„Lego Star Wars: Die Skywalker Saga“ im Test

„Lego Star Wars“ ist eine Hausnummer: Den Anfang nahm die Zusammenführung der beiden Marken noch auf der PlayStation 2. Es folgten spezielle Titel zur Ur-Trilogie, der TV-Serie „Star Wars: The Clone Wars“ und zu „Star Wars: Das Erwachen der Macht“. Doch mit „Lego Star Wars: Die Sykwalker Saga“ decken die Entwickler von Traveller’s Tales erstmals alle drei Haupt-Trilogien auf einen Schlag ab. Ich habe mir das größte Lego-Videospiele-Abenteuer aller Zeiten einmal im Test angeschaut.

Zu meinem persönlichen Background: Ich bin anno dazumal auf der PlayStation 3 mit „Lego Star Wars: Die komplette Saga“ in den Sog dieser Games geraten. Anschließend habe ich fast alle Titel mitgenommen – von „Lego Indiana Jones – Die legendären Abenteuer“ über „Lego Batman“ bis hin zum fast vergessenen „Lego Pirates of the Caribbean“. Zuletzt ging der Reihe aber doch ein wenig die Puste aus. Zu gleichförmig wurde das Gameplay, an dem sich im Laufe der Jahre kaum etwas getan hatte.

Genau da hat das lange in der Entwicklung befindliche „Lego Star Wars: Die Skywalker Saga“ nun seinen Auftritt. Traveller’s Tales hat die Jahre genutzt, um nicht nur das bisher umfangreichste Lego-Videospiel zu stricken, sondern auch dem Gameplay viele erfrischende Neuerungen zu verpassen. Sofort sticht etwa die angepasste Kameraperspektive ins Auge. Blickte man zuvor meist aus der Ferne auf die Lego-Charaktere, so gibt es inzwischen eine Over-the-Shoulder-Ansicht, die wesentlich näher an die Figuren und die Spielumgebung rückt.

Der Perspektivenwechsel steht dem Spiel gut zu Gesicht, zumal die Technik extrem aufgemöbelt worden ist. Ich habe „Lego Star Wars: Die Skywalker Saga“ an der Xbox Series X gespielt. Hier gibt es im Übrigen die Auswahl zwischen Modi mit 30 bzw. 60 fps. Leider schlüsseln die Entwickler weitere technische Unterschiede zwischen den beiden Möglichkeiten nicht auf. Ich selbst entschied mich für den 60-fps-Modus, da der 30-fps-Modus unter inkonstantem Framepacing leidet und daher nur mit VRR genießbar ist.

Ansonsten ist hier technisch aber alles astrein: Das Spiel unterstützt HDR und sieht fantastisch aus. Toll ist, dass die Lego-Figuren jetzt auch durch ihre Umgebungen beispielsweise Dreck in den Sandwüsten von Tatooine oder Schneeflocken auf Hoth auf ihren Plastikoberflächen zeigen. Die Weitsicht ist größtenteils enorm und die Mischung aus Objekten aus Lego-Klötzchen und eher „realistisch“ gehaltenen Texturen gefällt. Klar, es ist immer noch ein Lego-Spiel – aber das optisch mit Abstand hübscheste.

Über die Soundkulisse braucht man nur wenige Worte verlieren: Es wurden die Soundeffekte und die Musik aus den Originalfilmen übernommen. Hey, es ist „Star Wars“ und die Musik von John Williams – da kann man einfach nicht meckern. Was die Sprecher betrifft, so hat man für die englischsprachige Vertonung glücklicherweise einige Sprecher aus der Fernsehserie „Star Wars: The Clone Wars“ zurückgeholt. Die deutschen Sprecher erledigen ebenfalls einen soliden Job.

„Lego Star Wars: Die Skywalker-Saga“ lässt euch dabei quasi die ganze Galaxis erkunden: Tatooine, Dagobah, Endor… Alle Planeten besucht ihr früher oder später. Dabei ist es möglich, frei in eine der Filmtrilogien einzusteigen (Prequels, Ur-Trilogie, Disney-Trilogie). Innerhalb der gewählten Reihe müsst ihr die Filme dann aber chronologisch durchspielen. Ihr könnt also z. B. nicht direkt in „Das Imperium schlägt zurück“ einsteigen.

