DKB streicht das Verwahrentgelt

Am 21. Juli hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen erhöht. Bis dahin mussten Banken auf einen Teil ihrer überschüssigen Einlagen, die sie bei der Europäischen Zentralbank hinterlegt hatten, 0,5 Prozent Strafzinsen zahlen. Diese Kosten gaben viele Institute weiter in Form von Negativzinsen an ihre Privatkunden weiter, bei vielen ist nun Feierabend mit Negativzinsen.

Eine Verivox-Analyse soll gezeigt haben: Schon seit Ende April haben 34 Banken ihre Negativzinsen komplett abgeschafft. Bei weiteren 15 Banken wurden die Freibeträge deutlich angehoben, sodass zumindest ein Großteil der Kunden keine Negativzinsen mehr zahlen muss. Das ist bei der ING beispielsweise der Fall. Da gibt’s erst ab 500.000 Euro Guthaben pro Konto Strafzinsen (Update: Mittlerweile hat die ING komplett die Strafzinsen abgeschafft). Auch die DKB gab mittlerweile bekannt, dass die Strafzinsen erst einmal Geschichte sind.

Tilo Hacke, Vorstandsmitglied der DKB dazu: „Der Negativzins und das Verwahrentgelt sind Geschichte. Ich begrüße den entschiedenen Schritt der Europäischen Zentralbank, die hierfür maßgeblichen Leitzinsen um 0,5 Prozentpunkte anzupassen. Wichtig ist, dass die Geldentwertung gestoppt wird und auch die Inflationsauswirkungen stärker reguliert werden.“ Schon ab dem 27. Juli wird das Verwahrentgelt gestrichen. Für das angefangene dritte Quartal werde man anteilig (für die Zeit vom 01.07. bis 26.07.2022) ein Verwahrentgelt berechnen und dies – wie bisher auch – voraussichtlich zum Quartalsende abbuchen.

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27 Kommentare

  1. Aber für Juli nimmt die Bank das Geld noch gerne von den Kunden entgegen. Bloß nicht Kulanz zeigen

  2. Alex Riml says:

    Ich kann der DKB rückblickend nur dafür danken, dass sie das Verwahrentgelt eingeführt haben. Ich war zwar langjähriger Bestandskunde, aber mir wurde das von denen trotzdem aufgedrückt.

    Im Ergebnis habe ich mich dadurch Mal mit dem Thema Vermögensbildung, Altersvorsorge und Investments beschäftigt und habe da mittlerweile viel dazugelernt und investiert. Von der DKB selbst bin ich auch weg, weil mir die Gängelei dort insgesamt zu viel wurde (Stichwort Visa Debitkarte) und die Konditionen zu schlecht waren.

    Für die verbleibenden Kunden der Deutschen Kleinsparer Bank drücke ich die Daumen, dass die Gängelei mit dieser Meldung so langsam ein Ende hat.

    • Bei welcher Bank bist du denn gelandet?

      Diese „Gängeleien“ gibt es ja bei den meisten Banken mit „kostenlosen“ Girokonto.

    • Entschuldigung das ich frage: Aber wie wurde Dir das aufgedrückt mit dem Verwahrentgelt???

      Ich bin ebenfalls langjähriger Bestandskunde bei der DKB und habe niemals auch nur eine Andeutung erhalten, das man mir eine Vertragsänderung anbieten möchte incl. Verwahrentgelt.
      Und ich habe durchaus einiges an Bargeld auf dem Girokonto herumliegen, ich hätte Verwahrentgelt zahlen müssen, wenn ich Neukunde gewesen wäre.

      Was die Umstellung der Karten angeht, kann man sich zwar vielleicht ein bisschen ärgern, aber ehrlich: Andere Banken (wie die ING) hatten nie eine Kredit-VISA, sondern schon immer Debit.
      DKB jetzt eben auch. Und als Bestandskunde bleibt die Girokarte kostenlos (als Fallback und für ChipTAN), so what?

      • Alex Riml says:

        Beim Thema Verwahrentgelt wurde mir schriftlich mitgeteilt, dass ich einer Vertragsänderung zustimmen müsste. Ansonsten hätten sie sich vorbehalten, mir zu kündigen. Ich war seit 2005 dort Kunde. Das Verwahrentgelt gilt dann übrigens bereits ab lächerlichen 25k Euro – deshalb nenne ich die mittlerweile nur noch Deutsche Kleinsparer Bank.

        Und ja, ich hatte auch deutlich höhere Sichteinlagen, das war wohl das Problem. Mittlerweile bin ich bei der Comdirect gelandet. Die haben zwar auch nur Visa Debit, aber immerhin läuft deren App auf meinem Telefon. Die DKB-App beschwert sich, dass das Gerät gerootet wäre, was aber nicht stimmt. Und auf eben diese Gängelei an allen Ecken und Enden habe ich keinen Bock mehr.

