Jackery Solargenerator 1000 Pro mit 4x SolarSaga 200W im Test

Auf der IFA 2022 war auch das Unternehmen Jackery vertreten, das sich mit alternativen Stromlösungen beschäftigt und vor Ort den Solargenerator 1000 Pro vorgestellt hat. Die Station ohne Solar nennt sich Explorer 1000 Pro, ich durfte mir allerdings das große Paket mit der Station und gleich vier 200W-Solarpanelen vom Typ SolarSaga 200W für einen Test anschauen.

Wie auch schon bei den anderen hier im Blog von uns getesteten Gerätschaften von beispielsweise Bluetti, Ecoflow, Anker, handelt es sich auch beim Solargenerator 1000 Pro um eine sogenannte Powerstation. Solche Geräte sind primär im Outdoorbereich, vor allem beim Camping oder bei Drohnenpiloten, etc. zu finden. Eben bei allen, die unterwegs eine Möglichkeit haben wollen, ihre mobilen Geräte, vielleicht aber auch mal eine Kühlbox, einen Lüfter oder dergleichen unabhängig mit Strom zu speisen. Betrachtet man die durch den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hervorgerufene Energiekrise, dann denkt aber vielleicht auch der eine oder andere Haus- und Hofbesitzer darüber nach, sich so ein Gerät „für schlechte Zeiten“ in den Schuppen zu stellen.

Spezifikationen:

  • Kapazität: 1.002 W
  • Ausgangsleistung: 1.000 W (2.000 W Spitzenleistung)
  • nach 1.000 Ladezyklen sollen noch 80 % des Batteriestands verfügbar sein
  • Schnellladung per Steckdose oder 4x 200W-Solarpanels: binnen 1,8 Std. aufgeladen
  • 80 W Solarpanels mit doppelseitiger Solareffizienz (wasserfest)
  • klappbarer Griff
  • Gewicht: 11,5 kg
  • maximale Lautstärke bei Kühlung: 46 dB
  • stoßsicher
  • reiner Sinus-Wechselrichter zum Schutz der Geräte
  • integriertes Batteriesystem zur Überwachung und Schutz der Batterielebensdauer
  • integrierte LED mit 3 Modi
  • Anschlüsse: Dual PD 100W Design: 2x USB-C (QuickCharge 3.0 tauglich) , 2x 100W PD-Anschlüsse; 2x AC- und Solarschnittstellen mit max. 800 W; 2x 1.000W AC-Ausgänge. USB-A und DC-Autolader

Preise:

1.299 Euro für den Explorer 1000 Pro
1.699 Euro für den Explorer 1000 Pro mit 2x SolarSaga 80W
3.899 Euro für den Explorer 1000 Pro mit 4x SolarSaga 200W

Mit der mir hier vorliegenden Station bekommt man einen 11,5 kg schweren Würfel mit ausklappbarem Tragegriff (bei vielen anderen Geräten sind die Griffe oft starr angebracht), der als normale Ausgangsleistung 1.000 W liefern kann. Bis zu 2.000 W sollen möglich sein, aber nur vorübergehend, da das Gerät nach kurzer Zeit in einen Schutzmodus schaltet.

Der Akku selbst ist vom Typ Li-Ion NMC, was für den Nutzer heißt, dass von Herstellerseite nach rund 1.000 Ladezyklen noch mindestens 80 % der maximalen Batterieleistung verfügbar sein sollen. Akkus auf Lithium-Polymer-Basis sind langlebiger. Jackery gibt eine 3-jährige Garantie ab Kaufdatum mit auf den Weg, registriert ihr das Gerät auf der Webseite, bekommt ihr 2 weitere Jahre obendrauf.

Die Station ist in verschiedene Segmente unterteilt, jeder Ausgangsbereich lässt sich manuell einschalten. Sprich: Wollt ihr nur AC-Stecker anschließen, dann drückt ihr nur einmal auf den entsprechenden Button neben den AC-Ports (welche, wie einige andere Ports durch gummierte Schutzklappen geschützt sind) und dann wird nur Energie an diese Dosen abgegeben. Ebenfalls vorzufinden ist ein Knopf für die integrierte LED, die auch ein SOS-Signal abgeben kann – interessanterweise aber verkürzt. Denn: Statt S (…) O (- – -) S (…) blitzt hier immer nur S (…) O (- – -) in gleichmäßiger Abfolge auf. Das formt am Ende dennoch ein SOS, das Signal wird im Normalfall dennoch anders abgesetzt.

