Fiery Feeds: RSS-Reader für iOS

fiery feedsWenn ich einmal mit einer App meinen Frieden geschlossen habe, dann ist es schwer, mich von einer anderen App zu überzeugen. Dennoch schaue ich natürlich über den Tellerrand, gerade immer in dem Bereich, der sich um Produktivität geht. Zu dieser Produktivität gehört auch das Lesen meiner Feeds, welches unter Android der gReader pro erledigt – und unter OS X greife ich nicht etwa zum Web-Interface von Feedly, sondern auch auf Reeder, den ich auch am iPhone nutze. Es passt halt zwischen uns – und das seit langer Zeit. Letztens war dann aber doch mal wieder einer dieser „Über den Tellerrand-Momente“ und ich habe mir einen anderen Feedreader unter iOS angeschaut.

fiery feeds

Feedly ist kostenlos und reicht sicherlich vielen, ich bin da aber schon ne Ecke härter unterwegs und brauche ein bisschen Schnick Schnack. Gelandet bin ich bei Fiery Feeds, einer iPad- und iPhone-App von Lukas Burgstaller. Fiery Feeds versteht sich nicht nur mit dem Anzapfen von Feedly – den wohl die meisten von uns einsetzen – stattdessen kann man auch Konten von Feedbin, Fever, TT-RSS, Instapaper oder aber auch Pocket einbinden. Für mich wichtig war nicht das generelle Anpassen der Optik – Fiery Feeds hat hier Themes am Start und lässt das Anpassen des Schriftbildes zu – mir waren flotte Aktionen wichtig, um beispielsweise zu Pocket oder in einen anderen Dienst zu teilen.

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Das funktioniert bei Reeder gut und auch Fiery Feeds bringt konfigurierbare Wischgesten mit, um in ein eigenes oder das System-Sharing zu übergeben. Will man einen gekürzten Feed lesen, so gibt es einmal das klassische Sharing in Safari, man kann aber auch in die Safari View switchen, was dann direkt den Lesemodus von Safari aufruft, was ja bei längeren Texten eine nette Sache ist. Was ich interessant fand: Reeder scheint out of the box in einen Readability-Modus wechseln zu können, während Fiery Feds offenbar zwingend ein Konto bei dem Dienst voraussetzt und so nicht In-App die gekürzten Feeds voll anzeigen wollte.

Wer ein Konto da hat – wunderbar, für alle anderen ist es, entsprechende Nutzung vorausgesetzt, ein enormer Komfortverlust gegenüber Reeder. Ansonsten kann ich Fiery Feeds in Sachen Anpassbarkeit wenig vorwerfen, es handelt sich um einen Reader, der da keine Wünsche offenlässt, selbst das Öffnen von Gruppen ist wahlweise als Artikel oder als Feeds möglich und je nach Vorliebe kann die Position der Seiteleiste links oder rechts sein. Ja, Fiery Feeds gefällt – zumindest, wenn man Powernutzer ist. Hier stellt sich immer die Frage, was der normale Nutzer da draußen nutzt.

Ein klassischer Feedreader zum reinen Konsum? Dann reicht vielen Feedly selbst, dann gibt es auch noch Reeder, Mr. Reader und viele mehr. Und wer es sehr skalierbar mag, der darf auch einen Blick auf Fiery Feeds werfen – durch die mögliche Integration von Pocket oder auch Instapaper könnte es die ultimative Lese-App für viele sein – wenn man denn gewillt ist, sich etwas einzuarbeiten und die 4,99 Euro zu bezahlen. Ob mich Fiery Feeds ganz überzeugen konnte? Trotz aller Funktionen – ich komme mit dem Lesen irgendwie gefühlt besser klar, wenn ich mit dem Reeder unterwegs bin.

Fiery Feeds Premium
Fiery Feeds Premium
Entwickler: Lukas Burgstaller
Preis: 10,99 €
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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

16 Kommentare

  1. Reeder ist auf iPad, iPhone und am Mac die App, die ich am meisten benutze. Einfach schön designt, macht genau was sie soll und ist nicht zu überladen.

  2. Timo Sogner says:

    Hi cashy vielen Dank für deine Vorstellungen vom Apps etc. Ich hätte mal ne bitte, wäre es möglich demnächst eine Übersicht guter und vor allem aktueller RRS Reader (am besten multiplattform) zu geben? Bei solch einer enormen Menge an Informationen kommt diese Methode schätz ich mal bei vielen zum Einsatz. Gleichzeitig kommen und verschwinden Dienste dieser Art.
    Beste Grüße aus Dortmund

  3. An dieser Stelle möchte ich nochmal QuiteRSS empfehlen, einer der wenigen vernünftigen RSS-Reader für Windows und komplett durchkonfigurierbar.
    https://quiterss.org/

  4. News Flash – kein Feedly, aber in 5 min. Feeds manuell ändern, Toll.
    Newsify – nett.

  5. @caschy: Bist du sicher, dass TT-RSS geht? In der Beschreibung ist davon nichts zu sehen.

  6. @Thomas: Im App Namen ist es erwähnt. TT-RSS funktioniert aber auch über Fever. Eventuell ist es auch so gemeint.

  7. Thomas Müller says:

    Gibt es eigentlich etwas vergleichbares für das IPhone zu Mr. Reader vom IPad?

