Deutsche Telekom, WEB.DE und GMX starten Initiative „E-Mail made in Germany“

Die drei Mail-Anbieter Deutsche Telekom, WEB.de und GMX gehen eine Kooperation ein. E-Mail made in Germany holt sicherlich genau die Leute ab, die in Zeiten von Prism, NSA und Co ihre Inhalte auf deutschen Servern wissen wollen. Mit „E-Mail made in Germany“ setzen die Anbieter einen weiteren „Sicherheitsstandard“, der Nutzern von GMX, T-Online.de und WEB.DE eine automatische Verschlüsselung von Daten auf allen Übertragungswegen ermöglicht und zusichert, dass die Daten nur gemäß deutschem Datenschutz verarbeitet werden.

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Man teilt mit, dass die Speicherung aller Daten in sicheren Rechenzentren in Deutschland erfolge (ändert nichts an der Vorratsdatenspeicherung und dem ganzen Kram, dem wir uns hier in Deutschland auch unterwerfen müssen). Zudem wird eine Kennzeichnung für E-Mail-Adressen eingeführt, sodass Nutzer vor dem Mail-Versand erfahren, ob die ausgewählten Empfänger-Adressen den Sicherheitsstandards des Mailverbundes entsprechen.

GMX, T-Online und WEB.DE werden dazu ab sofort die E-Mails zwischen ihren Rechenzentren verschlüsselt übertragen, wie man seitens der Unternehmenskommunikation mitteilt. Seitens der Anbieter heißt es noch: „Unsere Initiative ist offen für weitere Partner, die bereit sind, sich unter ihrer E-Mail-Domain dauerhaft zur Einhaltung unserer Sicherheitsregeln zu verpflichten“.

Fragt sich nur, warum man dies alles nicht vorher realisierte und jetzt die Hype-Welle ausnutzt – reiner Marketing-Quatsch in meinen Augen. Verschlüsselung ist seit Ewigkeiten bei vielen Anbietern Pflicht, die genannten Unternehmen hätten ebenfalls Verschlüsselung zur Pflicht machen können (User zum Server). Ist diese Initiative für euch ein Grund, einen der Dienste zu nutzen – und vielleicht von anderen Anbietern wie Gmail, Outlook.com und Co zu wechseln? Kleiner Tipp: sollte es nicht, eure E-Mail bleibt dennoch nur eine Postkarte, sofern nicht richtig verschlüsselt wird – mit PGP und Co.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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46 Kommentare

  1. „Verschlüsselung ist seit Ewigkeiten bei vielen Anbietern Pflicht“

    Verschlüsselung zwischen den E-Mail-Servern ist doch keine Pflicht, oder?

  2. Aktenschubser says:

    Ich suche einen Email-Anbieter, der mir das versenden mit eigener Domain ermöglicht. Kennt Ihr da Alternativen. web.de bietet sowas, aber die sollen ja nicht so toll sein und solche Marketingaktionen wirken auf mich eher negativ.

  3. Hatte Herr Rösler nicht „Internet made in Germany“ gefordert? Dass die Mails offen auf den Servern liegen, haben die bestimmt vergessen zu erwähnen.

  4. Wie wäre es mit gmail?

  5. @Aktenschubser ic hglaube googlemail kann sowas,
    zumindest erhalten ich manchmal emails mit
    „XXX@XXX.com im Auftrag von XXX@gmail.com
    total komisch

  6. Was bringt das? Man muss da sowieso seine persönlichen Daten wie Name & Adresse angegeben. Da nutzte ich lieber posteo.de für einen Euro pro Monat und bleibe für die anonym, da ich meine Daten nicht angegeben muss.

  7. @aktenschubser strato.de oder 1und1 z.b.

  8. GréasánDev says:

    @danielschmid1993 & Aktenschubser: In Gmail kann man andere Email Adressen eintragen, die Mails von den externen Mail Postfächern abholen und auch darüber versenden. Oder man versendet es direkt über Gmail (was dann „im Auftrag von XXX@gmail.com“ erklären würde). Man kann auch jederzeit auswählen, welche Email als Absenderadresse angegeben werden soll. Gmail ist quasi eine Mail Zentrale, wenn mehrere Adressen verwendet werden.