Auch das Display lässt sich per Button beliebig ein- und ausschalten. Auch ein daueraktiver Modus ist durch Gedrückthalten schaltbar. Auf der Rückseite der Station befinden sich neben dem AC-Eingang (230 V) zwei DC-Eingänge für Solarpanel-Anschlüsse, welche den Solargenerator 1000 Pro für mich erst interessant machen. Auf dem Display sind die üblichen Informationen ablesbar. Dazu gehört aktuelle Eingangsleistung, Ausgangsleistung bei eingesteckten Abnehmern, der Ladezustand der Batterie und die Restlaufzeiten für „Wann ist die Station in etwa aufgeladen?“ und „Wann ist die Station beim aktuellen Verbrauch leer?“. Kennt man von anderen Geräten. Eine App gibt es für den Solargenerator 1000 Pro nicht.

Für diejenigen, die sich fragen, wie lange ein einzelnes Gerät an der Station geladen werden kann, bis deren Akku leer ist, hier die Mathematik dahinter: Die Kapazität der Station beträgt 1.002 W. Jeder Verbraucher benötigt eine gewisse Wattleistung, um aufgeladen zu werden. Bei Smartphones und Tablets sind das eventuell 100 W, Laptops, Bohrmaschinen, Kaffeemaschinen und Co. benötigen teils deutlich mehr. Habt ihr also einen Verbraucher, der 100 W zum Laden benötigt, dann könnt ihr mit der Station gut 10 Stunden laden.

Verbraucht das Gerät aber 600 W, dann sind nicht einmal mehr 2 Stunden Ladeleistung drin. Das gleichzeitige Aufladen der Station und parallele Anzapfen mit Verbrauchern funktioniert zwar auch, ergibt aber nur dann Sinn, wenn die Station grün, also mit ausreichend Solarstrom, geladen wird und eure Verbraucher nicht mehr Watt verbrauchen als parallel zugeführt werden.

Sehr gut finde ich die PD-Ports zum Laden, womit Geräte mit USB-C-Anschluss schnell geladen werden können. QuickCharge 3.0 wird unterstützt. Auch USB-Anschlüsse ohne QuickCharge sind vorhanden, weshalb das Laden dort länger benötigt. Ich habe viele Gerätschaften an der Station ausprobiert, angefangen vom MacBook über Smartphones, Drohnenakkus, unsere elektrische Kühlbox, eine Stereoanlage, eine elektronische Heckenschere aber auch Verbraucher, die über der 1.000-W-Nennleistung der Station lagen.

Fazit? Mein Fön, der mit rund 1.200 Watt arbeitet, konnte zwar eine Weile bedient werden. Nach rund 30 Sekunden schaltete sich die Station zum Schutz aber ab. Unsere alte Mikrowelle mit über 2.100 W Leistung sorgte dafür, dass die Station gar nicht erst daran dachte, Strom abzugeben. Da maximal 2.000 W kurzzeitig möglich wären, verweigert sie ihren Dienst. Für solche Fälle hätte der Hersteller die Explorer 2000 Pro mit einer Spitzenleistung von 4.000 W im Angebot.

Jackery gibt an, dass das Gerät im leeren Zustand über das AC-Netz nicht mehr als 1,8 Stunden zum Laden benötigen würde. Selbiges gelte für das Laden mit gleichzeitig vier 200-W-Panels vom Typ SolarSaga 200W. In meinem Test benötigte das volle Aufladen über die Steckdose aber fast auf die Minute 2 Stunden. Das sind zumindest 12 Minuten mehr als vom Hersteller beworben. Der Zigarettenanzünder im Auto meiner Frau drückte während der Fahrt gut 100 W in die Station, wonach das vollständige Aufladen rund 10 Stunden benötigen würde. Die wichtigste Frage blieb für mich aber, wie lange das Aufladen der Station über Solarpanels dauert.