    Ich habe mir das Tool gekauft, aber wie kann ich es dazu bringen Artikel automatisch im Readability Modus zu laden? So ist das doch sinnlos.

  8. Thomas Müller says:

    Ich beantworte meine Frage mal selbst: Unread kann das https://itunes.apple.com/de/app/unread-rss-news-reader/id911364254?mt=8

    Zwar nicht ganz so gut wie Mr. Reader aber auf dem IPhone habe ich bis jetzt nichts besseres gesehen.

  9. Für mich steht und fällt ein Reader mit der Funktion, jeden Feedartikel _vollständig_ in einer lesefreundlichen Form darstellen zu können, nur so sind große Informationsmengen rasch zu verarbeiten (wenn ich da nur einen Teaser angezeigt bekomme, dann überlegen muss, ob ich die Webseite aufsuchen will, dann auf der Webseite etwas wie Pocket dazu schalten muss, später in Pocket die Übergabe an ein Archiv in die Wege leiten muss – da würde ich rasch die Lust verlieren). Für mich persönlich seit Jahren die ideale Kombination: ein iPad und Mr. Reader – da lesen sich meine (momentan ca. 80 – 100) Feeds wie ein fortlaufendes E-Book – und ein umfangreiches Share-Menü sorgt dafür, dass ich die wirklich interessanten Artikel verschlagworten und „Langzeit“-archivieren kann.

  10. Thomas Müller says:

    Herb H.

    genauso sehe ich das auch, umso erstaunter bin ich dass es in der Form auf dem iPhone keine einzige App gibt die das leistet. Unread ist ein Kompromiss, aber auch die ist noch weit vom Komfort der Mr. Reader App entfernt.

  11. Danke für den Artikel. Auch ich bin auf dem iPad ausschliesslich mit Mr. Reader unterwegs und vermisse eine iPhone Version sehr.

  12. Du hast geschrieben: „Fiery Feeds bringt konfigurierbare Wischgesten mit, um in ein eigenes oder das System-Sharing zu übergeben“. Ich habe lediglich die Übersicht mit den Wischgesten gefunden, aber konfigurierbar sind die bei mir nicht. Übersehe ich da etwas?

  13. Mich erstaunt bei den Unterschieden der RSS-Reader zwischen iOS und Android, dass es bei Android keinen einzigen gibt, bei dem ich einen Artikel sofort mit meiner eigenen Email-Adresse an mich selber verschicken kann. Das scheint auf iOS irgendwie Standard zu sein. Für mich ist diese Funktion sehr praktisch, weil ich viele Artikel vom Handy an mich selber schicke. Wenn man da eine voreingestellte Empfängeradresse eintragen kann, ist es eine extreme Erleichterung. Man schickt einen Artikel mit einem Klick los.
    An Fiery Feeds stört mich eigentlich nur das seitliche Scrolling, wenn man von Artikel zu Artikel springt. Obwohl das eigentlich der kürzeste Weg ist, finde ich diese Geste irgendwie merkwürdig. Dabei verrutscht mir immer die Seite um einige Pixel und ich werde seekrank dabei. Ja, ein Erste-Welt-Problem der besonderen Art 😉
    Auf dem iPad gibt es für mich nur Mr. Reader. Sollte davon eine neue Version erscheinen, wird sie gekauft, egal zu welchem Preis. Ich verbringe fast 90% meiner iPad-Zeit mit dieser App.
    Und Reeder? Reeder ist der Schönling. Nie haben RSS-Feed schöner ausgesehen. Auf dem iPhone finde ich die App nicht mal so übel, besonders das Aufrufen der Original-Seite über die Swipe-Geste von rechts. Auf dem iPad ist das Ding dagegen mehr ein Blender – schön anzusehen, aber nicht annähernd so praktisch wie Mr. Reader.
    Allein diese kleinen Pfeile am Rand, die man sich bei Mr. Reader an der Seite einblenden kann, fördern das einhändige Faul-auf-dem-Sofa-Lesen ungemein.

  14. @thomas Müller

    Kann ich nur bestätigen. Zum reinen „lesen“ finde ich unread den wohl besten feed reader. Alles Fullscreen und komplett über Gesten bedienbar. Eine der Apps die ich immer wenn ich auf Android unterwegs bin spürbar vermisse.

  15. Lukas Burgstaller says:

    Thomas: TTRSS wird nativ, ohne das Fever Plugin unterstützt.

    nitram1972: Wischgesten sind tatsächlich nicht konfigurierbar, aber man kann eine Aktion auswählen, die bei langen Pressen auf dem Share Button automatisch ausgeführt wird.

    Zum Inline Readability Modus: In der nächsten Version (derzeit in Beta) kommt die Möglichkeit statt dem Artikel Text aus dem Feed die Web oder Readability Version anzuzeigen (ähnlich wie Mr Reader). https://twitter.com/FieryFeeds/status/739458523852066818

  16. speedsonic says:

    Newsify kann ich jedem empfehlen! Hat mich von Reeder weggeholt.
    Warum? Weil die Ausnutzung des Platzes auf dem iPhone und Schriftgröße perfekt ist. Im Gegensatz verschwendet Reeder relativ viel Platz und die Zeilen werden zu früh umgebrochen.