Content: Die Kehrseite der Medaille Google

Ich muss mich mal wieder aufregen. Warum, erfahrt ihr im Text. Ohne Punkt und Komma geschrieben. Aus dem Bauch heraus. Ich fange einfach mal an. Fakt ist: viele Menschen suchen etwas bei Google, finden das Gesuchte – und besuchen die Seite. Im besten Fall finden sie wirklich das Gesuchte, nicht nur einen der hingeschissenen SEO-Texte, die nur der Auffindbarkeit durch Google dienen. Doch oftmals ist es eben so. Und dieser Taktiken bedienen sich nicht nur die schwarzen Schafe, auch die Großen, denen man das nie zutrauen würde, sind ganz vorne mit dabei.

 

Google ist toll – doch oft muss ein Verlag sich fast ausschließlich durch Traffic finanzieren, den er über Google bekommt. Da liegt die Versuchung nahe, dass er an der „Google -Schraube“ drehen muss – besser gefunden werden heißt unter Umständen: mehr Besucher, die Werbung nehmen = höhere Werbeeinnahmen.

Früher (jaja, ausgelutschter Begriff) gab es Redakteure, die hatten Zeit, ihre Themen zu recherchieren. Gute Artikel, die ich gerne las. Mit zunehmendem Kostenlos-Content im Internet konnte natürlich keiner rechnen – doch eins war klar: Content musste, um wettbewerbsfähig zu bleiben, kostenlos rausgerockt werden. Werbung schalten und Daumen drücken, dass sich alles refinanziert. Und wenn Kosten die Einnahmen übersteigen – ja dann muss abgespeckt werden.

Teure Mitarbeiter und Schreiber weg, billige Content-Nutten her. Kennt man ja aus den Staaten von AOL. Seiten kaufen und Schreiber die Pistole auf die Brust setzen. Was, so etwas ist in Deutschland nicht vorstellbar? Dann lest mal beim Michael nach, welches „Job-Angebot“ er von der PC-Welt bekommen hat. Durchaus ein Magazin, welches ich wirklich sympathisch fand. 10 Euro bietet man da pro geschriebener News. Natürlich biste richtig dick im Thema und so.

10 Euro für eine selbst recherchierte, ausgearbeitete & geschriebene News…..sorry, das ist extrem schrottig liebe PC-Welt… Nein, ich habe keine Idee und weiss nicht, wie ihr euch finanzieren wollt. Ich hoffe, eines Tages bricht dieser ganze Kram mal in sich zusammen.

An dieser Stelle: ich drücke echt allen da draußen die Daumen, dass sie für anständige Arbeit auch anständig bezahlt werden. Echt jetzt – ich wünsche das jedem von euch von ganzen Herzen. Und ich setze heute ein weiteres Unternehmen auf meine persönliche Liste des Ignorierens…

So, das musste jetzt einfach mal raus, ich hoffe, mir ist keiner böse.

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

53 Kommentare

  1. Gute Arbeit sollte auch so bezahlt werden – das ist unbestritten. Ich muss zugeben ich habe keinerlei Vorstellung, was für eine Bezahlung in diesem Segment sonst üblich ist.

  2. 8 Stunden arbeiten -> 1 News pro Stunde = 8 News pro Tag = 2400 Euro im Monat. Klingt doch nicht schlecht 😉

  3. Krass. Das ist einfach nur unverschämt. Mir fehlen da echt die Worte, wenn so ein Preis von einer Größe wie der PC Welt kommt.

  4. Wieviel bekommt den ein Blogger für seine Arbeit?
    Oder ein Administrator/Moderator?
    Viele der großen Internet-Portale sind ja quasi Ehrenamtlich betrieben, und die Werbeeinnahmen reichen meistens nur zur Deckung der Serverkosten/Traffic …

  5. @guest: Reicht nur um Serverkosten oder Traffic zu bezahlen? Wer hat dir das denn erzählt? 😀

  6. Full ACK!

    Gut finde ich vor allem, dass Du den Zusammenhang mit der „kostenlos im Internet“ Mentalität aufzeigst. Das ist eine Sprirale, die zwangsläufig irgendwann mal überspannt ist und auseinander fliegt. Obwohl Google ja versucht, durch Updates wie Panda den Druck ein wenig zu verringern.

