Garmin Varia Vision: Das Display für die Fahrradbrille

artikel_garmin_variavisionEin etwas anderes Wearable hat Garmin im Rahmen der CES 2016 vorgestellt. Fitnesstracker und diverse GPS-Systeme für Sportler kennt man von Garmin bereits, jetzt gibt es ein weiteres Gadget für Fahrradfahrer. Varia Vision nennt sich das In-Sight-Display, das sich an Fahrradbrillen befestigen lässt. Die Bedienung erfolgt ähnlich wie bei Google Glass über eine Touch-Oberfläche an der Seite, das Display kann zudem beidseitig angebracht werden, die Anzeige wird dank Lagesensor entsprechend korrekt ausgerichtet. Das Display alleine ist allerdings nicht für allzu viel zu gebrauchen, erst durch die Verbindung mit Fahrradcomputern der Edge-Reihe von Garmin und der Verbindung via Connect-Smarpthone-App wird daraus ein durchaus nützliches Gadget.

Im Zusammenspiel mit einem Edge Fahrradcomputer kann das Display Navigationsanweisungen anzeigen und liefert Daten zur Leistung. Mit der Smartphone-App verbunden, lassen sich auch Benachrichtigungen anzeigen. Gekoppelt mit dem Varia Fahrrad-Radar werden auch sich von hinten nähernde Fahrzeuge signalisiert. Damit man nicht ständig auf das Display starren muss und so vielleicht trotzdem seine Umwelt nicht mehr wahrnimmt, vibriert das Gestell, wenn die Aufmerksamkeit des Trägers gefordert ist.

VariaVision

Das in meinen Augen wirklich interessante Varia Vision In-Sight-Display kommt mit einem stolzen Preis, 399,90 Euro wird Garmin verlangen, im ersten Quartal soll es noch erhältlich sein. Wer viel mit dem Fahrrad unterwegs ist und sich auch sonst hochwertigere Messgadgets anschafft, für den wird dieses Display aber bestimmt einen Mehrwert bringen. Sehr vorteilhaft ist natürlich, dass man das Display an fast jeder Fahrradbrille anbringen kann, so muss man nicht auf das gewohnte Utensil verzichten. Mit 29,7 Gramm ist das Display zudem ein echtes Leichtgewicht. Die Akkulaufzeit gibt Garmin mit 8 Stunden an, also durchaus auch für längere Radtouren geeignet.

Weitere Informationen zu Varia Vision findet Ihr im Garmin Online-Shop. Falls Ihr auf sportlicher Basis viel mit dem Rad unterwegs seid, lasst mal hören, ob das praktisch sein kann. So rein vom Ansatz denke ich nämlich schon, aber ich bin auch irgendwie das letzte Mal vor 2 Jahren auf zwei Rädern unterwegs gewesen.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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14 Kommentare

  1. Ansich eine gute Entwicklung. Die angewendete Technik zeigt, dass mit ein wenig mehr Programmiergeschick auch andere „Notifications“ eingeblendet werden können.

    Jedoch bremsen die 399,99€ schon wieder aus. Zumal man noch einen Fahrad-Computer benötigt. Der billigste (Edge 520) schlägt noch einmal mit knapp 300€ auf die Haushaltskasse.

    Für 700 Euronen lasse ich mich dann lieber mit dem Taxi durch die Gegend kutschen, das Trekking-Bike nimmt der Driver meines Vertrauens dann auch kostenlos mit 😉

  2. Mir würde das zuviel von meinem Blickfeld verdecken und wie GehtDoch meint: viel zu teuer!

  3. das der Edge extra kostet ist leichte Augenwischerei… ist nämlich der verbreiteste GPS Fahrradcomputer. Und den hat die Rennrad-Fraktion in der Regel so oder so 😉

  4. Ich weiß nicht für welche Zielgruppe sowas sein soll – die notwendigen Garmins sind schon was für Hobbyrennradfahrer, allerdings nochmal 400 Euro drauf legen um dann ein eingeschränktes Blickfeld zu haben? Dafür bekommt man dann kaum mehr angezeigt als auf dem Garmin selbst. Höchstens noch Benachrichtigungen vom Handy, wer das haben will wird sich aber wohl eher eine Smartwatch kaufen.
    Fazit – unnützer Spielkram, vielleicht ein schönes Gadget für Technikverliebte, aber eher nichts fürs Rad.

  5. Die Sicht wird das nicht grossartig beeinflussen. Wir haben zwei Augen und sehen in „Stereo“. Halt einfach mal einen Finger unter das rechte Auge (so wie im Video).

    Ich fahre ca 1000 km im Monat. Ich stecke mein Smartphone in die Trikottasche und lasse aufzeichnen. Neue Routen werden aber oft zum Problem weil man ständig das Smartphone rausholt um zu checken. Fahrradcomputer hab ich schon lange nicht mehr. Ich konnte mich einfach nie entscheiden. Entweder sind sie zu rudimentär oder für Routing kaum zu gebrauchen. Mit dem Edge 800 oder 1000 hat sich aber einiges getan. Ich hatte testweise den Edge 1000. Der ist perfekt weil man immer die Route sieht und einiges an Informationen wenn man will (Geschwindigkeit, Kadenz, Splits, etc).
    Mich interessieren die Daten jetzt nicht so sehr. Aber wenn mann’s braucht ist das sinnvoll. Gerade in der Stadt oder bei viel Verkehr. Ein Blick auf den Lenker bedeutet eben auch immer einen kurzen Blindflug.
    Interessant ist auch das Zusammenspiel mit dem Varia Radar von Garmin. Der zeigt dann herannahende Autos. Als Rennradfahrer schaut man sich ständig um ob’s ok ist vor Kanaldeckeln, Unebenheiten auf schlechten Strassen etc auszuweichen.

