Google Nest Hub der 2. Generation: Mit Thread-Anbindung sowie Soli-Radarchip zur Gestensteuerung und Schlafanalyse

Vor knapp 2 Jahren brachte Google sein Smart Display, den Nest Hub, nach Deutschland. Während es der Nest Hub Max bislang nicht nach Deutschland schaffte, legt Google nun mit einer 2. Generation des Nest Hub nach. Während sich die äußeren Werte kaum bis gar nicht verändern, dreht sich alles um die inneren Werte: Mittels verbautem Radarchip kann der Nest Hub der 2. Generation Schlafanalysen durchführen, zudem ist das Netzwerkprotokoll Thread vorbereitet.

Auf der Front wartet wieder der 7 Zoll große Touchscreen auf, welcher mit 1024 x 600 Pixeln auflöst. Im Inneren werkelt ein Quad-Core-ARM-Prozessor, welcher mit 64 Bit, 1,9 GHz Taktfrequenz sowie einer Machine-Learning-Hardware-Enginge daherkommt. Google setzt im Nest Hub der zweiten Generation wieder auf 43,5-mm-Treiber bei den Breitbandlautsprechern, verspricht aber „50 Prozent mehr Bass als im ersten Nest Hub“ (im Bereich von 40–200 Hz bei maximaler Lautstärke). Drei Fernfeldmikrofone nehmen entsprechende Sprachbefehle für den Google Assistant entgegen.

Auch sonst gewohnte Spezifikationen: WiFi (802.11b/g/n/ac ) mit 2,4 sowie 5 GHz und Bluetooth 5.0 stecken im Gerät. Unterstützt werden wie gewohnt Musikdienste wie Spotify, YouTube Music sowie Apple Music. Als Videodienste stehen unter anderem Netflix und Disney+ stramm, ansonsten können Bild- und Ton-Inhalte über den integrierten Chromecast abgespielt werden. Neben der Sprachsteuerung gibt es dank Googles Soli-Radarsensor auch eine Gestensteuerung, wie wir sie vom Pixel 4 kannten: Wischen in der Luft springt zum nächsten Titel, wird die Hand gehoben wird die Musik bzw. das laufende Video pausiert.

Neu mit dabei ist die Unterstützung vom Konnektivitätsstandard Thread, wie wir sie beispielsweise vom HomePod Mini kennen. Mit den Eve-Produkten sowie Nanoleaf rollt da so langsam auch die Verfügbarkeit an smarten Gerätschaften an. Im neuen Nest Hub ist das Thread-Protokoll (802.15.4 bei 2.4 GHz) aber ohnehin noch nicht verfügbar, sondern lediglich vorbereitet.

Der verbaute Soli-Radarchip wird zudem zum (optionalen) Schlaftracking eingesetzt. Dazu analysiert man Bewegungen sowie Atmung der Person neben dem Gerät. Zudem fließen auch Daten des Umgebungslicht- sowie Temperatursensors mit ein. So sollen etwa Beeinträchtigungen wie Licht- und Temperaturänderungen (jene haben Einfluss auf den Schlaf) sowie Husten und Schnarchen mittels Mikrofonen erfasst werden. Am Morgen gibt es eine Zusammenfassung der Schlafdaten, die sich mittels „Hey Google, wie habe ich letzte Nacht geschlafen?“ jederzeit abrufen lässt. Abrufbar sind die Daten auch über die für Android und iOS verfügbare Google-Fit-App. Abseits der Analysen möchte man den Nutzern mit maßgeschneiderten „Schlafzeitplänen und personalisierten Verbesserungsvorschlägen“ zu mehr oder besserem Schlaf verhelfen.

Durch die Verwendung des Soli-Chips sei die Privatsphäre respektiert, der Hub muss aber auch entsprechend nahe am Bett stehen und ausgerichtet sein. Eine Kamera kommt nicht zum Einsatz, ist ja auch nur im Nest Hub Max verbaut. Entsprechend können auch keine Körper oder Gesichter ausgemacht werden. Wie eben erwähnt ist der Schlafsensor optional. Visuell informiert man allerdings, falls der Schlafsensor eingeschaltet ist. Mithilfe des physischen Mikrofon-Schalters ist auch der Schlafsensor deaktivierbar. Die Audiodaten fürs Schnarchen und Husten verarbeitet man nach eigenen Angaben nur lokal auf dem Gerät. Schlafdaten lassen sich zudem jederzeit einsehen oder löschen. Die Verwendung der Daten für personalisierte Werbung findet nicht statt.

Wichtig zu wissen: Der Schlafsensor ist nach derzeitigem Stand nur bis nächstes Jahr in seiner Vorabversion (kostenlos) verfügbar. Für die Zeit danach erwägt man die Nutzung eines kostenpflichtigen Abos (Google One vielleicht?). Zudem arbeitet man an einer Zusammenarbeit mit Fitbit-Produkten sowie Fitbit Premium.

Sonstige Details? Das Gehäuse des neuen Nest Hub besteht zu 54 Prozent aus recyceltem Kunststoff. Die Stromversorgung ist durch ein 15-W-Netzteil, welches dem Lieferumfang beiliegt, gewährleistet.

Kostenpunkt für den Nest Hub der zweiten Generation? 99,99 Euro. Vorbestellbar ist das Smart Display in den Farben Kreide und Carbon im Google Store sowie bei Tink.

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Felix Frank

Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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Ein Kommentar

  1. Ich hab die 1. Generation hier im Wohnzimmer stehen und wüsste für uns als Familie jetzt nicht wirklich einen Mehrwert. Gut, er hört manchmal schlecht, aber ansonsten absolut ausreichend. Wie ich geschlafen habe weiß ich selbst, da brauch ich keinen Radar der mich permaüberwacht.
    Wenn ich die Konkurrenz anschaue, da kommen so oft im Jahr neue Modelle raus die auch hübs sind, bei Google hingegen tut sich quasi garnix. Hmmmm

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