Holografische Telefonate: Europäische Mobilfunkanbieter tun sich zusammen

Mehrere Mobilfunkanbieter in Europa vereinen ihre Kräfte, um die Hologramm-Telefonie, wie wir sie aktuell hauptsächlich aus Science-Fiction-Filmen kennen, salonfähig zu machen. Mit dabei sind die Deutsche Telekom, Orange, Telefónica und Vodafone. Man hat sich da laut Pressemitteilung zusammengetan, da die Holografie-Telefonie nur Sinn ergebe, wenn jeder Kunde sie netzübergreifend nutzen könne.

Obwohl Hologramm-Kommunikation heute schon technisch möglich ist, seien Aufwand und Kosten für die Produktion so hoch, dass sie entsprechend selten zum Einsatz komme, so Vodafone. Das möchte man in Zusammenarbeit mit dem Software-Unternehmen Matsuko ändern. Ziel sei es, die Hologramm-Kommunikation massenmarkttauglich machen. Hologramm-Telefonie soll ganz ohne Bühne und teure Technik funktionieren, sondern mit jedem gängigen Smartphone und einer VR-Brille.

Die Selfie-Kamera auf dem Smartphone filmt dafür das Gesicht. Dem Angerufenen erscheint der Gesprächspartner als digitales Hologramm in seiner VR-Brille. Für den 3D-Effekt sorgen eine KI-Technologie, welche z. B. Ohren und Hinterkopf des Anrufenden ergänzt, sowie eine 3D-Rendering-Engine. Die dafür notwendige Rechenleistung wird via Edge Computing in die Cloud verlagert und ermöglicht zusammen mit 5G die Erstellung und Übertragung dieser 3D-Bilder in Echtzeit.

Mal sehen, wie schnell man da Fortschritte in der Entwicklung machen wird. Klingt nach einer spannenden Sache, ob das in der Praxis aber so viele Menschen erreicht, wenn immer noch eine VR-Brille benötigt wird, bezweifele ich jedoch ein wenig.

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23 Kommentare

  1. Captain Sisko dislike…

  2. Wie soll das aussehen, wenn jeder der als Hologramm erscheinen soll so ein Ding vorm Kopf hat? Die ganze Körperhaltung ist dann auf das Smartphone ausgerichtet, die sehen ja nicht die physisch anwesenden Personen an „ihrer Stelle“. Sie können sich nicht zu Gesprächspartnern drehen oder irgendwie natürlich interagieren.

    Oder mir fehlt einfach die Phantasie. Aber Hauptsache 5G ist dabei.

    • Ohne 5G geht ja schlecht. Nur das bietet die notwendige, niedrige Latenz bei gleichzeitig hoher Datenrate.

      • Mag sein, aber mir geht es eher darum dass ich das Konzept dahinter nicht verstehe – oder es kacke ist. So wie ich das verstehe, sieht man dann per VR-Brille (Showstopper für viele) in die leere blickende Gesprächspartner. Da hilft auch 5G nicht.

        • Die Augen sollen ja vom Smartphone erfasst werden.

          • Ich dachte die Leute haben VR-Brillen auf?

          • Wie willst Du die Augen erfassen wenn jeder eine VR-Brille auf hat?
            Ich verstehe das Konzept in dem Fall auch nicht…

            • Das habe ich falsch verstanden. Im Artikel heißt es „Die Selfie-Kamera auf dem Smartphone filmt dafür das Gesicht.“. Ich habe überlesen, dass das Gesicht gefilmt wird und dachte, dass das Smartphone in der VR-Brille steckt und die Augen filmt. Aber selbst das wäre schwierig.

              Fragt sich nur, warum die die Frontkamera benutzen. Das Display sehe ich doch sowieso nicht, da kann ich gleich die höherwertigen hinteren Kameras benutzen …

            • Wegen unterschiedlichster hürden, die nicht-nerds nicht überspringen möchten, können die Initiatoren dieser Idee sie noch heute ausdrucken und zum friedhof der absurden marktfernen „Lösungen“ heften, neben den sprichwötlichen online kühlschrank der selber nachbestellt.

