China legt vor: Erste Empfänger von staatlicher Kryptowährung stehen wohl fest


Anfang des Jahres feierte die Kryptowährung Bitcoin ihr zehnjähriges Bestehen, am 3.1.2009 wurde der Genesis-Block mit den ersten 50 Bitcoin zur Verfügung gestellt. Seither hat sich viel getan, vor allem im Bereich der spekulativen Kryptowährungen, zu denen auch Bitcoin zählt. Es gibt heute unzählige Kryptogeschichten, die meisten von ihnen werden wieder verschwinden, nachdem sie den Investoren Gelder aus der Tasche gezogen haben.

Aber das System dahinter wird nicht mehr verschwinden, im Gegenteil. In China ist man nun sogar so weit, dass man eine staatliche Kryptowährung einführen möchte. Bereits seit letztem Jahr soll sie fertig sein und dieses Jahr dann eben erstmals zum Einsatz kommen. Anscheinend noch nicht für den Verbraucher, denn erst einmal werden Banken und große Händler damit versorgt.

Diese Unternehmen werden dann aber dafür verantwortlich sein, dass die 1,3 Milliarden chinesischen Bürger die Währung auch nutzen können. Unter den ersten Empfängern sind quasi Chinas Finanzgrößen, die auch weltweit eine Rolle spielen: Die Industrie und Handelsbank von China, die Bank von China, die Agrarbank von China, Union Pay sowie die beiden Händler Tencent und Alibaba werden von Chinas Zentralbank die Kryptowährung erhalten. Eventuell kommt auch noch ein weiterer Player hinzu.

Langfristig soll die Kryptowährung dann auch außerhalb Chinas eingesetzt werden, zum Beispiel im Handel mit den USA. Dass dies aktuell etwas schwierig ist, weiß wohl auch China und stellt dieses Ziel deshalb erst einmal hinten an. Wichtiger scheint den Chinesen laut Forbes wohl, dass sich die digitale Währung im eigenen Land erst einmal durchsetzt.

Wann es losgehen soll? Der Bericht spricht davon, dass es zum Singles-Day im November losgehen soll. Da könnte die digitale Währung auch gleich ihre technischen Stärken ausspielen. 300.000 Transaktionen soll sie pro Sekunde leisten können – zum Vergleich, das noch nicht einmal ansatzweise fertige Libra verspricht 1.000 Transaktionen pro Sekunde. Und der Singles-Day erreicht zu seinen Hochzeiten knapp 100.000 Transaktionen pro Sekunde.

China möchte mit der digitalen Währung, die übrigens nicht nur auf Blockchain basiert, sondern ein hybrides System darstellt (deshalb sind auch so viele Transaktionen möglich), übrigens nicht etwa die eigene Währung abschaffen, sondern nur das Papiergeld, quasi bargeldlos werden. Vorteil für den Staat: Er sieht jede einzelne Transaktion, das ist bei Bargeld logischerweise nicht gegeben. Ebenso kann der Staat die Währung in diesem Fall steuern wie er möchte, da es eben kein echtes dezentrales System ist.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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7 Kommentare

  1. Jean Claude Trichet says:

    Sabber… statt Negativzinsen kann man dann einfach negative Punkte beim Social Credit Score verteilen falls jemand meint zu sparen anstatt die Wirtschaft am Laufen zu halten.

  2. Bargeldlos geht doch schon lange und problemlos. Wozu eine Kryptowährung?

    • Wolfgang D. says:

      @Radiant „Wozu eine Kryptowährung“

      Wegen der Nachverfolgbarkeit. China ist nicht so blöd wie wir. Hier wird das Geldwesen privatisiert, der doofe Nutzer darf den Elektronik- und Kartenbohei der Wirtschaft dazu selber mit viel Geld bezahlen und beklatscht das auch noch.

      Die chinesische Regierung behält weiter die Kontrolle über das Geldwesen, soweit ich das als Nicht-Banker sehe. Dazu wissen die Verwalter dort auch genau, was wohin fliesst. Einschließlich den Sozialpunkten.

      • Das digitale Geldwesen in China ist auch ohne Kryptowährung komplett Nachverfolgbar. Ob man nun das Papiergeld mit Kryptogeld oder dem bereits bestehenden digitalem System ersetzt, ist gehobst wie gesprungen. Insofern ist deine Begründung „Wegen der Nachverfolgbarkeit“ nicht einleuchtend.

      • „China ist nicht so blöd wie wir.“
        Falls das nicht so ganz klar ist, „wir“ haben die Volksvertreter, während die, die du „China“ nennst, eine Hand voll Leute ist, die das Volk nicht gewählt hat und sich trotzdem alles rausnimmt.

  3. Staatlich akzeptierte und geförderte Cryptowährung aus/in China‽ ٩(̾●̮̮̃̾•̃̾)۶. WTF‽ Dort passiert, noch weniger als im Rest dieser scheiß Welt, nicht eine einzige Sache mit guten oder sinnvollen Absichten! Schon gar nicht vor finanziellem Hintergrund. Ist das denn mit WeChat abgestimmt?? vermutlich, ja. *StinkeFingerHochImmerEinmalMehrAlsDu*

    • Peter Brülls says:

      Krypto-Währungs heißt nichts anderes, dass es eine digitale Währung ist, die mit kryptographischen Mitteln gesichert wird.

      Dass man Bitcoins „fördern“ muss und dass sie besonders geeignet sind für den Transfer von Schwarzgeld und Erpressungsgeld – und natürlich auch für den anonym gekauften Mate Tee, während man beim aktivierten Cellservice seit Stunden auf dem CCC-Kongress sitzt, neben dem Typen, der seit Jahren an die Linken spendet: Das sind Eigenschaften dieser speziellen Variante, sonst nichts.

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