DAB+: 2021 war ein erfolgreiches Jahr

Das Digitalradio DAB+ habe im Jahr 2021 laut den Verantwortlichen seine bisher erfolgreichste Zeit seit 2011 erlebt. Die Anzahl von Radioempfängern für das Auto und Zuhause sei beispielsweise im Vergleich zum Vorjahr um rund 30 Prozent gestiegen. Rund 20 Prozent aller Radiohörer schalten demnach regelmäßig DAB+-Programme ein. Langsam setzt man sich also durch.

Die Triebfeder sei das Engagement vieler Privatsender, die ihre neuen Zielgruppenprogramme national und teilweise auch regional im digital-terrestrischen Radiostandard ausstrahlen. 21,7 Mio. DAB+ Empfänger seien aktuell als Ausstattung bei Kunden vorhanden. Die 5 Mio. Radios mehr entsprechen einem relativen Jahreswachstum von rund 30 Prozent. Mehr als jeder vierte Haushalt (27 Prozent) empfange inzwischen DAB+. Damit liege die Anzahl der Haushalte, in denen DAB+ empfangen werden könne, erstmals deutlich über 11 Mio.

Für mich persönlich klingt das alles gar nicht so wahnsinnig hoch. Das dürfte wohl daran liegen, dass viele jüngere Menschen grundsätzlich kaum noch Radio hören und eher dem Streaming über Anbieter wie Apple Music, Deezer oder Spotify frönen. Trotz zunehmenden Alters rechne ich mich da ein. Lediglich im Auto läuft das Radio unregelmäßig und dort auch nur für Verkehrsmitteilungen.

Inzwischen haben jedenfalls über 94 Prozent der Neuwagen ein DAB+-Radio inklusive. Nach der seit einem Jahr geltenden Digitalradiopflicht müssen Radios in Neuwagen grundsätzlich den Empfang und die Wiedergabe von digital-terrestrischem Radio ermöglichen. Für stationäre Radiogeräte mit Display gilt ebenso eine Digitalradiopflicht. Im weitesten Hörerkreis kommt DAB+ mittlerweile auf einen Anteil von 20,4 Prozent.

Einer der Vorteile von DAB+sei die größere Programmvielfalt gegenüber dem analogen Rundfunk. Neben Ablegern etablierter Anbieter, wie Klassik Radio Beats und Radio Energy mit Nostalgie, gehören dazu Zielgruppenformate wie AIDAradio, dpd Driver’s Radio, Femotion, ein Radio von und für Frauen, und das Sportradio Deutschland der Teutocast GmbH. Einen Überblick über alle bundesweit verfügbaren Programme findet sich hier: www.dabplus.de/bundesweit.

Insgesamt bietet DAB+ regional unterschiedlich derzeit rund 300 empfangbare Angebote, von denen rund 100 ausschließlich digital ausgestrahlt werden. Mit neuen Sendern in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sollen verbliebene Lücken im Sendernetz geschlossen und die Empfangsmöglichkeiten verbessert werden. Die sechs neuen Standorte werden schrittweise ab April 2022 aufgeschaltet.

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48 Kommentare

  1. Wenn man es jetzt noch in einem Gebäude empfangen könnte, wie UKW dann wäre es wirklich erfolgreich!
    DAB = Digitalempfang Auf Bergen in den Tälern schaut es schlecht aus!

    • Das Gleiche bei uns auch. Hab 2 DAB+ / UKW Wecker gekauft und NULL Empfang damit im Haus,
      Außerhalb gehts, aber das bringt ja wenig 🙂
      Man hätte da besser auf Internet Radio setzen sollen, anstatt noch mehr unnütze Frequenzen zu belegen, die eh nix bringen.

      • FriedeFreudeEierkuchen says:

        Internetradio hat immer das Problem der Stream Verwaltung. Es gab jetzt schon eine Reihe von Radios, die irgendwann kein Internetradio empfangen konnten, weil der verwendetet Stream-Verwaltungsdienst nicht mehr existierte. Stream URLs können sich mit der Zeit ändern, daher braucht man schon dauerhaft einen Mechanismus, der die URLs aktualisiert.

