Innr: Neue Bridge mit ZigBee- und Wi-Fi-Leuchtmitteln ausprobiert

Über den niederländischen Hersteller für smarte Leuchtmittel, Innr, haben wir im Blog bereits das eine oder andere Mal berichtet. Viele Nutzer verwenden die Leuchtmittel und Steckdosen aufgrund des verwendeten ZigBee-Funkstandards an einer Hue Bridge oder an einem Echo mit integrierter ZigBee-Zentrale. Doch Innr bietet auch eine eigene Bridge-Lösung an. Seit Herbst 2021 hat man die neue Bridge im Portfolio. Seit einiger Zeit setzt man ergänzend auf Wi-Fi-Leuchtmittel. Zeit, einen Blick darauf zu werfen, wie Innr inzwischen aufgestellt ist.

Die neue Innr-Bridge ist vor allem eines: kompakt. Versehen mit der Möglichkeit zur Wandmontage, lässt sich das Gehäuse der Bridge dezent platzieren. Schön zu sehen: der USB-C-Anschluss. Der erlaubt die Stromversorgung auch über einen Hub. Somit entfallen etwaige zusätzliche Netzteile. Während die Hue Bridge auf eine kabelgebundene Netzwerkverbindung setzt, lässt sich die Innr Bridge lediglich kabellos, mit dem Wi-Fi, verbinden.

Schön zu sehen ist die Verzahnung in der App zwischen Wi-Fi- und ZigBee-Leuchtmitteln. Sind diese eingebunden, dann lassen sich Automationen oder auch Räume mit beiden bestücken. Das ist geschickt, falls man an Orten mit schwieriger ZigBee-Verbindung auf ein Wi-Fi-Leuchtmittel setzen möchte oder aber mit Wi-Fi-Leuchtmitteln startet und sich erst mit der Zeit mit weiteren Leuchtmitteln eindeckt. Setzt ihr auf ausreichend viele (stromgebundene) ZigBee-Geräte in kurzen Abständen, so sollte dies nicht zum Problem werden, denn es handelt sich bei ZigBee um ein Mesh-Netzwerk und jede zusätzliche Komponente fungiert wieder als Repeater.

Die kleine Innr-Bridge stößt mit maximal 30 Geräten schneller an ihre Kapazitätsgrenzen als die Hue Bridge. Dennoch liefert man etwas mit, was sich Hue-Nutzer sehnlichst wünschen: die Verwendung mehrere Bridges. Bis zu 10 seien möglich, so Innr. Klar, auch in der Hue-App lassen sich mehrere Bridges einbinden. Dort verhält es sich bislang aber so, dass es hier an Verzahnung mangelt und man in der App auf die jeweilige Bridge zur Steuerung wechseln muss. Philips verfolgt mit dem zusätzlich verbauten Bluetooth-Modul eine ähnliche Strategie. Da heißt es aber: Entweder oder, auch wenn man die Bluetooth-Verbindung inzwischen auch in der Haupt-App einbinden kann.

Nicht so schön: Die App setzt die Verwendung eines Innr-Accounts voraus. Den werden die meisten vermutlich aufgrund der Verzahnung für die Sprachassistenten anlegen, trotzdem müsste das vielleicht nicht für jeden sein. Die Einrichtung selbst ist einfach. Mit der App den QR-Code an der Bridge scannen, Wi-Fi-Passwort eintippen und los gehts. Die Einbindung von Leuchtmitteln in die App funktionierte ebenfalls (fast) problemlos. Auch hier wird der QR-Code gescannt. Bei der Suche nach einem ZigBee-Leuchtmittel fror die App kurzzeitig ein – die scheint also noch nicht komplett zu flutschen.

Bei der Einrichtung der Wi-Fi-Leuchtmittel konnte ich auf das Wi-Fi-Passwort der Bridge-Einrichtung zurückgreifen. Hier musste in meinem Fall der Einbindungsprozess aber manuell angestoßen werden. Funktioniert das künftig so, dass der QR-Code-Scan genügte, wäre das eine prima Sache. Neuerung mit der Bridge: Auch Leuchtmittel anderer Hersteller funktionieren. Ich hab das Ganze mal mit einem Hue-Leuchtmittel versucht. Funktioniert tadellos und über den abgedruckten QR-Code wird auch dort der ZigBee-Koppelungsmodus initiiert. Das war vormals eine Besonderheit der Hue Bridge. Nachteil an der Geschichte bei Innr: Es funktioniert lediglich eigenes Zubehör, wie Fernbedienungen. Das ist bei Hue identisch, dort steht aber eine breite Palette an Zubehör zur Verfügung – hier nicht.