    Und wenn man sowieso schon einen Google Account hat (Google+, Drive, etc.), ist die Anmeldung sowieso reine Formsache.

  9. ***gesicherte*** transparenz gegenüber Behörden ist nicht gegeben, das bringt mir nix wenn der deutsche geheimdienst die daten an die nsa weitergibt.

  10. Aktenschubser says:

    Danke für die Rückmeldungen. Wollte von Google, Microsoft eigentlich weg. Strato hat eine hässlich Benutzeroberfläche und 1&1 kommt aus Gründen auch nicht in Frage.
    Viele werden auf diese Marketingaktion reinfallen.

  11. Toll dann kann ich mich ja nun zwischen Pest (Anbieter in USA) und Cholera (Anbieter in DE) entscheiden.

    Sorry aber zu 1&1 aka Web.de oder GMX mit ihrem unseriösen Geschäftsgebaren treibt mich nichtmal die NSA zurück !

  12. Super, dann bekommt die NSA die Daten halt nicht direkt vom Server, sondern indirekt vom BND, der sich genau so wenig um Datenschutz schert.

    Datenschutz in Deutschland ist nur Augenwischerei.

  13. ne Alternative wäre noch unsere geliebte Synololgy mit Mailstation. Damit dann einfach selbst hosten.

  14. Da haben aber einige nicht verstanden um was es geht, offensichtlich auch der Original-Poster nicht.
    Man mag zu der „Marketingaktion“ stehen wie man will, aber vergleichbares gibt es bisher nicht!

  15. Coool, dann lesen endlich nur noch gute Deutsche meine Emails x)

  16. Also ich bin jetzt auch bei Posteo. Das soll ja viel besser und sicherer sein als alle anderen Anbieter…

  17. Mal abgesehen davon, dass ich die Telekom, web.de und Konsorten für nicht zuverlässiger als ihre US-Pendants halte (da Mutti Merkel auch nicht gewillt ist uns zu schützen) , finde ich es immer äußerst problematisch zu sagen, dass man genau so gut bei Outlook, Gmail und Konsorten bleiben kann.
    Meiner Meinung nach setzt das eine persönliche Rechtfertigungskette in Gang, an deren Ende man weiterhin unverschlüsselt Cloudspeicher etc. nutzt und sich dann über mangelnden Datenschutz beschwert.
    E-Mails sind so sicher wie Postkarten und man ist auch bei Posteo nicht wirklich sicher (Inhalt der E-Mail 😉 ) aber das gilt nicht für jeden Onlinedienst und hier kann man sich wirklich überlegen, ob man sich von den großen US-Diensten trennt, weil es hier adäquate Alternativen mit höherem Datenschutz gibt (ownCloud, Jitsi statt Skype, Pidgin mit OTR Verschlüsselung).

  18. Was für ein Marketingquatsch. Zum Glück rufe ich meine privaten Mails auf meinem Mailserver verschlüsselt ab und verschicke auch verschlüsselt 🙂

    PGP ist gut und schön, aber wirklich nur was für Techies oder Geeks. Welcher Normaluser benutzt das schon? Wenn ich 50 Leute aus meinem Bekanntenkreis fragen würde wüßten vielleicht 5 was PGP ist und das sind dann technikinteressierte Menschen.

    Lieschen Müller will es einfach haben zumal PGP nicht über das GMX etc. Webinterface geht (meines Wissens).

    Ich habe mal versucht mit TheBat und einem persönlichen Zertifikat Mails zu signieren und zu verschlüsseln. Bei einem Empfänger hat es schon mal nicht funktioniert mit meinem Firmenaccount jedenfalls schon (beides Outlook mit Exchange). Wenig sinnvoll wenn mal geht und mal nicht. Und bei PGP den Text über die Zwischenablage mit Hilfe von PGA (GNU Privacy Assistant) zu ver-/entschlüsseln ist mühselig. Für Dateiverschlüsselung vor dem Versand dann schon eher.2

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