    Nur die Floskel „SEO-Text“ finde ich unpassend. Ein SEO-Text ist eben ein guter, sogar optimierter Text, der zurecht vorne bei Google steht. Den „Content-Müll“ würde ich eben als solchen bezeichnen, auch wenn er, wie du ja zugegeben richtig schreibst, nur zu SEO-Zwecken geschrieben wurde. Aber ich sehe ein, dass das schwierig zu differenzieren ist.
    Gruß, Martin

  7. @Thomas:

    Wenn du jeden Tag mehr als 4500 Wörter schaffst, würdest du mit deiner Rechnung aufgehen. Die Realität sieht da aber ganz anders aus.

    Vergiss nicht, dass du auch für deine Artikel recherchieren musst. 🙂

  8. Genau so sehe ich das auch… und es ist nicht nur in diesem Bereich so. Merke es ja bei mir hier in der Werbebranche auch enorm. Keiner will mehr Kohle ausgeben und alles am besten umsonst haben. Das geht aber nicht. Heraus kommt dann meist nur großer Shit. Flyer, Prospekte und Webseiten die Augenkrebs verursachen. Die „Kreativen“ können gar nicht mehr so wie sie könnten. Kreativität, ob beim Texten oder Gestalten, braucht eben auch Zeit. Wenn man ständig unter Druck steht, kommt eben irgendwann nix Neues mehr und es wird nur noch kopiert.

  9. …da spricht mir aber einer aus der Seele…
    Ich könnte mic hjetzt stundenlang darübver auslssen, dass es Leute gibt (bzw. Firmen) wo 6 € die Stunde (ausgebildete Vollzeit,2 Schichten) rauskommen – zwar andere Branche aber gleiches Problem.
    Allerdings würde das hier jetzt zu weit führen – obwohl der „allgemeine Frust“ über solche Sachen schon recht tief sitzt.
    Was ist also Arbeit wert? Soll sich jeder seine eigene Meinung darüber bilden – und auch daran denken, wenn er mal wieder ein „Schnäpchen“ macht. Ich bin jedenfalls der Meinung, dass man(n) (und Frau) von seiner Arbeit auch leben könne muß – ohne irgendwelche Zuschüsse muß „genug“ rüberkommen bzw. übrig bleiben.
    So, etwas zusammenhanglos aber das Thema regt mich immer wieder auf – egal welche Branche oder wen es (be-)trifft.

  10. @Mißfeldt

    Mal im Kreditbereich Google benutzt? Sorry, „SEOs“ sind die größten HONKS auf Erden. So viel Dünnpfiff hab ich noch nie gelesen im Internet. Immer diese Halbwahrheiten Augenwischerei bloss um irgendwelche Pay per Lead Transaktionen abzufassen. Informationsgehalt = NULL!

  11. also ich bin momentan noch azb anwendungsentwicklung…mir is klar das heutzutage jeder schauen muss wo er bleibt, aber das „Angebot“ is echt ne sauerei…. wie soll dann mal meine Zukunft aussehen? absoluter Horror….

    LG

  12. 10€? Und das bei einem Magazin dieser Art? Da waren ja selbst die 15€ für die 300Wörter besser (Denke die meisten dürften die Mail von B-M bekommen haben)… Scheint so als hätte der Beitrag von Herrn P eher das Gegenteil bewirkt und jetzt versuchen die Großen erst Recht billig an Contentlinks zu kommen^^

  13. Immerhin überbietet die PC Welt damit Wikio um 100% – die wollen News für 5 €. Verrückte Welt. 😀

  14. @Berkay: Das war ironisch gemeint (siehe Smiley).

