Medienaufsicht steht im Kampf gegen xHamster wieder am Anfang

In Deutschland versuchte man die Pornoseite xHamster, die offiziell in Zypern sitzt, zu verpflichten, ordnungsgemäße Alterskontrollen für deutsche Nutzer einzuführen. Da xHamster dem nicht nachkam, sollte die Website blockiert werden. Da grinste man sich bei den Betreibern jedoch einen: Zwar sperrte die Medienaufsicht die Domain mit „de.“, doch xHamster stellte schlichtweg auf „deu.“ als Zusatz um.

Hätte man sicherlich voraussehen können, dass das so leicht nichts wird. Laut den Medienanstalten, wie Spiegel berichtet, stehe man dennoch jetzt wieder am Anfang. Man habe erneut den Kontakt zu den zypriotischen Behörden aufgenommen, um auf das „neue“ Angebot hinzuweisen. Der Direktor der Landesanstalt für Medien NRW, Tobias Schmidt, fordert nun, dass der Gesetzgeber aktiv werde. Derzeit sei es schwierig, Kinder und Jugendliche im Netz hinreichend zu schützen, wie das Beispiel xHamster eindrucksvoll zeige.

Da sei das Urheberrecht ironischerweise weiter: Dort gilt eine erwirkte Verfügung bzw. Sperre nämlich automatisch direkt für alle Domains, die den identischen Inhalt zeigen. Darauf können sich die Medienanstalten, die im Sinne des Jugendschutzes handeln, nicht berufen. Man komme allerdings in kleinen Schritten weiter, denn man habe immerhin mittlerweile in Zypern einen legitimierten Ansprechpartner. Offiziell sei die dortige Medienaufsichtsbehörde zuständig, um die entsprechende EU-Richtlinie für audiovisuelle Mediendienste für den Onlinebereich umzusetzen.

Letzten Endes kann man nur abwarten, was bei der ganzen Sache herauskommt. Sinnvoll ist es für Eltern sicherlich auch, die Kinder aufzuklären, mit ihnen über solche Inhalte, auf die die im Web stoßen könnten, sachlich zu sprechen und transparent Kindersicherungen zu verwenden. Die helfen zwar nichts, wenn der eigene Zögling beim Kumpel am Smartphone etwaige Websites durchkämmen sollte, in Kombination mit offenen Gesprächen, lässt sich aber ein gewisses Bewusstsein und eine frühe Medienkompetenz schulen. Mehr machen, kann man als Elternteil eben auch nicht.

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35 Kommentare

  1. So etwas kommt eben dabei heraus, wenn man meint etwas regulieren zu wollen, was man nicht versteht. Man möchte zudem fast darauf wetten, dass die LMA wohl in diesem Verfahren wieder auf die Nase fallen wird.

    Und ganz davon abgesehen: Diese Sperren betreffen nicht einmal alle ISPs, was das Verfahren schon wieder ad absurdum führt. Entweder es trifft alle oder niemanden.

  2. Da muss die GEZ unterstützen

    • Die GEZ existiert zum einen gar nicht mehr, zum anderen ist eine Institution, die Rundfunkgebühren einzieht, weder rechtlich noch organisatorisch dazu in der Lage, die Verfolgung rechtswidriger Inhalte im Ausland anzugehen. Keine Ahnung, was dich auf so eine Idee bringt. Etwa so, als solle sich die Lohnbuchhaltung von RTL um illegale Inhalte im Darknet kümmern.

      • Die GEZ gibt es zwar nicht, trotzdem wissen alle was gemeint ist. Immer diese Besserwisser, man kann mittlerweile nicht mal mehr diskutieren, man wird nur belehrt.

        • Sorry, also ich bin 38, kenne die GEZ noch und weiß nicht worum es geht.

          Solche Aussagen zeigen einfach nur auf, dass immer weniger Menschen Diskussionen mit verständlichen Argumenten führen können und beleidigen, wenn sie sich angegriffen fühlen…

          • Es heißt ja auch erst seit 10 Jahren ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice, da kann man nicht erwarten das die Allgemeinheit sich schon daran gewöhnt hat. Die meisten rechnen den Euro ja auch noch in DM um und das Internet sowie Mobilfunk sind an sich ja auch noch eine absolute Neuheit.
            Gewöhnung braucht eben seine Zeit.