    • Ich wohne im 4. Stock und mein Radio steht im Küchenfenster, da brauche ich für DAB+ nicht mal die Antenne ausziehen. Aber ja, bei schlechten Empfangsbedingungen hörst du bei UKW immerhin noch den Sender verrauscht, bei DAB+ dagegen gar nichts mehr.

      Davon ab nutze ich in der Küche viel häufiger den Radioempfang per Internet und dabei für Sender aus der Karibik oder Südamerika. Das ist dann doch was anderes als unser Shitparadaen-Dudelfunk.

    • „Digitalempfang auf Bergen“ trifft es auf den Kopf. 🙂 Bei uns im Haushalt gibt es insgesamt vier theoretisch DAB-fähige Geräte (zwei davon in den Autos) und für DAB genutzt wird davon genau gar keins. UKW kann ich sogar im Keller über ein 5€-Radio mit Stabantenne empfangen, DAB allenfalls draußen – aber auch nur solange man sich nicht bewegt, also z.B. mit dem Auto fährt.

  2. Ich kein einziges Gerät mit DAB+…

  3. Die Vielfalt halte ich in der heutigen Zeit für angemessen. Mir stellt sich die Frage, welche Sender Zugang haben dürfen und welche vielleicht nicht. Sollte es irgendwann auch RTdeutsch o.ä. werden wäre das nicht gut.

    • Oh?
      Warum denn? Welche Kriterien präferieren Sie denn (und wie deckt sich das Seitens des Staates als Grundrechtsverpflichtetem mit Art. 5 (1) GG?)?

      • FriedeFreudeEierkuchen says:

        Ob man die Pressefreiheit auf einen russischen Staatspropaganda Kanal anwenden kann, dürfte noch zu klären sein. Könnte sich das Nordkoreanische Propagandaministerium, die Taliban oder der IS Ihrer Meinung nach auch auf §5 berufen? Es geht hier um das Presserecht – dazu muss jemand wirklich journalistisch tätig sein. Dabei bleibt die berechtigte Frage: Warum darf Bild weiter machen, während RT eingeschränkt wird? Die beiden spielen in der gleichen Liga.
        RT DE hat keine Sendelizenz. Wenn sie senden wollen, müssen sie sich um eine Lizenz bewerben, aber dann gelten auch ein paar presserechtliche Spielregeln. Dass RT Spielregeln nicht beachtete, hat sie schon ihre YouTube Kanäle gekostet. Staatspropaganda und Einhaltung von Spielregeln passen nicht gut zusammen. Daher wird man sich wohl auch nicht um eine Lizenz bewerben.
        Nebenbei: Wer Lust auf das Gedankengut und die Verschwörungstheorien von RT hat, kann auch die Webseite aufrufen. Daher: Man kann zu den Inhalten von RT stehen wie man will, zensiert werden sie hier nicht – nur die Anzahl der Verbreitungskanäle wurde eingeschränkt, weil sie versucht haben nach ihren eigenen Regeln zu spielen. Dass jetzt ausgerechnet Russland von Zensur redet, ist angesichts der politischen Realität im Land ziemlich grotesk.

        • PRO-Tipp: Immer erst die Quelle lesen.
          Wiewohl das BVerfG dahingehend ja jüngst nachgerade abenteuerliche Auffassungen vertritt (etwa: Das deutsche Grundgesetz schütze alle Menschen weltweit) geht es mir hier nicht um eine russische Entität, sondern primär um den Grundrechtsberechtigten (a.k.a. Bürger):
          „Jeder hat das Recht, […] sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.“. Dazu passt es eben sehr schlecht, eine ungenehme Quelle zu unterdrücken.

          Der Vergleich mit Nordkorea ist nett und ich sehe nicht, warum NK keine Sendelizenz haben dürfte.
          Der Vergleich zum IS ist hingegen absurd, reine Polemik.