  15. Interessantes Thema… besonders für mich als ein Journalist.

    Was ich sagen wollte: Das mit der PcWelt ist kein Einzelfall… Special-Interest-Zeitschriften haben nun mal nicht so ein Etat, wie man es z.B. vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk, von Organen wie die Stiftung Warentest oder von Tageszeitungen (mit Tarifverträgen) erwarten kann. Und auch bei kleinen Fachzeitschriften konnte ich bei Vorstellungsgesprächen nicht punkten, wenn ich meine Gehaltsvorstellung abgegeben habe.

    Man soll sich ja nie unter Wert verkaufen… Doch ich muss gestehen, man tut es manchmal… und zerstört damit Stück für Stück den Marktwert für gute, freie Journalisten/Redakteure. (In der IT/Programmierer-Branche ist es sicherlich nicht anders!) Gerade, weil ich im Gegensatz zu Michael Friedrichs eher ein Frischling bin, finde ich es schon sehr dreist, eingefleischte IT-Journalisten wie ihn Billig-Jobs anzubieten.

  16. 10 Euro pro News spiegelt sehr schön die Qualität der News von PC Welt wieder. Das hat nichtmal im Ansatz was damit zu tun, was einen Blogger oder einen Journalisten ausmachen sollte. Das ist pures abschreiben von Quellen und dabei den Text zu 150% an Google anpassen.

    Beste Beispiel war letzte Woche die News „Microsoft kauft Skype“. 1000 News zu dem Thema, doch wirklich informativ und lesenswert waren nur eine handvoll Artikel. Von einem Journalisten erwarte ich, eine korrekte und saubere Recherche mit Fakten und einen informativen aber lesenswerten Text. Von einem Blogger erwarte ich ein Bezug zum Thema seinen Blog, etwas Persönlichkeit und einen Unterhaltungswert. Davon hab ich nur ne handvoll zu dem Thema gefunden. Der Rest war Copy & Paste + Google Optimierung.

    Die Verlage heulen über Kunden, die alles kostenlos wollen. Ja, liebe PC Welt. Für euren Content zahle ich keinen Pfennig. Ich gebe im Monat allerdings 40 Euro über Flattr für Blogs aus, welche mir Content bieten, der mich unterhält und informiert.

  17. platz 73 (reichweite), dazu ein konstantes minus – da wird die luft dünn…

    http://meedia.de/typo3conf/ext/m2analyzer/analyzer/graph.php?time=5&category=1&titel=496

  18. 10 Euro sind in der Tat mager. Aber ersten wird niemand gezwungen, darauf einzugehen, zweitens klöppelt ein erfahrener Redakteur ne News in max. 20 Minuten runter.
    Gut – die Qualität ist dann natürlich nicht auf höchstem Niveau, ich glaube aber auch nicht, dass sie das bei dem Angebot erwarten.

    Grüße

    Tommy

  19. Es gibt auch Tageszeitungen, die ähnliche Offerten machen… hab ich gehört 😉

  20. @ Mißfeldt
    Nur die Floskel “SEO-Text” finde ich unpassend. Ein SEO-Text ist eben ein guter, sogar optimierter Text, der zurecht vorne bei Google steht.

    *löl“

    Ein “SEO-Text” ist ein Text mit möglichst vielen „Verlinkungen“ die Qualtität des Geschriebenen ist dabei Zweitrangig.

    Ich finde dieses ständige Gemeckere auf Google oder der Kostenlos Kultur einfach nur noch Peinlich !
    Was sollte Google den dagegen Machen das sie nun einmal die Beliebteste Suchmaschine im Netz sind ? an mangelnder oder Unterdrückter Konkurrenz kann es ja wohl kaum liegen.

    Warum denken alle das Internet wäre für Sie nur zum Geld verdienen da?
    Dafür wurde es eigentlich nie Erschaffen sondern als ein Freies Kommunikationsmittel!
    Als ein virtueller „Kaufmannsladen“ dürften dann auch nur noch kommerzielle Angebote im Netz zugelassen werden!