Die Verzahnung mit Alexa funktioniert über einen Knopfdruck in der App, wenn ihr denn auf dem Smartphone auch die Alexa-App eingerichtet habt. Beim Google Assistant geht es den Weg über die Google-Home-App und Login mit Account. In beiden Fällen bietet man wohl nicht die Möglichkeiten der lokalen Steuerung, auf die andere Hersteller wie Yeelight teils zurückgreifen. Hab ich was zu meckern? Ja, auch die neue Bridge unterstützt kein HomeKit. Siri gibt es nur als „halbgare Lösung“ über die Siri Shortcuts.

Zur App selbst: Man hat die Möglichkeit, diverse Szenen und Routinen anzulegen. Das macht sowohl optisch als auch funktional einen guten Eindruck. Funktionsumfang und Einstellungsmöglichkeiten sind aber etwas spärlich gehalten. So lassen sich Routinen nach bestimmten Zeiten, Sonnenaufgang und -untergang einstellen. Zudem gibt es die zusätzliche Möglichkeit, Lichter allmählich ein- bzw. auszublenden – für die Morgen- und Abendstunden.

Simpel ist auch ein Urlaubsmodus, der lässt sich für das randomisierte Schalten der Leuchtmittel einfach an- bzw. ausknipsen. Szenen gibt es einige voreingestellte, gruppiert werden kann lediglich nach Räumen. Das ist für die Basics sicherlich ausreichend, wer da aber „etwas mehr“ möchte, der wird sicherlich enttäuscht sein. So sucht man Funktionen wie „Geofencing“ etc. vergeblich.

An den Innr-Leuchtmitteln gibt es kaum etwas zu meckern. Die Wi-Fi-Leuchtmittel (E27 im Einsatz) sind vergleichbar mit jenen von Yeelight: Satte Farben im RGBW-Spektrum (1800K-6500K) und eine ordentliche Helligkeit (806 Lumen stehen als maximale Helligkeit im Specs-Sheet). Die Latenzzeiten waren annehmbar. Etwas komisch: Beim Einschalten wurde teils nochmal minimal die Farbe justiert und die Lampe blendete auf. Kurzzeitig musste ich das Leuchtmittel jedoch vom Strom nehmen, danach flutschte wieder alles.

Besonderheit hier eben das gleichzeitige Schalten von ZigBee- und Wi-Fi-Leuchtmitteln, das funktionierte erstklassig. Auch die getesteten Filament-Birnen (RF 261) konnten mich mit einem Retro-Look zufriedenstellen. Die maximale Helligkeit von 350 Lumen bei fixierten 2200K empfand ich sogar als zu blendend, denn um so eine Filament-Lampe packt man ja nicht unbedingt einen Lampenschirm. Herunter gedimmt kam auch der Look der „Glühfäden“ besser zur Geltung. Im Vergleich zu anderen, günstigen Leuchtmitteln, lassen sich die Innr-Leuchtmittel erfahrungsgemäß recht weit herunterdimmen.

Eine Art Fazit? Mit der neuen Bridge dürfte Innr vermutlich nicht mehr nur als Hersteller der Leuchtmittel anerkannt werden, sondern auch in Sachen Ökosystem für Leuchtmittel erst genommen werden. Ich für meinen Teil werde aber aufgrund der begrenzten Möglichkeiten auch weiterhin auf eine alternative Bridge setzen. Wer dem „Basteln“ nicht abgeneigt ist, der bekommt wie oben genannt mit ZigBee-Sticks (z.B. Conbee & Co) eine durchaus flexiblere Lösung für die Verzahnung unterschiedlichster Hersteller. Dort funktionieren dann auch Zubehör und Sensoren. Aber: In Sachen Leuchtmittel – und auch Steckdosen – kommen auch weiterhin Innr-Produkte zum Einsatz.

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Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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Ein Kommentar

  1. „Die App setzt die Verwendung eines Innr-Accounts voraus.“ und ist damit raus…

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