          „RT DE hat keine Sendelizenz“ bekommen – trotz mehrfacher Beantragung, eben um die Verbreitung ihrer Ideen/Propaganda zu behindern.
          Die Löschung des YT-Kanales hat nichts mit „Regeln nicht beachtet“ zu tun, es sei denn man hält „ungenehme Meinung verboten“ für eine valide Regel eines Quasimonopolisten. Das sehen Gerichte aber häufig anders.

          P.S. RT ist hier nur der Aufhänger. Einmal bewährte Techniken/Praxen werden später verfeinert und in der Breite angewandt – deswegen gilt es selbst für den ideologischen Gegner einzustehen.
          Mein Klassiker: „Wollen Sie das als eingeführte Praxis, wenn die AfD die Macht übernimmt?“.

        • Kremelgenosse says:

          Scheint das es sehr viele unmündige Bürger in diesem Land gibt, die man vor anderen Meinungen als der von der Regierung propagierten schützen muss. Für meinen Teil sehe ich überall eine gewisse Form von Propaganda, ob nun bei RT oder den Leitmedien. Wenn man sieht was aus Spiegel, Zeit und der Süddeutschen geworden ist, stehen einem die Haare zu Berge. Es gab Zeiten da war der Spiegel ein Stachel im Arsch der Regierung. Und heute? Heute ist alles gleichgeschaltet und weichgespült. Ob ich nun Spiegel, Zeit, Süddeutsche, FAZ, Focus oder den KSta lese, alles gleich, austauschbar und regierungskonform. Stefan Aust ist auf einmal Herausgeber der Welt und beim Spiegel treiben sich Leute herum die früher bei Springer waren. Mir scheint alles steht Kopf. Dagegen ist doch Bild und sogar RTde erfrischend. Klar ist das ein russischer Sender der russische Interessen vertritt, aber trotzdem ist es nicht verkehrt die Dinge mal aus einer anderen Perspektive zu sehen. Ob man alles glauben muss was die erzählen, ist eine andere Geschichte. Aber gerade dass unsere Regierung so eine große Angst vor RT hat, macht RT doch erst interessant. Ich für meinen Teil brauche kein betreutes Denken. Das „Framing“, also die Erziehung durch die Öffentlichrechtlichen tue ich mir nicht mehr an, ich entscheide selber was ich sehe, lese, höre und brauche weder eine Anja Reschke noch einen Kai Gniffke der mir sagt was ich zu denken habe. So einfach ist das. Die einen sind in der Blase von RT, Epoch und Co gefangen und die anderen in der Blase der Leitmedien. Dabei brauchen sie einfach nur mal über den Tellerrand zu blicken und nicht jeden Mist zu glauben, den man ihnen erzählt.

  4. Ich habe DAB+ im Herbst 21 mal wieder getestet, aber bei uns auf dem Land* ist es trotz theoretischer Verfügbarkeit nicht zuverlässig empfangbar, nur draußen oder am Fenster mit externer Antenne, und selbst dann hatte ich regelmäßiger Abbrüche. Für mich ist das selbst nach Jahren keine Alternative zu FM oder Internet.

    * Westhessen, Taunus, Dorflage

    • Das muss ich leider bestätigen.
      Ich habe DAB+ im Auto und wohne zwischen Hildesheim und Hannover.
      In Hannover gibt es nichts am Empfang auszusetzen. Auf dem Land kurz vor Hildesheim so lala.
      Fährt man allerdings auf der A7 (ist ja keine unbedeutende Autobahn) von Hildesheim nach Göttingen, ist der Empfang sehr häufig weg. Das macht keine Spaß.
      Schade, denn wenn man Empfang hat, bin ich mit mit DAB+ durchaus zufrieden.