    Es gibt viele Unterbezahlte Jobs und an denen ist nicht Google oder die „Kostenlos Kultur“ im Internet Schuld sind und die dadurch weniger Aufmerksamkeit erlangen.
    Wie wäre es denn statt der ständigen „Internet – Nutzer Schelte“ der Szene mal etwas Unterstützung für einen gerechten Mindest- (Tarif) Lohn in Deutschland?

  21. @Mika B
    „Ein “SEO-Text” ist ein Text mit möglichst vielen “Verlinkungen” die Qualtität des Geschriebenen ist dabei Zweitrangig.“

    Bullshit³ Wenn Du keine Ahnung hast, dann lass es bitte. Ein SEO-Text hat etwas mit der Keyworddichte zu tun. Verlinkungen spielen bei einem Text keine Rolle.

  22. @Andre: ich bin voll bei Dir, wenn es darum geht, den Müll zu benennen. Aber SEO bedeutet ja nicht, die Suchergebnisse mit Müll voll zu spammen. Das ist ein dummes Klischee, dass von einigen wenigen immer wieder aufs neue hoch aufgehängt wird.
    Seo bedeutet, gute und relevante Informationen bereit zu stellen und das auch (!) dem Googlebot zu zeigen. Dass ein paar schwarze Schafe die Schwächen von Google für kurzfristige Monetarisierung ausnutzen, ist ein anderes Problem, dass – zugegeben – die seriös arbeitenden Seos in einem schlechten Licht da stehen lässt.

    @Mika B.: Google könnte die Bedeutung der Links einfach mal abwerten – was übrigens auch schon längst geschieht. Stattdessen werden die Signale aus dem Social-Web zunehmend wichtiger. Ich will auch gar nicht die Ersteller dämlicher Texte oder Websites verteidigen, sondern nur Klischees über eigentlich richtige Maßnahmen aufbohren. Denn logischerweise kommt heute fast niemand mehr ohne Suchmaschinenoptimierung aus. Jedes Gewinnspiel, das heute stattfindet, ist im Grunde nichts anders als SEO.

    Den von Caschy beschrieben Zusammenhang mit der „kostenlos-im-Internet“ Mentalität finde ich dennoch richtig und wichtig. Wenn sich jetzt sogar die vermeintlichen Qualitätsmedien gezwungen sehen, diesen „Billig-Weg“ mit zu gehen, wird es bedenklich. Offenbar zeigen die genannten Müll-Content Ranking-Erfolge ihre Wirkung und wecken Begehrlichkeiten.

  23. 10€ sind wirklich weniger als ein Hungerlohn dafür, dass man der Seite frischen Content liefert. Allerdings ist es eben auch so wie du beschrieben hast, dass sich die meisten Portale nur mit ihrem Traffic finanzieren. Ich persönlich lese Portale wie Chip, PC-Welt und PC-Praxis gar nicht mehr, da hier immer der gleiche Mist drin stehe, den man schon 1000mal gelesen hat. Qualität zählt und nicht Quantität.

    @André

    Es gibt solche und solche 😉 Man sollte allerdings nicht so kleinkariert denken.

  24. Unglaublich – mehr fällt mir dazu echt nicht mehr ein -.-

  25. Das ist echt heftig… ich habe die Vorredner nicht wirklich gelesen, hatte letztes noch ne Mail, da hat man 5 – 15 EUR pro Artikel geboten und ich hab mir am Kopf gefasst… Ich schreibe gerne Artikel in meinen Blog, diese auch für lau, es macht mir Spaß. Gerne supporte ich auch andere Blogs, wenn diese nicht diese „Ellenbogengesellschaft“ und „ICH ICH ICH“ Mentalität haben. Aber ein Magazin wie PC Welt, da erwarte ich bei einem guten Bericht ein paar Heller mehr. 10 EUR, dafür kriegen die von mir einen Bericht, den ich in ca. 15 – 25 Minuten fertig schreiben würde!

