Indiegogo startet Indiegogo Life – die Plattform speziell für soziales und persönliches Fundraising

Wie Crowdfunding funktioniert, muss ich vielen Lesern dieses Blogs sicherlich nicht mehr erklären. Heller Kopf A stellt der Masse ein interessantes Produkt vor und sagt: 100.000 Euro und wir gehen in Produktion. Die Masse kann nun vorbestellen und unterstützen – entweder man investiert gleich in das Produkt oder man unterstützt gegen geringen Gegenwert – vielleicht für ein T-Shirt.

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Die Risiken für Unternehmer werden oftmals geringer, Nutzer bekommen unter Umständen innovative Produkte, die sie mit Geld nur unterstützen müssen, wenn das komplette Funding erfolgreich war. In der Vergangenheit war es so, dass bei der Plattform Indiegogo Gebühren erhoben wurden, damit diese die komplette Infrastruktur stellen. Passend zur Vorweihnachtszeit wird es aber etwas menschlicher, denn diese Plattformen eignen sich nicht nur für die große Unternehmung, sondern auch zum Sammeln von Spenden, um vielleicht einem lieben Menschen einen Herzenswunsch zu erfüllen.

Indiegogo hat heute Indiegogo Life gestartet, einen Service, der sich an all jene wendet, die Geld für Notfälle, medizinische Ausgaben, Feierlichkeiten oder andere Lebensereignisse sammeln wollen. Auf alle Projekte dieser Art werden keine Gebühren erhoben, sodass die Initiatoren mehr vom gesammelten Geld behalten können.

Folgende Kategorien sind unter Indiegogo Life verfügbar: Medizinische Bedürfnisse, Notfälle, Feste und Feierlichkeiten, Gedenken, Wild- und Haustiere, Glaube, Sport, ehrenamtliche Tätigkeiten, Bildung. Wer sich das Ganze mal an die Seite packen will, dem sind noch ein paar Links mit auf den Weg gegeben, die konkrete diese Art des Crowdfundings zeigen:

Unterstützung der Familie des im Oktober bei einem terroristischen Anschlag getöteten kanadischen Soldaten

Hilfe für den Musiker John Jennings im Kampf gegen Krebs

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

8 Kommentare

  1. Mit Verlaub – das finde ich doch etwas seltsam. Wahrscheinlich habe ich da einen sehr europäischen Blick drauf, aber für medizinische Zwecke sollte es eine vernünftige Krankenversicherung geben und für Studienwünsche sowas wie BAföG… Da bin ich doch froh, dass man das Hierzulande nicht in dem Maße braucht wie Andernorts.
    Hoffen wir, dass den Betroffenen geholfen wird – letztlich egal auf welchem Wege.

  2. Ich habe das Gefühl, dass dies viele Betrüger ausnutzen werden…

  3. Friedrich Nietzsche says:

    Geschmacklos. Kranke werden in den Wettbewerb um Spendengelder geschickt. Und wer es nicht schafft, der ist es wohl nicht wert, geholfen zu werden.

  4. Der eine will eine Gitarre zum Geburtstag, der andere eine PS4 zu Weihnachten. Andere haben geheiratet, können aber weder die Hochzeitsfeier noch Flitterwochen bezahlen. Die Betreiber sollten echt mal überlegen ob sie solche sinnlosen Anzeigen von Schnorrern weiterhin zulassen wollen.

  5. https://life.indiegogo.com/fundraisers/borreliose-behandlung/x/9421849 klingt zumindest interessant und das wünsche ich niemanden! Oder seht ihr das anderes? Hätte nicht gedacht das die Schulmedizin so rückständig ist 🙁

  6. Sich an den leiden anderer zu bereichern ist nicht mehr nur Grenzwertig, sondern inakzeptabel.

  7. Nicht falsch verstehen, ich möchte nicht die Schicksalsschläge der Betroffenen dort herunterspielen, aber die Plattform ist doch nichts anderes als betteln 2.0.

    Mag sein, dass das Ganze in den USA – wo es keinerlei Sozialgesetze gibt und man in Notlagen quasi auf die Gnade anderer angewiesen ist – Sinn macht. In Deutschland kann ich allerdings nichts soziales an so einer Plattform erkennen.

    Im Gegenteil: zu sozial ist auch asozial. Ich kann mir schon ausmalen wie demnächst rumänische Diebesbanden solche Plattformen mit Facebook-Kettenbriefen kombinieren und einen Gutmensch(TM) nach dem anderen abzocken. Vllt. sollte ich einen eigenen Fond dazu gründen – fällt jemanden eine schöne Umschreibung für „ich habe kein Lust mehr zu arbeiten gebt mir eure Kohle her“ ein?

    @Niranda
    Das ist doch gang und gäbe in den USA. Da schließen Unternehmen Lebensversicherungen für ihre Arbeitnehmer ab und tragen sich selbst als begünstigte ein. Ja, nicht für alle. Freilich nur die mit dem größten statistischen Sterberisiko.

  8. @ABC

    Wo klingt das denn interessant? Ich bin jetzt kein Borreliose Experte, soweit ich weiß gibt es aber – sobald einmal ausgebrochen – keine seriöse Heilungsmethode.

    Da der Autor auch keinen Anstand macht zu erklären wie die Behandlung genau aussehen würde, sehe ich das ganze eher als verzweifelten Versuch eines Kranken um esoterische Therapien zu erproben, welche mit Recht nicht von den Versicherungen übernommen werden.

    Oder es handelt sich schlicht um Abzocke.