Alle Planeten und auch ihr Orbit dienen als Hubs, die ihr frei erkunden dürft. So könnt ihr euch auf den Planeten selbst mit Sturmtrupplern und Co. anlegen oder im Weltraum Duelle mit Tie-Fightern wagen. Gleich geblieben ist, dass ihr dabei Studs sammelt, die In-Game-Währung. Die benötigt ihr, um neue Fähigkeiten, Charaktere und Fahrzeuge freizuschalten. Neu ist, dass ihr nicht nur allgemein aktive und passive Skills aktiviert, sondern auch für Charakterklassen wie Jedi, Sith oder Kopfgeldjäger jeweils eigene Boni freispielt.

Um jene Aufwertungen zu aktivieren, benötigt ihr nicht nur Studs, sondern auch blaue Upgrade-Steine, von denen es über 1.000 (!) freizuspielen gilt. Das geschieht zum einen, indem ihr in Levels gewisse Herausforderungen meistert, aber auch durch das Lösen kleinerer Rätsel in der Oberwelt. Auch die gewohnten Mini-Kits sind in den Levels wieder mit von der Partie. Zwar wiederholen sich da einige der Rätsel recht häufig, Sammlernaturen bekommen aber dennoch genug Abwechslung geboten, damit die Suche nach den blauen Steinen nicht langweilig wird.

Auch die Kämpfe wurden aufgewertet. Einerseits ist es nun möglich, bei Feuergefechten in Deckung zu gehen – das erinnert an Cover-Shooter wie „Gears of War“. Andererseits gibt es ein neues Kombo-System. Reines Button-Mashing reicht also nicht mehr aus, dann kontern die Gegner zudem euere Attacken. Dennoch ist auch das neue System relativ simpel gehalten, um offensichtlich einsteigerfreundlich zu verbleiben. Und auch das Cover-System braucht man selten, denn die Sturmtruppler werden ihrem Ruf gerecht und zielen alles andere als sicher. Dennoch fühlen sich die Kämpfe nun dynamischer an.

Was die Story betrifft, so erzählt „Lego Star Wars: Die Skywalker Saga“ natürlich die Geschichte der drei Filmtrilogien nach. Wer die Filme allerdings nicht gesehen hat, wird sich oft wundern. Das Spiel setzt gewisse Grundkenntnisse voraus und springt ziemlich fix zwischen Schlüsselszenen der Leinwandabenteuer umher. Lego-typisch ändert man viele Momente frei ab, um mehr Humor hereinzubringen. Manche Gags zünden dabei besser als andere, die kindlich-verspielte Art gefällt mir jedoch sehr gut. Denn die Späße sind dabei immer respektvoll gegenüber den Originalen.

Habt ihr die Story durchgezockt, dann geht der eigentliche Spaß erst los: Nun könnt ihr im freien Spiel die Levels erneut erkunden und zwischen allen bisher freigeschalteten Figuren wechseln. Denn beim ersten Durchgang im Story-Modus stoßt ihr regelmäßig auf Rätsel, die ihr noch nicht lösen könnt, weil ihr spezielle Charaktere benötigt. Etwa muss da ein Jedi eine Wand mit seinem Lichtschwert durchschneiden oder ein Sith bestimmte Steine bewegen. Wer in den Levels alles freispielen und entdecken will, wird sehr viele Stunden investieren.

Auch einen Koop-Modus mit Splitscreen gibt es – allerdings nur lokal. Hier hat man meiner Ansicht nach leider eher Rück- als Fortschritte gemacht. War es in vorherigen Lego-Spielen so, dass sich der Bildschirm nur teilte, wenn ihr zu weit auseinander gegangen seid, so müsst ihr nun aufgrund der abweichenden Kameraperspektive generell mit einem geteilten Bildschirm leben. Das sorgt für weniger Übersicht und funktionierte zuvor besser. Außerdem kommt es regelmäßig in Bosskämpfen vor, dass einer der Spieler zum Zuschauer degradiert wird.