  26. @Mirco
    Beispiel: Suche nach „Ausbildungskredit“ NICHT Studienkredit. Unzählige Treffer mit „Infos“ und dann frag nochmal bei Banken nach.

    Wenn Unwahrheiten verbreitet werden, darf man auch mal Kleinkariert sein.

    @Mißfeldt
    Habe mich ausführlich mit Seo vor 3 Jahren beschäftigt. Mit vielen Agenturen gesprochen, großen und kleinen, Freelancern, war auf Kongressen und Vorträgen. Mein persönlicher Eindruck: Verkaufen wollen sie alle, garantieren (wie auch) können sie dir nichts. Man kauft quasi die Katze im Sack. Und das für unter Umständen ordentlich Zaster. Diese Branche ist vergleichbar mit den Tinktur-Marktschreiern im wilden Westen von 1850.

  27. Diese Magazine werden sich auf lange Sicht gesehen nur über Qualität am Markt durchsetzen können.

    Solche Angebote sind meiner Meinung nach der falsche Weg aus dem „Dilemma“ rauszukommen.

    Aber sie werden genug Schreiberlinge finden, die dafür gern ihre Zeit opfern – leider 🙁

  28. Stoiberjugend says:

    und? zehn ocken sind doch korrekt. you get what you pay for. billiger newsdünnschiss oder anderer pfeffer ist auch nicht viel mehr wert, aber wir wollen es ja so. in zeiten der dekadenz und des bevorstehenden untergangs ist es nur recht und billig auf diesen im fall befindlichen tiger aufzuspringen und ihn zu reiten damit bald das ganze scheiss system implodiert. danach kann neues entstehen, ein neuer mensch!

  29. Dieses Angebot der PC-Welt überrascht mich nicht. Den Redakteure ist schon lange aufgefallen, dass Sie der Newsflut nicht mehr hinterher kommen und freie, Hobbyautoren viel besser, redaktionell hochwertige Beiträge zu Nischen-Themen schreiben können.

    Sind wird doch mal ehrlich, große Verlage und auch Kleine, kochen auch nur mit Wasser. Der Unterschied ist vielleicht, dass die Journalisten einen offiziellen Presseausweis haben 😉

    Im Vergleich, von den Angeboten, die mir unterbreitet wurden, sind 10 Euro pro Beitrag noch gut bezahlt. Das unverschämteste Angebot bekam ich mal von einem renommierten Magazin (sag den Namen mal nicht, nur viel mit Typo3), das mit rund 80 Euro für einen mehrseitigen Artikel geboten hat.

    Kurzum: Da ertrinke ich lieber als Hobbyautor mit eigener Seite bzw. Blog in den hinteren Google-Rängen 😀

  30. Also entweder niedrige Gehälter, schlechter Content für lau … oder angemessene Gehälter, guter Content und entsprechend kostet’s aber auch.

    Woher sollen denn die Gehälter kommen, wenn keiner für den Content bezahlen will? Sollen die sich die Kohle zurechtzaubern? Die Kostenloskultur macht alles kaputt. Isso.

  31. @Netzblogr

    Andersrum wird genauso ein Schuh draus: Wer soll denn für etwas bezahlen (egal was), wenn keine anständigen Gehälter mehr bezahlt werden?

  32. Vielleicht gibt es irgendwann komplett durch Leser finanzierten und gut recherchierten Inhalt, der halt sau teuer, aber entsprechend gut ist. Quasi die andere Richtung, kleine Zielgruppe aber vorsortiert :-)… Alle wollen automatisieren, alle wollen semantisch vorsortierte, autmoatisch gekürzt und zusammengefasste, nach Benutzerprofil gefilterten Content aber keiner produziert ihn ;-)… Sehe ich oft bei Kunden, man kann die lustigsten Sachen anbieten, aber sobald es ums Schreiben geht ist schicht im Schacht. (Wie der Übersetzungsmanager übersetzt nicht vollautomatisch? Ja muss man denn selber schreiben?)

