Energieeffizienzklassen: EU-Labels weisen bei TVs SDR- und HDR-Verbrauch getrennt aus

Seit dem 1. März 2021 gelten nun für die Energieeffizienzklassen neue Regelungen. Jedoch gibt es für Hersteller je nach Produktgruppe Übergangsfristen. Ziel war es vor allem, mit dem Wust von A+, A++ und dem albern wirkenden A+++ aufzuräumen. Deswegen sortiert man nun wieder deutlich nachvollziehbarer von A bis G. Gleichzeitig hat bei den Labels für TV-Geräte eine interessante Neuerung Einzug gehalten: Der Stromverbrauch in SDR und HDR wird nun getrennt auf den Labels ausgewiesen.

Das ist durchaus sinnvoll, denn Fernsehgeräte verbrauchen natürlich im HDR-Modus erheblich mehr Strom. Das liegt daran, dass bei der HDR-Wiedergabe deutlich höhere Leuchtkraft gefordert wird. Da muss also etwa bei einem LCD-TV mit LED-Hintergrundbeleuchtung ordentlich gefeuert werden. Bei OLEDs steigt der Verbrauch ebenfalls bei hellen Bildinhalten. Hier kann es aufgrund der selbstleuchtenden Pixel jedoch mehr Spielraum geben, während beim LCD viel davon abhängt, wie viele Beleuchtungszonen integriert sind.

 

Oben seht ihr, wie das Spielchen bei TVs zukünftig laufen soll bzw. was das neue Label beinhalten wird. Meine Frage wäre aber eher: Achtet ihr beim Kauf auf die Energieeffizienzklassen? Da gestehe ich ehrlich ein, dass das für mich persönlich keine wirkliche Rolle spielt, weil die Bildqualität im Verhältnis zum Kaufpreis für mich der wichtigste Faktor ist.

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14 Kommentare

  1. Da muss ich gestehen das ich es genau so handhabe wie du André.
    Und da ja eh alles immer A+ ++ usw. gelabelt ist, habe ich da auch nie mehr so richtig hingesehen.

    • André Westphal says:

      Jupp, so gings mir auch, insofern finde ich es zumindest sehr gut, dass man von A+, A++ und A+++ nun wegkommt, das wirkte schon recht bizarr. Aber letzten Endes ist das mit einem hochwertigen TV doch irgendwie wie mit einem Auto: Wenn ich mir nen Sportwagen kaufe, weiß ich, dass der auch mehr zieht.

      Bei nem TV sind die Unterschiede im Verbrauch dann ja noch mehr zu vernachlässigen, zumal der nicht stets auf dem maximalen Level zieht, sondern je nach Bildinhalt und Einstellungen unterschiedlich. Deswegen sind die Angaben zum Stromverbrauch sowieso so eine Sache.

      Beispiel: Ich schaue grundsätzlich nur Abends was am TV, wenn es eh dunkel ist. Bei SDR steht das OLED-Licht auf 0. Im SDR-Betrieb werde ich also weniger verbrauchen, als jemand der tagsüber genau das gleiche Gerät nutzt, aber das OLED-Licht auf Maximum schiebt. Deswegen ist aber auch noch ganz gut zwischen SDR und HDR abzugrenzen.

  2. Da müsste es schon zwischen zwei Geräten sehr eng zugehen bevor ich die Energieklasse als Entscheidungskriterium berücksichtigen würde. Bei Fernsehern bin ich aufgrund meiner Vorliebe zu Ambilight ohnehin an einen Hersteller (Philips/TP Vision) gebunden.

  3. Das Energielable war nie der erste Punkt, aber wenn mir zwei oder drei Geräte in etwa gleich gut gefallen haben, sehe ich es mir schon genauer an und kaufe das sparsamste

  4. Ich achte da durchaus drauf, insbesondere bei Geräten, die häufig oder lange laufen. Aber mit dem A+, A++,… war dann auch irgendwann gut. Ich begrüße die Änderungen.

    Wenn dann auch noch die kwh deutlich ersichtlich sind, kann man noch besser vergleichen und zusätzlich sogar die Stromkosten überschlagen.

