feedly Pro knackt 60.000-Nutzer-Marke und gibt neue Projekte bekannt

Bildschirmfoto 2015-10-16 um 16.31.48Habe ich früher noch zig Apps einzelner Nachrichtendienste- oder Publikationen genutzt, so hat sich das dank der Möglichkeit der Nutzung von RSS-Feeds über die Jahre stark geändert: Entweder durchforste ich meine Timeline in Twitter nach aktuellen Neuigkeiten oder aber – mittlerweile noch verstärkter – über eine App, die mir die jeweiligen Feeds nach Publikation und Themengebiet aufgeteilt quasi im Reintext-Format serviert und im Idealfall noch plattformübergreifend agiert. Hier setzt feedly an, kann ich doch durch diesen Dienst meine Feeds dort parken und auf dem Mac, Windows oder mobilen Endgeräten synchronisiert lesen, sofern die dort genutzten Apps jeweils feedly unterstützen – und das ist nur ein Einsatzzweck. Nun hat feedlys Bezahlvariante „Pro“ die 60.000-User-Marke geknackt: Grund genug für die Gründer, einmal ein Statement über den status quo und die künftigen Projekte abzugeben.

Feedly

Weltweit haut einen die Zahl von 60.000 zahlenden Usern wohl nicht wirklich vom Hocker, fest steht aber: feedly mit den grundsätzlichen Funktionen an sich ist nach wie vor kostenlos und wer mehr Features wie besseren Support, Datensicherungsfunktionen, Export in Evernote oder OneNote oder auch eine bessere Suche benötigt, zahlt dafür. Aktuell fallen für die Pro-Variante 5,41 US$ im Monat an, für bessere Zusammenarbeit gibt es noch die Team-Variante, die mit 12,08 US$ je User pro Monat zu Buche schlägt. Wie dem auch sei: Edwin (Khodabakchian, Gründer), Noelle und Remi vom feedly-Team haben im Rahmen der genannten Hausnummer zahlender User einmal zu Wort gemeldet und mal so verlauten lassen, was man mit feedly in der Zukunft vorhat, respektive wo man aktiv Hand anlegen möchte:

Mehr Server: Aktuell gibt es täglich 42 Millionen mit feedly verbundene Feeds, die Tag für Tag 50 Millionen neuer Beiträge liefern. Das verlangt nach mehr Serverpower und die Erweiterung der feedly-Cloud-Infrastruktur

Eigene Anmeldung über feedly – nach Angaben der Gründer eins der meist gewünschten Features. Bisher sind Anmeldungen über Google-, Microsoft-, Facebook-, Evernote- und Twitter-Konten möglich, nun soll auch in eine eigene Anmeldeinfrastruktur investiert werden, parallel wird auch die Anmeldung über ein Office 365-Konto kommen

Neben den „Shared Collections“ wird auch bald das Teilen von Tags möglich sein, diese Idee hat man auch aufgrund des User-Feedbacks aufgegriffen

Filter & Benachrichtigungen – Bald wird es möglich sein, eigene Filter und Benachrichtigungen zu erstellen, um das Grundrauschen (also Feeds, die einen dann doch nicht so interessieren) auszublenden und sich auf das Wesentliche – sprich den gewünschten Inhalt – zu konzentrieren

Optimierungen an der iOS-App: Hier scheinen sowohl diverse Crashs als auch die Batterielaufzeit im Fokus zu stehen. feedly untersucht das gerade einmal und wird eigenen Angaben zufolge auch bald die Version 30 der iOS-App veröffentlichen, die diese Probleme dann beheben sollen

Ihr seht – es tut sich etwas im Hause feedly und auch wenn ich meinem Bekanntenkreis viele Leute kenne, die lieber zehn Nachrichtenapps auf ihren Smartphones haben und RSS-Feeds „zu spartanisch“ finden, sprechen speziell die Anzahl zahlender Benutzer von feedly eine Sprache pro RSS. Interessant wäre die Zahl der Leute gewesen, die auch die kostenfreie Version nutzen, denn für mich sind die Feeds nach wie vor zentrale Anlaufstelle für jeden Moment, in dem ich mal ein wenig Nachrichten lesen möchte und zwar aus genau den Quellen, die mich interessieren – ohne Ballast und optisch schmückendes Beiwerk. Man sieht also auch anhand der Resonanz bei feedly, dass RSS – wenngleich auch schon oft zu Grabe getragen – sicherlich auch den ein oder anderen weiteren Dienst im Internet überleben wird.