Der Schwierigkeitsgrad von „Lego Star Wars: Die Skywalker Saga“ ist sehr niedrig gehalten. Selten bringt ein Rätsel wirklich zum Nachdenken. Segnet ihr in den Kämpfen das Zeitliche, verliert ihr lediglich Studs, taucht aber direkt wieder auf – ihr habt unendliche Leben. Dabei ist es egal, welche Filmreihe euch am meisten zusagt, dieses Game hat aufgrund seines enormen Umfangs für alle Vorlieben genügend Content auf Lager. Obwohl ich etwa die Disney-Episoden schrecklich finde, hatte ich dennoch meine Freude am Durchspielen der Levels.

Vollkommen ohne „Star Wars“-Hintergrundwissen wird sich aber, wie bereits erwähnt, die Story sehr wirr anfühlen, da wird einfach Kenntnis der Handlung vorausgesetzt. Den Entwicklern ist hier aber nicht nur das bisher umfangreichste Lego-Spiel, sondern auch eines der bisher besten „Star Wars“-Games gelungen. Zumal man nicht mit Mikrotransaktionen genervt wird. Allerdings ist es möglich, neue Charakterpakte, etwa zu „The Mandalorian“, nachzukaufen.

Ich kann „Lego Star Wars: Die Skywalker Saga“ jedenfalls uneingeschränkt empfehlen. Und ich bin gespannt, wie die nächsten Lego-Games umgesetzt werden. So machen die Gameplay-Neuerungen Lust auf mehr und ich hoffe, da erwartet uns hoffentlich noch mehr von dieser Qualität.

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10 Kommentare

  1. Die Spiele haben damals als Kind auf der PlayStation 2 halt schon extrem gebockt. Freue mich auch diesen neuen Teil zu spielen, dann auch zusammen mit meinen Kindern

  2. Mir gefielen die alten Teile besser als das was dann auf die PS4 kam. Lego Der Herr der Ringe und das alte Star Wars fand ich seinerzeit am besten. Auf der PS4 könnte mich kein Lego Spiel in diesem Maße mehr fesseln, gespielt habe ich auch einige aber nicht zu 100% wie die alten Teile. 8ch bin auf jeden Fall auf das neue Lego Star Ears gespannt und werde es mir bestimmt kaufen. Danke für deinen Test zu dem Spiel.

  3. Mich hätte ein Vergleich mit dem Spiel zum Ninjago Movie interessiert. Letztlich klingt das hier über das neue Star Wars, Lego gesagte wie ein Aufguss vom Ninjago Movie, nur halt mit anderem Universum (was jetzt nicht heißt, dass es schlecht ist – meine Kids zocken Ninjago immer noch mit Begeisterung).

  4. Lego City Undercover ist für mich das beste gewesen..

  5. Jangos Bezwinger says:

    VORSICHT SPOILER – nicht weiterlesen, wenn man die Story nicht kennt.

    Was ich etwas schwer in Episode 2 fand, war der Weltraum-Kampf gegen Boba & Jango Fett im Meteroiden-Trümmerfeld. Cool: Der Original-Ton der seismischen Bomben, die erst explodieren, und der Ton verzögert, aber extrem ist. [Liebe das!] Aber das war etwas zu schwer den Kleinen. Selbst ich musste 2 Anläufe nehmen.

  6. Funktioniert bei euch der Coop-Modus mit zwei angeschlossenen Tastaturen? Bei mir nämlich nicht…

  7. „…Die deutschen Sprecher erledigen ebenfalls einen soliden Job…“

    Hab ich was verpasst? Auf der Switch kann man das spiel nur mit deutschen Untertiteln spielen, oder? Bisher das einzige, was mich wirklich bei dem Spiel stört, weil der Junior das schlichtweg noch nicht versteht.

    • André Westphal says:

      Hey Rene, es gibt definitiv eine dt. Vertonung, hier kannst du auch reinhören: https://youtu.be/lqM_LbyUz84

      • Ok, hab jetzt nochmal woanders nachgelesen, man muss in der DLC-Section im eShop die Sprachdatei separat herunterladen…wäre ja gut sowas irgendwie mitgeteilt zu bekommen.

        • André Westphal says:

          Vermutlich speziell bei der Switch so gelöst, um Speicherplatz zu sparen. Bei der Xbox kann ich mich nicht dran erinnern, dass ich den Download separat anstoßen musste. Gebe dir aber recht, sowas könnte dann gerne als Hinweis bei der Installation oder zumindest im Menü vorhanden sein, da kommt man sonst nicht ohne Weiteres drauf.

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