  33. Netzblogr hat recht- so siehts leider aus. Arbeite selber im Grafikbereich, da siehts ähnlich aus. Wer lachen will, braucht nur mal auf grafiker.xx oder ähnlichen „Jobbörsen“ reinzugucken.

  34. RudiRalala says:

    Empfehle zu dem Thema einen fabelhaften Podcast bei SWR2, „Ohne Lohn – der arbeitende Kunde“

  35. Angebot und Nachfrage sag ich da nur. Es gibt halt nun mal ne Menge Leute die für 10€ dazu bereit wären, aber auch fähig dazu!
    Ich lese hier immer,dass dies gleichzusetzen sein mit schlechter Qualität. Finde ich nicht! Und hey, es handelt sich hier um News, da geht es nicht um technisches Fachwissen welches auf mehreren Seiten ausgebreitet wird, sondern um viel weniger. Wenn man ca 30 Minuten bis 1h mit einer News am Schaffen ist dann verdient man bis 160€ am Tag. So schlecht ist das nun auch wieder nicht.
    Ich hab mir gerade die News auf der Seite angesehen. Die bestehen nur aus ein paar Sätzen. So gesehen ist die Bezahlung sogar sehr gut…

  36. „Die Kostenloskultur macht alles kaputt“.

    Oftmals halten die Netzaktivisten ja der restlichen Welt vor sie hätten das Internet nicht Verstanden, aber hier haben sie wohl das Web 2.0 nicht kapiert.
    In einem Freien Internet wo jeder nach Lust und Laune weltweit mitmachen kann bei Diensten wie Chats, Twitter, Wikipedia , Facebook , unabhängigen Blogs oder Hobbyseiten betreiben ect. …. kann es kein Abschotten und zurück zum analogen Zeitungskiosk mehr geben, will man nicht grundlegend das Netz Ändern oder drastisch deren Benutzung wieder Einschränken.
    Der Nutzer könnte es selbst wenn er Wollte ohne diese „Kostenloskultur“ gar nicht alles Bezahlen oder nur einen sehr kleinen Teil davon.
    Also ohne die „Kostenloskultur“ gebe es auch kein Internet !!!!

    Die Zeiten als Nachrichten nur für einen ausgewählten Kreis und schwer zu Erlangen waren, hatten sie einen Wert und waren Verkaufbar, vieles davon ist mit dem Internet vorbei wenn die ganze Welt Privat und Nachrichtentechnisch miteinander Vernetzt ist.
    Das Internet benötigt keine Magazine, Zeitschriften mehr und damit auch althergebrachte Berufsbilder der Redakteure oder „Content-Nutten“ , wie es auch keine CD oder DVDs mehr benötigt, dies sind alles Sachen aus der Analogen Welt.

  37. Ja wat hackst du denn NUR auf PC-Welt rum? Gibt viel schlimmere und größere Websites die mistige Tricks anwenden.

    So existiert ein riesiges Computerportal im Internet, welches ein Forum hat. In diesem Forum bekommen Kiddies die einigermaßen gut schreiben können gesagt: „Hey hier kiek ma! Du schreibst uns jetzt eine richtig geile 600 Wort-News und als Gegenleistung steht dann dein ECHTER NAME unter dem Artikel.“

    Und diese Vollpfostenkiddies machen das dann, texten was, geben es ab, es wird veröffentlicht, das Portal kassiert dafür massig und zahlt — nüx.

  38. Alexander says:

    Irgendwie kann ich nur vom Heise-Verlag glauben, dass sie auch heute noch gut über die Runden kommen. PC Welt und Chip kaufe ich mir nur, wenn ich die Zeit Tod schlagen muss. Bei den Magazinen vom Heise-Verlag erkenne ich persönlich einen Mehrwert. Besonders beim „c’t special Digitale Fotografie“ dürfte klar sein, dass die Infos und Bilder in gedruckter Form viel besser herüberkommen als als Webseite. (Nebenbei ist die Qualität so hoch, dass sich normale Foto-Magazine ruhig eine Scheibe abschneiden könnten)

    Da man heute einen Teil des Content kostenlos verfügbar machen muss, will man überhaupt „angesurft“ werden, gibt es heise online, wo der Verlage Online-Nachrichten verbrät. Ab und zu merkt man, dass aus einzelnen News, die weitergedacht wurden, irgendwann ein großer Artikel entsteht, der dann in der c’t oder Schwestermagazinen landet. Man versucht also einen finanziellen Nutzern daraus zu ziehen, dass man kostenlose News recherchiert.