        • Evtl. liegt es ja an dir und nicht den anderen, schreib dich nicht ab und lerne neues, dann kannst du bald selbst andere belehren.

        • GEZ Zahler says:

          Manche Menschen brauchen xhamster und co zur Befriedigung, andere, wie Alex, Kommentarspalten.

        • Ja, das Ding heißt nicht mehr GEZ – der Beitrag vom Alex hat aber mehr als nur diese Information. Geh auf diese ein 🙂

          Die „GEZ“ bzw. der „Beitragsservice“ ist halt nicht für angeblich illegale Inhalte aus dem Ausland zuständig – das ist der Punkt.

          Am Rande kann ich mir aber auch gut vorstellen, das Tim das als gutes Trolling (denn viele sprangen ja drauf an) in den Raum geworfen hat 😛

        • @lieber Hektor: Ironie zu erkennen gehört wohl nicht zu deinen Stärken.

  3. „Letzten Endes kann man nur abwarten, was bei der ganzen Sache herauskommt. Sinnvoll ist es für Eltern sicherlich auch, die Kinder aufzuklären, mit ihnen über solche Inhalte, auf die die im Web stoßen könnten, sachlich zu sprechen und transparent Kindersicherungen zu verwenden. Die helfen zwar nichts, wenn der eigene Zögling beim Kumpel am Smartphone etwaige Websites durchkämmen sollte, in Kombination mit offenen Gesprächen, lässt sich aber ein gewisses Bewusstsein und eine frühe Medienkompetenz schulen.“

    Selten und kluge Worte 🙂
    Wenn ein Kind/Jugendlicher etwas erreichen will, kommt es auch ran. Zur Not mit Mamas Pass und Papas Kredtikarte oder andersherum. Deswegen kümmert man sich um die Erziehung und nicht um Websperren.

    Früher hat man sich auch irgendwann das Pornoheft, Zigratten oder Alkohol organisiert. Man darf erwarten, dass ein redlicher Händler nicht jedem Kind Alkohol verkauft. Irgendwann schicken die Ihren Ältern Kumpel vom Kumpel in den Laden. Manche warten auch bis sie alt genug sind – selten 😉

  4. Ein grundlegendes Problem wird auch immer gern von der LMA ignoriert.
    Porn ist für viele Menschen ein Bedürfnis, aber die wenigsten haben Interesse daran sich mit ihren realen Daten anzumelden und dem Anbieter ein umfassendes Profil ihrer Neigungen zu offenbaren.
    Nicht umsonst bieten Browser einen Inkognito Modus. 😉
    Da der Markt nun einmal da ist und immer findige Menschen Wege finden ihre Bedürfnisse ohne Altersverifikation zu erfüllen, wird das auch Wege für Minderjährige eröffnen.
    Da kann die LMA so pampig sein wie sie will, den Kampf kann sie nicht gewinnen.

    Letztendlich ist der einzige sinnvolle Weg der den André angesprochen hat.
    Die sinnvollste Kinder“sicherung“ sind die Eltern selbst. Man kann eben nicht jedes Problem technisch lösen, sondern nur menschlich.

  5. So eine Geld- und Zeitverschwendung. Kennt man ja nicht anders 😉

  6. Zeit für eine Greate Firewall wie in China. Und ein Wink mit dem Zaunpfahl zwecks EU Mittel Richtung Zypern dürfte ausreichend sein die dortigen Behörden aus dem Schlaf zu holen.