  5. Neben der Empfangsprobleme in Gebäuden nervt im Auto die Fahrt durch Tunnel.
    Lange Tunnel haben nur UKW Verstärker/Sender, kein DAB(+).
    In kurze Tunnel reichte UKW hinein, DAB nicht. Und die werden wohl nie Verstärker bekommen.

  6. Steinzeit, mein Handy spielt schon lange die ganze Welt ab.

  7. Peer Strickler says:

    Man macht DAB+ in Autos zur Pflicht, feiert dann die Verbreitung als Erfolg, begründet mit Programmvielfalt.
    Als ob die Käeufer eine Wahl gehabt hätten.

    • Zumal: Schon bevor es die Pflicht gab, bestand praktisch nur für Autoradios eine Nachfrage. Zog man die Zahlen ab, wurden irgendwie 10.000 Geräte im Jahr verkauft. Zu Hause hat jeder, dem UKW nicht ausreicht schon lange Internetradio oder hören Internetradio über irgendein anderes Gerät – denn genau da ist ja das Internet im Vorteil: Everything is just an app.

  8. Mein Auto hat auch nur ein UKW Radio, Musik kommt dabei über BT vom Smartphone und daheim kommt der WDR 2 über die Echos per Stream.
    Einen Grund für DAB+ habe ich noch nicht gefunden.
    UKW als Basis im Auto finde ich hingegen immer noch praktisch. Damit hat man fast immer Empfang, selbst wenn er schlecht ist.
    DAB+ kann ja nur Empfang oder kein Empfang.

  9. Florian Hasen says:

    war ein erfolgreiches Jahr…. sagt der DAB Verein. Die Technologie braucht kein Mensch und ist reiner Lobbyismus durch Zwang des Einsatzes in PKWs (https://stadt-bremerhaven.de/dab-seit-heute-gilt-die-digitalradio-pflicht-in-neuwagen/). Finde ich persönlich. Man kann Radio doch über das Internet hören?

    • Vielleicht steht die Regierung ja auf dem Standpunkt, das sich diese merkwürdige Internet nicht durchsetzt
      Das D bei Deutschland steht auf jeden Fall nicht für Digital, denn sonst wäre Deutschland nicht soweit hinten dran bei der Digitalisierung.

    • Ein Broadcast ist deutlich effizienter.

    • kann man sicherlich – aber mobiles Internet ist a) auch nicht flächendeckend verfügbar und b) kostenpflichtig, und zwar nicht zu knapp.
      Und Radio nur zuhause hören wirft uns irgendwie wieder in die Anfangszeit des Rundfunks zurück…

  10. Bei mir im Haus und auch sehr viel im Auto funktionierts nicht. Was soll der Scheiss? Ich bleibe bei UKW solange es irgend geht..

  11. Ich frage mich immer noch für was das ganze gut sein soll, außer dass neue Empfangsgeräte verkauft werden.
    Empfang ist gleich gut, wenn nicht sogar schlechter. Tonqualität kann ich keinen Unterschied erkennen. Eine Senderliste haben bestimmte Radios auch schon mit UKW angezeigt.
    Einen Mehrwert kann ich nicht erkennen. UKW kann man wenigstens noch mit ein paar Bauteilen aus dem Elektronikbaukasten empfangen, das war für mich als Kind ein tolles Erlebnis. Geht mit DAB+ auch nicht mehr.

    • Ich bin gerade mit einem Neuwagen vom hohen Norden in die Schweiz gefahren. Wir haben Nostalgie gehört. Erstens gibt es diesen tollen Sender nicht bei UKW, zweitens haben wir ihn durchgehend bundesweit hören können.

    • „Empfang ist gleich gut, wenn nicht sogar schlechter.“
      Nein, das ist ja der Vorteil an digital:
      Der Empfang ist entweder OK oder gar nicht (in Ausnahmefällen: Mit Aussetzern). Das frühere Rauschen fällt weg, sobald man stabilen Empfang hat.