    Bei anderen Verlagen tue ich mich schwer zu erkennen, wie sie diesen Spagat zwischen Kostenlos-Kultur und Inhalten, für die man auch bezahlen will, schaffen möchte.

  39. So ist halt der Markt.

  40. Ich verstehe deine Aufregung nicht. Denn SEO ist doch keine Geheimwissenschaft die nur ein paar eingeweihte kennen würden, das Netz ist voll mit Informationen dazu. Wer also seine Webseite etwas SEO-optimiert ist deswegen doch kein Betrüger sondern passt sich allenfalls den momentanen Gegebenheiten an. Weiterer Punkt, gerade die Blogger sollten sich über SEO nicht allzuviel den Kopf zerbrechen, wer regelmässig gute Inhalte produziert wird bei Google auch gefunden, kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen, viele meiner Artikel tauchen bei Google auf der ersten Seite auf, ohne dass die Texte auch nur ansatzweise SEO-optimiert wären. Abgesehen davon werden Webseiten die zusehr auf SEO optimiert sind von Google sogar abgewertet, somit erledigt sich IMHO das Problem von selber. SEO alleine ist auch nicht der einzige Einfluss wie hoch die Seite bei Google rankt, da kommen noch viele andere Faktoren ins Spiel.

  41. Da musste ich gerade irgendwie an Wikio denken. Die zahlen ja wie gesagt 5€ pro Artikel. Komischerweise machen das echt einige und von der Community wurde ich fertig gemacht weil ich das zu wenig fand und auf alternativen aufmerksam gemacht habe.
    Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es nicht möglich ist am Tag mehr als 2 oder 3 Artikel zu schreiben, die wirklich recherchiert sind. Ich glaube 30-40€ sind für einen wirklich guten Artikel durchaus drin. 10€ wenn ich die Artikel rausfeuern darf. Also typische Update-Artikel.

  42. wo ich gerade so drüber nach denk: ich glaube ich habe gerade ein Thema für eine Kurzpräsentation am Mittwoch gefunden 😀

  43. Ist was dran, auch wenn eine Menge Trübsal mitschwingt.

    Viele Dinge regulieren sich glücklicherweise selbst, wenn es sich um einen Markt handelt. Oft ist nur ein bisschen Geduld oder auch mal ein deutlicheres Aufzeigen nötig.

    Abgesehen von sehr umkämpften Gebieten wie Kredit bin ich mit den „Müll-Ergebnissen“ bei Google recht zufrieden und dort hat die Qualität der Suchergebnisse höchste Priorität.

    Das „Mitmach-Web“ wird ihr Übriges tun, denn wenn ich auf Facebook einen Artikel von spiegel, welt oder eine No-Name-Seite empfohlen kriege, kann ich ihn ruhigen Gewissens lesen.

    Schließlich ist die Kostenlos-Kultur gar nicht so allgegenwärtig. Für guten Content bezahlt man gerne etwas. Das sieht man bei iTunes. Ein neues Lied oder eine schöne App läd man sich ohne zu zögern runter.

    Heja BvB!

  44. puh gleich gibts aber flames…

    caschy, ich schätze deine seite, wirklich.
    aber… auch du hast ab und an gastbeiträge für die du sicherlich nichts zahlst (was auch oki ist!), dennoch machst du mit ihnen „geld“. sicherlich nicht viel, wobei den ein oder anderen euro deine seite ganz sicher abwirft.

  45. @Ich: Gastbeiträge schreiben Blogger für andere Blogger immer gerne. Und auch kostenlos. Das hat was mit Freundschaft und gegenseitigem Respekt zu tun.