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Digital Native, der trotzdem gerne das Mittelalter erlebt hätte und chronischer Device-Switcher. Multimediafreak. England-Fan. Freier Autor & Tech Blogger. Hobbyphilosoph. Musik-Enthusiast. Querdenker. Zyniker. Hoffnungsvoller Idealist. Gladbacher Borusse und hauptberuflicher IT-Consultant.

17 Kommentare

  1. Lifetime (99US $) user der ersten Stunde 🙂
    Bereue es auf keine Fall.
    Hoffe die Filter-Funktion kommt endlich, wird ja schon lange gefordert.

  2. Bin auch Lifetime-User der ersten Stunde. Das Vertrauen hat sich definitiv ausgezahlt. RSS-Feeds sind mein Informationsmedium Nr. 1. Ich begreife nicht, wie man mit Twitter klarkommen kann, da ist mir viel zu viel Rauschen und es fehlt jegliche Struktur.

  3. Ich möchte nicht mehr ohne Feedreader. Es ist einfach so super praktisch alle meine Webseiten über eine App, System übergreifend, abzurufen und auf dem neuesten Stand zu sein. Es wird alle drei Monate aufgeräumt damit Feed Leichen nicht stören oder die Feeds unübersichtlich werden. Viel angenehmer zum lesen als Webseiten ist es oft auch noch, sofern der Feed nicht beschnitten wird.

  4. RSS ist so ziemlich das letzte…… worauf ich online verzichten könnte. 🙂

  5. Newsblur hat leider nur 7000 zahlende Nutzer, von über 15000. Eigentlich schade, denn solche Basics wie eigenen Anmeldung und Datenexport gab es hier von Beginn an. Wahrscheinlich gibt es dort keinen Presserabatt, und deshalb wird der Dienst ignoriert…

  6. Ich habe ebenfalls den lifetime account geklickt. Feedly ist für mich tägliche Anlaufstelle Nr.1, noch vor inbox. Ich würde aber aber einen Fünfer im Monat zahlen für dieses feine Stück Software. Allenfalls einen echten desktopclient für OS X würde ich mir wünschen, denn dieser komische Wrapper, der nur die Webseite anzeigt, ist echt bescheiden.

  7. Ohne einen gescheiten Feed-Reader kann niemand, der professionell mit Informationen umgehen muss, die Informationsflut bewältigen. Für Privatleute mögen ja hübsche Facebook-Paper-iOS-News usw. okay sein – aber dass z. B. nur eine Handvoll Lehrer in einem großen Kollegium überhaupt von dieser super-simplen Technik wissen geschweige denn einsetzen, ist ein weiterer Beleg dafür, dass unser Bildungssystem noch auf dem Level des vorigen Jahrhunderts ist … Feedly im Kombination mit Mr. Reader auf dem iPad = unschlagbar. Alle Feeds ungekürzt, wichtige Artikel sofort bei Evernote archiviert … und … und … und …

  8. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht warum hier alle RSS so toll finden. Wenn ich einen RSS Feed abonniere werden immer nur dir ersten paar Sätze angezeigt. Es ist doch total nervig immer die Webseite zu öffnen, wenn ich einen Artikel vollständig lesen will.
    Oder mache ich da irgendetwas falsch?