      Der Mehrwert gegenüber AM/FM besteht darin, mehr Sender/Programme/Kanäle im gleichen Frequenzband übermitteln zu können. Daneben noch kleine Annehmlichkeiten, wie kurze Texte (Interpret/Titel, oft auch Sender + Frequenz).

      • Tja Digital halt 0 oder 1, dazwischen gibt es nix

      • Seit Einführung des Radio Data System (RDS) werden digitale Zusatzinformationen beim analogen UKW-Rundfunk übertragen. Die sind oft besser als das was man über DAB+ derzeit geliefert bekommt. Traffic Messaging wäre da als eines der besten Beispiele zu nennen. Auch die Uhr des im Fahrzeug eingebauten Infotainmentsystem kann per RDS aktualisiert werden, wenn der Hersteller diese Funktion implementiert hat.

  12. Bei mir wird alles überall übers Internet gelöst.
    Wenn zuhause das Internet Probleme haben sollte ist alle da für vorbereitet über LTE/5G weiter zu mache. Unterwegs wird Telekom oder O2 Netz genutzt.

    Bewusst werde ich kein DAB+ Gerät kaufen.

  13. Weiterhin eins der schlechtesten Ideen jemals. Zum einen nun fast unbezahlbar für kleine/nichtkommerzielle Sender und zum anderen durch das Proprietäre System ist zwingend entsprechende Hardware Voraussetzung. Weswegen man nun auch nicht mehr mit Receiver oder DVB-T2 auch weiterhin Radio empfangen kann. Am PC auch sehr lustig oder gar beim Smartphone. Dann die angeblichen Vorteile sind in der Praxis keine. Wieso man das so durchdrückt erschließt sich mir bis heute nicht außer wieder ein paar davon profitieren(nicht die Hörer).

    • Der Vorteil ist, es werden weniger Frequenzen benötigt und somit können die wertvollen Frequenzen für andere Dinge verwendet werden. Das schnelle Internet übers Handy, ist eine Folge dieser digitalen Dividende.

      • Die „digitale Dividende“ hat aber nur mit DVB-T zu tun, nicht mit DAB+. Die Radio-Dienste werden ja parallel ausgestrahlt (und müssen dies wegen der Nachfrage auch noch auf Jahrzehnte). Zudem belegt DAB+ Frequenzen, die man auch für DVB-T nehmen könnte, womit weiter „oben“ wiederum weitere Frequenzen für Mobilfunk frei würden.

        • Digitale Dividende 1 war DVB-T.
          Digitale Dividende 2 war Funk z.B. für Mikrofone.

          Die UKW-Abschaltung wäre dann eine der nächsten Dividenden.
          Bereits im letzten Jahr wurde UKW in einzelnen deutschen Regionen abgeschaltet und es wird sukzessive weiter gehen. In anderen europäischen Ländern sind sie schon weiter, z.B. soll UKW in der Schweiz 2024 vollständig abgeschaltet werden.

  14. Ist einer der Leser im Katastrophenschutz involviert und weiss, wie die Radioversorgung ‚im Ernstfall‘ (z.B. Blackout, dann geht auch kein Internet mehr, nur noch Batterieradio) aussieht?
    Bis anhin war dafür mW UKW vorgesehen, aber wenn die Sendeeinrichtungen abgebaut würden…

    Gibt es eine dahingehende Planung?

    • .. genau das ist einer der Gründe, warum man DAB+ durchsetzen will: da dieses im Notfall auch dann noch funktioniert (soll), wenn das Internet schon ausgefallen ist.

      Abgesehen davon hab ich seit 7 Jahren schon DAB+ im Auto. Rauschfreies Radio und besserer Klang sind für mich überzeugend.
      Was mich stört, ist die -nicht- vorhandene Programmvielfalt, da viele Sender einfach nicht gut bei mir ankommen. Das gilt leider insbesondere auch für einen großen überregionalen Sender (Haussender dieses Gebiets) der seit Jahren Werbung und Gewinnspiele für DAB+ macht, aber sich nicht dafür interessiert, damit auch im eigenen Sendegebiet auch empfangbar zu sein.