        • Schon merkwürdig, ich habe eine solche Mitteilung nie erhalten.
          Vielleicht, weil ich zusätzlich auch ein Depot bei der DKB führe und dadurch trotz relativ hoher Einlagen im Girokonto auch für Umsätze/Gebühren sorge.

        • Eine Bank, deren Konzernmutter gerne mal ohne erkennbaren Grund Konten schließt, ist jetzt vielleicht auch nicht der heilige Gral. 😀

          Warum hat man überhaupt solche Summen auf dem Giro? Wenn ich nicht gerade Haus/Auto kaufen möchte (und selbst dann kann man das an 1-2 Tagen regeln, da kommt ja nichts an Verwahrentgelt zusammen), dann verschenke ich so doch nur inflationsbedingt Geld.

          Auch wenn die DKB nicht perfekt ist (vielleicht dann 2035, wenn die „neue“ App fertig ist), einen riesigen Grund zum Wechseln liefert sie Bestandskunden jetzt nicht.

          • Wenn Du eine gute Alternative zum Giro hast…
            In den letzten Jahren hat sich weder Tagesgeld gelohnt (mein langjähriger Anbieter hat sich sogar komplett aus dem deutschen Markt zurückgezogen), noch andere Formen von Festgeld wirklich.
            Notgedrungen habe ich einiges als „90 Tage Geld“ geparkt, aber einbringen tut das auch nicht wirklich was.
            Und wie ich oben schrieb: Ich habe auch ein Depot. Aber bei den volatilen Märkten der letzten Jahre wollte ich eben auch nicht „all in“ gehen. Man kann nicht einfach alles auf Aktien setzen und Anleihen haben ja die letzten Jahre auch kaum was gebracht.

            Daher hatte ich persönlich auch relativ hohe Bestände im Girokonto.
            Zins verschenkt? Ein bisschen ja, aber kaum der Rede wert. Dafür ohne Risiko des starken Verlusts oder Totalausfalls (Aktien)

        • Ich habe eine solche Mitteilung von der DKB ebenfalls nie erhalten.
          Mal davon abgesehen, dass man solche Summen eh nicht dauerhaft auf demn Girokonto parken sollte.

        • Kenne ich, ist mir genauso bei der DKb ergangen. Nun ist mein Geld bei anderen Banken und die DKB wird größtenteils gemieden. Sie,wollten es ja so.
          Demnächst sind Kunden mit Geld wieder beliebt und dann weint man bei der DKB , weshalb man nicht mal etwas langfristiger gedacht hat. Tja, so sind die heutigen CEOs: Heute noch einen Sockenkonzern leiten, morgen dann eine Bank und übermorgen einen Autokonzern. Was interssiert da, was ab dem übernächsten Jahr passiert.

        • Ok, nun wird mir klar, was Du mit Gängelei meinst. Aber solange es nur das ist, was für die Masse der Kunden schlicht völlig irrelevant ist, muss ich mir ja keine Sorgen machen.

    • cherusker says:

      Mich nervt im Moment bei DKB am meisten dieses unsägliche Gender-Deppendeutsch. Der Rest läuft ganz gut und auch mit der Visa-Debitkarte kann ich leben (oder eben zahlen für eine Kreditkarte). Jetzt kein Verwahrentgelt finde ich gut, aber kommuniziert wurde das (meines Wissens nach) bislang noch nicht an die Kundschaft…

      • Oliver Müller says:

        Solange es noch Menschen gibt, die sich durch gendern ärgern lassen, haben wir noch einen langen Weg vor uns…

        • Markus Baumann says:

          Sehe ich anders: absichtliche Schlechtschreibung führt zu Ablehnung der eigentlichen Sache. Immerhin 3/4 der Deutschen lehnen das ab. Mir würde im Traum nicht einfallen, so eine ausgedachte Kindergartensprache zu benutzen, und von einem seriösen Unternehmen ist das auch zu erwarten.

  3. Sehr schön, dass es auch zügig wieder rückgängig gemacht wird.

  4. Sehr schön.

    Obwohl ich interessanterweise nicht davon betroffen war, begrüße ich es, dass die Banken, anders als die Politik, solche Dinge schnell wieder rückabwickeln.

    • Naja, sie werden wohl gut genug dran verdient haben und können sich nun PR technisch zwecks Neukundenfang als Samariter feiern lassen. Aus reinster Nächstenliebe hat die DKB da sicherlich gar nichts abgeschafft.

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