    • Ja, ich befürchte. Irgendwann wird auch der Internetausdrucker aus Neuland merken, dass DNS Sperren leicht zu umgehen sind. Entweder wegen alternativen DNS oder neuen (Sub) Domains. Dann wird er härtere Maßnahmen fordern. Und da er sich mit seinem „religiösen Eifer“ im Recht sieht, wir er mit allen Kolateralschäden weiter für „seine Sache“ kämpfen.
      Und wir wissen ja, ist eine Zensurinfrastruktur erstmal vorhanden, dann bleibt es nicht bei ein paar Webseiten. Schneller als es uns lieb ist, haben wir dann tatsächlich eine „Deutschland-bzw. Euro-Net“.
      Akuell sind mit „Hamster“, „Kino“ oder RT, schon einige Seiten „nur“ per DNS sperre gefiltert. Nicht das mich diese Seiten großartig interessieren und ich mir insbesondere letztere zu eigen mache. Aber ich lasse mir nicht vorschreiben, was ich sehen darf und was andere „gut“ für mich halten.

      • Diese Seiten wie xhamster verbreiten pornogafisches Material ohne Altersverifikation und dies ist illegal. Basta. Damit sind dem Staat sämtliche Mittel erlaubt die strafbare Handlung zu unterbinden.

        Wir könnten auch Gesetze wie in Australien oder Neuseeland haben. Da dürfen sie nicht mal eine playboy Zeitschrift einführen, wenn sie am Flughafen nicht zurück geschickt werden wollen und ihr visa annulliert wird.

        • verstrahlter says:

          Es ist aber nicht das Fleiche, wie wenn ein Händler z.B. in einem kleinen Ländchen auf mittelalterlichem Verständnisniveau (Gesetzgebung) seinen Stand aufbaut und lokal sein Abweichlergeschäft betreibt.

          Es gibt bestimmt bessere Losungen, die aber Einarbeitung von Eltern und Einschränkung für Kinder erfordern werden; Sticjwort Eigeninitiative. Immer nur nach dem Staat zu rufen wird wie üblich zur schlechtestmöglichen Konsequenz führenm auch bzw. vor Allem für eigentlich Unbeteiligte.

        • Das erklärt warum die Vergewaltigungsrate in Australien so hoch ist.

  7. deu. Nicht .deu

    • André Westphal says:

      Hast recht, hab ich angepasst.

      • „Zwar sperrte die Medienaufsicht die Domain mit „.de“-Endung, doch xHamster stellte schlichtweg auf „deu.“ als Zusatz um.“

        Bitte nochmal bearbeiten. So ergibt das überhaupt keinen Sinn. Aus domain.de wurde deu.domain.de?

  8. Es gibt keine TLD deu. Jedenfalls nicht über die Root-Server erreichbar. Auch in der Liste der noch nicht freigeschalteten newTLDs kenne ich sie nicht.
    Ist da etwa etwas anderes gemeint?

    • Sub Domain hat nichts mit TLD zu tun. die haben aus de.nagetier.com eben deu.nagetier.com gemacht.

  9. Ach menno… unter Super-Uschi UvL hätten wir schon längst bunte, super wirkungsvolle, Stopschilder gehabt. Warum greift niemand auf ihr professionelles Können zurück?

  10. Weil es keine whitelist gibt, hab ich das selbst am Android Handy und der internen IP für meine Kinder gemacht. Ich bin aber der einzige im weiteren Bekanntenkreis der das hinbekommen hat. (obwohl Google es wirklich einfach macht für Android) aber im internen Netzwerk mit Accounts und Geräten ist es schon komplizierter.
    Leider könn(t)en die kleinen noch immer mit zwei bis drei ungünstigen Klicks die extremsten Porno und Gewaltseiten problemlos erreichen.
    Und jeder der dagegen ist, so etwas so stark wie möglich zu erschweren, gehört zur Abteilung Vo*****iot Mensch. Eltern sind schlicht nicht in der Lage, das technisch zu machen. DNS Schutz ist ein Witz und jeder Ansatz von Blacklists lächerlich. (es gibt listen mit mehreren Millionen gesperrten Seiten, die völlig unzureichend sind)
    Es braucht eine staatlich kontrollierte Whitelist um annähernd zu einer Art Ausweispflicht zu kommen.