Ausprobiert habe ich das im Monat September, der hier bei uns noch eine Weile sonnig gewesen ist. So habe ich den Solargenerator zunächst mit einem einzelnen 200-W-Panel laden wollen. Morgens um 9 Uhr war das Gerät bei genau 20 % Restkapazität, die Sonne versteckte sich hinter den Baumwipfeln. Demnach kam das 200-W-Panel gerade einmal auf 90 bis 105 Watt Ladeleistung.

Um 10 Uhr lag die Ladeleistung bei 150 W, die Kühlung war mittlerweile zugeschaltet und hörbar. Mit maximal 46 dB liegt das in Regionen, die meiner Meinung nach nicht sonderlich störend sind. Von 11 Uhr bis zur vollständigen Aufladung lag dann die maximale Ladeleistung des einzelnen Panels bei 172 W, die Station war nach fünfeinhalb Stunden bei 100 % Ladung angekommen. Nach Adam Riese sind das nicht ganz 7 Stunden (6,875) bis zur vollen Aufladung mit einem einzelnen 200-W-Panel. Rein rechnerisch sollte aber sein, dass 4 Panels der Sorte reichen sollten, um die vom Hersteller angegebenen 1,8 Stunden Ladedauer zu erreichen.

Dank Y-Adaptern und ausreichend Panels habe ich das Laden mit allen 4 ausprobiert. 745 W waren als Ladeleistung maximal möglich, allerdings variiert die Leistung, je nachdem ob Wolken die Sonne verdecken und ob die Panels ideal ausgerichtet sind. Trotz 4 Panels lag die Ladeleistung bei gerade einmal 115 W. Knapp 2,5 Stunden dauerte am Ende, bis die Station vollgeladen war. Jetzt kann man sich wieder an der Herstellerangabe aufhängen, aber das sind eben Werte für Idealsituationen. Das hieße: keine Schatten, volle Sonnenstrahlung, keinerlei Verschmutzungen der Panels und perfekt ausgerichtet.

Dabei muss man wissen, dass die 200-W-Panels von Jackery allein jeweils knapp 700 Euro kosten, dabei sind sie nicht wasser- oder staubdicht. Die Set bestehend aus der Station und den 4x 200-W-Panels liegt bei 3.899 Euro. Auch 80-W-Panels hat Jackery im Angebot, die sind staub- und wasserdicht und können beidseitig Energie aufnehmen. Die Tragehülle für jene Panels hat sogar eine reflektierende Beschichtung, damit man beim Aufbau dafür sorgen kann, dass man möglichst die maximale Energieaufnahme bereitstellt.

Hier war morgens noch zu viel Schatten, die Ladeleistung bei gerade einmal 37 W.

Zu beachten ist, dass Jackery an den Y-Verbindern für die Solarpanels Markierungen angebracht hat, laut denen es nicht zu empfehlen ist, an beiden DC-Eingängen der Powerstation unterschiedlich viele Panels anzuschließen. Sprich: Legt ihr an den linken Port 2x 200-W-Panels an, dann sollten auch am rechten Port 2 angeschlossen sein oder eben 1/1. Für das gleichzeitige Anschließen von 4 Panels SolarSaga 200W benötigt ihr viel Platz. Das war bei mir im Garten gar nicht sinnvoll umsetzbar, weil ansonsten mindestens 2 der 4 Panels im Schatten gestanden hätten. Darum habe ich den Aufbau auch auf einem nahegelegenen Feld probiert.

Abschließend verbleibt mir zu sagen, dass man mit dem Set „Solargenerator 1000 Pro“, bestehend aus der Station und den 4x 200-W-Panels, ein leistungsstarkes, aber teures, Gesamtpaket bekommt. Die Station ist robust und wertig, der Klappgriff sinnvoll und die Ladeleistung zuverlässig. Vielleicht hilft die Station dem einen oder anderen, Strom zu sparen, da jener hier grün erzeugt werden kann.

In meinem Test funktionierte das reibungslos und war nur eines: wetterabhängig. Im tiefsten Winter bei Schnee, Regen und Wolken ist selbst mit den 4 großen Panels nicht viel Ladeleistung zu erzielen. Da müsste das Gerät mehrere Tage laden, um in den Haushalt, etc. integriert zu werden.

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16 Kommentare

  1. Auf einem der Fotos sieht man auch die „SolarSaga 80W“. Die müssten doch Wasserdicht sein?
    Gibt es davon noch mehr Fotos?

