Facebook führt eigenen Marktplatz zum An- und Verkaufen ein

artikel_facebookJeder kennt sie: Im sozialen Netzwerk Facebook gibt es im Grunde für jede größere Stadt auch Gruppen, die vor allem den An- und Verkauf von Krimskrams dienen. Das ist auch Facebook selbst bewusst, so dass man nun aktiv daraus Kapital schlagen möchte – nicht indem man die Gruppen monetarisiert oder gar auflöst, sondern indem man einen eigenen Marktplatz einführt. Der Marktplatz soll dann als zentrale Anlaufstelle zum An- und Verkauf dienen. Zum Marktplatz sollt ihr in Zukunft über ein Shop-Zeichen am unteren Rand der Facebook-App gelangen. Nach dem Öffnen sollen dann Verkaufsfotos von Artikeln aus der Nähe locken.

Jeder Nutzer des Marktplatzes kann aber auch allgemein über Filter nach Ort, Kategorie und Preis herumstöbern. Als Beispiel-Kategorien nennt Facebook selbst z. B. „Haushalt“, „Elektronik“ oder „Kleidung“. Ihr könnt dabei sowohl gezielt in eurer eigenen Stadt als auch an anderen Orten suchen. Ein Klick / Tap auf das jeweilige Bild führt euch dann zu den Details über Produkt und Verkäufer. Es ist auch möglich, ähnlich wie bei eBay, den Gegenstand erstmal zu beobachten, um ihn später leicht wiederzufinden.

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Über den Marktplatz könnt ihr dem Verkäufer dann wahlweise direkt ein Angebot für seinen Artikel machen oder erstmal eine Nachricht senden, falls ihr noch Fragen habt. In Bezahlungs- und Versandabwicklung mischt sich Facebook dann übrigens nicht weiter ein. Das müsst ihr also selbst als Käufer bzw. Verkäufer miteinander ausmachen. Um zu verkaufen, müsst ihr wiederum nur ein Foto hochladen, Name, Beschreibung und Preis des Produkts angeben, den Standort bestätigen und eine Kategorie auswählen. Anschließend können euch potentielle Käufer Nachrichten schreiben oder Angebote unterbreiten. Laut Facebook spricht auch nichts dagegen parallel im Marktplatz Artikel anzubieten und sie gleichzeitig in die altbewährten Gruppen für den An- und Verkauf zu stellen.

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Eine Übersicht über alle Transaktionen findet ihr dann in einem eigenen Bereich. Im ersten Schritt erreicht der Facebook Marktplatz zunächst nur die USA, Großbritannien, Australien und Neuseeland über die Facebook-App für Android und Apple iOS. Allerdings will Facebook das Angebot in naher Zukunft auf weitere Länder ausweiten und es auch am Desktop verfügbar machen. Zum Zeitrahmen schweigt man aber noch. Somit dürfte der Facebook Marktplatz auch Deutschland erreichen – die Frage ist nur, wann das soweit sein wird.

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Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

12 Kommentare

  1. Würde ich für ebay-Kleinanzeigen o.ä. arbeiten, würde ich schnell nach einen neuen Job suchen.

  2. @mccrain: ich würde eher einen Marketing-Spezialisten einstellen, der die Vorzüge zunächst anonymer Angebote und die Nachteile von Facebook hervorhebt (vor allem bei letzterem hat man ja genug Material).

  3. Geil, Facebook weiß dann welche Produkte man besaß oder nun besitzt. Man wird noch gläserner und Facebooks Datensammlungen werden umfangreicher und wertvoller. Damit lässt sich noch mehr Geld verdienen und sie bräuchten noch nichtmal eine Verkaufsprovision zu erheben. Hut ab, der Plan ist echt gut!

  4. Genau, ohne die Anonymität von Kleinanzeigen kann man gar keine Verträge mehr schließen und dann einfach toter mann spielen statt zu bezahlen bzw. zum vereinbarten Termin zu erscheinen…

  5. „Vorteile zunächst anonymer Angebote und die Nachteile von Facebook“
    @Berger: Das interessiert eine kleine Minderheit, mit der man mit „kostenlosen“ Angeboten keinen bedeutenden Umsatz generieren kann (Siehe Whatsapp und seine „Konkurrenz“).
    Facebook-Marktplatz ist meines Erachtens der Todesstoß für den Großteil bisheriger Online-Marktplätze.

  6. Heinz Inge says:

    Jeah es lebe das Monopol, keine 3 Jahre mehr und das Internet besteht nur noch aus 5 großen Firmen. Die Konkurrenz ist dann so klein das sie nicht mehr genutzt und über kurz oder lang aufgeben wird.

    Und die Leute jubeln bei jedem Schritt mehr in die Sklaverei.

  7. Christian Ott says:

    Niemand hat vor ein Monopol zu bauen!
    – Marc Zuckerberg

  8. @Heinz Inge + Christian Ott: Es ist alles freiwillig. Ihr nutzt Facebook, WhatsApp?