  5. Ich halte es (am meisten aus Nachhaltigkeitsgründen) für sehr wichtig auf Energieeffizienz zu achten.
    Das PRoblem der aktuellen Klassen wird sein, dass es in max. 5 Jahren wieder ein + braucht. Eine ständige Anpassung halte ich daher für unumgänglich. Wieso macht man es nicht ähnlich wie bei TCO – einfach ne Jahreszahl mitgeben (wenn ein Anpassung stattfindet).
    Dann wird jeder wissen: Energ’15 Klasse A ist eben schlechter als Energ’21 Klasse A

    • André Westphal says:

      Bei einer Waschmaschine oder einem Kühlschrank würde ich auch eher drauf schauen, aber bei einem Fernseher würde ich z. B. dennoch das hochwertigere Gerät kaufen, selbst wenn es eine deutlich schlechtere Effizienz hätte, muss ich ehrlich sagen.

      • Bei der Waschmaschine kann man das Label getrost ignorieren. X Liter Wasser auf Temperatur Y hat zur Geburt Jesu genau die gleiche Menge Energie gebraucht, wie im Jahr 1 nach Merkel gebraucht werden wird. Gut, man kann natürlich auch 6 Stunden bei Zimmertemperatur rödeln lassen, aber dann muss man mehr spülen, um den Schmierkram aus der Wäsche zu kriegen.

        Beim Kühlschrank ist es im Prinzip das gleiche, da kommt es alleine auf die Dämmung an. Anstatt auf das Energielabel guckt man da ins Handbuch, wie lange der Inhalt gekühlt wird, wenn der Ökostrom ausfällt. Wenn da 24 Stunden oder mehr stehen, dann taugt er was.

        Beim Fernseher kommt es darauf an, wie flau man das Bild mag. Bei LCD muss man volle Möhre fahren, um das volle Potential zu bekommen. Bei Oled hat man mehr Spielraum, weil da die Pixel selber leuchten, anstelle durchleuchtet zu werden.

        • Wir hatten zwei alte Kühlschränke in der Küche (getrennt, Normal und Tiefkühl 25Jahre alt). Wir haben die Beiden durch einen neue (sehr teuren) Miele ersetzt der von Stiftung Warentest als der Kombi Kühlschrank mit dem niedrigsten Stromverbrauch getestet wurde. Ergebnis: 800kw Stunden weniger pro Jahr. Bei Kühlschränken lohnt sich der Blick auf das Label wirklich. Der alte Tiefkühlschrank war wohl der Übeltäter.

  6. Find ich gut die Neuerung!
    Aber Waschmaschine werden wohl bald 4 Stunden pro Waschgang benötigen, damit sie auf A kommen.

  7. cHaOsStyle says:

    Es kommt ganz aufs Gerät an.
    Beim Fernseher schau ich nicht drauf da sind mir andere Werte wichtiger.
    Allerdings wird beim Kühlschrank/Spülmaschine auf Verbrauch und Lärm geachtet.
    Bei der Waschmaschine oder Trockner eher nur auf Verbrauch und Fassungsvermögen 🙂

  8. Man muss bei dem Energielabel aber wissen, dass es sich auf die Fläche des Bildschirms bezieht. Also ein 65″ mit A wird trotzdem schlechter sein wie ein 55″ mit B. Ebenso bei PKWs, wo sich die Oberklasse nur mit anderen Oberklassen vergleichen muss, anstatt damit, dass sie genauso 5 Personen befördern kann wie die anderen auch.

  9. Ich würde mir verlässliche Angaben bei Laptops / PCs wünschen. Hier habe ich nur die TDP-Angabe des Prozessors, AMD und Intel sind nicht direkt vergleichbar, Apples M1 könnte das Bild noch weiter verzehren.
    Gerade mit Blick auf 24/7-Hardware ist das für mich ein Entscheidungsgrund. Zwei kleines Access Points oder doch der große 1.700Mbit-Router. Auch eine geschickte Drosselung mit entsprechender Stromsenkung in der Nacht wäre toll.

    Bei TVs zählt – wie für viele – Bild, Leistung und teilweise Design eine größere Rolle. Bei Bildschirmen sieht es schon anders aus.

    • Die sind alleine schon nicht vergleichbar, weil schon jedes Mainboard Unterschiede macht, wie viel Turbo es zulässt. Mit zwei Power-Leveln schluckt Intel dann nochmal extra viel Strom, ist dafür idle besser (zumindest bis Zen 4 kommt).
      Da hilft ein 80 Platinum Netzteil und Begrenzung des Power Levels via Bios, falls verfügbar. Da bastelt man sich dann selbst eine Drosselung für die Nacht. Gute Laptops liegen aber mit Bildschirm aus schon bei ~ 4-5 Watt

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