    • Bei einem echten Blackout geht auch den UKW-Sendern der Saft aus.

      • JAIN.
        DE-weiter Blackout: Ja.
        (Über)regionaler Blackout: Nein.

        Ausserdem sollten die wichtigen Sender notstromversorgt sein, das ist Teil der Daseinsfürsorge und die nimmt der Bund zwar nicht mehr so ernst wie zu Zeiten des kalten Krieges, aber …
        Notfalls schaffen BW, THW oder Feuerwehr ein Aggregat an den Sender.

    • Wer bitte hat ein Batterie-Radio Zuhause? Was hingegen jeder hat, ist ein Smartphone und das ist wohl der beste Weg im Katastrophenfall mit Informationen versorgt zu werden… Stichwort Cell-Broadcast.

      • Ich.
        Gab’s jüngst für 17.99€ bei meinem Markendiscounter. DAB+ und UKW (leider kein MW/KW).

        CB braucht funktionierende Funkmasten in der Nähe, ein (UKW-)Sender kann hingegen über hunderte km strahlen/versorgen (Grüsse vom Sender Hof in Bayern und von RIAS+AFN in Berlin 😉 ).

        Schauen Sie mal beim BBK vorbei (https://www.bbk.bund.de/), was die als Minimalvorsorge empfehlen – die Wahrscheinlichkeit eines Blackouts (mit Glück nur ein Brownout) nimmt beständig zu. Insgesamt kostet es <200€, gibt aber 7++ Tage Zeit, Herausforderungen auszusitzen.

    • Die Sendeeinrichtung bringt auch nichts, wenn keiner mehr ein Batterieradio hat

      Habe selbst auch keins und werde mir auch ganz sicher keins kaufen.

    • Ich dachte, das wird durch DAB+ ersetzt. Bietet sogar Vorteile gegenüber UKW Radio. Sofern man es denn überhaupt in seiner Region empfangen kann.

  15. Der Katastrophen-Tag wird kommen, da wird man, ähnlich wie bei Cell Broadcast, erschrocken aufwachen und sich fragen, warum es kein Radio mehr gibt, dass einfach so und immer funktioniert. Eine Technologie, wie DAB+ die sich nur „durchsetzt“, weil ihre Verbreitung per Gesetz verordnet wurde, ist einfach lächerlich …

  16. Ich bin froh über jedes bisschen Stille und höre eigentlich gar nichts.

    Generell halte ich aber das Konzept eines „Senders“ (im Sinne von: Jemand macht da „seine“ Playlist, und die hört man dann linear runter) überholt, egal mit welcher Übertragungstechnik. Dafür eine neue Technik einzuführen statt Internet zu verwenden war ein Irrsinn.

    Irgendwelche „Katastrophe-Warn-Funktionen“ interessieren mich nicht – ich hätte in der Wohnung gar kein Radio, das ich einschalten könnte, und ich wäre auch gar nicht auf die Idee gekommen , das zu tun. Das muss per Handy gehen.

  17. In GB scheint DAB+ ja sehr erfolgreich zu sein.
    https://www.deutschlandfunkkultur.de/grossbritannien-dab-auf-dem-vormarsch-100.html (Der Bericht ist aus 2016).
    Angeblich kann man dort keinen Gebrauchtwagen verkaufen, der kein DAB+ an Bord hat.
    Da fragt man sich natürlich, wer es in Deutschland verbockt hat?

    • Warum sollte man sich das fragen? Warum wurde da was verbockt? Ist das ein Wettstreit mit GB, wer am schnellsten seine Infrastruktur ausbaut?

  18. Ich hab drei Empfänger, die auch DAB+ können (zwei stationäre Radios und eines im Auto). Auf keinem der Geräte nutze ich es.

    Die UKW-Reichweite ist deutlich besser. Da kann ich auch noch im Nachbarbundesland meine regionalen Programme hören und ansonsten bevorzuge ich Internetradio.

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