Auch wenn dabei nicht immer gute Ergebnisse herausgekommen sind, so können wir doch auf eine Geschichte von erstaunlichen Erfindungen zurückblicken, die uns die heutige Welt beschert haben. Zu den Dingen, die mich persönlich schon immer interessiert haben, gehört zum Beispiel auch die Raumfahrt.

Wenn das Wetter gut bleibt und alles nach Plan verläuft, wird die NASA morgen ein Raumfahrzeug Richtung Sonne schicken. Die Parker Solar-Sonde wird es näher an unsere Sonne schaffen als alle bisherigen Sonden zuvor.

Das Raumfahrzeug kann Temperaturen von bis zu 2500 Grad Fahrenheit (entspricht knapp 1400 Grad Celsius) aushalten und soll Daten und Bilder der Atmosphäre der Sonne, die sich Korona nennt, aufnehmen. Die Sonde wird ihren Weg eine Geschwindigkeit von bis zu 692.000 km/h erreichen und ist damit das schnellste Objekt, das ein Mensch jemals gebaut hat.

Doch warum tut die NASA das? Konkret möchte man die generierten Daten der Sonde nutzen, um sich besser auf kommende Sonnenwinde vorzubereiten, die von der Korona ausgehen. Diese können beispielsweise Einfluss auf die Umlaufbahn von Satelliten nehmen, für Interferenzen in Geräten sorgen oder unsere Stromnetze beeinflussen. Weiterhin möchte man mehr über unsere Sonne erfahren und damit auch mehr über Sterne generell und über den Ursprung des Lebens auf unserem Planeten lernen.

Bis es die Sonde jedoch bis auf eine Entfernung von 3,83 Millionen Meilen (über 6 Millionen Kilometer) an die Sonne heranschafft, dauert es eine Zeit. Knapp 7 Jahre muss die Parker Solar-Sonde um die Sonne kreisen und wird die Anziehungskraft der Venus nutzen, um näher heranzukommen und die oben genannte Geschwindigkeit aufzunehmen.

Friday, Aug. 10

6 p.m. – NASA Edge prelaunch broadcast
7:30 p.m. – What Parker Solar Probe Will Provide to Humanity

Saturday, Aug. 11

3 a.m. – Launch coverage begins
3:33 a.m. – Launch
TBD – Postlaunch news conference

Die Hitze der Sonne wird durch das Hitzeschild geblockt, welches aus Schichten von Kohlenstoff-Verbundstoff-Schaum und -Platten besteht. Verbaute Geräte bestehen aus einer Aluminium-Legierung mit einem sehr hohen Schmelzpunkt, ein effektives Kühlsystem schützt Geräte, Instrumente und Mechaniken außerdem vor Überhitzung.

Morgen um 3:33 Uhr Eastern Time, 9:33 Uhr deutscher Zeit, wird sich die Sonde mit einer schweren United Launch Alliance Delta IV-Rakete von Cape Canaveral in Florida aufmachen, die Sonne zu erkunden. Wer Lust hat kann den Start per NASA TV live verfolgen.

Drücken wir die Daumen, dass alles gut geht und wir in ein paar Jahren mit den erhofften Erkenntnissen rechnen können.

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Video-Link: https://youtu.be/dhDD2KaflSU
via via

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Oliver Posselt

Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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20 Kommentare

  1. Matthias Krause says:

    Mit geht das zu langsam. Ich will Warp Antrieb. Jetzt!

    Werde morgen definitiv einschalten.

  2. kein Wunder, dass es das schnellste ist, denn es wird von der Gravitationskraft der Sonne beschleunigt. Da diese die größte Masse in unserem Sonnensystem hat, logisch

    • Das ist einerseits korrekt andererseits ist die aber ebenfalls dem Fly by an der venus zu verdanken. Durch dessen Gravitation wird die Sonde ebenfalls beschleunigt. Sonst würde der Flug deutlich länger als 7 Jahre dauern und die Geschwindigkeit geringer ausfallen

      • klar, man könnte vllt. sogar ein paar weitere „Schwungholer“ einbauen. Mir ging es nur darum, die etwas klickbaitige Überschrift zu entkräften.

        • Die Angabe in Fahrenheit in diesem übersetzten Artikel impliziert ja bereits, dass dies keine Meldung der NASA für ein wissenschaftlich interessiertes Publikum war, sondern für den typisch amerikanischen John Doe von der Straße. Der liest ohne solche Click Baits sowas sonst gar nicht erst.