  9. Heinz Inge says:

    @mccrain

    Spielt das ne Rolle ob das freiwillig ist? Man hat ja jetzt schon kaum ne Wahl ausser man spielt den ewigen Aussenseiter während alle Freunde Whatsapp nutzen.

    Freiwillig definiere ich anders, genauso wie die Kleinanzeigen. Sicherlich kannst du auch woanders dein Kram anbieten wenn die ganzen Lemminge aber da nicht mehr hingehen muss man nachziehen und es auch bei FB anbieten.

    Das haben Monopole so an sich, man hat keine Wahl. Friss oder Stirb.

    Genau wie bei Google, man hat die Wahl nicht gefunden zu werden oder Schutzgeld zu bezahlen sonst wird man kaum noch gelistet ääh Verzeihung ich meine Adwords zu buchen.
    Mit Freiwilligkeit hat das nichts mehr zu tun.

    Freiwillig wäre es wenn man verschiedene Plattformen hat und man sich die passende aussuchen kann.

    Für den Endanwender hat es jetzt noch keine Konsequenzen, in ein paar Jahren wenn es nur noch 3 Anbieter für alles gibt dann werden sich einige umgucken.

    Aber hey, alles für Google. Ist doch gut für den Endanwender wenn er alles an einem Platz findet. Halt doof wenn man an dem Platz nichts mehr kaufen kann weil Google/Amazon/Facebook deinen Job überflüssig gemacht hat und du jetzt Arbeitslos bist 😉

  10. @Heinz Inge

    Ja es spielt eine Rolle, dass das freiwillig ist. Jeder hat die Wahl, ob und wie er mich trotz fehlendem Facebook oder WhatsApp kontaktieren möchte. Und ich habe genauso die Wahl. Doch der Großteil der Nutzer ist bequem. Selbst Telefonie, SMS, Mail oder alternative Messenger, scheinen neben WhatsApp kaum Berechtigung zu haben. Aber das ist freiwillig gewählt.

    „wenn die ganzen Lemminge aber da nicht mehr hingehen muss man nachziehen und es auch bei FB anbieten.“

    Privatanbieter – nein
    Geschäftlich – höchstwahrscheinlich ja

    „Genau wie bei Google, man hat die Wahl nicht gefunden zu werden oder Schutzgeld zu bezahlen sonst wird man kaum noch gelistet ääh Verzeihung ich meine Adwords zu buchen.
    Mit Freiwilligkeit hat das nichts mehr zu tun.“

    Vor 15 Jahren allgemein und heute noch in ländlichen Regionen, hast Du als Unternehmen auch nur die einzige Regionalzeitung für Deine Printwerbung. Galt auch für Privatverkäufe im Wochenendteil der einzigen Regionalzeitung. Und da hat niemand eine alternative Regionalzeitung gefordert.

    „Freiwillig wäre es wenn man verschiedene Plattformen hat und man sich die passende aussuchen kann.“

    WIR machen durch unser Verhalten die Plattformen groß.

    „ist doch gut für den Endanwender wenn er alles an einem Platz findet.“

    Der Mensch ist bequem und will ungern Außenseiter sein.

    „Halt doof wenn man an dem Platz nichts mehr kaufen kann weil Google/Amazon/Facebook deinen Job überflüssig gemacht hat und du jetzt Arbeitslos bist “

    Das passiert unabhängig davon sowieso. Ich nenne es Entwicklung/Evolution. Doch das ist ein anderes großes Thema.

  11. @mccrain

    So siehts aus.

    Die 2 großen „F“ bestimmen das Leben der meisten Menschen: Faulheit und Feigheit.

    Mittlerweile habe ich einen beträchtlichen Anteil meiner sozialen Umgebung reduziert, weil es mit den Leuten in dieser Hinsicht nicht mehr auszuhalten ist.

    Leader und Entscheider gibt es halt nur wenige.

  12. Die letzten Erfahrungen bei eBay-Kleinanzeigen gingen mir dermaßen auf den Sack, dass ich in Zukunft das Zeug lieber auf den Müll werfe, als mich mit dem anonymen Abschaum „Was letzter preis“ „kannst du mir vorbei bringen“, „meine Mutter musste ins Krankenhaus“ und „mein Auto ist kaputt gegangen“ herumzuschlagen. Ich biete es immer noch im persönlichen sozialen Umfeld an, dann kommt es auf den Müll. Selbst karitative Organisationen schaffen es, sich um mehrere Stunden zu verspäten oder Termine komplett platzen zu lassen. Auf dem Sperrmüll ist mir dann „was ist letzter Preis“ und „mein Auto ist kaputt gegangen“ auch vollkommen egal.

    Die „Geschäfte“ also aus der Anonymität heraus zu holen ist also vielleicht der richtige Ansatz.