    Da kommt ein alphablogger wie Nerdcore oder Stadt-Bremerhaven auf einen nicht ganz so bekannten Blogger zu und sagt: „Ich find dein Zeug cool, haste Lust was für mich zu schreiben? Dafür gibt’s nen Link“

    Das freut den nicht so bekannten Blogger natürlich und für mich als Leser tut sich oft nur aufgrund der Gastbeiträge das ein oder andere neue Blog auf. So geschehen bei Nerdcore-Misterhonk oder eben auch anderen.

  46. Wenn ich dieses Genöle über die Kostenloskultur die alles zerstört höre wird mir schlecht. Das ist doch nur das aufschreien von Leuten die merken, dass mit etwas was sie können kein Geld zu verdienen ist und der Wunsch, andere zwingen zu können, ihnen Geld für etwas zu geben wofür niemand Geld ausgeben will.

    Wenn keine Nachfrage nach schlechten News bei PC-Welt ist, warum sollte a) ein Verlag viel Geld dafür ausgeben, die News zu gestalten und b) jemand für News-Schreiben auf niedrigem Niveau verlangen, viel Geld bekommen? Die gut ausgebildeten Fachkräfte werden den 10€-Job nicht annehmen, die schlecht ausgebildeten sind vlt. ganz gut damit beraten. Grade in der c’t über Mikro-Jobs gelesen, bei denen man auf einen Stundenlohn von 5€ kommen kann, wenns hier niemand machen will machens halt Leute aus anderen Ländern/Kulturkreisen. Oder niemand, dann halt nicht, PC-Welt wird nicht an News-Schreiber-Mangel sterben…

    Wenn ich etwas produziere und niemand bezahlt dafür hab ich halt einfach mal pech, da hilft es nicht wenn ich die ganze Welt anschreie, dass sie gefälligst für meine Sachen zahlen soll und nicht die kostenlosen Sachen der Nachbarn nutzen darf. Oder ich muss einen Mehrwert ggü. den kostenlosen Sachen bieten.

  47. Rudis Wave says:

    Als ich stelle mir das folgendermaßen vor.

    1. Einen guten Artikel recherchieren.

    2. An 10 verschiedene Anbieter verschachern (zwischen 5,- bis 25.- Euro)

    😉 gücklich auf’s Bankkonto blicken und sich einen schönen Tag machen.

    Gutenberg hatte da sicher eine ähnliche Einstellung dazu 😉

  48. Im Augenblick scheint mir ein bruchfreier Übergang ohne, dass alles in sich zusammenbricht nicht vorstellbar. Dafür ist Gott Google den Magazinen/Portalen einfach zu wichtig und so lange der Nutzer™ keine ausreichende Medienkompetenz hat – was kein Vorwurf sein soll – wird er auch nicht eine Entscheidung gegen Content aus der heißen Nadel treffen. Leider. Dementsprechend kann die Lösung eigentlich nur lauten Stunk gegen diese Arbeitsstellen zu machen, damit tut man aber unter Umständen den (hart) arbeitenden Redakteuren unrecht. Und die meisten, das weiß ich als Mitarbeiter bei so einer kleinen Redaktion, arbeitet hart.

    (Das soll jetzt aber auch nicht heißen, dass ich super-schlecht bezahlt werde, denn das stimmt in meinem Fall nicht…)

  49. Endlich macht das mal jemand zum Thema!! Ich könnte mich jedes mal sowas von aufregen wenn ich solch eine Drecks Sumafänger-Seite sehe. Ganz dick dabei ist das PC Magazin mit den vier Buchstaben. Tut mir Leid aber das ist absolut unseriös und verärgert nur die Leser. Ein Magazin, dessen Qualität sich durch die Monitarisierungsumbauten in den letzten Jahren so inflationär entwickelt hat wie dieses, sollte sich solche Schnitzer nicht mehr erlauben.

  50. @RudisWave: Genau der Gutti lässt grüßen 😉