  9. @Scott: Das kommt auf den Webseitenbetreiber an. Viele stellen den vollständigen Feed zur Verfügung und etliche andere möchten gerne, dass man auf der Webseite weiterliest, damit auch die Werbung gesehen wird (die müssen ja auch von was leben). Feedly erklärt, dass es die Absicht der Seitenbetreiber respektieren möchte und daher die Kürzungen beibehält. Manche Reader, z. B. Inoreader, wenn ich es richtig im Kopf habe, ergänzen aber diese Kürzungen bzw. Mr. Reader auf dem iPad usw., so dass man sehr rasch die vollständigen Artikel durchblättern kann. Letztendlich eine ähnliche Frage wie die bei dem Einsatz von Werbeblockern: Wenn Du keine nimmst, bist du „web-politisch“ korrekt, aber vom eigentlichen Inhalt abgelenkter – muss jeder selbst entscheiden …

  10. Bin auch 99$-Lifetime-User – finde den RSS Dienst sehr gelungen.
    Vor allem die Website läuft sehr gut, ich nutze keine Tools wie Reeder…
    Was mir allerdings noch fehlt ist eine Statistik über alle Feeds.
    Ist bei uservoice auf Platz 2 und kommt nicht 🙁

  11. Ich brauch bitte noch einen Denkanstoß.
    Bin Windows/Office Nutzer und RSS ist für mich Neuland.
    Was unterscheidet denn Feedly von der RSS Nutzung in Outlook?

  12. Deppenfinder says:

    5,41 $/ pro Monat für einen simplen Aggregator, bei dem man für einfachste Funktionen extra bezahlen muss und mit dem ich nicht mal meine feeds filtern kann?
    Da bieten Dienste wie bazqux.com (19$ oder 29$/Jahr) oder inoreader.com (14,99$-29,99$) mehr für weniger. Aber die zahlen wahrscheinlich nicht genug, um hier besprochen zu werden…

  13. @Vanessa Der unterschied zu Feedly und einen normalen RSS Reader ist zum größten Teil, dass man bei Feedly alles Plartformübergreifend synchronisieren kann. Es wird angezeigt was man gelesen hat und was nicht, egal auf welcher Plattform. Man kann Beiträge für später Speicher und als Premiumuser auch zb Beiträge auf Pocket oder OneNote übertrage. Außerdem kann man mit der Feedly suche komfortabel die meisten RSS im Web suchen und zu den eigenen hinzufügen.

  14. Der beste Reader ist meiner Meinung nach „Fever“. Einmalig 30 $, selbst gehostet (also davor gefeit, dass der Anbieter dicht macht), sehr schnell, Layout anpassbar, gute Suchfunktion, Aktualisierung automatisch oder per Cronjob, usw… Da brauch ich keinen Abo-Dienst für 5,41 $… 😉

  15. Ich bin zwar „nur“ ein normaler Feedly Nutzer 😉 bin aber mit dem Dienst so wie er ist ganz froh, hoffe nur das dieser nicht mal aufgekauft und platt gemacht wird 🙁 .
    Ich sehe es ähnlich wie meine Vorsprecher^^, RSS ist das einzige Medium wo ich meine Newsquellen zusammenstellen kann wie ich sie brauche, und nicht irgendwas rausgefiltert wird. Ich finde zb. Facebook was den Informationsfluss angeht gar nicht gut, man bekommt alles zusammen geworfen. RSS ist für mich sehr wichtig, verstehe deshalb auch nicht, warum manche Seiten sowas garnicht anbieten, vorallem weil man oft sehr beschäftigt ist, schafft man es garnicht alle möglichen Seiten sich anzuschauen, und deswegen gebe ich den RSS Feed bietenden Seiten mehr beachtung 🙂

  16. Bin auch Lifetime-User der ersten Stunde und habe es keine Sekunde bereut! Ohne feedly geht gar nichts – ist mein Provider für „ReadKit“ auf dem Mac sowie „gReader Pro“ auf Android. Funktioniert alles perfekt. Die Pro-Lösung brauche ich schon allein wegen der Suchfunktion. Die anderen Sachen, wie IFTTT-Integration, sind aber ebenfalls sehr hilfreich.