  2. Sorry, habe neben dem Brennholz, Konserven, Nudeln, Reis, Wasserfilteranlage, Gasflaschen und natürlich Klopapier einfach keinen Platz mehr.

    • Man muss ja nicht alles haben.
      Man tauscht eben. Ich lade Dir Deine Powerbank mit meiner Jackery voll, dafür bekomme ich einen Teller Reis.

  3. Solarpanels die nicht Wasserdicht sind? Klingt für mich ein bischen merkwürdig, vor allem das es sich um ein Outdoor-Gerät handelt…

    • Hab mal auf Jackery Webseite nachgeschaut (hat mich sehr irritiert): Lt. deren Beschreibung sind die SolarSaga 200 „rauen und nassen Wetterbedingungen standhält.“ (IP67 Zertifiziert)

  4. Bling Bling says:

    Das mit dem 1200-Watt-Fön war ernst gemeint? Ich meine, bei dem Profilbild… 🙂

  5. Hier wird mehrmals von Kapazität und als Einheit dann „W“ angegeben. Das sollte zu „Wh“ geändert werden.

  6. Glaube da bleib ich lieber beim Benzingeneerator

    • Und wenn das Benzin alle ist?

      • GooglePayFan says:

        Guck mal was hier allein die Solarpanele kosten, da bist du locker 2.000€ los, wenn du auch wirklich mehr als nur dein Smarphone mit dem Strom laden willst.

        Benzin und vor allem Diesel/Öl kann man sehr kostengünstig lagern, für 2000€ kommst du da ein paar Wochen mit aus.
        Klar, wenn man davon ausgeht, dass der Strom für ein paar Monate ausfällt, dann mag dieses Gerät praktisch sein, aber wenn du dann nicht auch gut kämpfen kannst, ist es eh verloren…

        • Richtig, der Stromgenerator macht nämlich ne Menge Krach, sofern nicht isoliert und gedämmt aufgestellt. Dafür kann man Strom erzeugen unabhängig vom Wetter.

  7. Bodo Schulz says:

    Ich habe seit Jahren verschiedene Powerstation in Verwendung. Hauptgrund war mobil 230 V echten Sinus im Wohnmobil zu haben. Also Notebook und Akkus laden. Nicht die Standheizung des Wohnmobils. Zwischenzeitlich haben wir Solar auf dem Balkon und ich probiere mich mit den Powerstation verschiedener Hersteller. Den Jackery 1000 hatte ich bis vor einigen Monaten. Sehr robust gebaut. ABER: sehr lauter Lüfter, der immer in einer Geschwindigkeit läuft. Außerdem kein LiFePo4 – und dies ist aus Sicherheitsgründen heute meine erste Vorgabe. Daher wurde der Jackery verkauft. Ich verstehe nicht warum Jackery in allen Modellen weiterhin kein LiFePO4 anbietet. Bei täglicher Verwendung, und dies erfolgt bei uns zu Hause, sind 800 Ladezyklen mit der einfachen Lithium Technik zu wenig. Zumal Jackery den gleichen Preis aufruft für seine Powerstation wie die Mitbewerber. Nur diese verbauen mehr und mehr die sichere Lithium-Technik die dazu noch mindestens 2500 oder 3000 Ladezyklen bietet. Ich würde mir wieder einen Jackery kaufen, wenn dieser LiFePo4 hat. Mal sehen, was demnächst mit dem Jackery mit Windmühle angeboten wird…

    • Moin! Was wäre denn deine Empfehlung in der Kategorie/Preiklasse? Habe da aktuell die EcoFlow DELTA 2 & 2x 220 W Panel im Visier. LiFePo4, allerdings ähnlich laut. Oder hast du etwas besseres gefunden?

      • Bodo Schulz says:

        Ich hatte vor mir die Delta 2 zu kaufen. Aber mit dem lauten Lüfter. Nee.
        Demnächst soll die River Pro 2 mit LifePo4 kommen. Mal sehen. Vielleicht zwei Stück davon.
        Die River Pro hatte ich für einige Wochen. Die war sehr gut. Aber eben kein LiFePo4. Verkauft weil ich auf die Delta 2 umsteigen wollte…

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