              Online meetings haben vielleicht noch ein paar Kinderkrankheiten, aber diese “Lösung“ löst keine davon sondern schafft zusätzliche.

    • Natürlich können die sich drehen. Das Smartphone hat doch entsprechende Bewegungssensoren um das zu erfassen.
      Aber die Gesten fehlen. Dazu müsste man dann Handschuhe tragen, die das erfassen können. Das macht das dann aber noch unattraktiver.

    • Sparbrötchen says:

      So könnte er gemacht werden, ohne zu wissen ob es wirklich so ist 😉

      Wenn jeder sich vor dem Aussetzen der Brille kurz filmt, kann daraus sein aktueller Avatar modelliert werden. Der wird einmalig als „Basismodell“ an alle übertragen.
      Die Bewegungen, die man dann mit der Brille macht, können dann auf den Avatar (ohne Brille) übertragen werden, dabei erhalten alle Teilnehmer nur noch die Veränderung/Bewegung übertragen und nicht der komplette Avatar.

      Beispiel NVIDIA Virtual Avatars
      https://www.youtube.com/watch?v=lj8qofm4n4o

  3. Mit zusätzlicher Brille = Totgeburt
    Siehe 3D Fernseher, kein Mensch will sich freiwillig so eine Brille aufsetze wenn er Telefonieren will/ ein Meeting hat.

    Außerdem filmt dann ja die Frontkamera am Smartphone die VR-Brille logischerweise mit also seh ich dann meine Gesprächspartner alle mit Brille vor mir sitzen… Dann muss die KI meiner Meinung nach auch keine Ohren mehr ergänzen die sind eh unter der Brille versteckt 😀

    • also ich gucke zuhause noch immer gerne 3D Filme mit Brille 🙂 man merkt diese nach wenigen Minuten nicht mehr und kann tief in den Film eintauchen. Ist natürlich nichts wenn man nebenbei noch am Handy spielen will oder so.

      • Ja ich fand das auch immer toll als ich meinen noch hatte. Aber im Wohnzimmer will ich mich neben dem Film gucken mit anderen Sachen beschäftigen, mich mit meinem Partner unterhalten, am Smartphone rumspielen, mir einen Kaffee holen oder einfach nur was trinken. Bei all dem ist eine extra Brille die ich über meine normale Brille aufsetzten muss einfach keine gute, technische, Lösung.
        Bei solchen Dingen entscheidet ganz klar der Massenmarkt ob es ein Erfolg wird oder nicht, und hier sehe ich nicht, das die Mehrheit der Konsumenten sich zusätzlich was auf die Nase setzen muss was man auch noch aufladen muss oder mit einem Kabel irgendwo angestöpselt ist.

  4. Da bleibe ich doch lieber bei FaceTime. Mobilfunkanbieter sind für mich nur noch reine Internetanbieter und gut ist. Alles andere will und werde ich nicht von denen nutzen. Wie sollen die das auch nativ in die Geräte implementieren? Eine extra App wird sich bestimmt keiner dafür laden.

    • Selbst reguläre Telefonate kommen im Vergleich zu normaler Internettelefonie über bestehende Messenger etc. nicht mehr mit.

      Durchwachsene Qualität, je nach Aufenthaltsland des anderen unvorhersehbare Kosten und gleichzeitig noch überhaupt nicht verschlüsselt und jeder Call wird an unterschiedlichsten Stellen wohldokumentiert. .. außerdem keine Möglichkeit, auf Video hochzuschalten, wenn es persönlicher werden sollte.

      Der letzte Vorteil ist halt die quasiuniverselle Verfügbarkeit im Inland für Restaurants, Büros, etc.