        • Oliver Posselt says:

          Sorry, war nie als Clickbait gedacht, sondern ist ja nun mal dann schlussendlich das schnellste Objekt. Wird auch bei der NASA explizit so erwähnt.

    • Das Problem ist aber auf die Sonne zuzusteuern. Die Sonde muss dazu ja erst mal Geschwindigkeit ABBAUEN, sonst würde sie wie die Erde selbst nur um die Sonne kreisen und ihr nicht näher kommen.

      • Sparbrötchen says:

        Zum besseren Verständnis „GPN13: Wie fliegt man eigentlich Raumschiffe?“ -https://www.youtube.com/watch?v=7cpdOR4nFRU

        „Dieser Talk erklärt, wie man typische, reale Raumschiffe steuert, mit welchen pi-mal-daumen Manövern man zu seinen Zielorten navigieren kann ohne zu sterben, und dass bei Science-Fiction eigentlich alles falsch gemacht wird.“

  3. Die Swing-by Manöver dienen zur Abgabe der Bewegungsenergie an den Planeten Venus und nicht zur Beschleunigung. Der Swing-by wird zudem noch 7x wiederholt, um weiter Geschwindigkeit abzubauen und die Annäherung an die Sonnenoberfläche nach und nach zu steigern. Es sind 24 Durchgänge geplant, der erste am 5. November, der letzte am 14. Juni 2025

    Die Sonde wird lediglich bei größter Annäherung an die Sonne (im Perihel) diese unglaubliche Geschwindigkeit erreichen, 692.000 km/h sind ca. 0,00064 Lichtgeschwindigkeit, und auf dem Weg zum Aphel sehr schnell wieder langsamer. Die Menschheit ist wohl noch nicht in der Lage einen Körper -auch wenn er nur ca. 600 Kg wiegt- ohne kosmische Unterstützung auf eine solche Geschwindigkeit zu wuppen.

  4. NASA: Its surprisingly hard to go to the sun: https://youtu.be/MvKvX-niMLA

  5. Vielleicht lernt man dann wenigstens das „nicht nur“ der Mensch am sogenannten „Klimawandel“ hier Schuld ist, sondern evtl. doch eher die Sonne, die sich wie bereits wissenschaftlich erkannt mehr und mehr ausdehnt (Stichwort: Roter Riese) und eines Tages (paar Millionen Jahre dauert es noch, mit Anfangstendenz zunehmend wärmer werdend) dann auch die Erde verbrennen u. am Ende sogar verschlingen wird u. die Sonne am Ende als weißer Zwerg enden wird. Da hilft auch keine kostspielige Umweltschutzgängelung wie bei uns betrieben.

    • Aber wenn solche Annahmen für manche doch jetzt schon die Chance auf Macht und Bedeutung eröffnen, warum dann bei den Tatsachen bleiben?

    • Wie Ihr Beitrag mal wieder beweist, stirbt die Menschheit lange vorher an ihrer Blödheit.

      • Ja, der Mensch ist Schuld an allem, seitdem es („Die Grünen“ gibt). Also schaffen wir am Besten den Menschen zuerst ab. Fangen wir mit den Grünen an. Vielleicht geht es danach der Welt schon besser und man kann von weiteren Kostensteigerung u. Abschaffungen absehen.

  6. Ich freu mich auch wieder auf viele schöne NASA CGI Grafiken. Die werden sicher die Besten von Menschen gemachten sein 😉

  7. Eig fehlt hier die Information relativ zu was die Geschwindigkeit so groß ist.
    Relativ zu anderen Sonnensystemen fährt meine Auto nämlich deutlich schneller als 700.000 km/h.
    Wenn ich es richtig verstanden habe, ist hier die Geschwindigkeit relativ zu Sonne gemeint. Somit wäre die Sonde circa 7 mal schneller als mein Auto 😉

    • Die Definition bezieht sich -logischerweise- auf die Eigengeschwindigkeit und steht nicht in Relation zu anderen Körpern im Raum. Vor einer Sekunde war die Sonde „da“, nun ist sie „dort“ – die Zeit, die sie dafür braucht, definiert die Geschwindigkeit.

      Mich würde eher interessieren, ob sich ein Dilatationsexperiement an Bord befindet.

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