EU: Entwickler erhalten verbesserte Position gegenüber den App-Store-Betreibern

Die Europäische Union hatte ein neues Gesetz auf den Weg gebracht, das am 12. Juli 2020 eher unbeachtet in Kraft getreten ist. Es soll die Machtverhältnisse zwischen Entwicklern und den Betreibern von App Stores neu ausbalancieren.

Beispielsweise sollen die Prozesse angepasst werden, die greifen, wenn ein Spiel oder eine App aus einem Store entfernt wird. So müssen die Betreiber wie Apple und Google beispielsweise für Entwickler Systeme implementieren, die Beschwerden zu entfernten Apps ermöglichen. Außerdem ist es Pflicht, dass etwa Änderungen an den Bestimmungen der jeweiligen Stores rechtzeitig vorab kommuniziert werden.

Außerdem müssen die Betreiber den Entwicklern eine klare Begründung dafür vorlegen, warum sie eine App entfernt haben. Auch müssen die Rankings in den App Stores transparenter gemacht werden, was es insbesondere kleineren Entwicklern erleichtern soll, da auch mal vorzustoßen. Sollten die Betreiber zudem größeren Entwicklern und Publishern Vorteile gewähren, muss dies klar kommuniziert werden und darf nicht sozusagen unter der Hand geschehen.

Auch müssen die Plattformbetreiber deutlichere Auskünfte über die Sammlung und Verwendung von Daten geben. Die Entwickler sollen zudem transparentere Verträge erhalten. Im Übrigen fallen zwar die Stores von Apple und Google unter die Richtlinien, nicht aber der Microsoft Store und der PlayStation Store. Das liegt an einigen rechtlichen Aspekten. So werden der Microsoft und der PlayStation Store als eine Art Digital Retail Store identifiziert, und die Geschäftsbeziehung besteht direkt zwischen jenen Stores und dem Käufer

Währenddessen sind der Google Play Store und der Apple App Store eher Marktplätze und die Geschäftsbeziehung wird zwar vermittelt, besteht dann aber zwischen Entwickler und Käufer. Deswegen sollen die Entwickler eben auch mehr Rechte erhalten. Apple Arcade dürfte da übrigens auch ausgenommen sein, weil hier auch die Geschäftsbeziehung zwischen Apple und dem Kunden besteht.

Das neue Gesetz findet ihr im Übrigen direkt hier. Was natürlich aber weiterhin gilt: Wo kein Kläger, da kein Richter. Die neuen Gesetze werden also in der Praxis nur wirklich etwas bewirken, wenn Entwickler und Publisher ihre Rechte durchsetzen und über Verstöße auch Beschwerde einreichen, statt sich der Marktmacht von Apple und Google zu beugen, die das Feld da dominieren. Das ist eben eine schwierige Situation für die Studios.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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