  5. Die Gesprächspartner erscheinen in der VR Brille. Die Gesprächspartner auf dem Foto haben aber alle keine VR Brille an. Und wie blöde sähe es denn auch aus, wenn sie da alle mit VR-Brille auf der Nase sitzen würden.

  6. Für Gespräche sollen die Leute dann irgendwelche dämlichen Brillen und Handys entsprechend positionieren. Ätzend… Nein Danke, Spielerei, braucht niemand. Vielleicht in 20 Jahren mit entsprechenden Weiterentwicklungen sinnvoll. Webcam + Teams, Skype oder whatever. Fertig

  7. Da ja früher oder später alle Erfindungen und Entwicklungen auf ihre Eignung zum Konsum oder Anbieten von Pornographie getestet werden, bin ich jetzt schon gespannt auf die kommenden Meldungen einer ganz neuen Ebene von Sittenstrolch-Anrufen, xhamster-Erweiterungen u.ä., HarrHarr.

  8. Erinnere mich an den „Fehlstart“ von Kunstkopf-Stereophonie: in den 70er Jahren waren Kopfhörer noch schwer, umständlich und die wenigsten mochten sie lange tragen. Darum scheiterte diese an sich gute methode räumlichen Klang zu reproduzieren. Gleiches gilt für die 3-D-Brillen. Erst wenn sowas im Freifeld funktioniert wird Raumklang – Athmos und Co. – und später auch das optische Pendant ein Ding das „massentauglich“ ist. Warum lernt man nicht aus den Flops der Technik-Geschichte? Vielleicht sollte man mehr „Oldies“ wie mich – grins – in die Entwicklungsabteilungen als eine Art „das-hatten -wir schon -mal und ging – damals-auch -nicht-Korrektiv“ mit einbringen …

  9. Gunar Gürgens says:

    Finde ich total sinnlos. Aber gut ich telefoniere kaum, nutze so gut wie keine Videotelefonier und mache 90% meiner Kommunikation schriftlich. Zu Homeofficezeiten war Teamspeak an, stumm geschaltet, wer was wollte hat sich kurz via Mattermost gemeldet.
    Ich sehe irgendwie keinen wirklichen Sinn dahinter mein Gegenüber über digitale Wege zu sehen.

    • Hallo Gunnar, mit Ausnahme der Tatsache daß ich ein viel-Telefonierer, der also gern mit anderen Leuten per gesprochenem Wort kommuniziert , bin sehe ich darin, den Andern auf einem kleineren oder auch größerem Bildschirm zu sehen keinen Mehrwert. Es sei denn es müssen Dokumente oder Zeichnungen geteilt werden, aber auch dann brauche ich das Gesicht des Andern nicht sondern nur seine Erklärungen, ggf. einen „zeigestock“ in Form eines vom Gegenüber gesteuerten Highlights auf dem Bildschirm. Das „professionelle Grinsen“ des Gegenüber interessiert mich nicht die Bohne, was er mitteilen will kann er sprechen oder schreiben. Ausnahme: Hörgeschädigte die auf Gebärdendolmetscher angewiesen sind. Schon zu Zeiten von ISDN verkauften sich die ersten Versuche von Bildtelefonie nicht. Man kann alles sprechen oder schreiben was für einen Gedankenaustausch notwendig ist. Sieht im SF-Film immer toll aus das Gegenüber auch zu sehen – spielt – zumindest im Geschäftsleben – aber keine Rolle. Für private Kontakte mag das anders sein, da ist es vielleicht schön wenn die Enkel mit der Oma die weit weg wohnt per Bildtelefonat in Kontakt treten – aber da stopfe ich dann die Kids liber ins Auto und fahre sie zur Oma das bringt allen mehr : Dann kann Oma die Kids in den Arm nehmen und sie mit Keksen verwöhnen, das geht auch per Bildtelefonie nicht!!! Das Leben ist eben kein Raumschiff Enterprise und was da toll modern aussieht muß nicht immer und überall funktionieren.

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