  6. Die Kadenz ist in der Stadt doch das letzte was dich Interessiert – aber gut da mag es unterschiedliche Auffassungen geben. Allerding sehe ich den Mehrwert überhaupt nicht, dann der Blick auf das HUD ist genauso ein Blick weg von der Straße wie der Blick auf den Computer.
    Was das Routing angeht mag das Sinn ergeben – aber dafür braucht man dann auch kein Gerät, dass nur mit einem Garmin gekoppelt funktioniert. Das Routing macht das Handy allein auch schon – dafür ein HUD würde völlig reichen und wäre dazu auch noch vielseitiger. (Ich komme mit Komoot und Knopf im Ohr einigermaßen hin).
    Und der Preis ist schon ein Punkt – Garmin hab ich zwar aber nur den Edge 500. Der ist aber nicht kompatibel. Insgesamt würde mich das Ding also 708 Euro kosten. Wenn man dazu noch das Fahrrad Radar nimmt ist man bei 907 Euro – das ist mal ne Ansage für eine Spielerei.

  7. Das Ding ist erstmal nett. Aber es verdeckt zuviel von Sichtfeld. Optimal wäre hier etwas wie Google Glas, wo die Infos mehr oder weniger im Raum platziert werden. Lenkt weniger ab. Zumal das Auge auch jedes mal fokussieren muss, wenn auf das Display geschaut wird. Das ist wie auf den Lenker schauen. Blindflug. Es gibt einen Markt dafür. Wenn das ganze um die 400 kostet, mit dem Smartphone, dem Fitnesstracker, und dem Fahrrad spricht und die Sicht gar nicht beeinträchtigt.

  8. @stefan
    Kadenz war nur ein Beispiel. Und warum sollte mich Kadenz nur ausserhalb der Stadt interessieren? Fahr mal im Ruhrgebiet. Da musst du im Extremfall ne Stunde kurbeln um ein bebautes Stadtgebiet zu verlassen. Aber wie du schon sagst gibt es unterschiedliche Auffassungen. Oder besser gesagt individuelle Anforderungen. Für mich ist es nicht so interessant aber ich kann definitiv denn Sinn hinter dem Teil erkennen.

  9. Ich hab’s noch nicht ausprobiert, aber Ray: http://www.dcrainmaker.com/2016/01/garmin-varia-vision-hud.html

    Und der sagt das blockiert das Sichtfeld praktisch nicht, im Gegensatz z.B. zur Recon Jet.

  10. @Kalle
    Ich versteh schon was du meinst – die Kadenz ist nur wirklich kein gutes Beispiel, gerade in der Stadt kannst du die ja eh kaum beeinflussen, schon gar nicht in Situationen in denen der Blick auf das Display des Edge stören würde. Vielleicht bin ich ja da der typische Skeptiker – es dauert nur länger bis mir klar ist warum ich das Teil unbedingt haben will… 😉 (Grundsätzlich seh ich ja den Sinn eines HUD auf dem Fahrrad, aber Preis und verwendbarkeit nur mit dem Edge schrecken mich dann doch deutlich ab)

    @sgruendel
    Den kannte ich noch gar nicht – sind die Tests glaubwürdig? Oder ist das eher Marketing? Klingt ja alles fast zu schön um wahr zu sein.

  11. Namensvetter @stefan: Ray Maker ist *die* Instanz wenn es um Sport-Technik geht. Und er ist absolut glaubwürdig, da er alle Testgeräte die er erhält wieder zu den Firmen zurückschickt und auch alle Kosten bei Produktpräsentationen, zu denen er eingeladen wird, selber trägt. Er finanziert sich nur durch die Werbung auf seiner Seite (darunter keine Firmen die er testet), seit ein paar Wochen macht er das hauptberuflich und man kann für 20$ jährlich „Premiumnutzer“ werden und die Seite ohne Werbung benutzen. Siehe auch http://www.dcrainmaker.com/faq unter“Reviews“.

  12. @sgruendel: Hab da mal rum geguckt – sieht wirklich gut und interessant aus. Danke für den tollen Tipp!

  13. @stefan
    Ja, da stimme ich dir zu. Ich hab mich vielleicht auch falsch ausgedrückt. Mit Stadt meine ich nicht unbedingt die Innenstadt sondern einfach (bebautes) Stadtgebiet wo man auch mal lange genug freie Fahrt hat.
    DC Rainmaker kann ich auch empfehlen. Hab garnicht mitbekommen daß er das Varia Vision schon getestet hat. Danke @sgruendel. Die Sache mit dem Sichtfeld ist interessant und bestätigt meine These.

  14. Ich find das tatsächlich – als begeisterter Rennradfahrer – doch sehr interessant. Gerade auch zum Navigieren oder in Kombination mit dem Näherungswarner könnte ich mir durchaus vorstellen das mal auszuprobieren.

    Es ist einfach so, dass ein Fahrradcomputer ablenkt: Will man Infos haben (Current Speed, gefahrene Kilometer, aktuelle Trittfrequenz – gerade für Trittfrequenztraining!), ist man gezwungen unter Umständen oft aufs Display zu gucken. Dadurch senkt man den Kopf und fährt dann unter Umständen einige Meter blind. Das ist im Zweifelsfall nicht unbedingt gesund – im schlimmsten Fall übersieht man andere unachtsame Verkehrsteilnehmer und kann nicht mehr reagieren.

    In dem Fall denke ich ist die relativ kleine Sichteinschränkung eher zu verkraften: Schließlich schaut man sich – normalerweise – eh öfter seitlich um.

    Prinzipiell finde ich die Idee nicht schlecht. Würde ich gern mal ausprobieren – Vorab, ohne direkt zu kaufen.

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