    • Das Verfahrene an der Geschichte: man gehört auch zur Abteilung „Vo*****iot Mensch“, wenn man staatlich kontrollierte Whitelists propagiert. Sowas wird ausgenutzt werden!
      Daher sollten Eltern aufhören zu jammern und sich entsprechend weiterbilden und entsprechende Erziehungsmaßnahmen überdenken.

    • MeinNametutnichtszurSache says:

      Weia… und am besten dann nur Seiten whitelisten, wo auch Oma und Opa noch mit klarkommen. Also Pron als „Eis am Stiel“. Alles andere ist eh pervers.

      Wenn du als Elternteil nicht in der Lage bist, verbiete deinen Kindern einfach Pron.

    • Jeder der so pauschal pöbelt gehört mindestens auch zur Abteilung Vo*****iot Mensch. Von Deinen Forderungen hin zu einem Internet-„Zugang“ nach chinesischem Vorbild sind es auch nur wenige Clicks. Es sind immer ausgerechnet die Deutschen, die für alles und jeden Zweck eine staatliche Verbots- und Kontrollinstanz fordern, aber arrogant mit dem erhobenen Zeigefinger agieren, sobald in anderen Ländern solche Kontrollinstanzen angewendet werden.

    • „Weil es keine whitelist gibt, hab ich das selbst am Android Handy und der internen IP für meine Kinder gemacht. Ich bin aber der einzige im weiteren Bekanntenkreis der das hinbekommen hat.“

      Du hast xHamster per Whitelist für deine Kinder freigegeben?!?

    • Just Benice says:

      Völlig richtig.
      Es läuft ja auch nicht im freetv und man sagt den Eltern,schaut halt, dass das Kind den Sender nicht aufruft.
      Andere Beispiele: Autofahren dürfen Kinder nicht, harten Alkohol kaufen, Verträge abschliessen, rauchen, puff gehen, …
      Aber die extremsten heimatfilme sollen für Grundschulkinder zugänglich sein?
      Da wiegt doch die Schutzfunktion mehr als Ängste vor Regulierungsmissbrauch.
      Daher volle Unterstützung für die Kategorisierung als „V***“ für die openporn Gemeinschaft…

      • Der Zweit-Account für Rechtfertigungen von Pöbeleien sollte auch gleich mit verboten werden …

  11. Als ob der Versuche Pornos vor Jugendlichen zu verstecken jemals funktioniert hätte.
    Da bringen sachliche Gespräche zwischen Eltern und ihren Kindern deutlich mehr als der Versuch einer technischen Sperre welche von Anfang an zum scheitern verurteilt ist.

    • Das wäre wahrscheinlich zu einfach,. mit den Kids zu reden…..
      Womöglich kämen die ganzen Fehltritte von Mami und Papi früher auch ans Licht.
      Gerade dass, was verboten ist, reizt die Kids doch am meisten, sich das anzuschauen. Und wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
      Wie konnte man früher nur überleben bei den vielen Gefahren, die das Leben so mit sich brachte?
      Porn verbieten wollen, aber gleichzeitig fordern,.dass Kids mit 16 wählen können und mit 17 den Führerschein machen wollen……
      Genau mein Humor.

  12. Täglich bekommen wir Schreckensbilder aus dem ukrainischen Kriegsgebiet vorgesetzt, aber kopulierende Menschen sollen uns vorbehalten werden. Porno oder nicht liegt doch auch im Auge des Betrachters…

    • Da geht’s nicht um Pornos. Es gibt ein ganzes Pottpouri deutscher Akteure die unter unterschiedlichen Flaggen Zensurinfrastruktur erarbeiten. Apologetische Narrative inklusive.

      … und dieses „die Kommunikation der Welt muss jugendfrei sein, deshalb braucht es eine Identifikation aller Internetnutzer“ ist halt ein Argument, dem zufällig besonders viele Deutsche auf dem Leim gehen. Passt außerdem in unseren kruden Rechtsrahmen.

      Insofern stehen sie auch nicht „wieder am Anfang“. Es ist Präzidenz und kleiner Baustein auf dem langen Weg zu einer großen Mauer. 😀

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